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Forum 1: Bestimmung von Schmetterlingen und ihren Praeimaginalstadien

Climate Change ...
Antwort auf: Boloria frigga Weibchen ()

Hallo Jürgen,

das Wetter spielt global verrückt.

Ein paar Beispiele (meist aus eigener Anschauung):

Im März/April bin ich über Land hin/zurück bis zur marokkanischen Westsahara gefahren. Mitte März war das Wetter in Südspanien ungewöhnlich kalt und regnerisch und oft (extrem) stürmisch. Z.B. flogen Euchloe bazae gen.I. (nach Hörensagen), Iberochloe tagis & Co. hier mindestens 4 Wochen später als im langjährigen Mittel (nämlich erst Mitte April). In der Sierra de Baza der Provinz Granada schneite und hagelte es, in den Sierras um Ronda und Malaga waren es knapp über 10°C, sehr stürmisch und regnerisch. Im Bereich der Straße von Gibraltar um Algeciras, in der Provinz Cadiz und auf der gegenüber liegenden nordafrikanischen Halbinsel Tanger gab es anhaltende sintflutartige Regen und Gewitter. Die Halbinsel Tanger stand küstennah weitgehend unter Wasser (viele Kulturen betroffen), die ganze Atlantik-Küstenlinie war eine Seenlandschaft. Im Landesinneren NW-Marokkos (Pays de Zaër & Zayane, Oulmes vic.) war es ebenfalls sehr kühl und regnerisch, auch hier gab es vielerorts punktuell Überschwemmungen in den Talzügen. Meist erreichte das Thermometer in Zentralmarokko nur mit Mühe 14-15°C (auch in der üblicherweise heißen Ebene von Marakkesch), die Temperaturen wurden erst nach Überschreiten des westlichsten Hohen Atlas (bei Imi-n-Tanoute) in Richtung Agadir etwas besser (als höchstes der Gefühle einmal 22-24°C). Ständig wehte dazu ein strammer Wind ("Chergui"), beim Abtauchen der Sonne hinter Wolken wurde es sofort empfindlich kühl.
Den heißesten Tag erlebten wir in der ersten Aprilwoche auf dem Weg nach Süden Richtung Westsahara (Assa, > 30°C), dagegen war es im Antiatlas bereits überwiegend wieder kühl (16-18°C, kurzfristig mal mehr).
Auf der Rückfahrt im Norden wieder das gleiche Bild: ganz NW-Marokko und Südspanien stehen in starkem Dauerregen/Wolkenbrüchen bei insgesamt kühlen Temperaturen. Das erstreckt sich von Sevilla im Westen bis fast nach Almeria im Osten. Nur am Cabo de Gata und dessen Umgebung ("Wüste Europas") entspricht das Wetter in etwa dem langjährigen Mittel. In Zentral- und Nordspanien ist es Mitte April nun schon seit 4 Wochen ungewöhnlich kühl bis kalt (viel Regen/Gewitter, incl. Schneefällen in vielen der höheren Sierras).

Übrigens war (ist?) es noch vor zwei Wochen am Nordrand der marokkanischen Westsahara (bei Guelmin) immer noch permanent VIEL zu kühl (18-20°C). Normal wären dort Ende Mai / Anfang Juni 32-35°C !.

In Lappland dagegen war es über den ganzen Mai deutlich (viel) zu warm (max. 22-25°C), was auch generell für Skandinavien gilt.
Auch aus Brasilien, nahe am Äquator, gibt es Klagen. Hier betreffen sie das viel zu kalte Badewetter, mit unmenschlich niedrigen Wassertemperaturen von "nur" 22-24°C ...

Diese kurze Übersicht ist vielleicht für dich als Wanderfaltermensch interessant. In Marokko/Südspanien war in dieser Hinsicht kaum etwas unterwegs: fast überhaupt keine V. cardui, am ehesten noch vereinzelte V. atalanta. Gleiches galt für die Wanderschwärmer und -eulen - es flog einfach einfach nichts!

viele Grüße: Hermann

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