Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
von Schmetterlingen
(Lepidoptera)
und ihren
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Forum 1: Bestimmung von europäischen Schmetterlingen und ihren Praeimaginalstadien

Re: Zucht
Antwort auf: Zucht ()

Hallo Tina,

Die Häutung zur Puppe ist die Verpuppung.

Danke für diesen Denkanstoss … Obwohl das doch logisch ist, verstehe ich erst jetzt wirklich,
dass der Falter in der Puppe in der Raupe 'schlummert' und sich ja schon vom Eistadium an
– simpel ausgedrückt – immer wieder häutet und dabei 'herausschält'.

Zwischenzeitlich ist auch 'meine' dritte (die gelbe) Raupe beim Verpuppen und ich freu mich sehr,
dass alle drei es nun schon so weit geschafft haben! Diese gelbe Raupe hat sich ganz nah zur Puppe der Braunen begeben,
sodass die beiden nun dicht bei einander auf dem Küchenpapier am Boden liegen. Die grüne Raupe hingegen hat sich als Platz
zum Verpuppen einen Hohlraum zwischen zwei stabilen, kleinen Salatherzen-Blättern ausgesucht – sie wollte offenbar gerne
ein bisschen versteckt und geschützt sein. Nun beobachte ich auch regelmäßig, ob diese Blätterhöhle noch gut ist,
damit die Puppe nicht schließlich in Fäulnis liegt.

Die einzige Stellschraube, mit der du die Entwicklung beeinflussen kannst, ist die Temperatur. Je niedriger, desto langsamer - und umgekehrt. Deswegen kann ich dir auch keinen Zeitraum nennen.

Es wäre folglich also gut, wenn ich mir ein kühleres Plätzchen überlege. Hier gab es gerade einen Wintereinbruch mit Schnee und
Temperatur unter 0°C. Balkon aber auch Dachboden sind mir da jetzt zu riskant. Mal sehen, es fällt mir sicherlich noch eine Lösung ein …

Spielt auch die Helligkeit eine Rolle, bzw. auch die wieder länger werdenden Tageslichtzeiten?
Schon während der Fütterungsphase habe ich mich jedesmal gefragt, wie stark die Raupen wohl die plötzliche Lichtveränderung wahrnehmen,
wenn ich den Deckel aufmache. Auch jetzt mit den Puppen stelle ich mir dieselbe Frage. Und beim Fotografieren mit Blitz war ich eher besorgt:
Außer an 'Glamour' gewöhnte Menschen kenne ich keine Lebewesen, die es angenehm und beruhigend finden, wenn es blitzt …

Aber gegen Ende der Entwicklungsphase wirst du eine Verfärbung feststellen können; der Falter beginnt durchzuscheinen. Zuerst werden die Augen dunkel, dann folgt der Rest. Wenn die Puppe quasi schwarz ist, dauert es nur noch Stunden bis Tage.
Kurz vor dem Schlupf wirst du sehen können, wie sich im Inneren Druck aufbaut: die Intersegmentalhäutchen dehnen sich, die Puppe wird eine Winzigkeit länger. Der Druck ist nötig, um schlussendlich die Hülle aufzusprengen. Das geschieht im "Nacken" direkt hinter dem Kopf; dort befindet sich eine "Sollbruchstelle".

Es ist unglaublich berührend, welche Kräfte ein dann ja so filigraner Falter aufbringen muss (und kann!), um seine Entwicklung zu vollenden.
Je weiter sich meine Pfleglinge entwickeln, je mehr ich mich dabei mit der Thematik befasse und mein Bewusstsein dafür wächst,
desto weniger möchte ich darauf verzichten, auch die geschlüpften und fliegenden Falter kennenzulernen.
Wenn das Schlüpfen am Dachboden geschieht, werde ich aber nur früher oder später eine leere Behausung vorfinden;
ich muss mir also eine für sämtliche 'Haushaltsmitglieder' lebenswerte Lösung überlegen.
Und natürlich möchte ich allzu gerne hier im Forum berichten bzw. endgültig erfahren können, welche Eulen denn nun
tatsächlich bei mir aufgewachsen sind. ~ Vorläufig hoffe ich aber ich in erster Linie, dass weiterhin alles gut gehen mag!

Obwohl ich nicht bewusst Lichtfallen installiert habe, sind bei mir im Sommer immer viele (nicht nur) nächtliche (nicht nur) Falter zu Gast.
Ich lebe nicht in einer städtischen Betonwüste, sondern es gibt viele Gärten und sogar eine riesige Wiese, die sehr selten gemäht wird,
rund um bzw. in der Gegend um das Haus. Mein Balkon ist sehr groß, sehr begrünt, absolut giftfrei, liegt im schützenden Halbschatten
einer Linde und eines Ahorn und blickt auf einen Garten mit Haselnusssträuchen, Weißdorn, großem, dichtem Strauchwerk, Föhre, Kirschbäumen, …
Die Balkontüre ist immer bis spät in die Nacht offen, also fliegen viele Besucher herein und versammeln sich um die Tischlampe
bzw. erkunden die ganze Wohnung.
Ich freue mich immer über all die Flatterwesen und Käfer, habe aber bisher nicht versucht, die vielen unterschiedlichen Arten zu bestimmen.
— Das wird sich aufgrund der jetzigen 'Aufzuchterfahrung' ab heuer definitiv ändern!
Eine Besucherin, die mir wegen ihrem auffälligen, gelborangefarbenem Flügelpaar im Gedächtnis geblieben ist, konnte ich sogar bereits
durch die Recherchen zu 'meinen' Raupen identifizieren: Das war wahrscheinlich die schöne Hausmutter, Noctua pronuba.

Tina, hast du diese winterlichen Raupen in deinem Garten draussen gelassen oder geschützt untergebracht? Weisst du "wer" sie sind?

Schöne Grüße,
Marion

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