Polyommatus coridon
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Massenvermehrung von Euproctis chrysorrhoea in Rheinhessen (Fortsetzung) *Foto*

Hallo zusammen,

am 12.04.17 hatte ich endlich Zeit, mir die Situation etwas genauer anzuschauen.

Inzwischen waren die Raupen bereits sehr aktiv und hatten sich zu großen Teilen auch schon ein-zweimal gehäutet. Oft waren Raupen verschiedener Häutungsstadien nebeneinander zu sehen. Die pergamentartigen Überwinterungsgespinste waren unter den deutlich erweiterten Gespinsten meist kaum noch zu erkennen:

Die Gespinste selbst hingegen waren aufgrund der zunehmenden Größe allgemein besser auszumachen:

Auch jüngere und kleinere Pflanzen abseits der Haupthecke wurden belegt:

Möglicherweise haben sich Raupen auch jenseits der ursprünglichen Überwinterungsgespinste an Ästen zu neuen Ruhegespinsten zusammengefunden? Viele Raupen waren nicht mehr an "ihr" Gespinst oder dessen unmittelbare Nähe gebunden, sondern schwärmten über die gesamten Zweige bis an die Spitzen aus, um dort die Blatt- und Blütenknospen sowie bereits entfaltete Blätter zu fressen:

Die meisten Gespinste konnte ich an Wildrose (Rosa spec.) feststellen:

Es waren aber auch einige Gespinste an Weide (Salix spec.)...:

...und an Kirsche ? (Prunus spec.) zu entdecken:

Und fressende Raupen wichen mit der Zeit auch auf Hartriegel (Cornus spec.) aus:

Für alle Fotos gelten folgende Bilddaten: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Wörrstadt, Hecke um Solarpark in recht ausgeräumter Feldflur, 250 m, 12. April 2017, Tagfund (Foto: Elias Barnickel)

Da ich floristisch noch nicht so versiert bin, freue ich mich über Hinweise/Korrekturen/Bestimmungen zu den gezeigten Nahrungspflanzen. =)

Nun interessierte mich natürlich, mit welchen Mengen ich es an diesem Ort in etwa zu tun habe. Ich konnte die Hecke nur von außen abgehen, kam aber alleine dabei schon auf über dreitausend Gespinste (der Zähler blieb bei ca. 3150 stehen). Ob es sich dabei ausschließlich um Überwinterungsgespinste handelt oder sich, wie oben angedeutet, neue Ruhegespinste gebildet haben, vermag ich nicht zu beurteilen. Pro Gespinst (stichprobenartige Zählung) habe ich wenigstens ca. 20 Raupen gezählt, in der Regel waren es mindestens fünfzig, in manchen Fällen vermutlich deutlich über zweihundert. Genau zählen kann man das nicht per Auge, da die Raupen oft geklumpt aufeinander sitzen und nur die äußeren Raupen sichtbar sind.

Ginge man von einer pessimistischen durchschnittlichen Zahl von 20 Raupen pro Gespinst aus (zum Zeitpunkt der Zählung waren schon viele Raupen in Richtung Astspitzen ausgeschwärmt), wären das schon 60.000 Individuen. Bei einer wohl realistischeren Zahl von durchschnittlich 50 Raupen pro Gespinst läge die Individuenzahl bereits deutlich im sechsstelligen Bereich.

Ich werde dort im Verlauf des Frühjahres/Sommers aller Wahrscheinlichkeit nach noch mehrfach vorbeikommen und die Möglichkeit haben, das Geschehen weiter zu verfolgen (und ggf. berichten). Gespannt bin ich, wie lange die pflanzliche Biomasse ausreichen wird, die hungrigen Raupen zu sättigen. In Dichtezentren von Gespinsten ist nicht mehr viel Grün zu sehen. Andere Abschnitte sind (noch) recht wenig betroffen. Das wird sich wohl recht bald ändern...

Viele Grüße
Elias

Beiträge zu diesem Thema

Massenvermehrung von Euproctis chrysorrhoea in Rheinhessen *Foto*
Massenvermehrung von Euproctis chrysorrhoea in Rheinhessen (Fortsetzung) *Foto*
Re: Massenvermehrung von Euproctis chrysorrhoea in Rheinhessen (Fortsetzung)
Re: Massenvermehrung von Euproctis chrysorrhoea in Rheinhessen (Fortsetzung)
In NDS ist noch genug Platz, scheuch sie mal alle her! :) Beeindruckte Grüße. *kein Text*