Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Satyrium spini - Lebensraum und winterliche Ei-Funde *Foto*

Hallo Wilhelm,

Danke Steffen
für Deine ausführliche Antwort. Das von Dir genannte Buch besitze ich natürlich.Trotzdem vermitteln viele gute Bilder (wie die von dir)
in der Vergrößerung auf dem Bildschirm oft einen realistischeren Eindruck als eine Abbildung in einem Buch. Deine Ulme an der Sparkasse
gäbe gleichzeitig auch weniger Erfahrenen den Hinweis auf den urbanen Lebensraum in der Großstadt und die Anregung auch dort zu suchen.
Deine Empfehlung, mit der Taschenlampe auf Eisuche zu gehen, finde ich sehr überzeugend und werde ich selbstverständlich versuchen.
Ein Tip, der z.B. auch nicht im Buch von HERMANN zu finden ist.
Schöne Grüße
Wilhelm K.

Glaub's oder glaub's nicht, aber ich war heute mit der Mission draußen, um für Dich ein paar Bilder zu machen. Toll sind Landschaftsaufnahmen mit Format 900x600 leider eh nie (aber man kann erahnen, dass da ein Baum auf einem Hang steht)…

Anbei nun eine bei mir in der südlichen Frankenalb typische Fundsituation für Satyrium spini.

Fangen wir beim Habitat an. Wir befinden uns in der südlichen Frankenalb in Bayern, im Katzental bei Böhmfeld. Leider sind in den letzten 70 Jahren fast alle Magerrasen/Trockenrasen an den Südhängen zugewachsen oder gar intensiv bewaldet worden... Es gibt nur noch wenige kleine Inseln wie die nachfolgend gezeigte (unten die Gülle Wiese..):


Man erkennt auf dem Bild nicht viel, darum hab ich auch mit roten Pfeilen Dinge markiert, die hier im Lebensraum von Satyrium spini durchaus typisch sind. Dazu gehören felsdurchsetzte Trockenhänge (aber nicht nur...) mit jungen Kreuzdornpflanzen.

Schauen wir ein wenig tiefer ins Gebiet...

Wir sehen einen etwa 30 cm hohen Kreuzdorn, der recht "dünn" daher kommt, in unmittelbarer Nähe zu einem Stein/Fels (roter Pfeil oben)... Ich habe diesen sorgfältig abgesucht... Ergebnis war, dass etliche (ca 15) Eier von S. spini in unmittelbarer Nähe zum Fels zu finden waren (roter Pfeil unten!). Also gut vor Witterung geschützt und warm. Ein schlechtes Bild dazu habe ich auch gemacht (ja, ich mach auch gern schlechte Bilder, wenn es hilft^^):

Mit Pfeilen markiert sind 10 auf diesem Bild erkennbare Eier von S. spini, 3 mal in Zweiergruppen und eine Vierergruppe. Zu suchen sind die Eier unten am Stamm, also in 2-10 cm Höhe. Selten (aber dennoch regelmäßig) finde ich von dieser Art auch Eier in ca 30-40 cm Höhe. An anderen Stellen wurden jedoch Eier auch in 2 Metern Höhe gefunden, daher sollte man auch nichts verallgemeinern, was nicht allgemein gültig ist...

Noch krasser ist diese Fundsituation:

Dieser Kreuzdorn ist ebenfalls neben einem Felsen gewachsen und hat die enorme Höhe von ca 10 cm erreicht. So krüppelig wie der aussah hätte ich mit 0-2 Eiern gerechnet. Ich fand daran 21 Eier! Keine Frage, sollten da alle Raupen schlüpfen, reicht die Nahrung mit Glück für 2-3 Raupen bis zur Verpuppung... Aber wenn Natur so ist, dann ist sie eben so... Kreuzdorn-Sträucher wachsen dort sicher 500... aber man entscheidet sich eben zum Teil für die eine besonders begünstigte(?) Pflanze...

Noch ein Bild in etwas größer:

Viel sehen kann man hier auch nicht, aber ich denke, man erkennt wenigstens 2 Eier auf dieser winzigen Krüppelpflanze...

Ich habe im Gebiet heute sicher 200 Kreuzdornpflanzen abgesucht, und ich kann sagen: Dort werden kleine Pflanzen, die neben Steinen stehen, klar bevorzugt. Ich kenne aber Orte, an denen es gar keine offen liegenden Felsen gibt, und dennoch findet man dort S. spini. Daher möchte ich immer sagen: Es gibt manchmal Muster, die an einem Ort sehr gut funktionieren. Diese sind zum Teil auch übertragbar - aber eben nicht immer! Wer Zipfelfalter suchen will, muss sein Gebiet auch dort prüfen, wo weder Foren noch Bücher Erfolg versprechen, denn die mikroklimatischen Bedingungen sind oft so unklar, dass man eben suchen muss...

Schöne Grüße und ich hoffe, Du has den Beitrag gefunden und als hilfreich erachtet?
Steffen

P.S.: Ich habe dort, obwohl ich nicht selten Vorort bin, noch nie einen S. spini als Imago gesehen. Das wundert mich sehr, denn die saugen ja auch an Blüten und sollten daher easy als Falter nachweisbar sein. Ich finde jedoch jedes Jahr Eier - heute etwa 90 Stück... Manche Tiere lassen sich an manchen Orten vielleicht einfach besser als Ei nachweisen...

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Vielen Dank für den höchst bemerkenswerten Beitrag! Viele Grüße, Jürgen *kein Text*
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super *kein Text*
...tolle Bilder super ...da denkt man schon an Ostern :D *kein Text*
Ein paar herbstliche Eier, ja...und ?
Re: Ein paar herbstliche Eier, Kamera etc.
Kamera etc.
Danke für die ausführliche Antwort