Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Re: Colias hyale-Raupenfund an Bärenschote (Astragalus glycyphyllos)

Hallo Bram,

19 Colias hyale-Raupen in einer knappen halben Stunde?! Ich bin schon froh wenn ich einen Falter von Colias hyale zu Gesicht bekomme, denn die Art ist recht selten in den Niederlanden.

Sobald es im Herbst etwas kühler wird, suchen die C. hyale-Weibchen hier zur Eiablage ganz gezielt die mikroklimatisch günstigsten Wirtspflanzen auf. Vor allem an vegetationsarmen Offenbodenstellen in Südhanglage kommt es dann zu hohen Eier- und Jungraupen-Konzentrationen. Einzelpflanzen mit 5 oder auch deutlich mehr Eiern/Raupen sind keine Seltenheit. Man kann dann in einer halben Stunde auch deutlich mehr als nur 19 Präimaginalstadien von C. hyale finden. Bei euch am Arealnordrand sind die Populationsdichten der Art sicherlich selbst in guten Einflugjahren viel niedriger. Vermutlich wandern die meisten Nachkommen der Zuwanderer schon im Sommer wieder nach Süden ab, sodass es im Herbst nicht zu zahlreichen Eiablagen an warmen Kleinstandorten kommt. Ich hatte vor vielen Jahren mal versucht, C. hyale-Eier an einem Küstendeich in Ostfriesland zu finden (Greetsiel), an dem immerhin 2 Männchen entlang patrouillierten. 30 Minuten reichten damals nicht, um auch nur ein einziges Ei zu finden.

Ich hatte bisher Eiablagen an Trifolium arvense und Medicago falcata in Deutschland. Ich vermute aber, dass das Mikroklima für Colias hyale viel wichtiger ist als die genaue Pflanzenart. Nur soll es sich um Fabaceae handeln.

Das sehe ich genauso. Ich habe häufig beobachtet, dass ablagewillige Weibchen vor allem im Herbst primär nach warmen Kleinstandorten (Störstellen) suchten und erst sekundär nach den dort dann passenden Ablagepflanzen. C. hyale hat unter den Fabaceae ganz offensichtlich ein sehr breites Wirtspflanzenspektrum aus dem sicher noch nicht alle nutzbaren Arten durch konkrete Freilandbeobachtungen dokumentiert sind. Kürzlich fand ich auch mal ein C. hyale-Ei an Lathyrus pratensis, möglicherweise ebenfalls eine "neue" Ablagepflanze.

Ich fand übrigens auch schon eine Bläulingsraupe bei Döggingen/Baar an den Blättern einer Jungpflanze von Astragalus glycyphyllos. Ich vermute, dass es sich um Polyommus icarus handelte, aber die Raupe war leider parasitiert.

Ja, da spricht wirklich alles für P. icarus, der sich übrigens bei herbstlichen Eiablagen sehr ähnlich verhält wie C. hyale (ebenfalls lokale Massenbelegung klimatisch günstiger Fabaceae). Theoretisch käme in der Baar sonst nur C. rubi in Frage, aber die Raupe hättest Du sofort erkannt und sie lebt ja auch nur an Blüten bzw. unreifen Früchten. Im Tauberland und am südlichen Oberrhein legt auch P. argyrognomon an A. glycyphyllos, aber in Löffingen kommt dieser Bläuling nicht vor.

Diesen Raupenfund zeigt jedenfalls schön, dass es genau bei den Raupennahrungspflanzen noch viel zu entdecken gibt.

Ganz genau, also bleiben wir dran!

Beste Grüße
Gabriel

Beiträge zu diesem Thema

Colias hyale-Raupenfund an Bärenschote (Astragalus glycyphyllos) *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Colias hyale-Raupenfund an Bärenschote (Astragalus glycyphyllos)
Re: Colias hyale-Raupenfund an Bärenschote (Astragalus glycyphyllos)