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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Larvalhabitate von Boloria aquilonaris im Landkreis Gifhorn, Niedersachsen

Hallo Thomas,

die Pflege mit dem Freischneider wirkt sich hier in den Übergangsmooren des östlichen Niedersachsens recht gut aus. Ein Moor wird schon etwa zwanzig Jahre so gepflegt, wodurch sich gute bis sehr gute Moosbeerenbestände auf Sphagnum-Torfmoospolstern gebildet haben. Sie gelten als wichtigste Grundlange zur Entwicklung der Raupen, sind somit von entscheidender Bedeutung für die Aufrechterhaltung dieser Population.
Im zweiten Moor sind die Moosbeerenbestände schon vor etlichen Jahren auf ein Minimum zurückgegangen, deshalb wird auch hier versucht, diese durch Freischneiden offen zu halten. Eine Mahd mit schwerem Gerät wäre hier das Aus für diese zum Glück immer noch individuenreiche Population von Boloria aquilonaris, weil sich darin die für die Imagines so wichtigen Nektarpflanzen, in diesem Falle Erica tetralix, befinden. Diese Entwicklungsbereiche konzentrieren sich auf teils bultige, teils flache Moosbeerenrasen, worin, je nach Standort, fast alle Kennarten und Initialgesellschaften eines Übergangsmoores enthalten sind. Weitgehend trockengefallene Randbereiche wurden dagegen maschinell bearbeitet, um die hochen Pfeifengrasbulte, die zuletzt keine anderen moortypischen Vegetationseinheiten mehr zuließen, zu beseitigen und somit dem neuen Moorwachstum die entsprechende Entwicklungsgrundlage zu verschaffen. Hier müssen wir abwarten, wie sich das Ganze entwickelt. Zudem haben wir randständige, zum Teil dichte Birkengehölzbestände teilentfernt, um die Wasserversorgung wieder anzuheben. Die Wasserknappheit ist besonders im zweiten Moor ein echtes, kaum lösbares Problem, da unweit dieser Fläche die Wasserkanonen auf angrenzenden Ackerflächen Tag und Nacht laufen. Das Wasser hierfür wird zwar aus tieferliegenden Wasserleitern gefördert, jedoch - das geht aus einem hydrologischen Gutachten hervor - wird die Stützfunktion der unteren für die oberen Wasserleiter erheblich beeinträchtigt. Mit anderen Worten, das Regenwasser versiegt schneller als es über den Quellhorizont im Bereich des Moores austreten kann. Insofern hat sich diese Moorfläche durch die zunehmend geringere Wasserschüttung (es handelt sich mehr oder weniger um ein Quellmoor am Nord- und Nordostrand eines Geestrückens, worin sich eine Art Abflussrinne gebildet hatte) fast um die Hälfte verkleinert. Außerdem werden die ausgeholzten Randbereiche versuchsweise beweidet (Rinder). Dabei ist mir - offengestanden - etwas mulmig zumute, jedoch handelt es sich hierbei um Flächen, die bis dato komplett von Birke und Pfeifengrasbulten eingenommen waren.
Offensichtlich ist die Beschaffenheit unserer Moore hier im Norden doch eine andere als bei Euch im Süden. Ich bin Dir aber sehr dankbar für jeden guten Rat, denn unsere Übergangsmoore hier im Gifhorner Landkreis sind alles andere als intakt, wie das Verschwinden der beiden anderen, für diesen Moortyp charakteristischen Arten Agriades (Plebejus) optilete und Coenonympha tullia angezeigt wird. Letztere kommt noch in einem renaturierten Hochmoor mit randständigen Übergangsmoorflächen vor, jedoch fehlen dort meines Wissens A. optilete und B. aquilonaris.

Herzliche Grüße,
Wolfgang

Beiträge zu diesem Thema

Larvalhabitat von Boloria aquilonaris im württembergischen Allgäu *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Larvalhabitat von Boloria aquilonaris im württembergischen Allgäu
Re: Larvalhabitat von Boloria aquilonaris im württembergischen Allgäu
Sehr schöner informativer Beitrag! Da will man gleich selbst suchen :) VG Markus *kein Text*
Re: Larvalhabitat von Boloria aquilonaris im württembergischen Allgäu
Re: Kleine Korrektur
Re: Larvalhabitat von Boloria aquilonaris im württembergischen Allgäu
Re: Larvalhabitate von Boloria aquilonaris im Landkreis Gifhorn, Niedersachsen