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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Nein, lieber SWR, das reicht nicht aus!

Nachdem der SWR die EPS-Bekämpungskampagne mitten in seiner "Aktionswoche "Rettet die Insekten!"" ohne jegliche Kritik gepuscht hatte und jetzt auch die Milliarden-Schnaken-Bekämpfungsaktion voll und ganz unterstützt hat, muss da mehr her, als ein bisschen Relativierung.

Zwei Sätze stehen im Raum:

* „Die Landesregierung muss den Katastrophenfall ausrufen und die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk sowie weitere Rettungskräfte anfordern, um die regionalen Schnakenbekämpfer vor allem rund um Linkenheim-Hochstetten und Dettenheim zu unterstützen“

Begründung:

* "Die Gesundheit Tausender Menschen am Oberrhein ist gefährdet"

Der zweite Satz wurde durch die Bürgermeister Christian Eheim (Graben-Neudorf), Stefan Martus (Philippsburg), Ute Göbelbecker (Dettenheim) und Michael Möslang (Linkenheim-Hochstetten) gemeinsam formuliert um damit Hilfe vom Ministerium anzufordern. Der SWR hat diesen Satz nicht im geringsten hinterfragt, sondern die Panikmache der Demagogen unterstützt. Und zwar einschließlich der Forderung nach der Ausrufung des Katastrophenzustands durch den Karlsruher FDP-Bundestagsabgeordneten Christian Jung.

Es bedurfte offensichtlich erst der Ablehnung des Katastrophenzustandes durch das Landes-Gesundheitsministerium, bevor man ein klein bisschen einlenkte:

https://www.swr.de/swraktuell/schnakenplage-laestig-aber-nicht-gefaehrlich,schnakenplage-laestig-aber-nicht-gefaehrlich-102.html

Bedurfte es da wirklich eines Ministerialdirektors um festzustellen: "Es ist ungeheuer lästig und es tut weh. Es geht aber keine Gesundheitsgefahr davon aus."?

Hätte SWR da nicht schon viel früher feststellen können: "Nicht die normale Schnake sei das Problem, sondern die Tigermücke. Sie könne gefährliche tropische Krankheiten wie das Dengue- oder Chikungunya-Virus übertragen. Vereinzelt trete sie entlang der Rheinschiene auf: "Die legt ihre Eier aber nicht in den Rheinauen ab, sondern in stehende Gewässer wie Regentonnen oder Topfuntersetzer." - in früheren Jahren wusste man das in der Redaktion noch ...

https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/schnakenbekaempfung-kommentar,schnakenplage-kommentar-100.html

Keine Diskussion darüber, dass wir uns mit dem Dauereinsatz von Bt nur resistente Stämme heranzüchten, so dass - wenn wir wirklich mal ein Problem hätten, dieses Instrument zu nutzen, wenn wir es bräuchten.

Und hurra, dann der wohltuende Beitrag von Alice Thiel-Sonnen: https://www.swrfernsehen.de/marktcheck/schnakenbekaempfung-kommentar,schnakenplage-kommentar-100.html. Welche Überraschung: „Auch Stechmücken gehören zu unserem Ökosystem“. Da ist zu hören: "„Zu unserem Ökosystem gehört das pummelige Bienchen und der bunte Schmetterling – aber eben auch die fiese, nervige Stechmücke.“ Die Götterdämmerung: "Aber bleiben wir bei den Insekten: Die Wissenschaftler warnen vor Bienen- und Insektensterben - und die logische nächste Schlagzeile ist ein Vogelsterben, weil vielen von ihnen gerade die Nahrung wegstirbt." „Eine Schwalbe zum Beispiel verputzt in der Brutzeit bis zu 2000 Stechmücken am Tag. Schwalben sind eine bedrohte Art, auch weil ihr Nahrungsangebot knapper wird. Und die Larven der Stechmücken sind wichtige Nahrung für Fische.“

"Ich will hier keine Brandrede für Stechmücken halten, dafür bin ich viel zu oft selbst genervtes Ziel ihrer Angriffe. Ich plädiere für ausgewogenes Handeln. Das heißt einerseits Insekten zählen und beobachten, wozu der Naturschutzbund aufruft, und Insekten schützen, wo sie bedroht sind. Und andererseit[s] eine Schnakenbekämpfung mit Bedacht durchführen. Also nicht gleich aus ein paar Schnaken mehr eine Plage machen, die mit Bundeswehrgeschützen bekämpft werden soll." „Und wenn ich sage, jedem Tierchen sein Pläsierchen, soll das deutlich machen, wie eng in der Natur alles miteinander verknüpft ist. Da kann es nicht vorrangig nur um das Pläsier der menschlichen Zweibeiner gehen, den Sommer möglichst ungestört draußen zu genießen.“

Im Vergleich zum FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung ist das natürlich sehr, sehr viel Verständnis für unser Ökosystem - salopp formuliert für den Normalbürger. Kein Hinweis, dass die tieffliegenden Hubschrauber zur besten Vogelbrutzeit genug Potenzial mitbringen, hochgradig gefährdete Vogelarten von ihren Horsten/ Nestern zu vertreiben. Was hier aber vor allem immer noch fehlt ist die Tatsache, dass die Bekämpfungsaktionen zu fast 100 % im europäischen Natura-2000-Schutzgebietssystem ablaufen, also in den viel zu kleinen Schutzgebieten, die wir unserer Natur angeblich noch zugestanden haben. Da kann es also eigentlich nur heißen: "Wir müssen leider draußen bleiben!" Ist der SWR unfähig, das zu thematisieren? Und die beschworenen Krankheiten - hängen sie doch nicht alle am Thema "Klimaerwärmung"? Gibt es da keinen Grund, das Thema "Klimanotstand" zu thematisieren?

Doch, ja, es ist so: Diese Schutzgebiete sind keine Schutzgebiete! Für nichts und niemanden. Sie schützen vor keinem Pestizid, sie schützen vor keiner radikalen Holznutzung, sie schützen nicht vor Lärm und nicht vor Lichtverschmutzung. Z.T. gilt ein Betretungsverbot für Menschen, aber deren Ignoranz und Dummheit hat weiterhin uneingeschränkten Zugang.

Gruß

Erwin Rennwald

Beiträge zu diesem Thema

Off topic: Endlich mal ein guter Beitrag zum Insektenschutz!
auch grad gelesen: Beitrag zum Insektenschutz!
Re: auch grad gelesen: Beitrag zum Insektenschutz!
Re: In vielen Touristenhochburgen wird gespritzt wie verrückt!
Re: auch grad gelesen: Beitrag zum Insektenschutz!
Jetzt soll's die Bundeswehr retten >:(
Ich denke, da ist Strafanzeige wegen Volksverhetzung fällig; Gruß, E.R. *kein Text*
Die Politiker sind ...
Nein, lieber SWR, das reicht nicht aus!
SWR: Es geht heute weiter mir der Panikmache
Schnakenbekämpfung am Oberrhein - es gibt neue Fakten!
Schnakenbekämpfung am Oberrhein - ein paar Zahlen
Zur Info: Gestern sogar Thema 19 Uhr ZDF Heute-Sendung. *kein Text*
Verlinkung Schnakenbekämpfung und EPS-Bekämpfung mit bti per Hubschrauber