Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Tagfaltermangel auf zweischürigen Wiesen

Hallo Gabriel,

Andere (einbrütige) Arten legen dagegen dank ihrer Langlebigkeit (bei guter Nektarversorung) derart viele Eier in den Mähwiesen ab, dass zwei jährliche Mahdtermine offenbar einfach nicht ausreichen, um sämtliche Raupen einer Fläche vor dem Abschluss ihrer Entwicklung zu vernichten. Hier würde ich Melanargia galathea und insbesondere Maniola jurtina einordnen.

Naja, diese beiden Arten sind als Raupe nachtaktiv. Wenn nicht gerade erst in der späten Dämmerung gemäht wird, dürften die meisten Raupen kaum direkt betroffen sein. Gut, wenn so ein Traktorreifen über eine im Graswurzelbereich ruhende L5 rollt, darf die Frage erlaubt sein, ob die das wohl überlebt. Und die Stürzpuppe von M. jurtina hat ebenfalls schlechte Karten. Da kommt es eben dann auf den Zeitpunkt der Mahd an. Fliegen die Falter schon oder sind die meisten Raupen noch nicht verpuppt? Der zweite Schnitt trifft dann Eier oder Eiraupen. Zumindest M. galathea ist ein Eistreuer, die haben da auch beste Überlebenschancen. Nur spät abgelegte Eier von M. jurtina werden wohl größtenteils verfüttert.

Aber ich möchte auf folgendes hinaus: Ich wohne seit acht Jahren in einer Gegend der Oberrheinebene, wo zweimaliger Wiesenschnitt die Regel ist. Gebietsweise finden sich auch noch Mähweiden (Pferde, Ziegen und Schafe). Es ist Trinkwasser-Schutzgebiet, da wird also nicht gedüngt, bzw. Gülle deponiert. Die Wiesen sind auch durchaus recht blütenreich, sieht alles sehr schön aus. Was ich dennoch kaum finde, sind Tagfalter! Gut, M. jurtina hat es schon noch reichlich. M. galathea auch, aber dann hat es sich auch schon weitgehend. Die Wiesen nahe an den hier recht zahlreichen Bächen liegen im zehnjährigen Überschwemmungsgebiet. In der Praxis bedeutet das, dass sie zweimal jährlich unter Wasser stehen. Die im fünfzigjährigen so etwa alle fünf Jahre. Wenn so ein Hochwasserereignis im Mai eintritt und auch noch etwas länger anhält, wachsen die Wiesen danach schlecht nach. Dann fällt der erste Schnitt auf einigen Wiesen aus. Und in solchen Jahren hat es dann gleichmal sehr deutlich mehr Tagfalter! L. dispar wird dann viel häufiger, C. argiades auch und L. phlaeas ebenfalls. C. hyale müsste einfliegen, tut das kaum vor August, kann also nicht davon profitieren. Aber gerade die Lycaeniden werden sehr viel häufiger, wenn der erste Schnitt ausfällt. Das Hochwasser selbst scheint sie hingegen wenig zu beeindrucken.

Viele Grüße
Jürgen

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