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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Schnakenbekämpfung am Oberrhein - ein paar Zahlen

Die Zahlen für dieses Jahr stehen ja im Artikel: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/Nach-Hubschrauberbrand-am-Rhein-Schnakenjaeger-kaempfen-gegen-Plage,av-o1123656-100.html

Dort heißt es:
„245 Hektar Bekämpfung aus der Luft fällt aus
Insgesamt stehen derzeit 260 Hektar entlang des Rheins und der Rheinauen unter Wasser. Das sind ideale Brutbedingungen für die Schnaken. Für 245 Hektar war die Bekämpfung mit dem Hubschrauber vorgesehen. Zu Fuß schaffen die Schnakenbekämpfer maximal 30 Hektar.“

Nur auf 15 ha war also keine Bekämpfung vorgesehen. 260 ha war die Folge einer ausgesprochen kleinen Überschwemmung - wo da die Katastrophe herkommen soll, ist mir schleierhaft.

2018 war fast nichts mit höheren Wasserständen los, da gab es eigentlich gar keine Stechmücken zu bekämpfen, aber die KABS wurde trotzdem tätig.
Auf https://www.kabsev.de/ ist (in zeitlicher Reihenfolge) zu erfahren:

04.04.2018 „Erster Hubschraubereinsatz 2018
Nachdem seit einigen Wochen die Bekämpfung der Stechmückenbrut in den Waldschnakengebieten per Hand erfolgt, werden die Mitarbeiter der KABS ab Mittwoch den 4. April mit dem Helikopter aus der Luft unterstützt. Hierbei wird entweder in großflächigen oder schwer zugänglichen Stechmücken-Brutstätten der biologische Wirkstoff B.t.i. in der gewünschten Dosis in Form von 3-5 mm großen Eis-Granulats direkt in die Fresszone der Stechmückenlarven ausgebracht.“

26.04.2018 „Starkregenereignisse
Durch lokale Starkregenereignisse kam es gegen Mitte April in zahlreichen Regenwasserpoldern der KABS-Mitgliedsgemeinden und vor allem im alten Neckarbett des nördlichen Oberrheingrabens zu großflächigen Überflutungen und dem Massenschlupf von Stechmückenbrut. Auf fast 300 Hektar Wasserfläche wurde der Schwellenwert von 5 Larven pro Liter überschritten und das Aufwachsen der Larven mit dem biologischen Wirkstoff BTI durch die Mitarbeiter der KABS verhindert. So wird im Rahmen der von der KABS praktizierten ökologischen Bekämpfungsstrategie nicht automatisch bei Auftreten von Stechmückenlarven bekämpft, sondern die Bekämpfung erfolgt erst, wenn gewisse Schwellenwerte überschritten werden.“

05.05.2018 „Start der Rheinschnakenbekämpfung
Kurz nach dem Ende der Waldschnakenbekämpfung kam es ab Anfang April aufgrund der einsetzenden Schneeschmelze in den Alpen zu einem stetig ansteigenden Rheinpegel. In der letzten Aprilwoche wurde je nach Höhenlage der Stechmückenbrutstätten der bekämpfungsrelevante Pegel bis zu einem Meter überschritten. Da der Rheinpegel aktuell wieder stark abfällt, konnten die letzten Bekämpfungseinsätze im Laufe der Woche abgeschlossen werden. Insgesamt wurden im gesamten Kabs-Gebiet nur 61 Hektar mit dem Hubschrauber aus der Luft behandelt.“

24.05.2018 „Pfingstzeit-Hochwasserzeit
Wie so oft zur Pfingstzeit kam es auch dieses Jahr am Rhein zu einem Anstieg des Pegels und zu einer bekämpfungsrelevanten Überflutung von Stechmückenbrutstätten. Bedingt durch die abschmelzenden Schneemassen im Alpenraum befindet sich der Rheinpegel im Frühjahr auf einem leicht erhöhten Niveau, so dass durch zusätzliche Regenfälle im Einzugsgebiet des Rheins der bekämpfungsrelevante Pegel schnell überschritten wird. So kam es in den letzten zehn Jahren zu acht bekämpfungsrelevanten Pegelständen in den Tagen um Pfingsten. Je nach Höhe der Larvenbrutstätten und dem damaligen Witterungsverlauf kamen im selben Zeitraum in bis zu sechs Jahren die Kabs-Mitarbeiter und teilweise auch der Hubschrauber auch an den Pfingstfeiertagen zum Einsatz.“

07.06.2018 „Neue Hochwasserwelle, geringer Larvenbesatz
Zwei Wochen nach der letzten Bekämpfungsphase im letzten Maidrittel wurde der bekämpfungsrelevante Pegel Anfang Juni erneut überschritten, wobei der Wasserhöchststand der aktuellen Hochwasserwelle etwa dem der vorangegangenen Welle entsprach. Da hierbei wieder nur dieselben Stechmückenbrutstätten bzw. Eiablagehorizonte innerhalb kurzer Zeit überflutet wurden, fiel der Schlupf der Stechmückenbrut erwartungsgemäß geringer aus. So wurde bei der aktuellen Hochwasserwelle auf nur 216 Hektar Wasserfläche der Schwellenwert von 5 Larven pro Liter überschritten und das Aufwachsen der Larven mit dem biologischen Wirkstoff BTI durch Einsatz des Hubschraubers verhindert. In der vorangegangen Hochwasserwelle war bei gleichem Wasserstand eine Bekämpfung aus der Luft auf noch 470 Hektar nötig. Dies ist ein Teil der von der KABS praktizierten ökologischen Bekämpfungsstrategie, bei der nicht automatisch bei Auftreten von Stechmückenlarven, sondern erst nach dem Überschreiten gewisser Schwellenwerte eine Bekämpfung erfolgt.“

Die Zahlen für 2017

16.06.2017 „Waldschnakensaison 2017
Die diesjährige Waldschnakenbekämpfung startete wie üblich gegen Mitte März. Aufgrund der allgemein geringen Grundwasserstände waren nur wenige Stechmückenbrutstätten in den versumpften Wäldern der Oberrheinebene überflutet, so dass die Waldschnakensaison schon Ende April größtenteils abgeschlossen war. Insgesamt wurden nur knapp 400 ha Schnakenbrutstätten mit dem biologischen Wirkstoff B.t.i. aus der Luft behandelt.“

04.07.2017 „Rheinschnakensaison 2017
Mit dem ersten kleinen Rheinhochwasser Anfang Mai startete die diesjährige Rheinschnakensaison. Bis Anfang Juli wurde je nach Höhenlage der Stechmückenbrutstätten der bekämpfungsrelevante Pegel 2-4 mal überschritten. Insgesamt waren die Pegelstände jedoch sehr gering, so dass lediglich 900 ha mit dem Helikopter aus der Luft behandelt wurden.“

Die Zahlen für 2016 als es wenigstens zu einem 2-jährlichen Hochwasser kam:

24.03.2016 „Start der Waldschnakensaison
Wie jedes Jahr sind die Mitarbeiter der KABS zuerst in den versumpften Wäldern der Oberrheinebene unterwegs. Hier sind zeitig im Frühjahr die Larven der Waldmücken geschlüpft. Diese entwickeln sich im kalten Wasser nur langsam, die fertigen Fluginsekten treten daher erst gegen Ende April plageerregend auf.“

29.04.2016 „Start der Rheinschnakenbekämpfung
Kurz nach dem Ende der Waldschnakenbekämpfung kam es zwischen dem 19.-21. April zu einem Anstieg des Rheinpegels und ersten Massenschlupf der verschiedenen Rheinschnakenarten in diesem Jahr. Je nach Höhenlage der Stechmückenbrutstätten wurde der bekämpfungsrelevante Pegel um 1-2 Meter überschritten. Insgesamt wurden im gesamten Kabs-Gebiet nach dieser Hochwasserwelle rund 950 Hektar mit dem Hubschrauber aus der Luft behandelt.“

19.05.2016 „Neues Rheinhochwasser
Wenige Tage nach dem der Rhein einen Pegelhöchststand von etwa 7,80 m an der Pegelmessstation Maxau erreicht hatte, haben die Mitarbeiter der KABS ihre Arbeit aufgenommen. Je nach Höhenlage der Stechmückenbrutstätten wurde der bekämpfungsrelevante Pegel um 3-4 Meter überschritten. Da der komplette Außendeichbereich noch großflächig überflutet ist, gilt die Aufmerksamkeit zunächst den ausgedehnten Druckwasserbereichen im Deichhinterland. Aufgrund der umfangreichen Wasserflächen werden die Mitarbeiter der KABS von zwei Hubschraubern aus der Luft unterstützt.“

26.05.2016 „Anhaltendes Hochwasser
Der Rheinpegel befindet sich immer noch auf einem erhöhten Niveau, so dass es weiterhin zu Druckwasseransammlungen im Deichhinterland kommt. Druckwasser ist ein typisches Phänomen in Flussniederungen mit eingedeichten Flüssen, bei dem sich durch erhöhten Flusswasserstand das normalerweise abfließende Grundwasser anstaut und in Senken und tiefer gelegenen Geländeteilen zu Tage kommt. Da zusätzlich der Rheinpegel seit Tagen permanent oberhalb des bekämpfungsrelevanten Pegels schwankt, kommt es durch regelmäßigen Nachschlupf und der Verdriftung von Larven innerhalb der Brutstätten zu teilweise sehr schwierigen Bekämpfungssituationen.“

21.06.2016 „2-jährliches Hochwasser
Der seit Mitte Mai stetig ansteigende Rheinpegel hat am vergangenen Wochenende in allen Bereichen des KABS-Gebietes die 2-jährliche Hochwassermarke überschritten und zu großflächigen Überschwemmungen bis zum Dammfuß geführt. Zusätzlich zu den neu überschwemmten Stechmückenbrutstätten im Außendeichbereich wird es zu weiteren Druckwasseransammlungen im Deichhinterland kommen. Aufgrund des sich schon seit Wochen anstauenden Grundwassers ist wohl nun auch mit Druckwasseransammlungen und einem Massenschlupf von Stechmückenlarven in den weiter entfernten Rheinanliegergemeinden der "zweiten Reihe" zu erwarten. Diese sind meist nur dann Mitgliedern der KABS, wenn es in ihrer Gemarkung Vorkommen von Waldmückenarten und damit einen regelmäßigen Bekämpfungsbedarf gibt.“

12.07.2016 „Stechmückenbelästigungen im KABS-Gebiet
Aufgrund der extremen Wasserstände in den Monaten Mai und Juni kommt es in einigen Bereichen des KABS-Gebietes zu deutlichen Stechmückenbelästigungen. Durch das dauerhaft regnerische Wetter in Süddeutschland und der Schweiz mit teilweise sehr schweren Regenfällen kam es zu einem ständigen Anstieg des Rheinpegels mit kontinuierlichem Schlupf und Verdriftung der Schnakenlarven in den großflächig überfluteten Stechmückenbrutstätten. Durch den unermüdliche Dauereinsatz der Mitarbeiter zu Fuß und dem massiven Einsatz der Hubschrauber von Mitte April bis Ende Juni konnte zwar eine extreme Schnakeninvasion verhindert werden, allerdings spürt man seit Anfang Juni die Stechmücken verstärkt. Diese Belästigung wird in den nächsten zwei Wochen wieder zurückgehen, weil die KABS-Mitarbeiter weiterhin die sich neu entwickelnden Stechmücken bekämpfen.“

17.07.2016 „Neue Hochwasserwelle
Nachdem der Rheinpegel seit Mitte Juni stetig um gut 350 cm gefallen ist, kam es Ende letzter Woche zu einem erneuten Anstieg und wiederholter Überflutung der Stechmückenbrutstätten. Das 300-köpfige Team der KABS ist seit einigen Tagen wieder unterwegs, um zu Fuß oder aus der Luft den bewährten biologischen Wirkstoff BTI auszubringen.“

01.08.2016 „Nachtragshaushalt genehmigt – KABS kann weiter bekämpfen
Speyer. Die Mitgliederversammlung der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) hat bei ihrer Sitzung am 28.07. in Speyer einstimmig beschlossen, zusätzliche Geldmittel für die Bekämpfung der Stechmücken zur Verfügung zu stellen. Es wird eine Sonderumlage von 20% auf die allgemeine Umlage für das Jahr 2016 von den einzelnen Mitgliedsgemeinden erhoben. Die intensive Bekämpfung in diesem Jahr hat die finanziellen Mittel der KABS restlos erschöpft. Wie KABS-Präsident Dr. Paul Schädler feststellte, gewährleistet die Entscheidung der Mitgliederversammlung, dass die Bekämpfung effizient fortgesetzt werden kann. Aufgrund der extremen Verhältnisse bei der Bekämpfung durch die vielen Starkregen-Ereignisse und Hochwässer entlang des Rheins sind die Stechmückenbekämpfer der KABS mit circa 300 Mitarbeitern, unterstützt von zwei Hubschraubern, seit 90 Tagen ununterbrochen im Einsatz, um eine katastrophale Schnakenplage zu verhindern. Dabei wurde nach Angaben von KABS-Direktor Dr. Norbert Becker eine Rekordfläche von 30.100 Hektar behandelt und die erhebliche Menge von 305 Tonnen Bti-Eisgranulat ausgebracht. Erschwert wurde die Bekämpfung auch dadurch, dass die einschlägigen Flächen so stark überschwemmt waren, dass sie nicht mehr zugänglich und ständige Kontrollgänge dadurch unmöglich waren Häufige starke Winde erschwerten das Aufsteigen der Hubschrauber.
Aufgrund der weitflächigen Überschwemmung der Druckwasserflächen auch im Deichinnenbereich sowie das Schaffen von Brutflächen durch wassergefüllte Behältnisse (Regentonnen, Eimer, Blumenvasen) im Siedlungsbereich fanden die Stechmücken paradiesische Bedingungen für ihre Entwicklung vor. Hier konnte es und kann es noch zu einer Belästigung durch Schnaken kommen. Es konnte aber eine richtige Plage verhindert werden, wie sie in unbehandelten Gebieten, beispielsweise im Naturschutzgebiet Kühkopf, herrscht, wo ein Aufenthalt im Freien spätestens ab dem Nachmittag nicht mehr möglich ist.
KABS-Präsident Dr. Schädler bedankte sich nachdrücklich bei den KABS-Mitarbeitern, die seit mehr drei Monaten vom Tagesanbruch bis spät in die Nacht, auch an Sonn- und Feiertagen im Dienste der Stechmückenbekämpfung im Einsatz sind.
01.08.2016, Speyer“

Zusammenfassende Zahlen für 2015 – mit starkem Hochwasser!

03.12.2015 „Klimaextreme und Tigermücken fordern KABS
Speyer. Die Stechmückenbekämpfer der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Stechmückenplage) haben auch in diesem Jahr, insbesondere in der ersten Sommerhälfte, alle Hände voll zu tun gehabt, betonte Dr. Paul Schädler, Präsident der KABS bei der Mitgliederversammlung in Speyer.
Bereits vom 24. März bis zum 7. April wurden die Hubschrauber gegen die Waldmücken in den Hardtwäldern eingesetzt. Wie bei allen Einsätzen haben die KABS-Mitarbeiter sehr genau die Larvendichten der Stechmücken in den Brutgewässern vorher erfasst und den Einsatzplan erstellt. In den Rheinauen begann die Bekämpfung am 11. April. Das Hochwasser am 5. Mai mit einem Pegel von 7,34m bei Speyer war das größte Mai-Hochwasser seit 30 Jahren und führte zu massiven Überschwemmungen und einem Massenschlüpfen der Rheinschnaken im Rheinvorland. Bereits am 6. Mai sind die Hubschrauber aufgestiegen und waren, meist zu zweit, bis zum 18. Mai im Einsatz: Sie haben fast 150 Tonnen Bti-Eis-Granulat ausgebracht, was in etwa der Gesamtmenge eines durchschnittlichen Jahres entspricht.
Zwei weitere Hochwasserspitzen in der zweiten Junihälfte erforderten ebenfalls Hubschraubereinsätze. Damit stand zu befürchten, dass der Etat der KABS überschritten werde und Nachforderungen von den Mitgliedsgemeinden erhoben werden müssten. Allerdings führten die Klimaschwankungen nun zu einer extremen Trockenphase und zu Niedrigwasserständen des Rheins, so dass keine weiteren Helikoptereinsätze nötig waren. Insgesamt wurden 200 Tonnen Bti-Eis-Granulat auf einer Fläche von 16.000 Hektar von Bingen bis zum Kaiserstuhl ausgebracht, wie KABS-Direktor Norbert Becker ausführte. Die Hubschrauber waren dabei 32 Tage im Einsatz. Zusätzlich wurden etwa 4000 Hektar von den etwa 300 Mitarbeitern zu Fuß mit Rückenspritzen bekämpft. Dabei wurden etwa 30.000 Arbeitsstunden geleistet.
Wie in den Vorjahren ist auch 2015 eine Stechmückenplage verhindert worden, wobei im ganzen KABS-Gebiet mehr als 95% der Rheinschnaken vernichtet worden sind. Die Natur hat unter der Bekämpfung nicht gelitten: das eingesetzte biologische Bekämpfungsmittel Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) tötet nur Mückenlarven ab, ist für Mensch und Tiere unschädlich, und durch die ökologisch ausgerichtete Bekämpfungsstrategie der KABS entstanden keinerlei Lücken im Nahrungsnetz für Vögel, Amphibien oder Fledermäuse. Dies konnte im Rahmen der wissenschaftlichen Begleituntersuchungen dokumentiert werden. Die KABS hat zusammen mit der Universität Heidelberg ihre Ergebnisse zur Umweltverträglichkeit in einem Symposium „Vier Jahrzehnte naturschutzkonforme Stechmückenbekämpfung“ am 3. November in Speyer vorgestellt.
Die KABS ist ständig bemüht ihre Anwendungstechniken zu verfeinern. In diesem Jahr wurde erstmals für Europa im Rahmen der Stechmückenbekämpfung eine Drohne getestet, die im nächsten Jahr kleinere Flächen, wie Regenrückhaltebecken, behandeln soll. Dadurch werden die Hubschrauber entlastet.
Immer mehr machen der KABS die exotischen Stechmücken zu schaffen und hier insbesondere die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Japanische Buschmücke (Ochlerotatus japonicus). Die ersten Exemplare der Tigermücke in Deutschland wurden von der KABS wurden im Jahr 2007 in Südbaden an der Autobahn A5 gesichtet. In den Folgejahren nahm die Anzahl der Funde ständig zu. In diesem Jahr wurden an 19 Rastplätzen der A5 und A81 Tigermücken mit speziellen Fallen gefangen. Besonders eklatant ist die Lage in Freiburg, wo ständig Tigermücken in LKWs auf Transportzügen der „Rollenden Landstraße“ aus Italien eingeschleppt werden. In einem an die Verladestelle angrenzenden Garten- und Siedlungsgebiet hat sich die Tigermücke bereits massenhaft vermehrt. Diese Mückenart kann mehr als 20 Virusarten übertragen und muss daher massiv bekämpft werden. Die KABS hat zusammen mit dem Land Baden-Württemberg ein Bekämpfungsprogramm gestartet. Flyer werden in den betroffenen Gebieten verteilt und die Bevölkerung wird um Mithilfe durch Beseitigung der Brutstätten im Siedlungsbereich gebeten. Auch die Buschmücke kommt fast in ganz Baden-Württemberg vor, wie die KABS-Untersuchungen ergeben haben.
03.12.2015, Speyer“

Fazit:

Es geht am Oberrhein also um „nur“ einige hundert Hektar in Trockenjahren und um bis über 30.000 Hektar in Jahren mit häufigeren und höheren Überflutungen. In allen Jahren geht es aber um die jeweils nahezu vollständige Überschwemmungsfläche!

Über die Kosten ist zu erfahren: „Die Arbeit der KABS e.V. wird ausschließlich durch die Mitglieder finanziert. Der finanzielle Beitrag eines jeden Mitglieds wird zunächst als gestaffelte Umlage nach der jeweiligen Zahl der Einwohner berechnet. Er beträgt für kleinere Gemeinden bis zu 1.500 Einwohnern 6.000 Euro, für mittelgroße bis zu 10.000 Einwohnern 24.000 Euro sowie für Großstädte über 100.000 Einwohnern 87.000 Euro pro Jahr. Landkreise zahlen 30.000 Euro und die Länder 53.000 Euro pro Jahr. Insgesamt beträgt der Etat somit etwa 3,5 Millionen Euro/Jahr und damit im Durchschnitt 1,30 Euro/Einwohner/Jahr. Darüber hinaus werden die Kosten örtlicher Bekämpfungsmaßnahmen von jährlich etwa 400.000 Euro denjenigen Mitgliedern zur Finanzierung übertragen, in deren Gemarkungsgebiet diese Kosten anfallen.“ In manchen Jahren ist ein Nachtragshaushalt fällig.

Anders als beim Forst und seinen EPS- oder Schwammspinner-Bekämpfungen sehe ich bei der KABS durchaus einen Ansatz, die Bekämpfungsmaßnahmen nur da anzusetzen, wo sie einen gewissen Sinn machen. Denn Sinn kann ich aber nicht teilen: „Besonders schlimm wirken sich die Stechmückenplagen auf das Freizeitverhalten der Menschen im Oberrheingebiet aus, da der eigene Garten oder Freizeitanlagen (z.B. Parkanlagen, Schwimmbäder, Tennisplätze, u.a.) nur eingeschränkt genutzt werden können. Schon der deutsche Dichter Goethe bekam die Folgen einer Stechmückenmassenentwicklung am Rhein zu spüren. So schrieb er nach einem mißglückten Ruderbootausflug mit seiner Geliebten auf eine Rheininsel in seinem Werk "Dichtung und Wahrheit", dass es nicht des Erzengels Gabriel mit dem flammenden Schwert bedürfe, um die Menschen aus dem Paradies zu vertreiben, dafür seien sicher die gar fürchterlichen Stechmücken des Euphrat und Tigris verantwortlich. Es sprechen aber auch wirtschaftliche Gründe für eine umweltverträgliche Stechmückenbekämpfung. Ökonomische Einbußen sind vor allem im Gaststättengewerbe, Touristmusbranche und bei Naherholungsanlagen sowie im Bereich der Landwirtschaft und Industriebetrieben zu verzeichen.“ Für mich sind das alles keine Gründe, die ein Eingreifen in Naturschutzgebiete oder FFH-Gebiete rechtfertigen können. Für jährlich weit weniger als 3,5 Millionen € könnte man alle betroffenen Menschen - so sie so etwas wollen - mit kostenlosem Autan oder ähnlichem versorgen.

Dass die KABS ihr Tun als absolut umweltverträglich darstellt, wundert sicher niemanden, denn oberstes Ziel ist ja die Schnakenbekämpfung. Immerhin ist die „Umweltverträglichkeit der biologischen Stechmückenbekämpfung mit B.t.i.“ https://www.kabsev.de/1/1_7/index.php noch in Ansätzen nachvollziehbar:

• Ja, Stechmücken sind für die meisten Fledermaus-Arten eher nur Nebenbeifutter – was nicht wundert, wenn es bekämpfungsbedingt viel zu wenige davon gibt.
• Ja, Stechmücken spielen für die meisten Vogelarten nicht die zentrale Rolle – aber gefressen werden sie bei Massenvermehrungen eben doch.
• Ja, Stechmücken-Larven spielen für die meisten Fischarten nur eine untergeordnete Rolle – mehr als gar keine aber eben doch.

Dennoch: Dass Tonnen fehlender Stechmücken im Ökosystem gar keine Rolle spielen sollen, ist eine mehr als unerträgliche Wunschvorstellung der KABS; mantraartige Wiederholung macht die Behauptung nicht besser. Dass - in schnakenreichen Jahren - 250 Stunden Hubschrauberflug tief über der Baumkrone keinerlei Auswirkungen auf Vögel, Fledermäuse und sonstige Säugetiere haben soll, glaubt nur jemand, der es unbedingt glauben will.

Interessanterweise hat die KABS nie thematisiert, dass sie mit ihren dauernden Bekämpfungsaktionen auch bti-resistente Stechmückenstämme heranzüchten könnte – so dass es im medizinischen Ernstfall dann gar kein brauchbares Mittel zur Bekämfung mehr gäbe ...

Viele Grüße

Erwin Rennwald

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Verlinkung Schnakenbekämpfung und EPS-Bekämpfung mit bti per Hubschrauber