Polyommatus coridon
Lepiforum — Bestimmung von Schmetterlingen (Lepidoptera) und ihren Praeimaginalstadien: [Home] [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Foren: [1: Bestimmungsfragen] [2: Alles außer Bestimmungsfragen] [Test]
Archive von Forum 2: [#2 (bis 2017)] [#1 (bis 2013)] Archive von Forum 1: [#6 (bis 2016-2018)] [#5 (2012-2016)] [#4 (2010-2012)] [#3 (2007-2010)] [#2 (2006-2007)] [#1 (2002-2006)]
Bild- und Informationssammlungen: [Bestimmungshilfe] [Schütze (1931): Biologie der Kleinschmetterlinge (Online-Neuausgabe)] [Glossar] [FAQ]
Verein: [Lepiforum e.V.] [Chat (nur für Mitglieder)]

[Hinweise zur Forenbenutzung]     [Forum User Instructions]     [Indications pour l’utilisation des forums]     [Indicaciones para el uso de los foros]     [Avvisi per l’utilizzo dei fori]     [Советы по использованию форума]     [Pokyny k použití fóra]     [Általános tudnivalók a fórum használatához]     [Wskazówki korzystania z forum]

Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Re: Tagfaltermangel auf zweischürigen Wiesen

Hallo an alle Diskussionsteilnehmer,

für mich war gestern "forumfreier Ruhetag" (meine geweichten Südeuropa-Nachtfalter mussten zügig aufgearbeitet werden). Daher will ich mich auch an dieser Stelle nur kurz äußern (mehr später).

Ich hoffe sehr, die Leserinnen und Leser dieses Threads reagieren nicht verschreckt auf diese notwendige Fachdiskussion.
Von dieser beschäftigt mich momentan am meisten die Frage, inwieweit regional differierende Einschätzungen auch Gradmesser des Vernetzungsgrads (i.w.S.) von Habitaten ist. Dieses folgere ich aus der Tatsache, dass die von mir/euch geschilderten Mähwiesenareale verschiedener Gegenden offensichtlich große Unterschiede hinsichtlich der Arten- und Individuenzahlen aufweisen. Weitere, unter "Vernetzungsgrad" zu behandelnde Teilaspekte sind z.B. die Mindest-Lebensraumgrößen (> "minimum viable population") oder die Landschaftsmatrix, in welche die Falterhabitate eingenischt sind. (Darüber hinaus differieren natürlich auch die jeweiligen Arten-Ansprüche). Thomas Bamann hat hier http://www.lepiforum.de/2_forum_2017.pl?md=read;id=1539 bereits schon ersten Bezug auf diese wichtigen Punkte genommen.

Im Gladenbacher Bergland Mittelhessens gibt es rings um den Ort Erda großflächige, hochwertige, an ihrem nordwestlichsten Arealrand vorkommende Pfeifengraswiesen-Areale (keine Streuwiesen, da traditionell zweischürig! vgl. http://www.bvnh.de/bnh/abstract/bnh06/zus-06-bn.html ). Es hat dort alle Übergänge bis hin zu den Borstgrasrasen und Niedermoor-Wiesen. Teufelsabbiß, Färberscharte, Färberginster und Heilziest kommen reichlich vor; selbst Borstgras und Thymian gibt es in diesen standörtlich sehr vielfältigen Pfeifengraswiesen. Klar, dass ich dort einmal nach Tag- und Nachtfaltern geschaut habe, aber das Ergebnis war hinsichtlich Arten- und Individuenzahlen sehr deprimierend. In vielen weiteren Mähgrünland-NSG Mittelhessens sieht es mittlerweile ebenso aus, obwohl man Biozid-Belastungen all dieser Flächen (kaum umgebender Ackerbau) ziemlich sicher ausschliessen kann. Die Gegenüberstellung und Auswertung aller Parameterwerte meiner diversen Grünland-Stichprobenflächen (alles "natürlich" ehrenamtlich erhoben) ergab, dass Weideflächen - zumindest BEI MIR hier oben - die mit Abstand arten- und individuenreicheren Schmetterlings-Grünlandbiotope sind. Dies ist schlicht Fakt.

Mag sein, dass negativ wirksame Mikroklima-Veränderungen innerhalb der Mähwiesen hierfür verantwortlich sind (vgl. der hier http://www.lepiforum.de/2_forum_2017.pl?md=read;id=1463 erwähnte Artikel, den ich weiterhin Interessierten gerne zumaile). Eine weitere Erklärungsmöglichkeit verdanken wir den Stechimmen-Forschern, die bereits länger ernsthaft diskutieren, ob der relative Artenreichtum an Wildbienen mit sogenannten "Reinluftgebieten" in Bezug steht (Indizien dafür gibt es).

viele Grüße: Hermann

Beiträge zu diesem Thema

Blumenwiese - ein seltener Anblick
Re: Blumenwiese - ein seltener Anblick
Re: Blumenwiese - ein seltener Anblick
Re: Blumenwiese - ein seltener Anblick
Wieviel Prozent der Blumenwiesen sind Larvallebensräume?
Re: Wieviel Prozent der Blumenwiesen sind Larvallebensräume?
Re: Wiesen
Re: Wieviel Prozent der Blumenwiesen sind Larvallebensräume?
Unterschied "Zwei- oder Einmähder"
Re: Wieder unfassbar interessante Einblicke
Zweischürige Wiesen als Larvalhabitat tagaktiver Falterarten
Tagfaltermangel auf zweischürigen Wiesen
Re: Tagfaltermangel auf zweischürigen Wiesen
Reinluftgebiete und Pestizidbelastung
...in Bayern schaut's da andas aus.... *Foto*
Stimmt, doas Land is nimmer Weiß und Blau ...
Re: Stimmt, doas Land is nimmer Weiß und Blau ...
auf negative Folgen des Mulchens hinweisen
"Blühstreifen" in Rheinhessen *Foto*
Re: "Blühstreifen" in Rheinhessen
Raubackern in Mittelhessen
Re: Raubackern in Mittelhessen