Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Reinluftgebiete und Pestizidbelastung

Lieber Hermann,

Ich hoffe sehr, die Leserinnen und Leser dieses Threads reagieren nicht verschreckt auf diese notwendige Fachdiskussion.

wen das hier interessiert, der dürfte kaum verschreckt reagieren. Und wen es nicht interessiert, der muss es nicht lesen. Ist das Schöne an öffentlichen Foren.

Weitere, unter "Vernetzungsgrad" zu behandelnde Teilaspekte sind z.B. die Mindest-Lebensraumgrößen (> "minimum viable population") oder die Landschaftsmatrix, in welche die Falterhabitate eingenischt sind. (Darüber hinaus differieren natürlich auch die jeweiligen Arten-Ansprüche).

Mangelnde Habitatgröße möchte ich in der Freiburger Bucht als Ursache ausschließen. Die Wiesen sind sehr ausgedehnt, sie werden auch nicht alle gleichzeitig gemäht, ideale Voraussetzungen also - könnte man meinen.
Ackerflächen gibt es dazwischen, aber keine großflächigen und auch lange nicht überall. Würde ich als Haupt-Ursache ebenfalls ausschließen.

Eine weitere Erklärungsmöglichkeit verdanken wir den Stechimmen-Forschern, die bereits länger ernsthaft diskutieren, ob der relative Artenreichtum an Wildbienen mit sogenannten "Reinluftgebieten" in Bezug steht (Indizien dafür gibt es).

Das hört sich nun interessant an! Gut, die A5 geht da mitten durch. Aber ist das die Ursache? Die geht gleich nebenan auch durch die Teninger Allmend, ein ausgedehntes Laubwaldgebiet. Normalerweise entomologisch recht uninteressant, war diese dieses Jahr ausgesprochen arten- und individuenreich. Ich sah dort dieses Jahr u. a. (z. T. direkt an der Autobahn) Dutzende A. ilia, L. camilla und B. daphne. Auch alle anderen Arten, häufige wie selten gewordenen, waren dort überreich vertreten. Ich schiebe das auf den günstigen Witterungsgang des Jahres (kalter Winter, warmes Frühjahr, warmer Sommer, nicht zu nass, nicht zu trocken). Aber das hat sich eben leider nicht auf die Wiesen nebenan ausgewirkt. Auch nicht auf die, die sich in größerer Entfernung zur Autobahn befinden. Sind also doch die paar kleinen Maisfelder zwischen den Wiesen der Grund für die dortige Arten- und Individuenarmut? 2 km weiter liegt der Kaiserstuhl. Dort hat es in den Weinbergen hohe, flurbereinigte Böschungen. Deren untere etwa zwei Meter werden alljährlich zweimal gemulcht. Das Ergebnis sind eutrophierte, halbruderale Halbtrockenrasen, die stets reichlich blühen. Im ungemähten Bereich weiter oben blüht fast gar nichts (außer Kanadische Goldruten). Der Arten- und Individuenreichtum auf diesen Böschungen ist verblüffend, obwohl die nun wirklich mehrfach jährlich den Sprühnebel aus den Weinbergen nebenan abbekommen. Alles reichlich widersprüchlich also. Aber auf eine eindeutige, logische Erklärung komme ich leider nicht.

Viele Grüße
Jürgen

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