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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Mit Raupen gegen giftiges Jakobskreuzkraut

Hallo,

Im Raum Monschau/Simmerath gibt es den Jakobskrautbär (noch) nicht. Daher möchte ich eigentlich niemanden animieren, ihn gezielt einzubringen. Wenn man es machen würde, sollten Tiere aus nächste Nähe verbracht werden, damit hier kein populationsgenetisches Chaos entsteht. Raupen aus Schleswig-Holstein einzuführen halte ich für abwegig. Dazu gibt es auch einen interessanten Link von Hermann Falkenhahn im Forum 2 vom 6.11.2017 ("Eiablagestrategie bei Tyria jacobaeae").

Ein Wechsel von Mahd und Beweidung wäre denkbar. Neueinsaat ist auf vielen Flächen nicht angebracht. Hier handelt es sich um sehr diverse Bergmähwiesen, die unter Vertragsnaturschutz stehen. Das ist ohnehin das Dilemma, dass magere Grünländer besonders geeignet für das Springkraut sind. Würde es hier alleine um die Bekämpfung der einen Pflanzenart gehen könnte man konventionell mehrfach mähen und düngen.

Beobachten und rupfen ist zeitaufwendig. Es verhindert die Verbreitung per Samen, die Rosetten der einjährigen Pflanzen erwischt man so nicht. Überdies hinaus ist es schwierig, die komplette Wurzel zu ziehen; zumindest das letzte Stück verbleibt meist in der Erde. Je größer die Fläche und je fortgeschrittener die Bestandesenrtwicklung, desto aufwendiger die Bekämpfung (der großräumig heimischen Pflanze).

Gruß
Bernhard

Hallo Bernhard,
Tyria jacobaeae kommt in der Eifel häufig vor. Wie wäre es den Landwirten eine Anleitung mitzugeben, wie sie die heimischen (Eifel) Raupen am besten auf ihren Feldern verteilen und in den folgenden Jahren die Falter "kultivieren"?

Nach meiner Meinung wird es trotzdem nicht so einfach gehen, wie der Beitrag es versucht zu vermitteln. Hier im Ruhrgebiet und am Niederrhein gibt es auch einige Brachen/Felder auf der ein großer Bestand an Jakobskreuzkraut wächst. Die Raupen leben in großer Anzahl auf den Pflanzen. Oft bleibt jedoch der Haupttrieb nach dem Abfraß der Raupen stehen und sie ziehen zur nächsten Pflanze weiter. Der Haupttrieb ist doch ebenfalls giftig und muss dann trotzdem entsorgt werden. Die Raupen erscheinen in der Regel zur Blütezeit und nicht alle Blüten werden von allen Pflanzen abgefressen, so dass es erneut zur Samenbildung kommt. Fazit: Trotz hoher Besatzdichte von Raupen, hält sich der Pflanzenbestand gleichbleibend auf den Brachen.

Das Jakobskreuzkraut ist zweijährig. Kommt die Pflanze im zweiten Jahre jedoch nicht zur Blüte/Samenbildung, kann sie mehrere Jahre vital als Blattrosette im Feld überleben. Deshalb eignet sich der Schnitt der Mähflächen -besonders bei sehr frühen Schnitten- auch nur bedingt bis gar nicht zur Bekämpfung. Ein regelmäßiger Wechsel von Schnitt- und Weidenutzung schwächt die Jakobskreuzkrautpflanzen. Ebenso ein dichter Pflanzenbestand (Gräser). Eine offene/ lückenhafte Grasnarbe begünstigt die Keimung vom Jakobskreuzkraut. Daher ist auch die regelmäßige Nachsaat der Gräser eine wichtige aber auch sehr teure Bekämpfungsmaßnahme, die wiederum viele Nebenerwerbslandwirte (z.B. Pferdewirte) scheuen.

Die einzige sichere Bekämpfung, ist das frühzeitige und regelmäßige Monotoring der Weiden und entsprechend die sorgfältige Entfernung der Pflanzen vor der Blüte und bevor sie die Brache erobern können!
Bei reinen und großflächigen Jakobskreuzkrautbeständen kann das Schnittgut nur noch in der Biogasanlage entsorgt werden und das Feld muss von Grund auf mit einem neuen Pflanzenbestand (Gräser) aufgebaut werden.

viele Grüße
Monika


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Tyria jacobaeae. *Foto*
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