Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"? *Foto*

Hallo zusammen,
letzte Woche fand ich auf einem Kartoffelacker bei Wolfschlugen (Baden-Württemberg, Filder) zwei ausgewachsene Acherontia atropos-Raupen. Ich nahm sie zur Zucht mit. Als Futtervorrat packte ich vom selben Acker einige Kartoffeltriebe ein. Später holte ich noch ein paar weitere Triebe von einem anderen (ungespritzten) Kartoffelacker dazu. Schon nach einem Tag hatten die beiden Raupen fast das gesamte "Original-Futter" aus ihrem Fundacker weggeputzt, rührten aber die Kartoffeltriebe vom anderen Acker nicht an. Sie rannten hektisch - und eindeutig Futter suchend - im Zuchtbehälter umher und wollten sich auch nicht in Erde eingraben, als ich sie in ein entsprechendes Gefäß umgesetzt hatte. Also holte ich aus einem Kleingarten weitere Kartoffeltriebe, die jedoch von den Raupen erneut nur kurz mit den Mandibeln geprüft, dann aber als ungenießbar verworfen wurden. Ein Fütterungsversuch mit Kartoffeltrieben aus einem dritten Acker brachte genau dasselbe Resultat: Die Raupen "kosteten" kurz, rannten dann aber eine ganze Nacht lang hektisch umher, ohne das angebotene Futter oder ergänzend angebotenen Sommerflieder (Buddleja davidii) auch nur anzurühren.

Weil ich die Zucht nicht "vor die Wand fahren" wollte, sah ich mich gezwungen, nochmals zum Fundacker zu fahren und dort erneut einige Kartoffeltriebe zu holen. Man ahnt was kommt: Beide Raupen stürzten sich sofort mit unglaublicher Gier auf diese Pflanzen und fraßen anschließend stundenlang ohne Pause bis zum Erreichen der Verpuppungsreife durch.

Dieses merkwürdige, in eigenen A. atropos-Zuchten nie beobachtete Verhalten wirft für mich Fragen auf:

1. Könnte es sein, dass heutzutage Kartoffelsorten angebaut werden, die für A. atropos - aus welchen Gründen auch immer - nicht mehr als Wirtspflanze verwertbar sind?

2. Oder wird die Art schon als Eiraupe auf eine bestimmte Wirtspflanzenart bzw. -sorte geprägt, sodass einmal eingewöhnte Raupen "zicken" (oder gar verenden), bevor sie eine andere Wirtspflanzenart oder -sorte anrühren?

Gibt es Beobachtungen, die meine bestätigen oder ihnen widersprechen?

Schöne Grüße mit einer der "schleckigen" A. atropos-Raupen.

Gabriel

Bilddaten: L5 von Acherontia atropos, Deutschland, Baden-Württemberg, Filder, Wolfschlugen, Kartoffelacker, 6. August 2019, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann).

Beiträge zu diesem Thema

Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"? *Foto*
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"? *kein Text*
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"?
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"?
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"?
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"?
Sorry - Ich kenn das nur von "Amylase-Kartoffeln". VG, BOB *kein Text*
Korrektur: "Amylopektin-Kartoffeln" war gemeint. VG, BOB
Amylopektin-Kartoffeln
Jedenfalls eindrucksvolle Beobachtung! Vielen Dank. VG, BOB *kein Text*
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"?
Re: Sind Acherontia atropos-Raupen "schleckig"?
Nymphalis polychloros
N. polychloros-Raupen fressen in der Zucht Prunus padus - Danke Jürgen! *kein Text*