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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Araschnia levana - wie war das jetzt in 2019? *Foto*

Hallo zusammen,

am 18. August bei strömendem Regen kann man mal vorsichtig an eine Zwischenbilanz zu Araschnia levana in 2019 denken.

So viel wie in diesem Jahr war ich vorher noch nie auf Faltertour, und ich kann mich nicht erinnern jemals so wenige Landkärtchen wie in diesem Jahr gesehen zu haben. Natürlich fehlt den Beobachtungen jede Systematik. Sie haben den Charakter von zufälligen Stichproben. An rund der Hälfte der Orte war ich aber auch in früheren Jahren und habe an vielen davon Landkärtchen gesehen, wo sie mir dieses Jahr nicht begegnet sind, auch bei wiederholten Besuchen um die entsprechende Zeit.

Nicht gesehen muss natürlich nichts heißen. Eine Aufzählung von Orten und Zeiten, wo mir kein Landkärtchen begegnet ist, erspare ich Euch. Von Niederrhein, Eifel, Westerwald, Pfälzerwald, Rhön, mainfränkische Platten, Steigerwald, Fichtelgebirge, bis zur Frankenalb von Nord nach Süd war jedenfalls einiges dabei, meist mehrfach zu unterschiedlichen Zeiten.

Begegnet sind mir die Landkärtchen 2019 an insgesamt sechs Tagen, dreimal am Niederrhein, je einmal in der nördlichen und mittleren Frankenalb, und einmal im Alpenvorland, wo ich aber in diesem Frühjahr gar nicht und im Juli nur ein paar Tage unterwegs war. In einem vertrauten Gebiet dort habe ich auch nur am zweiten Tag zwei Exemplare gesehen, am ersten Tag gar keines. Bei drei der sechs Beobachtungen war es die Frühjahrsgeneration Araschnia levana levana, bei den anderen drei die Sommergeneration Araschnia levana prorsa.

Weil ich auf die Landkärtchen dieses Jahr besonders geachtet habe, habe ich auch Belegbilder von jeder der sechs Begegnungen. Auf den Zustand der Falter kommt es dabei an.

Erste Begegnung am 21. April, zwei sehr klein geratene frische Exemplare der Frühjahrsgeneration (seinerzeit Aufhänger dieses Beitrags). Achtet mal auf die Länge der Fühler im Verhältnis zur Vorderflügellänge. Der Vergleich mit den normal großen Exemplaren auf den folgenden Bildern bietet sich an.

Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Hünxe, Waldrand, 58 m, 21. April 2019, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

Zweite Begegnung fast vier Wochen später am 18. Mai nur ein paar hundert Meter weiter. Wieder zwei frische Exemplare, diesmal in normaler Größe.

Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Hünxe, Waldrand, 55 m, 18. Mai 2019, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

Dritte Begegnung am 10. Juni, diesmal fünf Exemplare der Frühjahrsgeneration an verschiedenen Stellen entlang einer Wegstrecke von etwa einem halben Kilometer Länge in feuchtem Bachtal und am Waldrand, alle Falter bereits beschädigt, aber nur mäßig abgeflogen, vielleicht ein paar Tage alt. Gleichzeitig flog auf der Wiese am Waldrand schon Speyeria aglaja.

Deutschland, Bayern, Velden an der Pegnitz, schattiges Bachtal und Waldrand, 420 bis 440 m, 10. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

Vierte Begegnung am 28. Juni: Das erste und dort einzige Exemplar der Sommergeneration, das ich an gleicher Stelle bereits drei Tage früher am 25. Juni beobachtet hatte (wahrscheinlich dasselbe). Es war zur Zeit der Aufnahme am 28. Juni schon etwas abgeflogen.

Deutschland, Bayern, Raum Hohenburg (Oberpfälzer Jura), Waldweg in Seitental der Lauterach, 410 m, 28. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

Fünfte Begegnung am 19. Juli: Zwei frische Exemplare der Sommergeneration saßen zusammen mit einem Schillerfalter bei meiner Rückkehr vor dem Auto. Am Tag vorher hatte ich bei einer mehrstündigen Rundtour im selben Waldgebiet kein einziges gesehen. Bemerkenswert sind beim fotografierten Exemplar die deutlich cremefarbenen statt weißen Binden.

Deutschland, Bayern, Ldkr. Landsberg/Lech, Forststraße SW von Dießen, 710 m, 19. Juli 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Sechste und bisher letzte Begegnung am 1. August: Nach langem Suchen zwei mäßig abgeflogene Exemplare in einem Areal, in dem man in anderen Jahren um diese Zeit hunderte beobachten konnte.

Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Hünxe, ehemaliges Munitionsdepot, 65 m, 1. August 2019 (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

Vorsichtiges Fazit aus den wenigen Zufallsbeobachtungen und vielen Nichtbeobachtungen: Generell schlechtes Jahr für Araschnia levana. Mutmaßliche Gründe: Weitgehender Ausfall der Nachkommenschaft der letztjährigen dritten Generation in Folge der Dürre im Sommer und Frühherbst 2018, insbesondere in den trockeneren Habitaten und Regionen. In feuchteren Gebieten und in Nähe von offenen Gewässern waren die Falter offenbar weniger betroffen. Keine merkliche Erholung der Bestände zwischen Frühjahr und Sommer 2019. Das mag regional und auch kleinräumig verschieden ausgefallen sein.

Euch allen herzlichen Dank für die Beiträge!

Viele Grüße zum sich abzeichnenden Ende des aufregenden Teils der Tagfalter-Saison, die ja keineswegs für alle Arten schlecht war.

Bernhard

Beiträge zu diesem Thema

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Vanessa atalanta
Re: Araschnia levana - Fliegen in der Steiermark munter und groß. LG Horst *kein Text*
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Re: Araschnia levana - wie war das jetzt in 2019? *Foto*
Araschnia levana im Schwalmbruch in anderen Jahren wohl auch nicht häufig
Re: Araschnia levana - wie war das jetzt in 2019?
Harz und Harzvorland - passt
Araschnia levana 2019 - Nachtrag und so was wie ein happy end.... *Foto*
Re: Araschnia levana - wie war das jetzt in 2019?
spannend, vielleicht kommt bei Euch auch noch die g3 *Foto*