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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Re: Resolution des NABU zum Insektenrückgang

Hallo Anneli und Eckard

Es müssen Fachleute vor Ort sein und die Leute beraten, wie die Falter leben. Genau das ist es was fehlt, das Wissen um die Zusammenhänge in der Natur

Auf die Gefahr hin, mich weiter nur als Miesepeter zu qualifizieren, schildere ich gerne noch folgende Episode (meine übliche, manchmal etwas polemische Art werde ich mir vermutlich (leider?) nicht mehr abgewöhnen können):

Die Landwirtschaftsverwaltung meines Landkreises lädt seit Neuerem stellvertretend zu Runden Tischen "Biodiversität" ein, mit Schwerpunkten, wie "Lineare Strukturen", "Blühstreifen", oder "Naturschutz im Wald". Ich bin da auch aktiv, aber bereits jetzt sehr desillusioniert.

Als Referenten zum Thema "Blühstreifen" hatte man auch Dr. Jauker von der Universität Gießen gewonnen, der seine Freiland-Untersuchungen darstellte. Gegenüber einer früheren Version seines Vortrags (siehe hier: https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/naturschutz/veranstaltungen/Jauker.pdf ) gab er - wohl wegen zwischenzeitlicher kritischer Nachfragen - folgendes ganz wichtiges Statement zum Besten:
"Bestäuber schützt man auf Blühstreifen - Biodiversität schützt man im Habitat"

Als ich dann später einmal die Sachbearbeiter des Landwirtschaftsamtes (1x Biologe, 1x Landschaftspfleger) darauf hinwies, dass ihr pressewirksames Verkaufen von Blühstreifen als "Biodiversitäts-Maßnahme" eigentlich reiner Etikettenschwindel sei, erntete ich nur Entrüstung und die Unterstellung "ich hätte da wohl etwas nicht richtig verstanden". Ich fragte mich nachher jedenfalls, ob wir tatsächlich die selbe Runder-Tisch-Veranstaltung besucht hatten... Bei solcher absoluter Ignoranz nutzen auch keine akademischen Titel mehr irgend etwas.

Da ich über mehrere Jahre auch intensiv Stechimmen-Faunistik betrieben habe, kenne ich diese Insektengruppe und insbesondere ihre Gefährdungsursachen sehr gut. Was ich hinsichtlich der bestäubenden "Stechimmen" an den reinen Blühstreifen so blöde finde, ist, dass die Brutbiologie dieser Insekten völlig außen vor gelassen wurde und wird. Wie viel sinnvoller wären doch Blühstreifen mit einem vorgelagerten, nicht eingesäten Brachestreifen, der sich zur Anlage ihrer Erdnester eignen würde?

Der oben genannte Leitspruch von Dr. Jauker hat übrigens meiner Meinung nach für die gesamte Offenland-Biodiversitäts-Debatte im dicht besiedelten Mitteleuropa Gültigkeit. Solange nämlich echte (artenreiche) Habitate unverändert den Bach runter gehen (Zerstückelung, falsche Pflege/Nutzung; Nutzungsaufgabe, u.a. wegen Naturschutzauflagen oder fehlender Beweider), solange werden immer weiter Populationen verschwinden, bis letztlich die Gesamtpopulation (im Naturraum, ggf. im Bundesland) unter die kritische Schwelle gerät. Vor diesem Hintergrund ist die Befürchtung nicht abwegig, dass viele aktuell noch beobachtbare kleine (verinselte) Insektenpopulationen eigentlich nur noch - vermutlich unrettbare - "Living Deads" darstellen ("fallout-effect").

viele Grüsse: Hermann

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