Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Eher kein Wiener Nachtpfauenauge am 1.9.2019 in Nordbaden

Ich kann es nicht glauben: S. pyri im September in Baden — weder Jahreszeit noch Ort stimmen. Siehe im Detail:

Ein Saturnia pyri im September gibt es nicht natürlicherweise im Freiland, auch nicht unter üblichen Zuchtbedingungen. Die Puppendiapause in der Winterkälte ist genetisch festgelegt. Das technisch zu umgehen verlangt sehr viel apparativen Aufwand (Klimaschränke mit exakter Temperatur- und Lichtphasensteuerung etc., teuer und aufwendig; das wäre zwar prinzipiell von der Technik her vorstellbar; nur: warum der gewaltige Aufwand?). Selbst wenn ein Züchter die Kokons vom Vorjahr bis August im Kühlschrank gehalten haben sollte, würde mich das wundern, wenn da ein Falter Ende August/Anfang September schlüpft; denn da stimmen die Lichtphasen nicht, die Puppe würde wahrscheinlich eher überliegen. Ganz ausschließen kann ich es nicht, es ist aber sehr unwahrscheinlich.

Was in Mitteleuropa in derselben Größenklasse und Anfang September fliegt, könnte eher ein anderes Neozoon sein: Antheraea yamamai, vielleicht in einer braunen Farbvariante mit auffälligem hellem Postmedianstreifen? Wird auch oft gezüchtet, und es gibt einige freilebende Populationen in D, allesamt freigesetzt („angesalbt“) mit nachträglicher langsamer Arealerweiterung.

Und Saturniiden sind — in Ermangelung von Saugrüsseln, also ohne imaginale Nahrungsaufnahme! — auch keine Wanderfalter, die von Südeuropa „mal eben schnell“ nach Nordbaden reinfliegen würde. Das geht nur in kleinen Etappen und dauert. Außer eben vielleicht durch Freisetzen von Zuchtfaltern durch verantwortungslose Züchter, dann ging’s schneller. Und S. pyri wurde zwar aus dem Saarland mal als „vermutlich zeitweilig bodenständig“ gemeldet, aber meines Wissens noch nicht aus Nordbaden, und eben schon gar nicht im September. Ja, es gibt die Art drüben im Elsaß an klimatisch geeigneten Orten; aber auch dort nicht die Falter im September, und die Vogesen sind als Biotop eher weniger geeignet (zu viele Spätfröste).

Dagegen, daß es sich dabei tatsächlich um S. pyri gehandelt haben könnte, spricht aber eben die Jahreszeit: S. pyri fliegt hier im Mai/Juni (spätestens mal im Juli!) und macht definitiv keine 2 Generationen. — A. yamamai macht auch nur 1 Generation, ist aber Eiüberwinterer; normalerweise fliegt sie im Hochsommer, aber kann auch mal sich verspäten, würde im September noch gut passen.

Andere, polyvoltine Antheraea-Arten aus Zuchten können auch im September fliegen.

Oder natürlich eine der anderen zwei- bis dreitausend beschriebenen, meist tropischen Saturniidenarten, wenn sie hier gezüchtet wurden (siehe oben: „Freisetzen von Zuchtfaltern durch verantwortungslose Züchter“).

Die gelieferte Beschreibung würde zwar zu S. pyri passen, aber ich glaube es nicht, weil eben falsche Jahreszeit; das in der Zucht zu erzielen wäre extrem aufwendig (siehe oben: „Klimaschränke mit exakter Temperatur- und Lichtphasensteuerung“). Bei S. pyri erwarte ich auch keine Effekte durch den höllentrockenen Sommer 2019, denn der sollte für eine im Kern mediterrane Art eigentlich kein Problem darstellen.

Im Endeffekt kann ich nicht weiterhelfen. Gibt es vielleicht doch einen „Temperaturexperimentalzüchter“ beobachtungsortsnah in Nordbaden, der mal was „ausbüchsen läßt“?

Wolfgang

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