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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Köderfang-Anregungen

Hallo Karsten,

Köderanflüge können ganz unterschiedlich ausfallen. Einerseits gibt es „gute“ und „schlechte“ Köderjahre und Ködertage (dieses Jahr ist nach meinem Empfinden kein Super-Köderjahr), andererseits können verschiedene Köderrezepte am selben Abend und Ort unterschiedliche Anflugergebnisse bringen.

Was die Rezepte betrifft: Hier gibt es einige Anregungen, auch zur Methodik:
https://lepiblog.wordpress.com/2018/12/22/duerre-erbsen-kranke-eier-und-valeriansaures-amyloxyd-praktisches-und-skurriles-aus-alten-koederrezepten/

Wichtig ist, wie Benjamin schon gesagt hat, daß der Köder vor oder am Anfang der Dämmerung ausgebracht wird.

Fünf Bäume sind aber definitiv sehr wenig. Früher, als der Lichtfang noch nicht so entwickelt war wie heute, hat man oft mehrere hundert Bäume angestrichen bzw. Köderschnüre aufgehängt. Und die Ergebnisse waren manchmal entsprechend gut. Hier ein Zitat aus dem obigen Link:

So lohnt sich durchaus ein Blick in die Zeit, als man in den „guten“ Köderjahren wie 1905, 1906, 1911 oder 1913 an manchen Abenden einen Köderanflug von ca. 5.000 Faltern beobachten konnte (Hartwieg 1958). Barrett (1907) berichtet sogar von mehr als 5.000 Faltern an 100 Köderbäumen, von denen allerdings 90% Xestia xanthographa waren (England, Anfang September 1906). Brombacher (1916) beobachtete am 14. August 1915 im Elsaß an 30-40 Bäumen über 1.000 Mythimna pallens (maximal 66 Falter pro Baum). Fritz Rühl (1888) fand am 5. Juli 1887 bei Zürich-Hottingen innerhalb von 2 ½ Stunden über 500 Falter am Köder und sammelte 377 Exemplare in 43 Arten. Meise (1936) brachte es am 13. Juli 1935 in der Kirchhellener Heide auf 58 Arten am Köder.
Wenn man Köderschnüre verwendet, sollte man nur chemisch unbehandelte Schnur (Hanf) benutzen, die nicht zu dünn sein darf. Dünne Schnüre flechtet man zu 3-5 mm dicken Schnüren. Beim Streichköder sollten nur neue Pinsel verwendet werden, aber keine, die mit Farben, Lacken oder Chemikalien in Berührung gekommen sind.

Wetterfaktoren wirken sich beim Köderfang etwas anders aus als beim Lichtfang. Wind ist im allgemeinen, selbst wenn er nahezu Sturmstärke erreicht, weniger störend, sofern kein Temperaturabfall damit verbunden ist. Der Köder muß dann allerdings auf der Leeseite der Bäume aufgetragen werden, damit die Falter im Windschatten sitzen können und nicht weggeweht werden. Auch der Mond spielt meistens eine weniger störende Rolle; manchmal erfolgt noch starker Anflug im hellen Licht des Vollmonds. Im allgemeinen zeigen die Falter beim Köderanflug im Vergleich zum Lichtanflug eine größere Unempfindlichkeit gegenüber dem Wetter, besonders im Winterhalbjahr. So berichtete Best (1913):

Bei einer ... Mitte April vorgenommenen Köderung auf Taeniocampa-[heute Orthosia-]Arten fing es gegen 1/2 10 Uhr zu schneien an, doch ließen sich die Falter nicht abhalten, am Köder und an den Weidenkätzchen ihren Hunger zu stillen!
Man sollte sich vor allem nicht zu schnell entmutigen lassen. Manche Leute geben nach einem ersten schlechten Köderergebnis das Ködern ganz auf und behaupten dann, die Methode sei unergiebig. Die sind nicht hartnäckig genug.

Schöne Grüße
Axel

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