Polyommatus coridon
Lepiforum — Bestimmung
von Schmetterlingen
(Lepidoptera)
und ihren
Praeimaginalstadien
[Home] [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Foren: [1: Bestimmungsfragen (Europa)] [2: Alles außer Bestimmungsfragen] [3: Außereuropäische Arten - Non-European Species] [Test]
Archive Forum 2: [#2 (bis 2017)] [#1 (bis 2013)] Archive Forum 1: [#7 (bis April 2019)] [#6 (2016-2018)] [#5 (2012-2016)] [#4 (2010-2012)] [#3 (2007-2010)] [#2 (2006-2007)] [#1 (2002-2006)]
Bild- und Informationssammlungen: [Bestimmungshilfe] [Schütze (1931): Biologie der Kleinschmetterlinge (Online-Neuausgabe)] [Glossar] [FAQ]
Verein: [Lepiforum e.V.] [Chat (nur für Mitglieder)]

[Hinweise zur Forenbenutzung]     [Forum User Instructions]     [Indications pour l’utilisation des forums]     [Indicaciones para el uso de los foros]     [Avvisi per l’utilizzo dei fori]     [Советы по использованию форума]     [Pokyny k použití fóra]     [Általános tudnivalók a fórum használatához]     [Wskazówki korzystania z forum]

Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Ködertips und -anekdoten die zweite

Hallo allerseits,

Es kommt allerdings auch auf winzige Zugluft- oder sonstige Unterschiede an, die wir vielleicht gar nicht wahrnehmen. Mein extremstes Erlebnis: an einem Streifen sitzt kein einziger Falter, am anderen nur wenige Meter weiter, auf der anderen Seite eines kleinen Sträßchens, dagegen über 50 Individuen ...
Genau. Da mögen geringe Wind-, Expositions- oder mikroklimatische Unterschiede eine Rolle spielen, oder andere Faktoren, die wir nicht kennen oder quantifizieren können. Deshalb ist es auch sinnvoll, mehrere Köderstellen in geringem Abstand voneinander anzubringen, denn schon ein paar Meter können einen Unterschied machen. Man muß die Köderstellen nicht in 50-m-Abständen streuen – aber auch das kann man machen, wenn man genügend Zeit und Köder(-schnüre) hat.

Die Literatur ist voll von praktischen Hinweisen aller Art, aber vieles merkt man auch selbst. Da ist die Geräusch- und Lichtempfindlichkeit vieler Falter, weswegen es sinnvoll ist, eine schwache oder dimmbare Lampe zu verwenden und das Licht nicht gleich direkt auf die Köderstelle zu richten, sondern langsam von unten her darauf zu schwenken. Manchmal wird empfohlen, keine helle Kleidung zu tragen. Und jeder merkt es selbst: Wenn die Köderbäume von trockenen Ästen oder raschelndem Laub umgeben sind oder wenn man sich zu laut unterhält, fliegen einige Falter sofort ab.

Manche Empfehlungen sind heute allerdings Kuriositäten. Freiherr von der Goltz berichtet über das Ködern in den Rheinanlagen und im Stadtpark von Koblenz im Jahr 1923, also während der Besetzung des Rheinlands:

Interessant, aber nicht sehr angenehm war es, daß einmal scharfe Schüsse der französischen Besatzung nicht weit von uns krachten und eine Kugel dicht bei uns einschlug. (Goltz 1924)
Victor Knoch, der zu gleicher Zeit, aber in einem nicht besetzten Gebiet (Lübeck) tätig war, schrieb:
Jetzt noch einiges über Ausrüstung, Anstrich und Ködermasse selbst. Viele Taschen im Anzug und Mantel und möglichst weniges und leichtes Gepäck, das scheinen mir die wichtigsten Vorschriften zu sein. Der Stock, der das Netz tragen soll, muß bequem über den Arm zu hängen sein; alle sonstigen Utensilien führe ich in einer ledernen Umhängetasche bei mir, nicht im Rucksack, an den man nur immer umständlich herankommt. Tabakpfeife und Tabak, zwei sehr wichtige Utensilien beim Ködern, habe ich in der Brusttasche, das zusammengelegte Netz in einer sogenannten Aktentasche auf der linken inneren Seite des Jacketts, den Revolver, den man natürlich in der jetzigen schlimmen Zeit der täglichen Ueberfälle niemals vergessen darf, in der linken Gesäßtasche des Beinkleides. (Knoch 1925)
Schon vor dem Krieg hatte Fritz Hartwieg, immerhin ein promovierter Jurist, seine Köderfangpraktiken in der Umgebung von Braunschweig beschrieben:
Alle diese Geräte packen wir ganz bequem in einen Rucksack, werfen ihn auf den Rücken, uns aufs Rad und fahren hinaus an geeignete Plätze. Der Anstrich muss so zeitig erfolgen, dass mit Einbrechen der Dunkelheit wir fangbereit sind. Den leeren Rucksack werfen wir wieder auf den Rücken. Wer Lust hat, ich tue es stets, nehme zu seiner persönlichen Sicherheit einen Revolver mit. (Hartwieg 1909)

Da leben wir in angenehmeren Zeiten, auch wenn es leider nicht mehr so viele Falter gibt.
Schöne Grüße
Axel

Beiträge zu diesem Thema

Erste Köderversuche, was könnte man verbessern ?
Re: Erste Köderversuche, was könnte man verbessern ?
Re: Erste Köderversuche, was könnte man verbessern ?
Köderfang-Anregungen
Tipp: etwas geschützt ausbringen, eher nicht "mitten im Zug". VG, Tina *kein Text*
Re: Erste Köderversuche, was könnte man verbessern ?
Re: Naja, überreife Zwetschken sind schon eine Alternative :) LG Horst *kein Text*
Re: Naja, überreife Zwetschken sind schon eine Alternative :) LG Horst
Meine Ausbeute gestern: 2 Falter
Re: Erste Köderversuche, was könnte man verbessern ?
Ködertips und -anekdoten die zweite
Re: Ködertips und -anekdoten die zweite
Beispiel: Köderstelle von Nico(und)Tina betreut ... *Foto*
Re: Erste Köderversuche, was könnte man verbessern ?