Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Späte Pfälzer Satyriden *Foto*

Hallo Miteinander,

der letzte Hitzetag des diesjährigen Spätsommers bot für die Südwestpfalz noch eine gute Chance auf die dort vorkommenden beiden Satyriden Brintesia circe und Hipparchia semele. Meine Hoffnungen wurden an diesem wunderschönen Tag auch nicht enttäuscht, konnten doch beide Arten im dortigen Habitat, einer sandigen Zwergstrauchheide, gegen Flugzeitende noch angetroffen werden.

Von B. circe konnten noch 5 abgeflogene Weibchen beobachtet werden. Glücklicherweise sind bei dieser Art in den letzten 20-30 Jahren nicht nur in der Pfalz, sondern auch in anderen Bundesländern stellenweise wesentliche Bestandserholungen und Ausbreitungstendenzen zu verzeichnen.

Gleiches kann von H. semele leider nicht behauptet werden, da die Art in der gesamten Pfalz nur noch ganz wenige inselartige Restvorkommen besitzt. Trotz langer Suche konnte ich dort nur noch ein Weibchen antreffen, welchem mein Hemd als Ansitzwarte offenbar besser gefiel als die normalerweise dafür benutzten Holzstämme. Die Art ist dort in den letzten 3 Jahren dramatisch zurück gegangen, was sicherlich mit der stetigen sukzessionsbedingten Verfilzung und Verbuschung des Biotops und einer damit zwangsläufigen massiven Verringerung der von semele benötigten Larval-und Imaginalflächen einher geht. Sicherlich ist es für die Art dort momentan 1 vor 12. Wie ich erfuhr, sind für diesen Herbst artspezifische Pflegemaßnahmen der Fläche geplant, sodaß nur gehofft werden kann, daß sich die Population in den nächsten Jahren wieder erholt (falls es dafür nicht bereits zu spät ist).
Wie schnell und unwiderbringlich eine Satyride mit speziellen Ansprüchen verschwinden kann, beweist ja in neuester Zeit eindringlich das Aussterben von Chazara briseis am rheinländischen Rotenfels.

Die zuständige Naturschutzbehörde in Rheinland-Pfalz hat hier eine hohe Verantwortung für den Erhalt von H. semele und ich denke immer noch, daß es doch möglich sein müßte, uns diese so spezielle und faszinierende Art auch weiterhin noch "leisten" zu können - und wäre es nicht jammerschade, wenn ausgerechnet die von der "Klimaerwärmung" begünstigte wärme-und trockenheitsliebende Art dennoch auf Grund nicht regelmäßiger und artspezifischer Biotoppflege seitens der Behörde aussterben müßte?

Alle Fotos: Deutschland, Rheinland-Pfalz, Umgebung Fischbach, 31.08.2019 (unmanipulierte Freilandaufnahmen)

Weibchen von Brintesia circe

Weibchen von Hipparchia semele

Männchen der Fangschrecke Gottesanbeterin (Mantis religiosa)

Nachdenkliche Grüße,
Dieter

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