Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Empfehlungen? Ja: Beweiden!

Hallo Oliver,

den Boden aufzureißen ist eine recht brachiale Methode, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das funktioniert. H. semele ist im Grunde eine recht robuste Art, die nicht so schnell ausstirbt. Sie braucht aber offene Bodenstellen, im geschlossener Grasdecke legen die Weibchen Weibchen nicht ab.
Un eben das ist das Problem: Wo über Jahrzehnte hinweg nur gemäht wird, da wächst die Grasdecke zu. Für einen Halbtrockenrasen ist mähen im Grunde nur ein Notbehelf. Man sieht es überdeutlich am Kaiserstuhl. Im Zentralkaiserstuhl wurde das Grünland früher beweidet, dann die Viehzucht aufgegeben. Schließlich wurden die Trockenrasen unter Schutz gestellt und gemäht. Das hat erst einmal die Verbuschung unterbunden, aber langfristig zeigten sich die nachteiligen Folgen: Die Grasdecke wuchs zu, das Mikroklima veränderte sich und eine Art nach der anderen starb aus. Mittlerweile ist nicht nur die Artenzahl, sondern auch die Individuendichte stark zurückgegangen. Kein Vergleich mehr mit den 1980er-Jahren. Am Südhang des Badbergs aber, da gibt es seit einigen jahren ein Ziegenprojekt. Man will den dortigen Wald lichten und zurückdrängen. Die Ziegen fressen aber auch auf dem offenen Grasland und der Unterschied zu den Mähwiesen ist überdeutlich: Auf den Weiden ein bunter Blütenteppich mit lückiger Vegetationsdecke. Auf den gemähten Wiesen überwiegt klar die Farbe grün. Die Bodentemperatur auf diesen geschlossenen Mähwiesen ist viel zu niedrig, die Vegetationsstruktur passt nicht mehr: H. semele legt da nicht mehr ab. Im beweideten Bereich ist die Vegetationsdecke viel lückiger und damit geeignet für H. semele.
H. semele gibt es hier aber vor allem in einem Volltrockenrasen-Bereich. Da muss nicht gemäht werden, wobei extensive Beweidung nicht schadet. Was die Falter aber brauchen, sind reichlich geignete Nektarpflanzen zur Flugzeit. Fehlen die, weil sie vertrocknet sind oder abgemäht wurden, verteilen sich die Falter über die weitere Umgebung. Dann findet man sie oft wieder in den Ortschaften am Sommerflieder. Ob sie dann wieder zur Eiablage in ihre Larvalhabitate zurückkommen, sei aber dahingestellt. Viele Eier dürften dann auch an weniger geeigneten Stellen abgelegt werden, wo die Raupen kaum eine Überlebenschance haben.

Viele Grüße
Jürgen

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