Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Eindrücke zur Bestandssituation von Chazara briseis in Graubünden *Foto*

Hallo,

Ende August habe ich dieses Jahr im Münstertal bei Müstair und Santa Maria (Schweiz) nach Berghexen gesucht. Die Population dort ist wohl der westlichste Teil einer ausgedehnten Population im nahen Vinschgau (Italien). Sie unterliegt, wie ich im Internet erfahren habe, einem stetigen Auf und Ab, und etwa alle acht Jahre erfolgen auf Warnrufe hin Maßnahmen zur Verbesserung der Biotope, die alljährlich extensiv beweidet werden. Die weiteren Erhaltungsmaßnahmen bestehen wohl hauptsächlich in der Entnahme von Gehölzen. Drei oder vier Lebensräume wurden im Münstertal festgestellt. Die maximale Tagespopulation betrug jahrweise etwa 200 Falter.

Zwei Falter konnte ich bei mäßigem Wetter in einem steilen Felsrasenhang finden. Die Flugstelle beschränkt sich eventuell auf die hervortretende Nase mit den kleinen Felsen in mehreren Hangetagen. Den Hangpartien außenherum ist die Entwicklung zu Magerrasen mit dichter werdender Vegetation anzumerken. Die Gehölze finde ich vorerst nicht so problematisch wie die Bodenstruktur, die der Falter eben nur in der Nase passend vorfindet. Lassen sich diese Habitatverhältnisse nicht wieder ausdehnen? Am ehesten mit einer intensiveren Ziegenbeweidung?
Ich sah noch zwei Lebensräume aus der Entfernung, bei Müstair, etwa 3 Kilometer östlich von meinem briseis-Fundort. Die beiden Hänge wirkten in ihrem Zustand für Chazara briseis etwas schlechter als der beschriebene Hang.

Gleich östlich schließt an den briseis-Hang oberhalb Santa Maria ein Magerrasen, blumenreich und mit Graublauen Bläulingen (Scolitantides baton) an. Da paßt die intensive Beweidung wahrscheinlich nicht.

Auch Ende August in Graubünden habe ich mich über die Phänologie einiger Augenfalter gewundert. Über die von briseis nicht. Aber von Maniola jurtina sah ich in zehn Stunden im Gelände nur ein einziges Alttier, ganz bleich. Gleichzeitig schlüpften (auf 1800 Metern) noch Melanargia galathea und waren die Schachbretter zwischen 1300 und 1900 Metern allgegenwärtig.

Viele Grüße
Oliver

Chazara briseis, Weibchen, Schweiz, Graubünden, Santa Maria Val Müstair, 1600 m, 29. August 2019, Tagfund (Freilandfoto: Oliver Eller)

Lebensraum "Chrusch" von C. briseis oberhalb Santa Maria Val Müstair, Blick nach Westen

Gleicher Standort, Blick nach Osten: Blumenreicher Magerrasen