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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Schmetterlingsschutz in Tschechien

Lieber Dieter,

Im zweiten Moment wird Einem dann so überdeutlich, was in zielgerichtetem Tagfalterschutz möglich ist, wenn idealistische Naturschützer und offenbar auch die jeweiligen Behörden im Endeffekt einvernehmlich zusammenarbeiten um eine erlöschende Art wirklich retten zu wollen! Alleine die Fotos zeigen in überwältigender Klarheit, daß auch Arten, bei denen es 1 Sekunde vor 12 ist, doch noch dauerhaft bewahrt werden können, wenn wirklich alle (auch unkonventionelle) Ressourcen, die möglich sind, in einem visionären Konzept aufeinander abgestimmt zielgerichtet umgesetzt werden (wie eindruckvollst z. B. bei briseis und dryas dargestellt).

da braucht es aber viel Idealismus hier um was voranzutreiben, kenne professionelle Kartierer die nie für ohne umme etwas zum Schutz der bedrohten Arten machen würden,von der Sachkenntnis mancher Behörden ganz zu schweigen!?

Was Chazara briseis in Tschechien angeht, war es wirklich kurz vor zwölf, aber ohne die Vorarbeiten von Martin Konvicka zur Autökologie wäre das nicht möglich gewesen. Der Niedergang der Metapopulation in den České středohoří ist sehr gut dokumentiert. Außerdem steht dahinter auch viel Arbeitseinsatz der hier kaum machbar ist ohne ehrenamtliche Enthusiasten. Eine große Zucht wie dort wurde hier auch nie betrieben. Leider wurde der geplante bayerische Zuchtstamm durch Hagel vernichtet. Ob die Projekte weiter wissenschaftlich beobachtet werden, ich glaube davon hängt der weitere Erfolg ab, denn ohne Nachpflege geht nichts.

Aktionen in Deutschland wie 200 Hände für den Hesselberg bringen auch nichts wenn die nachfolgende Beweidung nicht stimmt. In Bayern steht es immer noch 2 vor 12 für die Art trotz des Biodiversitätsprojektes und des LPV Eichstätt. Dieses Jahr war ich zur Flugzeit (auf der vergeblichen Suche nach Z. fausta Jungraupen) nur einmal privat in Eichstätt und hatte dort nur zwei Weibchen, von Thomas Netter weiß ich das die Art an drei Standorten, unter anderem auch am Hauptstandort, ein schlechtes Flugjahr hatte.


Ich finde den Bericht also analog Dir PRIMA und ich hätte mir gewünscht, daß bei uns - als z. B. eindeutig absehbar war, daß Colias myrmidone in der Oberpfalz die Jahrtausendwende nicht mehr überstehen würde oder Chazara briseis in Rheinland-Pfalz dieselbe Wende ebenfalls nicht mehr - damals im Vorfeld des Erlöschens beider Arten genau so wie hier dargestellt agiert worden wäre; denn dann gäbe es in Kallmünz noch myrmidone und am Rotenfels briseis. Ohne Wenn und Aber.

Was Colias myrmidone anbelangt, glaube ich nicht daran, dass sich die Art auch noch bis heute in Kallmünz hätte halten können. Das nachfolgende Aussterben der Art in vielen anderen Staaten zeigt auf, das diese Art noch ganz andere Probleme hat. Für die ehemaligen Standorte in Bayern gibt unterschiedliche Beschreibungen des Habitats, die Flächen in Polen oder Russland sind anders von der Beschaffenheit her wie die in Rumänien. Jedenfalls braucht die Art wirklich große Gebiete mit einem nebeneinander aus verschiedenen Nutzungen und auch brachliegenden Flächen, in Polen sind es auch Leitungstrassen. Aktuell gibt es Forschungen in Polen und Rumänien zur Art, hab es leider aus privaten Gründen dieses Jahr nicht dortin geschafft.

Auch bei C. briseis bin ich mir mittlerweile sicher, das die Art ein wirklich sehr großen Flächenbedarf hat und in gut vernetzten großflächigen Habitaten weiterhin vorkommen kann, aber eine Verinselung von selbst großen Einzelhabitaten ein Problem darstellt, zumindest bei einer Pflege die nicht intensiv auf mindestens 5-10 ha erfolgt. Ich denke am Rotenfels wäre die Art trotz intensiver Pflege heute auch schon weg...

Viele Grüße,

Oliver

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