Polyommatus coridon
Lepiforum — Bestimmung
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Von Cryphia claudiae und Problemen mit der Verwandtschaft

Hallo Flechteneulenfans,

GOVI & FIUMI (2019) beschrieben Cryphia claudiae nach 3 Sammlungsexemplaren der Jahre 2001 und 2003 aus den höheren Lagen von Korsika. Deshalb gibt es jetzt auch bei uns eine neue Artseite, allerdings eine ohne Bilder: http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Cryphia_Claudiae

Genitaliter unterscheiden sich die Tiere der neuen Art deutlich von Cryphia lusitanica von Spanien und Südost-Frankreich. Ja: Südost-Frankreich! Aber nach den Verbreitungskarten und dem Text von FIBIGER et al. (2009) [Noctuidae Europaeae, Vol 11] soll es in Südostfrankreich doch nur Cryphia simulatricula geben ... Stimmt, aber wenn man auf Tafel 10 im Band schaut, dann stammen da 2 der 5 Falter von C. lusitanica aus Südost-Frankreich, die 5 Falter von C. simulatricula hingegen aus Südost-Spanien (Andalusien), der Schweiz (Tessin) und Südtirol. GOVI & FIUMI (2019) mussten sich also erst einmal damit auseinander setzen. Nach ihrer Verbreitungskarte gehören jetzt alle Funde aus Südostfrankreich zu C. lusitanica.

Ich habe nach dem Anlegen der Artseite von C. claudiae die beiden Cryphia simulatricula-Bilder der BH - beide aus Südostfrankreich - entfernt und zu C. lusitanica verschoben. Protestiert hat dagegen niemand, aber erst danach erfuhr ich, dass das schon fast 4 Jahre früher schon einmal zur Diskussion gestellt wurde: http://www.lepiforum.de/2_forum_2013.pl?md=read;id=23437 ... Betreff: "Cryphia simulatricula vs. Cryphia lusitanica – ein Verwirrspiel?" Ich hatte diesen Beitrag von Egbert Friedrich nicht gelesen, andere schon. Bis heute wurde der Beitrag 118 x aufgerufen - das letzte Mal heute von mir. Geantwortet hat niemand.

GOVI & FIUMI (2019) schickten Beine aller drei Exemplare ihrer neuen Art zum Barcoding: sie waren wohl schon zu alt (die Beine, nicht die Autoren :D), jedenfalls gab es kein Ergebnis. Da ist jetzt wohl ein zweiter Anlauf mit "next generation barcoding" fällig - oder jemand findet neuere Exemplare von C. claudiae, was ja auch sonst nicht schlecht wäre, da es zum einzigen bisher bekannten Weibchen der Typenserie gar keinen Hinterleib mehr gibt, der eine Beschreibung der Genitalien ermöglichen würde.

Was mich beunruhigt ist, dass bei dem Teil des Barcoding, der funktioniert hat, spanische und französische C. lusitanica einen nicht geringen genetischen Abstand voneinander haben, die beiden C. simulatricula aus Südtirol aber mitten zwischen den französischen C. lusitanica stehen. Irgend etwas ist da wohl noch faul. GOVI & FIUMI (2019) sind der Meinung, dass da noch mehr Tiere dieser beiden Arten aus größeren Teilen der Verbreitungsgebiete dem Barcoding zugeführt werden müssen - wie Recht sie damit doch haben!

Viele Grüße

Erwin Rennwald