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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Melitaeini 2019 – nur ein paar Eindrücke *Foto*

Hallo zusammen,

man kann halt nicht überall gleichzeitig sein, auch wenn man das zu bestimmten Jahreszeiten allzu gerne wäre. Ob ein Jahr für eine Art „schlecht“ war? Das ist für diejenigen, die nicht den gesamten Ablauf an wenigen einschlägig bekannten Orten beobachtet haben, kaum zu beurteilen. Umgekehrt, hohe Individuenzahlen an einer Stelle sprechen für ein zumindest lokal gutes Jahr, und dafür, dass man diesmal zur rechten Zeit am rechten Ort war. Na ja, dessen sind sich sowieso alle bewusst.

In diesem Sinne kommen hier ein paar Beobachtungen zu den Melitaeini im Jahr 2019, und sei es nur, damit wir den schönen Sommer nicht so schnell vergessen.

Melitaea cinxia flog von Ende Mai bis Mitte Juni in der nördlichen Frankenalb (viel) besser als in anderen Jahren, was nicht nur meine Einschätzung war. Es gab kein geeignetes Habitat, in dem man nicht mehreren Faltern begegnete, stellenweise sogar als häufigstem Tagfalter überhaupt (Weismain, oberer Kötteler Grund, 9. Juni 2019). Im Pfälzerwald war es ähnlich. Dort flogen im Moosbachtal bei Dahn und im Depot Fischbach (16. und 17. Juni 2019) noch recht frische Falter, wo ich am 14. Juni 2018 keinen einzigen gesehen hatte. Vielleicht waren sie seinerzeit nach dem warmen Mai 2018 schon durch. Also mein persönlicher Eindruck: Ein außergewöhnlich gutes Jahr für Melitaea cinxia.


Deutschland, Bayern, Oberailsfeld, Halbtrockenrasen unter Dolomit-Felsen, 365 m, 27. Mai 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Oberailsfeld, Halbtrockenrasen unter Dolomit-Felsen, 365 m, 27. Mai 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Pottenstein, Fahrweg neben Halbtrockenrasen, 485 m, 27. Mai 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Pottenstein, Halbtrockenrasen, 490 m, 8. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Mitte Juni schon überwiegend recht betagte Exemplare in der nördlichen Frankenalb....

Deutschland, Bayern, Waischenfeld, Aufseßtal, Fahrweg zwischen Talhang und Mädesüß-Brache, 360 m, 13. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

....aber weitgehend frische im Pfälzerwald

Deutschland, Rheinland-Pfalz, Dahn, Moosbachtal, Ruderalfläche, 230 m, 16. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Rheinland-Pfalz, Dahn, Moosbachtal, Ruderalfläche, 230 m, 16. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Melitaea phoebe ist mir dieses Jahr nur im Oberpfälzer Jura begegnet, einer Kollegin aber durchaus auch in der nördlichen Frankenalb. Im Raum Hohenburg flogen am 25. und 28. Juni 2019 jeweils mehrere frische Exemplare auf engem Raum entlang eines Feldwegs am Fuß eines Trockenhangs. Bei Temperaturen von über 35°C richteten sich die Falter meist mit geschlossenen Flügel parallel zu den Sonnenstrahlen aus. Melitaea phoebe war an dieser Stelle und an diesem Tag häufiger als Melitaea athalia; dazu tauchte nur vereinzelt Melitaea didyma auf.


Deutschland, Bayern, Raum Hohenburg, Feldweg am Fuß eines Trockenhangs, 395 m, 25. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Raum Hohenburg, Feldweg am Fuß eines Trockenhangs, 395 m, 25. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Deutschland, Bayern, Raum Hohenburg, Feldweg am Fuß eines Trockenhangs, 395 m, 28. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Raum Hohenburg, Feldweg am Fuß eines Trockenhangs, 395 m, 25. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Während Melitaea athalia in der nördlichen Frankenalb und im Pfälzerwald eher ein durchschnittliches Jahr zu haben schien, war eine sehr hohe Individuendichte am 27. Juni 2019 im mit an dem Tag 28°C angenehm kühlen Fichtelgebirge zu beobachten. Dort saßen zahlreiche frische Exemplare auf den Umbelliferen im sonnigen Saum entlang der Waldwege, vielfach mehr als zehn Exemplare auf 50 m Weglänge. Melitaea athalia war an dem Tag dort der häufigste Tagfalter, gefolgt von ebenso frischen Lasiommata maera. In der nördlichen Frankenalb flogen die Falter in deutlich geringerer Dichte. Im Pfälzerwald, zum Beispiel im Moosbachtal bei Dahn und in den Tälern südlich von Eppenbrunn, waren am 16. Juni 2019 deutlich weniger Melitaea athalia zu sehen als am 14. Juni 2018, als sie zu den häufigsten Tagfaltern zählte. Hier könnte die Verschiebung der Hauptflugzeit durch den kalten Mai 2019 eine Rolle gespielt haben.


Deutschland, Rheinland-Pfalz, Dahn, Moosbachtal, Ruderalfläche, 230 m, 16. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Rheinland-Pfalz, Eppenbrunn, Stüdenbachtal, Waldweg, 300 m, 17. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Wunsiedel, Forstweg im Zeitelmoos, 650 m, 27. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Wunsiedel, Forstweg im Zeitelmoos, 650 m, 27. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Melitaea athalia zusammen mit Melitaea phoebe; der Unterschied in der Größe ist beachtlich

Deutschland, Bayern, Raum Hohenburg, Feldweg am Fuß eines Trockenhangs, 395 m, 25. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Neben Melitaea athalia kommen in der nördlichen Frankenalb auch M. aurelia und M. britomartis vor. Auf den Halbtrockenrasen bei Pottenstein flogen – soweit ich erkennen konnte – beide Arten ab Mitte Juni neben M. athalia. Die Hitze in der zweiten Juni-Hälfte hatte den Effekt, dass sich die Falter beim Blütenbesuch schon frühmorgens mit geschlossenen Flügeln parallel zu den Sonnenstrahlen ausrichteten. Durch die streifende Beleuchtung und den Schattenwurf der Flügeladern wird es auf den Bildern schwierig, die ohnehin subtilen diagnostischen Merkmale wie die Verdunkelung der Randbinde zu beurteilen. Daher kommen hier nur zwei Bilder, auf denen ich M. britomartis zu sehen glaube.


Deutschland, Bayern, Pottenstein, Halbtrockenrasen, 490 m, 13. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Pottenstein, Halbtrockenrasen, 490 m, 13. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Melitaea didyma hatte wohl ein vergleichsweise mageres Jahr. In Mainfranken, im nordwestlichen Grabfeld und im Oberpfälzer Jura sind mir nur Einzelexemplare begegnet, während die Art zumindest in der südlichen Frankenalb ganz gut vertreten schien. Dort fehlt mir aber der Vergleich zu den Vorjahren. Auch an der Mosel (Valwig, Apolloweg) flogen am 18. Juni 2019 im Verhältnis zum Juni 2014 (als Beispiel) nur wenige Individuen.

ein Weibchen beim Blütenbesuch, andere waren bei der Eiablage

Deutschland, Bayern, Mühlheim, aufgelassener Kalksteinbruch, 490 m, 15. Juli 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

ein nicht mehr frisches Männchen

Deutschland, Bayern, Mühlheim, aufgelassener Kalksteinbruch, 490 m, 15. Juli 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Melitaea diamina hatte im Steigerwald im Vergleich zu - zum Beispiel - 2017 ein eher schwaches Jahr, zumindest bis Mitte Juni. Wie die Situation im Voralpenland aussah, kann ich nicht beurteilen, da ich dort in diesem Jahr erst Mitte Juli nachsehen konnte. Zu der Zeit flogen nur noch einzelne abgeflogene Falter; die Flugzeit war offenbar weitgehend zu Ende. Im Jahr 2018, einen Monat früher, zählte diamina an den gleichen Stellen zu den häufigsten Tagfaltern. Im Pfälzerwald flogen am 16. Juni 2019 einige frische Melitaea diamina. Die Flugzeit hatte dort anscheinend gerade erst begonnen. Am 14. Juni 2018 hatte ich an der gleichen Stelle keine M. diamina gesehen.

Melitaea diamina neben Melitaea cinxia

Deutschland, Rheinland-Pfalz, Dahn, Moosbachtal, Ruderalfläche, 230 m, 16. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Pegnitz, Pegnitztal nördlich von Ranna, Fahrstraße am Bahndamm, 395 m, 29. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Der Vollständigkeit halber noch zu Euphydryas aurinia, die ich in diesem Jahr etwas vernachlässigt habe. Im bekannten Habitat im hohen Westerwald flog sie am 5. Juni 2019 in erfreulicher Anzahl. Die Falter waren in gutem Zustand, vielleicht maximal ein paar Tage unterwegs.


Deutschland, Rheinland-Pfalz, Willingen, 640 m, 5. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Rheinland-Pfalz, Willingen, 640 m, 5. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Zu Euphydryas maturna ist hier im Forum 2 schon mehrfach ausführlich berichtet worden. Allgemeiner Eindruck war, dass das Flugjahr 2019 in den Mittelwäldern bei Bad Windsheim nicht schlecht war.


Deutschland, Bayern, Bad Windsheim, Forstweg im Mittelwald, 350 m, 7. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Bad Windsheim, Forstweg im Mittelwald, 350 m, 7. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)


Deutschland, Bayern, Bad Windsheim, Forstweg im Mittelwald, 350 m, 15. Juni 2019, Tagfund (Freilandfoto Bernhard Stöckhert)

Ja, ich weiß, ich hätte die Arten in einzelnen Unterbeiträgen abhandeln sollen. Es war zunächst anders gedacht, als ich angefangen habe zu schreiben, aber der Umbau war mir jetzt am Ende zu mühselig (Sorry ;-). Ich gelobe Besserung.

Scheckige Grüße in die Runde,

Bernhard

Beiträge zu diesem Thema

Melitaeini 2019 – nur ein paar Eindrücke *Foto*
Tut mir leid - in der Vorschau waren noch alle Bilder zu sehen *kein Text*
Re: Melitaeini 2019 – hier die im Ursprungsbeitrag fehlenden Bilder *Foto*
Viele schöne Sommerfotos - Danke. VG. Hartmuth *kein Text*
super Bericht ! Vielen Dank! *kein Text*
Auch Deine etwas scheckigen Bilder angeschaut - immer gern! VG, BOB *kein Text*