Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Hipparchia semele steht auf “anthropogene Substrate” ;-) *Foto*

Hallo zusammen,

wie alle wissen, lebt Hipparchia semele auf den Nordseeinseln in offenbar stabilen Populationen. Zwischen 1997 und 2014 konnte ich auf Baltrum, der kleinsten der ostfriesischen Inseln, jedenfalls keine systematische Veränderung feststellen. Je nach Schulferien unserer Kinder waren wir zwar zu verschiedenen Zeiten dort, zwischen Anfang Juli und Ende August, auch bei unterschiedlicher Großwetterlage, aber Hipparchia semele war immer da.

Die höchste Individuendichte habe ich im unbebauten Ostteil der nur 4,7 km langen Insel am Südrand der Graudünen im Übergang zu den oberen Salzwiesen beobachtet (siehe Bilder vom Habitat). Entlang eines sandigen Wegs zeigte sich hier bei entsprechendem Wetter meistens eine zweistellige Zahl von Faltern auf etwa einem Kilometer Wegstrecke. Die Art vagabundiert aber durchaus. Einzelne Exemplare waren immer wieder auch anderswo und sogar im bebauten Westteil der Insel unterwegs.

Saugpflanzen zwischen Graudünen und oberen Salzwiesen waren in allererster Linie Cirsium und Eupatorium. Die Buddleja in den Hausgärten im bebauten Teil der Insel war ebenfalls ein beliebter Treffpunkt.

Oftmals saßen die Falter zugeklappt mit eingezogenen Vorderflügeln kaum wahrnehmbar im Sand, mit besonderer Vorliebe auf Wegen. Und schließlich ließen sie keine Gelegenheit aus, sich auf „anthropogenen Substraten“ niederzulassen – womit wir endlich beim Thema wären. Der Rüssel blieb dabei in der Regel eingerollt, Nahrungsaufnahme war also nicht die Attraktion. Blau war die bevorzugte Farbe, wie die folgenden Bilder illustrieren:

als allererstes das Titelbild; die Falter wissen, worauf es ankommt...

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Graudüne, 19 m (höchster Punkt der Insel), 12. Juli 2014, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

auf dem Hosenbein

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 9. Juli 2014, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

auf dem Rucksack

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 12. Juli 2014, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

auf dem Fahrrad

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Graudüne, 19 m (höchster Punkt der Insel), 12. Juli 2014, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

wenn nicht im Sand, dann wenigstens auf der Sandale

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Graudüne, 19 m (höchster Punkt der Insel), 12. Juli 2014, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

auf dem Papierkorb am Rosengarten

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, im Dorf, 5 m, 18. August 2013, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

auf Waschbeton fast unsichtbar

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Graudüne, 19 m (höchster Punkt der Insel), 12. Juli 2014, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

und immerhin semianthropogen, auf Buddleja

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Hausgarten im Dorf, 5 m, 18. August 2013, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

sonst meist im Sand, bevorzugt auf Wegen

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 1. August 2010, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

und dort auch im Streu

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 1. August 2010, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

nur dazwischen mal auf Disteln

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 6. August 2010, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

oder Wasserdost

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 22. August 2011, Tagfund (Freilandfoto: Bernhard Stöckhert)

zum Schluss noch Bilder vom Habitat mit der höchsten Individuendichte

Sandiger Weg am Fuß der Graudünen

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 22. August 2011

teilweise mit Büschen bewachsene Graudünen

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 7. Juli 2014

Blick vom Weg in die Salzwiesen mit Distelbeständen im Übergangsbereich

Deutschland, Niedersachsen, Baltrum, Übergang zwischen Graudünen und Salzwiesen, 5 m, 11. Juli 2012

Das Habitat teilt sich Hipparchia semele übrigens mit Fabriciana niobe. Letztere neigt weniger zum Vagabundieren und wird praktisch nur entlang des Wegs zwischen Graudünen und oberen Salzwiesen angetroffen – an anderen Orten sind mir die Falter jedenfalls nicht begegnet. Auch scheint ihre Flugzeit kürzer zu sein, da die Suche in manchen Jahren vergeblich war. Mitte Juli 2014, meinem letzten Beobachtungsjahr auf Baltrum, flog Fabriciana niobe aber wieder einmal ziemlich gut.

Viele Grüße in die Runde; ich zumindest freue mich schon wieder auf den Sommer….

Bernhard