Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Die Krux der Pflege von eunomia-Habitaten

Hallo Erwin und alle anderen Interessierten,

ich kenne mittlerweile wahrscheinlich die meisten eunomia-Habitate im Regierungsbezirk Tübingen. Überraschenderweise liegen heutzutage die meisten Fundstellen (geschätzt) auf der Schwäbischen Alb und nicht etwa im württembergischen Allgäu oder im nördlichen Oberschwaben. Viele der Vorkommen liegen innerhalb von Naturschutzgebieten, dadurch ist ihr Fortbestand aber bei weitem noch nicht gesichert ;)

Die aus ehemaligen Feucht- und Nasswiesen entstandenen Feuchtbrachen (der Schwäbischen Alb, aber auch anderer Naturräume) sind nur auf den ersten Blick stabil - im Prinzip gibt es m. E. fast keine Biotope, die langfristig ohne Pflege/Nutzung stabil bleiben. Der Wandel von anfangs vglw. nährstoffarmen Feuchtbrachen mit Dominanzbeständen von P. bistorta über Bestände mit Filipendula ulmaria und am Ende Brennnessel oder andere Nährstoffzeiger geschieht schleichend über Jahrzehnte. Auch Gehölze kommen nur langsam und nach und nach auf, sodass eine zunehmende Gehölzdeckung ebenfalls kaum auffällt. Das ist das Gefährliche daran, denn der Wandel wird kaum erkannt und die Vorkommen von B. eunomia verschwinden ebenso still und heimlich.

Das Gegenbeispiel sind die "gesicherten" Streu- und Nasswiesen, die über entsprechende Landschaftspflege-Verträge einer jährlichen Nutzung unterliegen. Was den meisten Arten durchaus entgegen kommt, kann bei B. eunomia zum Totalausfall führen, wenn ein Vorkommen beim Abschluss eines Vertrags nicht erkannt wird. Ich vermute, dass dies gerade im württembergischen Allgäu in der Vergangenheit das ein oder andere Mal passiert ist, denn einige Vorkommen sind definitiv weg. Es gibt dann in den Gebieten entweder nur noch gemähte Flächen oder vollkommen verbuschte Bereiche, in denen die Sukzession bereits zu weit fortgeschritten ist.

Für B. eunomia (und einige andere Arten) ist daher etwas notwendig, was im Vertragsnaturschutz so nicht vorgesehen ist und was schwer zu überblicken und kontrollieren ist - junge Brachen. Je nach Entwicklung der Fläche sollte alle paar Jahre ein Teilbereich gemäht und damit wieder auf Null gesetzt werden, zusätzlich muss natürlich eine Gehölzkontrolle erfolgen. Dies im Blick zu halten, ist eine Herausforderung, da die Maßnahmen nicht "automatisch" passieren und man sie immer wieder auf dem Schirm haben muss.

Soviel zu meinen Erfahrungen aus Tübingen, ich hoffe, dass wir die Art in den kommenden Jahren besser in den Griff bekommen, denn der Rückgang ist offensichtlich und regional alarmierend.

Viele Grüße Thomas

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