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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Fortsetzung 2 Stenoptilia *Foto*

So nun zum Basalabstand. Für die Erstellung des Basalabstandes und den Neigungswinkel muss man am Aedoeagus Messungen vornehmen. Ich habe hierfür das uralte Geodreieck auf einen Fotoausdruck verwendet. Zuerst braucht man Hilfslinien. Direkt unter dem Processus basalis wird gerade eine Linie (A-B) gezogen. Dann mittig bis zum Ende Coecum (C-D). Diese Länge bildet den Wert CD und ist die erste Zahl des Verhältnisses. Für die zweite Zahl wird eine Linie von Punkt A als Abtrennung Processus basalis vom Aedoeagus gezogen. Hier von zieht man im rechten Winkel mittig in den Processus basalis (Punkt E). Für Punkt G nimmt ebenfalls die Mitte am Ende des Processus basalis und verlängert die Line solange bis sie auf die Linie von E trifft. Beide Teillinien werden addiert. Dieser Wert EG ist die zweite Zahl im Verhältnis. Für den Neigungswinkel wird vom Punkt A gemessen, angelegt am Aedoeagusrand. Nun nimmt man den obere Seite des Processus basalis zum Ablesen der Gradzahl. Winkel kleiner als 90 --> nach P. basalis nach unten Richtung Coecum geneigt.

Am Foto sind Deine Werte: 17: 20 und ca.118°. Das heißt der Process basalis ist länger als die Länge Coecum. Das entspricht der Angabe 11:13. Auch hier ist der Process basalis länger. Die Maßeinheiten spielen bei der Ermittlung der Verhältnisse keine Rolle. Der Winkel beträgt ca. 118°. Das Problem bei dieser Methode ist, das sie an einem Foto gut funktioniert. Wobei die Winkelmessung, je nach Anlegen des Meßpunktes um einige Gradzahlen variieren kann. Und sicher hat auch das Deckplättchen bei der Präparation einen störenden Einfluss auf den exakten Winkel. Wie ich die Längen und den Winkel allerdings z.B. unter meinem alten Bino ohne Foto messen kann, weiß ich noch nicht.

Die vermeintlichen Unterschiede zwischen Deinen DNA-geprüften S. graphodactyla und diesem S.?, die ich mit dem anderem Bestimmungsbuch gesehen habe, haben sich meiner Meinung nach aufgelöst. Sie sind eher auf die Präparation bzw. auf den Blickwinkel der Aufnahmen zurückzuführen. Die 100% Antwort wird dann die DANN-Analyse zeigen. Die beiden anderen Aufnahmen sind nach dieser Methode eindeutiger am Foto zu bestimmen (siehe direkte Antworten). Wenn man die beiden GU-Vorlagen aus dem Gierlis und aus dem Arenberger miteinander vergleicht, dann kommt man nicht unbedingt auf die Idee, dass dieselbe Art beschrieben ist. Deine Nachfrage ob es S. graphodactyla ist, war absolut richtig, nur die Zeichnung aus dem Gierlis hat wenig Ähnlichkeit mit Deiner GU … :\

Hier noch ein paar Maßangaben (Ernst Arenberger, Wien 2005) für:

S. pneumonanthes : Basalabstand: 13: 10 (Processus basalis ist kürzer als Coecum!); Winkel 104°

S. annadactyla : Basalabstand: 5:7; Winkel 65°  [Das männliche GU- Foto Stenoptilia annadactyla in der BH -Slowakei, Tvrdošovské slanisko, 24. May 2003, (det., coll. & Foto: František Kosorín) entspricht weder dem Basalabstand (gemessen am Foto: 10: 17) noch dem Winkel, daher sicher eine Fehlbestimmung !!!)

S. bipunctdactyla: Basalabstand 13:14; Neigungswinkel 100°

S. pterodactyla: Basalabstand 3:4; Neigungswinkel: 123°

Zusammenfassende Hilfe für die Stenoptilia Bestimmung:

1. Fundort : Pflanzengesellschaft genau anschauen, viele Arten haben nur sehr wenige Wirtspflanzen

2. Falter: Spaltenpunkte, Längsstreifen, Fransen, Farbe der Vorderflügel genau anschauen. Auch wenn einige Arten sich nur durch GU unterscheidbar sind, müssen die typischen „Artmuster“ erkennbar sein. Die Muster ändern sich kaum innerhalb der Art. z. B. sind dunkle Franseneinfärbungen am Flügelrand bekannt, dann müssen sie auch am Belegexemplar zu sehen sein.

3. Männliche GU: Bevor das Deckplättchen auf das Präparat fällt: Überprüfung des Tegumen auf Häutchen. Länge der Anellusarme notieren. Dann den Aedoeagus herausziehen. Den Basalabstand und den Neigungswinkel ermitteln. Das Deckplättchen möglichst nicht andrücken, um z.B. Luftbläschen herauszudrücken. Dies kann den Neigungswinkel des Processus basalis verändern.

4. Das Bestimmungsbuch von Gielis ist für die Bestimmung von Stenoptilia-Arten nicht die erste Wahl bzw. nach Arenberger ist die Bestimmung wesentlich einfacher.

Viele Grüße
Monika

Ps. es gab Schwierigkeiten den Text in einem Beitrag zu schreiben, daher zwei Antworten

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