Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Abgesang auf den Apollofalter...?

Hallo miteinander, hallo Hermann,

Alles in allem jedenfalls keine gute Prognose für den Moselapollo.

heute lasse ich mich mal selbst zu einer kleinen Spitzfindigkeit hinreißen, denn hier werden auch Äpfel mit Birnen verglichen, wie Du schon beim Vergleich der Albpopulationen mit der Population an der Mosel schreibst (Beitrag 23.6.), kann man eine montane Population (Massif Central), die auch noch an Sedum telephium frisst, nicht dem ökologischen Setting des Moselapollo vergleichen. ;-)

"1. Sowohl naturräumlich als auch klimageografisch habe ich ziemliche Übersetzungsprobleme, die Mosel-Apollofalter und deren ökol. Setting (Vorkommen bei 200-250 m Höhenlage) mit Populationen der süddeutschen Albgebirge (meist erst ab 500 m Höhe) zu vergleichen. In den Mosel-Habitaten kommt P. apollo in einem submediterranen Setting vor (Weinbau, disjunkt isolierte Populationen von Begleitarten, die im Extremfall erst wieder in Südfrankreich ihre nächsten Vorkommen aufweisen).

---> Die Populationen in der Südlichen Frankenalb befinden sich zwischen 390m (Kinding) und rund 590m (Langenaltheim). Natürlich hast du echt, dass dort ein anderes Setting vorliegt, die meisten Populationen kommen auch nur in anthropogen geschaffenen Lebensräumen wie Strassenstützhalden, Bahndämmen oder Abraumhalden von Steinbrüchen vor. Die natürlichen Felshabitate werden nur sporadisch besiedelt. In diesem Jahr gab es normale Individuendichten.

Analog dazu treten in Süddeutschland anstelle der (sub)mediterranen Begleitarten bestenfalls Xeromontan-Elemente in Erscheinung, was aber etwas ganz anderes ist. Ich wäre vorsichtig damit, Schlußfolgerungen einzig auf den Gegebenheiten und Erfahrungen aus anderen Naturräumen zu gründen, weil das Regionalklima / Mesoklima an der Mosel durchaus anders sein dürfte, als in den vergleichsweise kleinflächigeren Felshaldenbiotopen des außeralpinen Süddeutschlands. Die enorme Ausdehnung der steilen bis steilsten Fels- und Trockenwald-/Steppenheidekomplexe an der Mosel wird in der PDF sehr gut fotografisch gezeigt.

--> Das mit den Begleitarten stimmt zumindest in der Südlichen Frankenalb nur bedingt, da auch hier xerotherme Arten vorkommen wie Chazara briseis, Oedipoda germanica,...auch in den früheren Vorkommensorten im Oberpfälzer Jura (Kallmünz, Laaber) gab es ein Stelldichein mediterraner Arten und von Steppenelementen. (Setina roscida, Pyrgus carthami, Chazara briseis, Arctia aulica zuletzt 2008, Colias myrmidone...)

Trockenstress der Vegetation ist an der Mosel zwar durchaus normal, dennoch können hier im Umfeld der Rebhänge überdurchschnittliche Hitzewerte entstehen, mit stärksten Auswirkungen auf den Faktor "Imaginal-Nahrungsquellen".

---> Ist im Altmühljura manchmal auch ähnlich besonders in den Bermen der Abraumhalden oder auf einer Bauschuttdeponie, aber Nektarquellen sind dort durch die umgebenden Mesobrometen meist verfügbar.

Was die Studie aus dem Massif Central anbelangt, würde mich interessieren wie die Situation heute dort aussieht, denn die Studie ist auch schon über 10 Jahre alt. Die Populationen in den Bayerischen Alpen lassen sich noch in den Talbereichen nachweisen, dort finden noch keine nennenswerten Verschiebungen in der Höhenamplitude statt, wobei man sagen muss, dass sich die niedrigsten Populationen dort bei ca 1000-1050m Höhe befinden. (eigene Beobachtungen aus dem Allgäu und bei Mittenwald) Aber auch hier kann fällt der Vergleich schwer.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass es sich bei den Gründen für den Rückgang des Moselapollo um ein Zusammenspiel vieler negativer Einflussfaktoren handelt. (Verbuschung, geringes Blütenangebot,...) Es bleibt zu hoffen, dass man die Art dort erhalten kann, dazu müsste aber schnellstens ein Artenhilfsprogramm auf die Beine gestellt werden, würde auch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Viele Grüße,

Oliver

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