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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Pieris rapae auch im Südkaiserstuhl *Foto*

Hallo zusammen,

das Wetter war heute durchwachsen, die Sonne verschwand immer mal wieder für längere Zeit hinter Wolken und es wehte ein recht kräftiger Wind. Dennoch bin ich nach Ihringen am Südkaiserstuhl gefahren, mal sehen, ob es da auch P. rapae gibt. Die Wetterstation Blankenhornsberg, liegt etwa 100 Höhenmeter weiter oben, meldete amtliche 18,6°C.
Als die Sonne rauskam, zählte ich in ca. 20 Minuten fünf P. rapae.

Darunter dieses Weibchen

Das gestern waren also keine einmaligen Ausreißer. P. rapae schlüpft hier dieses Jahr durchaus verbreiteter in Anzahl so früh.

Nun stellt sich naturgemäß die Frage: Wie kommt's?
Hierzu eine - rein hypothetische(!) - Überlegung.
Vor 50 Jahren schlüpfte P. rapae auch in der Oberrheinebene noch ab Anfang April. Falter Ende März waren seine seltene Ausnahme. Die ersten P. rapae Anfang März traf ich am 9. März 1997 bei Ihringen an. Mittlerweile kann man noch vor dem 10. März am Kaiserstuhl in einem warmen Frühjahr durchaus über 100 Falter an einem Nachmittag zählen - ohne umherfahren zu müssen. Was bringt dieser frühere Schlupf der Art für einen Vorteil? Wenn die Falter vier Wochen früher mit der Eiablage beginnen, fliegt auch die 4. Gen. im Spätsommer vier Wochen früher. Und deren Raupennachkommen sind dann vor dem Wintereinbruch stets schon verpuppt. Der evolutionäre Vorteil liegt also auf der Hand.
Was aber bringt es, nun noch einmal drei Wochen früher zu schlüpfen? Nun, am Kaiserstuhl sieht man mittlerweile regelmäßig im Oktober/November noch einmal frische Falter einer 5. Gen. Die Durchschnittstemperaturen sind gestiegen, die Ausbildung einer weiteren Generation ist damit möglich. Wenn die Weibchen Weibchen nun bereits Ende Februar mit der Eiablage beginnen können, dann haben deren Nachkommen im Spätherbst die Chance, mehr Vertreter einer 5. Gen. auszubilden. Das bringt aber nur dann etwas, wenn deren Raupennachkommen im Winter nicht erfrieren. Der letzte Winter war aber fast ausgeblieben. Die Tiefsttemperatur an der Wetterstation Blankenhornsberg betrug -3,7°C - und das kann auch die Altraupe von P. rapae überstehen.

Den milden Winter bezeugen auch die bestens erhaltenen Opuntien.

Auch 2019 war der Winter sehr kurz: Mitte Februar war es warm geworden. Einzelne P. rapae dürften auch damals schon im Februar geschlüpft sein und deren Nachkommen in der vierten Generation haben dann hinwiederum Nachkommen erzeugt, die auch überlebt haben. Wahrscheinlich sind deren Raupennachkommen sogar relativ verlustarm über den Winter gekommen, denn im Dezember/Januar dürften Parasitoiden kaum aktiv sein. Wenn dem so ist, dann vererbt sich aber die Eigenschaft "extrem früher Schlupf" auf deren Nachkommen. Und wenn die nächsten Wochen diesen frühen Tieren die Fortpflanzung ermöglichen, dann könnte es auch nächstes Jahr wieder ähnlich frühe P. rapae geben.

Beide Bilder: Deutschland, Baden-Württemberg, Kaiserstuhl, Ihringen, Krebsberg, 16. Februar 2020 (Freilandfotos: Jürgen Hensle).

Viele Grüße
Jürgen

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