Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Entdeckungsreisen in die Nomenklatur – Namen als Gedächtnisstützen: Damokles *Foto*

Eine Ergänzung zu den hieb- und stichwaffentragenden Bläulingen

In einem älteren Beitrag in meinem Lepiblog habe ich über die Geschichte des Bläulingsnamens Polyommatus damon berichtet und darauf hingewiesen, daß die Assoziation Damon – Dolchstich, die eine so anschauliche Eselsbrücke zum Namenmerken bildet, nicht auf Denis & Schiffermüller zurückgeht, die dem Bläuling den Namen damon gaben, sondern erst viel später von einem Entomologen geschaffen wurde, der den Namen „Weißdolchbläuling“ einführte.

Die Assoziation des weißen Hinterflügelstreifs mit einer Hieb- oder Stichverletzung – oder mit der Waffe selbst – muß Entomologen aber schon im 19. Jahrhundert öfters in den Sinn gekommen sein. Wie anders ist es zu erklären, daß Herrich-Schäffer einen Bläuling aus der damon-Verwandtschaft mit dem Namen

Polyommatus (Agrodiaetus) damocles (Herrich-Schäffer, 1844)

belegte?

Übrigens wurde der Artname nicht von Herrich-Schäffer selbst geprägt sondern von Gerichtsrat Adolf Keferstein aus Erfurt. Herrich-Schäffer hatte die Belegstücke unter diesem Namen von Keferstein erhalten und nennt ihn in der Artbeschreibung als Autor, wie das in solchen Fällen damals üblich war. Aber nach heutiger Auffassung gilt derjenige als Autor, der einen Namen zuerst im Druck veröffentlichte und eine Bescheibung dazu verfasste, egal wer sich den Namen ausgedacht und vielleicht Belegstücke unter diesem Namen weitergegeben hatte (so sehen es die Internationalen Regeln für Zoologische Nomenklatur vor).

Vielleicht gibt es doch schon im 19. Jahrhundert irgendwo in der Literatur einen „Weißdolchbläuling“? Momentan ist die früheste Erwähnung, die ich kenne, der „Weißdolch“ in Stresemanns Exkursionsfauna von 1969.

Siehe dazu auch den Beitrag zu Polyommatus damon im Lepiblog: https://lepiblog.wordpress.com/2015/09/07/entdeckungsreisen-in-die-nomenklatur-namen-als-gedaechtnisstuetzen-damon/