Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Bericht aus dem Thüringer Dürresommer 1934

https://www.zobodat.at/publikation_volumes.php?id=53839 (mehrere Fortsetzungen in diesem Band: Seiten 61-63, 76-79, 137-140, 170-172, 195-200).

Dieser Bericht von Arno Bergmann u.a. beleuchtet die vielfältigen Folgen von Dürre auf Falterpopulationen (vor allem interessant für noch nicht lange mit der Faltermaterie Befasste). Ich bin durch Zufall mal wieder über diese Veröffentlichung gestolpert; ich hatte diese bislang eher unter faunistischen Gesichtspunkten gelesen (Thüringen ist Nachbarland Hessens).

Ich selber fand darin z.B. meine Vermutung bewiesen, dass der Schlupf von Erdpuppen durch Dürre stark behindert wird.
Die ebenfalls erwähnte, dürreinduzierte Häufung zwergenhafter Individuen musste ich (leider) auch bei meinen diesjährig gemonitorten Lycaena helle-Faltern im Hohen Westerwald feststellen: 30-40% der Individuen waren auffällig kleiner als in normalen Jahren (dies ist sogar relativen Laien aufgefallen!). Der Hohe Westerwald ist seit 2 Jahren ein extremes Niederschlags-Defizitgebiet (lauf UFZ-Dürreindex). Die L. helle-Raupennährpflanze Polygonum bistorta unterlag während der Raupenzeit zweier Jahre in Folge teils erheblichem Trockenstress (speziell in "andrainiertem" Feuchtgrünland).
Aber auch die für L. helle wichtige Nektarquelle Cardamine pratensis (Wiesenschaumkraut) blühte so spärlich, wie ich es dort noch nie erlebt habe. Die diese Pflanze als Raupennährpflanze nutzende, dort seit Jahrzehnten zu Aberhunderten fliegende Anthocharis cardamines war 2020 nur sehr spärlich zu beobachten. Dagegen ging es z.B. Lycaena tityrus blendend, während das Gros aller anderen Tagfalterarten nur in Einzelindividuen hier und da vorkam.

Auch das Phänomen der im Artikel genannten, gehäuft vorkommenden verkrüppelten Falter fand ich dieses Jahr bei Lichtfängen oft bestätigt.

viele Grüße: Hermann