Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
von Schmetterlingen
(Lepidoptera)
und ihren
Praeimaginalstadien
[Home] [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Foren: [1: Bestimmungsfragen (Europa)] [2: Alles außer Bestimmungsfragen] [3: Außereuropäische Arten - Non-European Species] [Test]
Archive Forum 2: [#2 (bis 2017)] [#1 (bis 2013)] Archive Forum 1: [#7 (bis April 2019)] [#6 (2016-2018)] [#5 (2012-2016)] [#4 (2010-2012)] [#3 (2007-2010)] [#2 (2006-2007)] [#1 (2002-2006)]
Bild- und Informationssammlungen: [Bestimmungshilfe] [Schütze (1931): Biologie der Kleinschmetterlinge (Online-Neuausgabe)] [Glossar] [FAQ]
Verein: [Lepiforum e.V.] [Chat (nur für Mitglieder)]

[Hinweise zur Forenbenutzung]     [Forum User Instructions]     [Indications pour l'utilisation des forums]     [Indicaciones para el uso de los foros]     [Avvisi per l'utilizzo dei fori]     [Советы по использованию форума]     [Pokyny k použití fóra]     [Általános tudnivalók a fórum használatához]     [Wskazówki korzystania z forum]

Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina) *Foto*

Hallo ins (wiederbelebte) Forum,
die Raupen der einheimischen Scheckenfalter erzeugen in ihren ersten, noch gesellig lebenden Stadien mehr oder minder auffällige Gespinste, die sich gezielt suchen und auch finden lassen. Bei Arten wie Euphydryas aurinia, E. maturna oder Melitaea cinxia ist die Erfassung der Jungraupengespinste schon lange eine Standardmethode, mit der lokale Bestände quantitativ untersucht werden können. Von diesen findet man im Netz oder in anderen einschlägigen Quellen viele Fotos der Gespinste. Von anderen Scheckenfaltern werden Jungraupengespinste dagegen offenbar kaum gesucht oder in Veröffentlichungen abgebildet. Zu ihnen zählt der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina), eine in manchen Gegenden Süddeutschlands noch relativ verbreitet anzutreffende Art.

Auch hier im Lepiforum werden Falter von M. diamina regelmäßig gezeigt, nicht aber Fotos der Raupengespinste. Höchste Zeit also, die Lücke zu schließen. Gelegenheit dazu ergab sich letzte Woche in einem Gebiet des baden-württembergischen Albvorlandes, in dem ich im Juni einzelne Falter von M. diamina gesehen hatte. Es handelt sich um ein extensiv (pestizidfrei) genutztes Acker-Grünland-Gebiet mit mageren Grabensäumen und Feldrainen, in denen die Raupennahrungspflanze Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis agg.) nicht selten vorkommt. Letzte Woche waren diese Säume noch überwiegend ungemäht, sodass sich eine Suche nach M. diamina-Gespinsten geradezu aufdrängte. Üppig war meine Ausbeute am Ende zwar nicht. Doch in einer knappen Stunde ließen sich immerhin drei Gespinste ausfindig machen, die ich hier zeigen möchte. Zunächst ein Übersichtsfoto des Larvalhabitats:

Bilddaten: Larvalhabitat und Raupenfundstelle von Melitaea diamina, Deutschland, Baden-Württemberg, mittleres Albvorland, Umgebung Rangendingen, mesotropher Saum zwischen pestizidfrei bewirtschafteten Äckern, 460 m, 23. Juli 2020 (Freilandfoto: Gabriel Hermann).

Das erste, an einem kümmerlichen Arznei-Baldrian gefundene Gespinst war klein und unauffällig. Auf dem Foto der Wirtspflanze ist es nicht einmal zu erahnen:

Bilddaten: Fundstelle eines Jungraupengespinsts von Melitaea diamina an Valeriana officinalis agg., Deutschland, Baden-Württemberg, mittleres Albvorland, Umgebung Rangendingen, mesotropher Saum zwischen pestizidfrei bewirtschafteten Äckern, 460 m, 23. Juli 2020 (Freilandfoto: Gabriel Hermann).

Erst bei genauerem Hinsehen sind die typischen Schabefraßspuren zu erkennen, welche die Anwesenheit junger Scheckenfalterraupen verraten. Die zugehörige L1-Raupengruppe bestand allenfalls aus 20 Individuen; einzelne davon sind auf dem Foto zu erkennen.

Bilddaten: Jungraupengespinst von Melitaea diamina an Valeriana officinalis agg., Deutschland, Baden-Württemberg, mittleres Albvorland, Umgebung Rangendingen, mesotropher Saum zwischen pestizidfrei bewirtschafteten Äckern, 460 m, 23. Juli 2020, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann).

Zwei weitere Gespinste deutlich größerer Raupengruppen fanden sich an einer kräftigen, ebenfalls in Blüte stehenden Baldrian-Pflanze. Anders als die oben gezeigten waren sie nicht weniger auffällig als (große) Gespinste von Euphydryas aurinia oder Melitaea cinxia. Zunächst wieder ein Übersichtsbild der gesamten Pflanze, auf dem beide Gespinste sofort ins Auge fallen:

Bilddaten: Jungraupengespinste von Melitaea diamina an Valeriana officinalis agg., Deutschland, Baden-Württemberg, mittleres Albvorland, Umgebung Rangendingen, mesotropher Saum zwischen pestizidfrei bewirtschafteten Äckern, 460 m, 23. Juli 2020, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann).

Davon noch eine Detailaufnahme. Die hell gefärbten Jungraupen (L1/L2) sind am linken Gespinstrand zu erkennen:

Bilddaten: Jungraupengespinst von Melitaea diamina an Valeriana officinalis agg., Deutschland, Baden-Württemberg, mittleres Albvorland, Umgebung Rangendingen, mesotropher Saum zwischen pestizidfrei bewirtschafteten Äckern, 460 m, 23. Juli 2020, Tagfund (Freilandfoto: Gabriel Hermann).

Anzumerken bleibt noch, dass der Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea athalia), dessen Raupen gelegentlich/selten ebenfalls Baldrian-Arten befressen, am betreffenden Fundort nicht vorkommt. Eine Verwechselung der gezeigten Gespinste mit jenen von M. athalia kann folglich ausgeschlossen werden.

Schöne Grüße
Gabriel

Beiträge zu diesem Thema

Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina) *Foto* Bestimmungshilfe
Re: Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina)
Re: Jungraupengespinste des Baldrian-Scheckenfalters (Melitaea diamina)
Vielen Dank für die aufschlussreiche Antwort...
Interessante Dokumentation und Suchanregung! VG Markus *kein Text*