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Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Re: Schmetterlingssterben
Antwort auf: Re: Schmetterlingssterben ()

Hallo Ernst,

ich pflichte Dir weitestgehend bei. Wir reden nur ein wenig aneinander durch.

Mich störte der Begriff "schleichende Verluste". Hier schleichen sich keine Arten langsam aus, es scheinen mir vielmehr Kippmomente zu sein. Klar hat das Insektensterben nicht erst in den letzten Jahren begonnen, sondern wohl spätestens im 18 Jahrhundert. Aber mit jedem zusätzlichen Schlag, den der Mensch der Umwelt zugefügt hat, sind dann lokale Populationen zusammengebrochen und auch Arten großräumig ausgestorben. Selbstverständlich sind viele Arten auch über die Jahre und Jahrzehnte hinweg allmählich seltener geworden, aber was ich in den letzten vier Jahren hier erlebt habe, das ist eindeutig ein Zusammenbruch, kein langsames Ausschleichen.
Am Kaiserstuhl und in der umgebenden Oberrheinebene sind es zudem eben nicht alleine die (vormals) häufigen Arten mesophiler Wiesen, die aussterben: Es sind die grundsätzlich wärmeliebenden Arten der Halbtrockenrasen, denen es jetzt zu warm und vor allem wohl zu trocken wird! Melitaea parthenoides und Minois dryas sind binnen vier Jahren von "häufig" bzw. "massenhaft" auf "noch in Einzelexemplaren vertreten" zusammengeschmolzen. Euphydryas aurinia und Hipparchia fagi hatten schon in den letzten 10-20 Jahren zu kämpfen und haben jetzt einen weiteren Tiefschlag erhalten. Die werden die nächsten Jahre kaum überleben. Dass die nun durch noch wärmeliebendere südeuropäische Arten ersetzt werden, ist nur in extrem geringem Maße der Fall. Denn selbst die neu zugewanderte P. mannii kommt mittlerweile an ihre klimatischen Grenzen. Im Schwarzwald sieht es nicht allzu viel besser aus. Dort brechen viele Populationen an kühl-feuchtere Lebensräume angepasster Arten zusammen und werden eben nicht oder nur in geringem Umfang dadurch ersetzt, dass die Flachlandarten jetzt ins Gebirge ziehen. Eher ziehen auch zuvor schon in tieferen Gebirgslagen vorhandene Arten nun noch weiter hinauf. B. circe ist so eine Ausnahme, die sich tiefer in den Schwarzwald hinein ausbreitet. Aber schon I. io nicht mehr: Die ist "unten" fast ganz weg und nimmt "oben" nicht zu. C. argiades ebenso. Dabei sind das Binnenwanderer, denen die Flucht ins Gebirge noch leicht fallen sollte. Die stationären Arten sind noch viel stärker vom Aussterben bedroht. Von anderen Flachlandarten (z. B. A. ilia) sieht man hi und da einmal einen Einzelfalter im Gebirge, aber dass sich Populationen aufbauen, kann ich leider nicht bestätigen.

Viele Grüße
Jürgen

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