Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Re: Die "Härchen" sind haarförmige Schuppen aber aerodynamisch wirken sie anders

Hallo zusammen,
mag sein, dass ich eine noch recht ausbaufähige (also geringe bis kaum vorhandene) Ahnung von Schmetterlingen habe, aber was diese dünnen kurzen Haare strömungsmechanisch bewirken könnten(?), kann ich zumindest tendenziell erklären, oder ich will es zumindest mal versuchen:
Schmetterlinge haben bekanntlich keine allzu hohe Fluggeschwindigkeit. Ich schätze, dass diese in vielen Fällen zwischen ca. einem Meter pro Sekunde und ca. zehn Metern pro Sekunde liegen wird (deutlich drüber wären 100 Meter pro Sekunde oder mehr). Bezogen auf die Flügellänge wäre dies noch ein strömungsmechanisch laminarer Bereich, in welchem ein Objekt keinen großen Anstellwinkel ohne massive Strömungsablösung fliegen kann. Schmetterlinge haben vermutlich keine Ahnung von Strömungsablösung und Anstellwinkeln, aber es scheint sie seit ca 200 Mio. Jahren zu geben, was mich davon ausgehen lässt, dass sie "gut funktionieren". Weiterhin fliegen sie große Anstellwinkel, schon allein durch die Flügeldynamik.
Wenn diese Haare einen aerodynamisch Grund haben sollten (was ich nicht behaupten will, denn vielleicht sind andere Aspekte, die damit einhergehen - etwa gekoppelte Duftdrüsen - wesentlicher), dann wäre es der, dass sie die Wirbelbildung begünstigen/verstärken(!), um die Strömung bei Hochauftrieb anliegend zu halten. Sie machen aus einer ~ laminaren Strömung eine ~ turbulente Strömung. Dies erhöht den Reibungswiderstand, verringert aber die Ablösegefahr. Letztere würde den Schmetterling vermutlich taumeln lassen. Der Gesamtwiderstand würde bei Hochauftrieb sinken und sich im Normalflug nicht viel erhöhen - und ich traue 200 Mio. Jahren Evolution (an die ich auch glaube - siehe Posts hier von heute in verlinkten Publikationen) durchaus zu, dass eine solche "Optimierung" durchsetzungsfähig wäre...
Kurz gesagt, ich habe keine Ahnung welchen Sinn die Haare haben sollten, aber "weniger Wirbel" werden es durch die Haare sicher nicht - nur mehr! Wenn das einen rein strömungsmechanischen Grund haben sollte, dann der, dass die Strömung turbulent wird und anliegend bleibt (Golfball ist nicht glatt - drag crisis - Reynolds-Zahl...).
Die Z. rumina, die ich in Spanien beobachten durfte, waren moderat gute Flieger - jedenfalls schlechter/träger als die im Aufwind und mit guter Thermik fliegenden Segelfalter. Haben Segelfalter auch viele dieser Haare?
Um zu einer Antwort zu kommen, ob diese Haare aerodynamisch hilfreich seien könnten, müsste man das Flugverhalten, die "Behaarung", die Flügellänge und die Fluggeschwindigkeit einiger Falter untersuchen. Vielleicht käme man dann zu einem belastbaren Ergebnis...
Viele Grüße und Leo, beeindruckende Aufnahmen - wie immer von Dir!
Steffen

Beiträge zu diesem Thema

Flügelschuppen gestackt-Teil1 *Foto* Bestimmungshilfe
Verblüffend und wunderschön - wie ein Blumenteppich! VG, Martine *kein Text*
Wahre Kunstwerke! Gruß Klaus *kein Text*
Weiss jemand, (für) was die kleinen Härchen zwischen den Schuppen sind? VG *kein Text*
Die "Härchen" sind haarförmige Schuppen, vielleicht verringern die Luftwirbel. *kein Text*
Danke für Deine Antwort! VG, Roman *kein Text*
Re: Die "Härchen" sind haarförmige Schuppen aber aerodynamisch wirken sie anders
Wow! :) Danke für Deine Erklärungen! VG, Roman *kein Text*
Ein wirklich fundierter Beitrag super *kein Text*
wahnsinnige Fotos! Gibt es auch einen Fundort? VG Annette *kein Text*
Was für einen Fundort denn?? Fragende Grüße *kein Text*
Weiß ich nicht, da nur Flügel vorhanden ist. LG Leo *kein Text*