Polyommatus coridon
Lepiforum: Bestimmung
von Schmetterlingen
(Lepidoptera)
und ihren
Praeimaginalstadien
[Home] [Impressum] [Datenschutzerklärung]
Foren: [1: Bestimmungsfragen (Europa)] [2: Alles außer Bestimmungsfragen] [3: Außereuropäische Arten - Non-European Species] [Test]
Archive Forum 2: [#2 (bis 2017)] [#1 (bis 2013)] Archive Forum 1: [#7 (bis April 2019)] [#6 (2016-2018)] [#5 (2012-2016)] [#4 (2010-2012)] [#3 (2007-2010)] [#2 (2006-2007)] [#1 (2002-2006)]
Bild- und Informationssammlungen: [Bestimmungshilfe] [Schütze (1931): Biologie der Kleinschmetterlinge (Online-Neuausgabe)] [Glossar] [FAQ]
Verein: [Lepiforum e.V.] [Chat (nur für Mitglieder)]

[Hinweise zur Forenbenutzung]     [Forum User Instructions]     [Indications pour l'utilisation des forums]     [Indicaciones para el uso de los foros]     [Avvisi per l'utilizzo dei fori]     [Советы по использованию форума]     [Pokyny k použití fóra]     [Általános tudnivalók a fórum használatához]     [Wskazówki korzystania z forum]

Forum 2: Alles außer Bestimmungsanfragen

Ich hab sie! :) :) :) *Foto*

Hallo Dieter, hallo Christian und alle anderen,

gestern konnte ich endlich einen Besenginster-Bestand nennenswerter Größe aufsuchen. (Cytisus scoparius ist in meiner Umgebung - auf Lössboden - selten und tritt, wenn überhaupt, in versprengten Einzelexemplaren oder ganz wenigen Indivuduen auf.)

Deutschland, Niedersachsen, Hannover, 50 m, Kugelfangtrift (bodensaurer Magerrasen), 23. Februar 2021 (Fotos: Tina Schulz)

.

Nach einer Stunde (inklusive Fotografierens) hatte ich 29 Minen im Gepäck. Schon vor Ort identifizierte ich 2 als Leucoptera spartifoliella. Bei 6 Minen fand ich keine Eihülle (kann an mir liegen; ich habe kein Mikroskop genutzt), und 21 Minen gehören eindeutig Trifurcula immundella an. Im ersten Versuch, welche Freude!

Zuerst muss ich kurz darauf hinweisen, dass es durchaus auch nekrotische Verbräunungen an den Zweigen gibt, die den Suchenden zuerst täuschen können. Es ist nämlich so, dass die Minen nicht nur auf einer der Seiten des vier- oder fünfkantigen (spätere Korrektur) Besenginster-Zweiges bleiben, sondern in der Regel um den Trieb herum führen (was das Auffinden natürlich erleichtert). Das Gewebe oberhalb der Mine stirbt nicht selten ab, wodurch der Minenverlauf oft kaum zu erkennen ist - nur durch die Eihülle kann der Startpunkt festgesetzt werden, aber die Fraßrichtung ist oft nicht mehr erkennbar. Deshalb kann ich die Minenlänge meist nicht feststellen und so sah ich von einer Vermessung ab.

Der Gesamteindruck:

Deutschland, Niedersachsen, Hannover, 50 m, Kugelfangtrift (bodensaurer Magerrasen), Rindenminen an Cytisus scoparius (Besenginster), 23. Februar 2021 (det. & Freilandfotos: Tina Schulz)

.

Und nun etwas näher.

.

Der Austrittsschlitz der Raupe.

.

Nach meiner Erfahrung sind die Raupen in ihren Fraßgängen nicht sichtbar. Nur wenn man genau dem Minenverlauf folgt und an ein Ende gelangt, das keinen Schlitz aufweist und sehr gering aufgewölbt ist, dürfte sich darunter die Raupe verbergen.

Allerdings ist nicht erkennbar, ob sie tot oder lebendig ist. Da hilft nur Abwarten (oder Aufschneiden).

.

Zwei Eihüllen habe ich ins Licht gesetzt.

Bei der ersten seht ihr, wie oben beschrieben, dass die ganze Triebspitze abgestorben und der Minenverlauf kaum noch nachvollziehbar ist.

.

Schon gestern Nacht erschien die erste Raupe in der Box, wie ich hocherfreut feststellte. Ich hatte keinen Zweifel, dass es sich um eine Nepticulidenraupe handelt: sie hat diesen typischen Nepti-Habitus, ist "glatt-klebrig", hat abgesehen von diesem "Körperkleber" nicht nur kein Klettervermögen sondern auch keinen Drang, auf den Zweigen zu bleiben (wie es Leucoptera spartifoliella täte), sondern sucht gezielt den Boden auf. Außerdem weist sie keine auffälligen Ventralganglien auf - offenbar nur eines auf dem ersten Thoraxsegment.

Die erste Raupe. Interessanterweise sieht es so aus, als hätte sich ein Kotkrümel in ihrem Darm "verkeilt". Hoffentlich hat er keine negativen Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Nach einem Parasitoiden sieht das für mich nicht aus.

.

Ventral:

.

Die zweite Raupe erblickte ich heute Morgen. Die Tiere weisen die für Neptis unglaubliche Länge von 5 mm auf, Wahnsinn! Da der Falter eine Sitzlänge von 4 mm hat, passt das auch gut. Trotzdem, so eine große Zwergminiermotten-Raupe ist für mich einfach ungewöhnlich.

.

Außerdem fand ich noch einen frischen Kokon - und die erste Raupe hat sich über Nacht auch schon eingesponnen (im feuchten Taschentuch, dunkel gestellt).
Noch sind sie zu hell. Ich reiche Fotos nach, sobald sie fertig ausgefärbt sind. (Die baue ich aber wahrscheinlich gleich in die BH ein.)

.
- - -

Noch ein Wort zu L. spartifoliella, von der ich nur zweier Fraßbilder habhaft werden konnte. Im Zitat hier ( http://www.lepiforum.de/2_forum_2017.pl?page=1;md=read;id=30860 ) wird darauf hingwewiesen, dass die Mine von L. spartifoliella "browner and nearer the surface than that of Trifurcula immundella" ist. Eine meiner beiden Minen war noch bewohnt und es ist deutlich sichtbar, wo die Raupe verweilt - ein hellbrauner Flecken, eben weil die Minenhaut viel dünner ist. Dies ist bei Trifurcula immundella nicht so; die Raupe sitzt tiefer und ist daher nicht erkennbar.
Auch aus diesem Grund würde ich deine Mine + Raupe hier, Dieter, ( http://www.lepiforum.de/2_forum_2017.pl?page=1;md=read;id=30930 ) ebenfalls als L. spartifoliella bestimmen. Dafür spricht auch: Habitus der Raupe, Minenverlauf nach oben.

Wenn du bei deinen zuerst gezeigten Minen ( http://www.lepiforum.de/2_forum_2017.pl?page=1;md=read;id=30837 ) keine Eihüllen finden konntest, würde ich mit der Bestimmung vorsichtig sein. Ich selber habe auch einige uneindeutige Befallsbilder gefunden; für mich zählt aber vor allem der erfolgreiche Nachweis der Art(en), da kann ich die paar Unsicheren verkraften. Viel Erfolg wünsche ich dir bei der weiteren Suche!

Meine Fotos einer Mine:

.

Brauner (heller als bei T. immundella), geschlängelter Beginn:

.

Mutmaßlicher Aufenthaltsort der Raupe:

Leucoptera spartifoliella: Deutschland, Niedersachsen, Hannover, 50 m, Kugelfangtrift (bodensaurer Magerrasen), Rindenmine an Cytisus scoparius (Besenginster), 23. Februar 2021 (det. & Freilandfotos: Tina Schulz)

Beiträge zu diesem Thema

Trifurcula immundella: Erste Minenfotos für die BH *Foto*
T. immundella vs. Phyllonorycter scopariella vs. Leucoptera spartifoliella
Re: T. immundella vs. Phyllonorycter scopariella vs. Leucoptera spartifoliella
Ich danke dir, Dieter! Evtl. gibt noch jmd. seinen Senf dazu. Schönen Gruß, Tina *kein Text*
Re: Ich danke dir, Dieter! Evtl. gibt noch jmd. seinen Senf dazu. Schönen Gruß,
Re: Zucht L.spartifoliella / T. immundella *Foto*
Re: Zucht L.spartifoliella / T. immundella
Re: Weitere Hinweise zur Bestimmungsproblematik
Ich hab sie! :) :) :) *Foto* Bestimmungshilfe
P.S. zu Leucoptera spartifoliella in der BH
Re: Ich hab sie!
Re: Ich hab sie! :) :) :) *Foto*