Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Antispilina ludwigi *Foto*

Guten Abend

Eine in der Schweiz seit Jahren gesuchte Art ist Antispilina ludwigi. Ein Hinweis von Eric van Nieukerken, die günstigste Zeit Raupen zu finden wäre Ende Juli und Anfang August, hat im letzten Jahr endlich zum Erfolg geführt. Bisher habe ich stets bereits einen Monat früher nach den Minen in den Blättern von Polygonum bistorta gesucht.

Im Schweizer Jura und in den Nordalpen habe ich in den ersten Augusttagen 2017 die Minen an einem Dutzend Orten gefunden. An den meisten Stellen fliegt im Frühjahr Lycaena helle, hier ein Weibchen (Schweiz, Bern, Saicourt, 920 m, 22. Mai 2016, Foto: Rudolf Bryner).

Die Habitate sind Hochmoorränder oder vernässte Stellen mit reichem Bestand an Schlangenknöterich.

Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, 20. Juni 2009 (Foto: Rudolf Bryner).

Zur Fundzeit der Raupen sind die Blätter des Knöterichs sehr fleckig oder bereits herbstlich rotbraun verfärbt, was das Auffinden der Minen nicht erleichtert.

Schweiz, Bern, St-Imier, 1000 m, 2. August 2017 (Foto: Rudolf Bryner).

Vielfach sind nur wenige Minen in einem Blatt enthalten. Manchmal ist aber die ganze Blattfläche dicht mit Minen übersät, so dass die Minen der einzelnen Raupen ineinander verfliessen. Jede Raupe hat jedoch ihren eigenen Ruheplatz, der als dunkler Kreis im Minenzentrum liegt, und nur zum Fressen verlassen wird.

Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, 2. August 2017 (Foto: Rudolf Bryner).

Schweiz, Jura, Saignelégier, 1000 m, 4. August 2017 (Fotos: Rudolf Bryner).

Die Raupen besitzen keine Bauchfüsse, auch die Brustbeine sind reduziert. Am Ende ihrer Entwicklungszeit schneiden sie ein ovales Gehäuse aus dem dunklen Bereich im Minenzentrum. Ober- und Unterseite des Gehäuses entsprechen der oberen und unteren Epidermis des bisher bewohnten Blattes. Damit fällt die Raupe in die Bodenstreu.

Schweiz, Bern, St-Imier, 1100 m, 2. August 2018 (Fotos: Rudolf Bryner).

Zur Überwinterung wird das Gehäuse an Pflanzenteilen festgesponnen. Darin überwintert die Raupe als Vorpuppe. Die Verpuppung erfolgt erst im Frühling. Nach einer Puppenruhe von 2-3 Wochen schlüpfen die Falter jeweils bei Tagesanbruch.

Schweiz, Jura, Saignelégier, 1000 m, 4. August 2017 (Fotos: Rudolf Bryner). Der abgebildete Falter ist ein Männchen.

Gruss

Ruedi

Beiträge zu diesem Thema

Antispilina ludwigi *Foto* Bestimmungshilfe
Antispilina ludwigi; bin fasziniert! Danke für die Hartnäckigkeit super *kein Text*
Antispilina ludwigi - interessant! super VG, Roman *kein Text*
Re: Antispilina ludwigi: Ruedi, Du übertriffst Dich mal wieder selbst
Re: Antispilina ludwigi: Ruedi, Du übertriffst Dich mal wieder selbst
Ich drücke die Daumen, ...
Was für eine Freude! Glückwunsch und Chapeau!