Polyommatus coridon
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Forum 2: Alles ausser Bestimmungsanfragen

Re: Bombenjahr für Pieris brassicae und andere Arten

Hallo Hermann und alle Mitlesenden,

Im Raum Ingolstadt (Deutschland, Bayern, usw.) und auch in der unmittelbar nördlich angrenzenden Frankenalb (Hepberg, Eichstätt, Böhmfeld,...) habe ich noch nie derart viele P. brassicae gesehen wie in diesem Jahr. Selbst der Kalkmagerrasen bei Hepberg (südl. Frankenalb, ca. 5-6 km nördlich von Ingolstadt), den ich nun im 4ten Jahr auf 15 Transsektabschnitten (und natürlich unabhängig davon) besuche, zeigt eine mir nicht erklärbare Dichte von Großen Kohlweißlingen. Die anderen Arten, also rapae, napi und Leptidea sp. fliegen in der üblichen Anzahl - ich sehe keinen Unterschied zu den Jahren davor, allerdings sind rapae und napi eh nie wirklich häufig auf Magerrasen zu finden. Besonders bemerkenswert (auch dank Deines Berichts vor einiger Zeit) ist die überdeutliche Häufung von brassicae auf Waldlichtungen, an Waldsäumen und Wegen, die in meinem Gebiet (Truppenübungsplatz bei Hepberg) nur einen kleinen Teil ausmachen. Ich war dort jedes Jahr oft, habe camilla und paphia zahlreich gefunden und ja, hin und wieder auch einen großen Kohlweißling - aber nie auch nur annährend vergleichbar derart häufig wie in diesem Jahr. Was P. mannii angeht, die hab ich im Garten zahlreich - sie legen bei mir auf Steinkraut (Lobularia maritimum) direkt an der Terrasse. Auf dem Kalkmagerrasen gibt es weder Schleifenblume noch Steinkraut, daher dürfte sich dort bestenfalls mal einer aus dem Siedlungsraum verirren...

Was die Überwinterer angeht, würde ich für meine "Ecke" sagen: C-Falter normal (d.h. dort eher wenige), Kl. Fuchs wenig (nimmt immer mehr ab), Tagpfauenauge super (war in den letzten Jahren deutlich schlechter), Zitronenfalter normal (d.h. viele), Gr. Fuchs nimmt jedes Jahr (seit 2012 zumindest) zu und breitet sich scheinbar mehr und mehr aus, Admiral hab ich dieses Jahr keinen Überwinterer gefunden - in den letzten Jahren aber auch nur 1-3 Tiere (bedeutet also nichts).

Schwach sind bei mir (bzw. am Trockenrasen in Hepberg) dieses Jahr die Colias (wohl zum Großteil alfacariensis, aber hyale gibt's sicher auch). Hier verzeichne ich einen Einbruch gegenüber dem Vorjahr um etwa Faktor 10. Erebia medusa war auch nicht zahlreich, aber das scheint jahrweise dort am Hang kräftig zu schwanken - Wetter/Beweidung/Feuchte?

Das Jahr ist (zumindest für jemanden, der keine 20 Jahre Erfahrung aufweisen kann - vielleicht liegt es auch einfach nur daran?) in einiger Hinsicht sonderbar. Gerade auch bei den Nachtfaltern scheinen sehr unterschiedliche Entwicklungen zu passieren. Manche Arten sind "ganz normal" (Flugzeitbeginn und Häufigkeit) vertreten, andere waren gute 3 Wochen(!) früher dran (damit meine ich nicht nur ein Tier, sondern wirklich die Flugzeit), wieder andere sind kaum vorhanden. Die Kätzcheneulen waren sehr zahlreich, dafür sind viele Eulen seit etlichen Wochen schon eher Mangelware, auch die vermeidlich häufigen sind keineswegs häufig. Vermeintlich seltene Arten kommen dafür plötzlich im Stadtgarten in Ingolstadt (teilweise in einigen Individuen) vor, die ich davor nie dort finden konnte. Unter den Schwärmern siehts ähnlich aus. War der Mittlere Weinschwärmer in den letzten Jahren ein häufiger Gast, der kleine Weinschwärmer jedoch nur gelegentlich da, so ist das Verhältnis bei mir in diesem Jahr etwa 20:1 (klein zu mittel). Die Liste könnte ich beliebig fortsetzen...

Ich finde es schön, dass Du das Thema mit den Großen Kohlweißlingen eröffnet hast, denn ich habe bereits mit einigen Leuten darüber privat gesprochen und das Ergebnis ist sehr inhomogen. Einige stimmen völlig zu, andere beschreiben eher gegenteilige Beobachtungen. Woran das liegen mag? Ich kann definitiv sagen: Ich habe keine Ahnung, aber davon immerhin reichlich ;-)

Beste Grüße
Steffen

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