Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Aethes Flagellana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04315 Aethes flagellana (DUPONCHEL, [1836]) - Gelber Feldmannstreuwickler
Falter im Sommer, von Aethes dilucidana, Ae. beatricella, Ae. francillana, Ae. bilbaensis, Ae. tornella und Ae. fennicana nur mit Genitaluntersuchung sicher zu unterscheiden. Raupen an Mannstreu (Eryngium campestre).

1, ♀: Österreich, Niederösterreich, Spitzerberg bei Prellenkirchen, Trockenrasen, Gebüsche, trockener Eichenwald, 250 m, 19. Juli 2007, am Licht (Foto: Peter Buchner), det. durch GU Peter Buchner
2-4, ♀: Ungarn, Umgebung Öskü, 182 m, 1. August 2014, am Licht (leg., gen. det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
5: Niederlande, Lingewaard, leg. Raupe in Stängel von Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) 4. März 2017, e.p. 12. Juni 2017 (leg., cult., det. & Foto Ruben Meert)
6-7 (♀) & 8: Spanien, Provinz Valencia, Umgebung Arroyo Cerezo, 1280 m, 20. Juni 2018, am Licht (leg., gen. det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]
9-10, ♂: Spanien, Andalusien, Valle de Lecrín, extensives Grünland im Windpark, 1024 m, 14. Juni 2018, Lichtfang (leg., gen. det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]


Raupe

1-2: Niederlande, Lingewaard, zwei erwachsene Raupen in Stängel von Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) 4. März 2017 (leg., cult., det. & Fotos Ruben Meert)


Puppe

1: Niederlande, Lingewaard, leg. Raupe in Stängel von Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) 4. März 2017, Puppenfoto 12. Juni 2017 (leg., cult., det. & Foto Ruben Meert)



Diagnose

Habitueller Bestimmungshinweis: Dunkle Zeichungselemente eher schwach bzw. reduziert.

Männchen

1, ♂: Slowakei, Rybník, 18. Juli 2010 (Foto: František Kosorín), leg. & det. František Kosorín. Anmerkung: Der Falter wurde ursprünglich als Aethes kasyi bestimmt und war bis zum 01.09.2014 auf der entsprechenden Artseite abgebildet. [Forum]


Weibchen

1, ♀: Ungarn, Umgebung Öskü, 182 m, 1. August 2014, am Licht (leg., gen. det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
2, ♀: Spanien, Provinz Valencia, Umgebung Arroyo Cerezo, 1280 m, 20. Juni 2018 (leg., gen. det. & fot.: Friedmar Graf) [Forum]


Genitalien

Unterschiede in den Genitalien gegenüber allen verwechselbaren Arten deutlich, wobei die Bestimmung der ♀ schwieriger ist. (Anmerkung Peter Buchner)

Männchen

1, Genitalpräparat eines nicht abgebildeten ♂: Österreich, Niederösterreich, Sollenau, am Licht 11. Juni 2014 (leg., det., Präparation & Mikrofoto Peter Buchner) Das Bild war aufgrund eines Zeilenfehlers von 3. bis 9. Juli 2014 unter Aethes francillana zu sehen
2-3, Genitalpräparat des oben abgebildeten männlichen Falterbelegs: Slowakei, Rybník, 18. Juli 2010 (Präparation & Fotos: František Kosorín), leg. & det. František Kosorín [Forum]


Weibchen

1: Genitalpräparat des unter Lebendbild 1 gezeigten ♀ (Das große Bild wird evtl. nicht automatisch in höchster Auflösung angezeigt. In diesem Fall auf das Symbol "Vergrößern" klicken)
2, Genitalpräparat des als Lebendfalter 2-4 und Beleg 2 abgebildeten ♀: Funddaten siehe oben (Einbettung und GP-Foto: Hans-Peter Deuring) [Forum]


Erstbeschreibung

DUPONCHEL ([1836]: 441, pl. CCLIX fig. 6) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org].



Biologie

Habitat

1, Imaginalhabitat: Spanien, Provinz Valencia, Umgebung Arroyo Cerezo, 1280 m, 20. Juni 2018 (Foto: Friedmar Graf) [Forum]
2, Lichtfangstandort: Spanien, Andalusien, Valle de Lecrín, extensives Grünland im Windpark, 1024 m, 14. Juni 2018 (Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Raupennahrungspflanze

1: Niederlande, Lingewaard, dürrer Stängel von Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) mit zwei erwachsenen Raupen, 4. März 2017 (leg., det. & Foto Ruben Meert)


Nahrung der Raupe

Können Raupen fliegen? GARTNER (1862: 328-329) war wohl der Erste, der über Raupenfunde an Feld-Mannstreu berichtete, und zwar in den dürren abgebrochenen Pflanzenteilen, die vom Winde verweht werden: "Zur späten Herbstzeit kann Jedermann das fahle baumförmige Eryngium campestre darniederliegen sehen, wie es vom Alter gebrochen ein Spiel der Winde den Gräben und Schluchten zugeführt wird, um dort seine letzte Ruhestätte zu finden. Allein selbst diese abgelebten Pflanzen-Individuen bleiben von dem Messer des Entomologen nicht verschont, und nachdem sich die Brüche, welche immer hart am Boden erfolgen, als die natürliche Folge des morschen Alters der Pflanze erwiesen, untersuchte ich ihr Inneres und fand darin mit Markmehl gefüllte Gänge, welche mich zu den Minirern führten. Es waren Falterraupen, deren Anblick mir die schätzbaren Mittheilungen des Herrn v. Heyden über die Lebensweise der Coccyx zephyrana Tr. in das Gedächtniss zurückrief. Seine Angabe, diese Raupenart sei im Monate Juni zu suchen, beirrte mich zwar nicht, weil Zephyrana bei uns eine doppelte Generation hat, und auch die Beschreibung wollte im Allgemeinen auf meine Raupen passen; nur das Vorkommen derselben in Mehrzahl in einem Stengel, dann das kreisrunde Bohrloch, bei welchem das Markmehl herausgestossen wird, so wie das Verhältniss ihrer kleinen Form zur zephyrana Hess, mich in ihr eine andere Species vermuthen. Durch das Merkmal des an dem Bohrloche hängenden Markmehles geleitet, sammelte ich aller Orts vorzüglich in Vertiefungen, wohin diese Pflanzen verweht wurden, eine Menge von solchen gekennzeichneten Stengeln ein, in welchen die Raupen beim Miniren sich friedlich aus dem Wege gingen, und zur Winterszeit nicht selten nahe aneinander in den Mehlgängen sich niederliessen, um in Gesellschaft diese Zeitperiode zu verschlafen." Bemerkenswert: GARTNER (1862) sammelte Hinweise darauf, dass zumindest ein Teil der Raupen eine zweijährigen Entwicklungszeit durchmacht.

SCHÜTZE (1931) teilte zur Raupe mit: "In den Blüten, später im Stängel von Eryngium campestre (Disqué), verspinnt sich darin (Rössler)." WEGNER (2015) meldet aus dem im Wendland: "29.04.2006 und 04.03.2012, Larven in Stängeln und Seitenzweigen vorjähriger Pflanzen des Feldmannstreu (Eryngium campestre). Am 22.06.2013 wurde ein Falter bei der Eiablage an einem Blütenstand beobachtet."

(Autor: Erwin Rennwald)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme

Unterarten


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

WOODWARD (1922: 379) [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org] teilt die Publikationsjahre des Bandes mit. Demnach sind die Seiten 1-64 und die Tafeln 239-240 1834 erschienen, die Seiten 65-320 und die Tafeln 241-256 1835, und die Seiten 321-[627] sowie die Tafeln 257-266 1836.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Literatur


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Letzte Änderung am November 7, 2020 16:06 von Erwin Rennwald
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