Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Agrotis Fatidica

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EU M-EU 10365 Agrotis fatidica (HÜBNER, [1824])

ssp. fatidica

1-2, ♂: Schweiz, Graubünden, Berninapass, Lago Bianco, 30. Juli 2006 (Fotos: Ernst Gubler), det. Axel Steiner [Forum]
3, ♂: Österreich, Kärnten, Nationalpark Hohe Tauern; alpine Rasen, Schuttfelder, 2500 m, 31. Juli 2006, am Licht (Foto: Peter Buchner), det. Peter Buchner
4, ♀: Schweiz, Graubünden, Münstertal-Umbrailpass, ca. 2600 m, 28. Juli 2007 (Foto: Ernst Gubler), det. Axel Steiner [Forum]
5-6, ♀: Daten wie Falter 4 (Studiofotos am 30. Juli 2007: Ernst Gubler), cult. & det. Ernst Gubler [Forum]
7-9, ♂♂: Schweiz, Graubünden, Albulapasshöhe, 2300 m, 25. August 2007, Lichtfang (Fotos: Ernst Gubler), conf. Axel Steiner [Forum]
10, ♂: Schweiz, Graubünden, Berninapass, 2250 m, 3. August 2009, Lichtfang (Studiofoto: Ernst Gubler), det. Armin Hemmersbach [Forum]


Raupe

1-3: Schweiz, Umbrailpass, e.o. Zucht von einem Freilandweibchen, August 2007 (Fotos: Christian Zehentner) [Forum]


Puppe

1-2, Puppenexuvie von Falter 5-6: Daten s. Falter 4 (Studiofotos am 30. Juli 2007: Ernst Gubler), cult. & det. Ernst Gubler


Ei

1, Eigelege von Falter 4: 28. Juli 2007, sonstige Daten siehe dort (Studiofoto am 29. Juli 2007: Ernst Gubler), cult. & det. Ernst Gubler [Forum]



Diagnose

ssp. fatidica

1-2, 3-4, 5-6 und 7-8, vier ♂♂: Daten siehe Etikett (coll. & Fotos: Egbert Friedrich)
9, ♂: Österreich, Ötztaler Alpen, Rettenbachtal, leg. W. Pavlas durch Lichtfang, 20. August 1992 (det. & Foto: Jens Jacobasch) [Forum]

1-3, ♀: Daten siehe Etikett (fot.: Michel Kettner), coll. ZSM, "Klimesch-Sammlung"


ssp. luehri

1: Norwegen, Dovrefjell, leg. & det. S. A. Bakke, 10. August 1992 (coll. & fot.: Fred Ockruck) [Forum]


Erstbeschreibung

HÜBNER, J. ([1824]: pl. 152 figs. 704-705) [nach Copyright-freiem Scan auf www.biodiversitylibrary.org]



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

fatidicus weissagend, Bedeutung unklar.
(SPULER 1908)


Andere Kombinationen

Synonyme


Taxonomie und Faunistik

AARVIK et al. (2017) verwenden für das Taxon den Namen Agrotis fatidica und schreiben dazu: "Agrotis luehri von Mentzer & Moberg, 1987 will be formally synonymized with A. fatidica (Hübner, 1824) in a forthcoming publication by Ronkay & Huemer (in press). There are small morphological differences between the two taxa, but molecular data that recently have become available do not support treatment as two separate species."

RONKAY & HUEMER (2018) beschäftigten sich intensiv mit den Arten der Agrotis fatidica-Gruppe und unterzogen sie einer integrativen taxonomischen Analyse unter Einbeziehung von Barcode-Ergebnissen. Sie kamen dabei zum Schluss, dass die norwegische Agrotis luehri keine eigene Art ist, sondern genetisch ganz in die Variationsbreite der Agrotis fatidica fällt, weshalb sie hier Unterartrang unterstellen: Agrotis fatidica luehri (stat. n.). Dem wird hier gefolgt. Wegen der insgesamt sehr geringen innerartlichen Variabilität beim Barcoding der Gruppe akzeptieren sie Agrotis proverai aus den italienischen Abruzzen trotz des Barcoding-Abstandes von nur 0,5 % gegenüber ostalpinen A. fatidica als eigenständige Art. Überraschend stellten sie fest, dass die westalpinen Tiere (Alpi Cozie, Alpes Maritimes und Hautes Alpes) genetisch sehr viel weiter von den Tieren der Abruzzen und den Tieren der Ostalpen entfernt sind als diese untereinander. Der Abstand zu A. proverai wurde mit 1,55 % ermittelt, der zu A. fatidica mit 1,71 %. Das spricht für eine sehr lange zeitliche und räumliche Trennung der Taxa (mehrere Eiszeiten). Die noch weiter westlich gelegenen Vorkommen von "A. fatidica" in den Hochlagen der Ost-Pyrenäen erwiesen sich beim Barcoding nicht nur von A. fatidica deutlich getrennt, sondern mit einem Abstand von 1,12 % auch von der räumlich näheren Tieren der italienischen und französischen Westalpen. Beide Taxa wurden daher als neue Arten beschrieben: Agrotis mayrorum und Agrotis mazeli.

Nach der Einbeziehung von A. luehri gehört A. fatidica zu den Arten mit arktisch-alpiner Disjunktion. Wie weit die Art von den Ostalpen aus ostwärts reicht, ist noch unklar, da dort mit weiteren unbeschriebenen Arten zu rechnen ist. Ssp. luehri wurde aus Norwegen beschrieben und ist dort nur von wenigen Stellen bekannt.


Typenmaterial

RONKAY & HUEMER (2018) legen einen Neotypus für A. fatidica fest: "The neotype is a male and bears the following labels: “AUSTRIA occ. | Nordtirol | Rettenbachtal | 2700 m, 5.9.1991 | leg. Burmann et al.”; “BC TLMF Lep 00184” (green label)."

VON MENTZER & MOBERG (1987: 40) schrieben zu der von ihnen beschriebenen Agrotis luehri: “Holotype: ♂ Norway, Oppland nordre: Leirdalen 7.VIII.1983, leg. A. Moberg, in coll A. Moberg/Mus. nat. Hist. Stockholm.” — Paratypen: 98 ♂♂ und 1 ♀.

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Noctuidae (Eulenfalter) / Noctuinae, Tribus Agrotini, Subtribus Agrotina
EU M-EU 10365 Agrotis fatidica (HÜBNER, [1824]) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am Juni 28, 2018 14:46 von Erwin Rennwald
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