Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cydalima Perspectalis Verbreitung D BW

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Cydalima perspectalis (WALKER, 1859) - Buchsbaum-Zünsler: Detail-Verbreitung in Deutschland - Teil 1: Baden-Württemberg

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Kurzübersicht über die bisher besiedelten Bundesländer und Kreise (Deutschland) (D) - Teil 1: Baden-Württemberg

(Stand 5. Oktober 2017)



Details zu den Vorkommen in Deutschland (D) - Teil 1: Baden-Württemberg

(Stand 5. Oktober 2017; Reihenfolge wie in Kurzübersicht)

D-BW: Baden-Württemberg [seit 2007 (sicher schon 2006)]

In Baden-Württemberg erfolgten nicht nur die Erstnachweise der Art für Deutschland und Europa, hier ist auch nach wie vor das Kerngebiet der Entfaltung des Buchsbaumzünslers, wenn auch so langsam das östliche Rheinland-Pfalz und das westliche Nordrhein-Westfalen Konkurrenz machen. Mittlerweile liegen aus Baden-Württemberg Angaben aus allen 9 Stadtkreisen und 30 (von 35) Landkreisen vor, die noch fehlenden dürften im Lauf der nächsten Jahre folgen. Allerdings scheint es derzeit eher eine Verdichtung in den Landkreisen zu geben als eine Ausbreitung über größere Strecken hinweg in noch unbesiedelte Kreise: 2015 kam kein einziger Kreis neu hinzu, 2016 zwar drei, aber durchweg nur mit wenigen Tieren. Es fehlen noch immer Daten aus dem Landkreis Freudenstadt (FDS), dem Landkreis Heidenheim (HDH), dem Landkreis Rottweil (RW) und dem Landkreis Tuttlingen (TUT). Es wird vermutet, dass es in einigen dieser Kreise (oder allen?) ebenfalls längst Funde gibt - wer davon Kenntnis hat, möge das doch bitte im Lepiforum melden.

Der Buchsbaumzünsler ist in der Oberrheinebene und an deren Rändern mittlerweile durchgehend - wenn auch bereichsweise noch etwas lückig - verbreitet. Hier liegen aus allen Kreisen konkrete Angaben vor (2011 fehlten noch Baden-Baden und Heidelberg, ziemlich sicher gab es aber dort ebenfalls schon Raupen), wahrscheinlich dürfte es hier keine Ortschaft mehr ohne den Buchsbaumzünsler geben. Im Süden folgt die Art dem Hochrhein bis in den Kreis Waldshut und weiter bis zum Bodensee, im Norden greift die Art (mit zunächst großen, jetzt nur noch kleinen Lücken) bis in das Neckarbecken und dessen Umfeld (Ludwigsburg, Tübingen Böblingen, Stuttgart, Esslingen, Heilbronn) und bis in den Rems-Murr-Kreis (Winnenden) über. Ganz im Osten des Landes scheint die Art noch zu fehlen bzw. erst punktuelle, auf Verschleppung beruhende Vorkommen zu haben.

D-BW-1: Landkreis Lörrach [LÖ] ( bis 2011 Weil am Rhein (dort schon zahlreiche Raupen im April 2007, daher sicher schon 2006, und weitere Umgebung (Schallbach, Wittlingen, Lörrach (mit diversen Teil- und Vororten), Weil am Rhein, Grenzach, Rheinfelden (wohl alle Teilorte von Herten bis Nordschwaben), Schopfheim, Gresgen, mit einem seit mindestens 2007 existierenden 2. Zentrum in Bad Bellingen; nach 2011 in weiteren Orten) [seit 2007 (sicher schon 2006)]

E. O. Krüger stellte am 17. August 2007 zusammen [Lepiforumsbeitrag E. O. Krüger]: "Mittlerweile breitet sich dieser Zünsler aus. Beobachtungen aus folgenden deutschen Orten wurden mir mitgeteilt: Weil am Rhein, Lörrach-Stetten, Bad Bellingen (!) ... — Inzwischen hat auch die ‚Badische Zeitung‘ über das Vorkommen des Zünslers berichtet. — Am Dinkelberg wurde die Art noch nicht beobachtet. Der dort zuständige Förster sieht jedoch auch keine Gefahr für den Buchsbestand. Ich meine, er erkennt die potentielle Gefahr nicht. Hoffen wir, dass er mit seiner Meinung Recht hat." Noch am selben Tag wurde der Falter auch am Dinkelberg "an der Autobahn Weil am Rhein - Rheinfelden (Brombach)" nachgewiesen [Lepiforumsbeitrag D. Fritsch].

Das schon am 17. August 2007 von am E. O. Krüger genannte Vorkommen in Bad Bellingen (s.o.) lag die ersten Jahre noch getrennt von den Vorkommen in und um Weil am Rhein, ist aber mittlerweile zusammengewachsen. Eine Meldung vom 26. April 2009 im Gärtner-Blog [Gärtner-Blog] nennt erneut Bad Bellingen: „Buchsbaumzünsleralarm in Bad-Bellingen. Habe Neudorff Raupenfrei “XENTARI” eingesetzt. Bin auf die Wirkung gespannt ?“

Im Amtsblatt der Gemeinde Bad Bellingen [Amtsblatt Gemeinde Bad Bellingen, 6. Mai 2009] heißt es: "Die Gemeinde Bad Bellingen bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die Gräber auf den Friedhöfen besuchen bzw. pflegen, darauf zu achten, ob sich an den Buchsbaumpflanzen, die teilweise auf den Gräber stehen, Schädlinge befinden. Falls Schädlinge festgestellt werden, bitte beim Hauptamt, ... melden, damit diese bekämpft werden können und sich nicht weiter ausbreiten. Auf dem Friedhof in Bamlach war der Buchsbaumzünsler schon tätig. Die ganzen Buchsbaumpflanzen sind abgefressen bzw. zerstört."

Hier erhob sich zunächst die Frage, ob die Vorkommen von Weil am Rhein, Lörrach und Bad Bellingen zusammengehören. Nach der zwischenzeitlich festgestellten sehr langsamen natürlichen Ausbreitung und dem quasi gleichzeitigen Auftreten der Art in den 3 Orten erscheint das für die ersten Jahre unwahrscheinlich. Vermutlich handelt es sich hier um 3 getrennte Verschleppungen. Während die Vorkommen von Weil am Rhein und dem 8 km davon entfernten Lörrach aber bis 2009 — wie auch die Orte selbst — vollständig zusammengewachsen sind, lag Bad Bellingen auch 2 Jahre nach der Entdeckung des Vorkommens immer noch mehr als 10 km entfernt von den nächsten bekannten Vorkommen jenes Raumes. Es wurde hier daher zunächst getrennt behandelt. Damit verbunden war eine ausdrückliche Aufforderung, auf Vorkommen rund um Bad Bellingen und insbesondere zwischen Bad Bellingen und Schallbach bzw. entlang des Rheins bis Weil am Rhein zu achten und diese hier zu melden. Von 2010 und 2011 gingen dann leider keine Meldungen ein. Das heißt aber sicher nicht, dass die Art hier zwischenzeitlich verschwunden war.

2008 war im Lepiforum zunächst nichts Neues über die Art zu lesen. E. Rennwald fragte im Beitrag vom 30. April 2008 dann: "Was ist nur mit dem Buchsbaum-Zünsler (Glyphodes perspectalis) los?" [Lepiforumsbeitrag E. Rennwald]. Darin meldet er eigene neue Raupenfunde von Weil am Rhein-Haltingen und Wittlingen, die belegen, dass die Raupen den Winter 2007 / 2008 offensichtlich sehr erfolgreich überstanden haben. A. Bauer [Lepiforumsbeitrag A. Bauer] meldet am 13. Mai 2008 den Fund von mindestens 50 Raupen an einem Buchsbaum in Lörrach-Tumringen, Jürg Hofer am 17. Mai 2008 den Befall von 5 alten Buchsbäumen in Schallbach [Lepiforumsbeitrag J. Hofer]. Damit scheint in jener Region mittlerweile wohl jeder Ort befallen gewesen zu sein.

Von Seiten der Forstbehörde sah man hier sehr wohl eine erhebliche Problematik. Markus Dischinger, zuständiger Förster in Grenzach-Wyhlen, meldet am 8. Mai 2008 hier im Forum den Nachweis starken Raupenbefalls an Buchs im Ort, nur 400 m vom Naturschutzgebiet mit dem größten Buchsbestand Deutschlands entfernt [Lepiforumsbeitrag M. Dischinger]. Ein Überschwappen des Vorkommens vom Ort auf die natürlichen Buchs-Vorkommen war also nicht mehr zu verhindern.

Markus Dischinger ergänzt zum Fundort Grenzach-Wyhlen (email vom 2. Juli 2008): „Ich hatte Ihnen schon mal über das lepiforum die Info gegeben, dass der Buchsbaumzünsler im Großraum Grenzach-Wyhlen aufgetreten ist. Seit einiger Zeit habe ich Pheromon-Fallen gestellt und jetzt in dieser Woche 2 Falter gefangen. Gleichzeitig hat ein Entomologe aus Zunzgen / Schweiz, Herr Huber, weitere Falter entdeckt. Insofern muss durchaus damit gerechnet werden, dass es Probleme mit dem Buchswald geben könnte, zumal in diesem Jahr in größerem Stil der Pilz Cylindrocladium buxicola aufgetaucht ist.“ Ims Zeitungsinterviev mit Herrn Dischinger [Badische Zeitung 8. Juli 2008] trug die Überschrift: "Fressfeind ist angekommen". Weniger aufgeregt formuliert war der Artikel im Oberbadischen Volksblatt [Oberbadisches Volksblatt 3. Juli 2008] : "Erste Exemplare des Buchsschädlings am Hornfelsen entdeckt."

Insgesamt war die Art in diesem Raum 2008 anscheinend in langsamer, aber steter Ausbreitung. Berichtet wird vor allem von der Verdichtung der Fundpunkte innerhalb der besiedelten Orte. Zumindest in östlicher Richtung ging es aber auch weiter. S. Schlesinger meldet für Anfang August 2008 Bekämpfung von Raupen in Inzlingen, also "oben" auf dem Dinkelberg [Lepiforumsbeitrag S. Schlesinger]. J. Ruhs berichtet vom 24. August 2008 von einem Falterfund + Raupen in Rheinfelden-Nollingen [Lepiforumsbeitrag J. Ruhs]. Manfred # meldet Raupenbefall in Steinen im Wiesental [Lepiforumsbeitrag "Manfred"]. D. Fritsch meldet für den 18. August 2008: "Werner / Zunzgen war am Montag in unmittelbarer Nähe des Buchsbaumwaldes in Grenzach leuchten: G. perspectalis war die mit Abstand häufigste Art am Licht, 39 Exemplare, davon 3 dunkle Tiere" [Lepiforumsbeitrag D. Fritsch].

Bis Oktober 2008 gab es aus diesem Raum diverse weitere Schadmeldungen.

Im April und der ersten Maihälfte 2009 folgten wieder Raupenmeldungen aus Rheinfelden [Lepiforumsbeitrag S. Linsin], [Lepiforumsbeitrag G. Schmitt], Grenzach [Lepiforumsbeitrag S. Speich] und Grenzach-Wyhlen [Lepiforumsbeitrag "VITAL.power"]. Auch in und direkt um Weil am Rhein und Lörrach wurden die Raupen wieder beobachtet, aber leider nicht mehr von den einzelnen Orten gemeldet. Dass es die Raupen hier noch gab, zeigten Faltermeldungen von C. Walter vom 20. August 2009 in Weil am Rhein [Lepiforumsbeitrag C. Walter] und von B. Edinger vom 28. Juni 2009 aus Lörrach [Lepiforumsbeitrag B. Edinger].

Sehr überraschend war zunächst ein Falterfund am 28. August 2009 auf einer offenen Wiese bei Gresgen im Wiesental auf 820 m [Lepiforumsbeitrag S. Rudolf], mehr als 10 km entfernt von der nächsten bekannten Stelle bei Lörrach-Hauingen. Die Vermutung, dass sich die Art auch schon das Wiesental aufwärts ausgebreitet hat, wurde am 8. September 2009 bestätigt: A. Schlageter meldet (per email an E. Rennwald) noch schwächeren Befall am Buchs, dazu aber bereits auch mehrere Falterfunde in Schopfheim. Gresgen liegt davon nur 6,5 km entfernt. Eine Meldung aus dem kleinen, zu Rheinfelden eingemeindeten Ort Nordschwaben in knapp 500 m Höhe auf dem Dinkelberg belegt, dass es auch abseits des Wiesentals ein kontinuierliches Vorkommen zwischen Rheinfelden und Schopfheim gibt [Lepiforumsbeitrag L. Reinke 20. Sept. 2009].

Trotz massiver mechanischer und chemischer Bekämpfung kann sich die Art hier offensichtlich gut halten. Anders als in Kehl sind die Orte hier nahezu vollständig zusammengewachsen, was die "natürliche" Ausbreitung der Art offensichtlich sehr fördert.

Kontrollen des Buchsbaumwaldes von Grenzach-Wyhlen ergaben 2008 und auch 2009 einen nur schwachen Raupenbefall. Im Sommer 2010 war das anders. Jetzt häuften sich hier die Katastrophenmeldungen: Die Badische Zeitung meldete am 7. August 2010 „Buchswald stirbt zusehends mehr“ [Badische Zeitung 07. August 2010], mit Untertitel: „Wo vor drei Tagen sattes Grün war, hat der Buchsbaumzünsler alles abgefressen, besonders am Hornfelsenweg.“ Erläutert wird: „Mit Erschrecken stellen viele Wanderer seit einigen Tagen fest, dass dort, wo vor drei Tagen der Buchs noch in sattem Grün im Naturwald gedieh, nach nur wenigen Tagen ein radikaler Kahlfraß stattgefunden hat.“ Und weiter: „Dass der Buchswald seit einigen Jahren massiv von der gefräßigen Raupe befallen ist, ist nichts Neues. Was jedoch derzeit geschieht, übertrifft all das, was bisher an Schäden am Buchswald festgestellt worden ist.“ „An den kahl gefressenen Buchsbaumzweigen kann man anstatt des Grüns überall die grün-schwarzen Raupen des Buchsbaumzünslers erkennen, die teilweise an weißen Fäden von den Pflanzen herabhängen und überall vorzufinden sind. Selbst wenn man auf dem Hornfelsenweg läuft, kann man den kleinen bis zu fünf Zentimeter langen Buchsbaumzünslern kaum ausweichen, denn selbst von hohen Bäumen hängen die Raupen an meterlangen Fäden herab und setzen sich überall fest, wenn man dem dichten Geflecht der Fäden nicht schnell genug ausweicht.“ Und das Fazit: „Das Phänomen des immergrünen Buchswaldes im Naturschutzgebiet von Grenzach-Wyhlen als einer der letzten und größten Wildstandorte dürfte also schon bald der Vergangenheit angehören, denn der Buchsbaum (Buxus sempervirens) verliert schon jetzt massiv auf bedauernswerte Weise seinen bisherigen Ruf als immergrüner und unempfindlicher Strauch, der die Landschaft der Doppelgemeinde so lange geprägt hat.“ Am 16. August meldet die Badische Zeitung: „Der Buchswald im Todeskampf“ [Badische Zeitung 16. August 2010] mit Untertitel: „Fast 100 Hektar sind kahl: Der Buchsbaumzünsler hat mit seiner Fresslust die einmaligen Buchswälder in Grenzach-Wyhlen fast zerstört. So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie.“ Der weitere Text ist sentimental: „Es gibt keinen Buchswald mehr“, sagt ein Anrufer am Montagmorgen. Ein Spaziergang führte ihn in den Wald, geschockt kehrte er zurück. Tatsächlich hat der Buchsbaumzünsler in den vergangenen Wochen ganze Arbeit geleistet. Rund 100 Hektar Buchswald – Wahrzeichen Grenzach-Wyhlens und einmalig in ganz Deutschland – scheinen nahezu zerstört. "Nur noch kahle Zweige", sagt auch ein schockierter Helmut Bauckner, der am Wochenende seine BZ-Ferienspaß-Wanderung vom kommenden Dienstag noch einmal abgehen wollte. "Ich habe noch nie eine solche Katastrophe gesehen", sagt Bauckner über seinen Waldbesuch.“ Davon ausgehend, dass dieser Link nicht sehr lange funktioniert, wird hier ausführlich zitiert: „"Man wird sich vom Buchswald verabschieden müssen", sagt Revierförster Markus Dischinger, den der Anblick des fast komplett abgefressenen Waldes "nur noch frustriert". Seit Januar 1939 steht der Buchswald unter Naturschutz und ist seit noch viel längerer Zeit im Bewusstsein Grenzachs und Wyhlens fest verankert. Darum rufen auch viele Bürger bei Dischinger an und fordern, dass der Kampf gegen den Zünsler aufgenommen wird. Doch das, so Dischinger, sei momentan nicht möglich. "Der Buchs ist auf ungefähr 150 Hektar verbreitet. Das Spritzen in dem unzugänglichen Gelände würde pro Jahr etwa 200 000 Euro alleine an Lohn kosten." Da der Buchsbaumzünsler mindestens drei Generationen pro Jahr hervorbringt, jede Generation ist etwa 50 Mal zahlreicher als die davor, wäre Spritzen eine "Don-Quichote-Arbeit", ein Kampf gegen Windmühlen. Vom Hubschrauber könne man nicht spritzen, weil die Insektizide zum größten Teil im Laubdach der den Buchs überragenden Buchen hängen bleiben würden. Statt den Zünsler zu töten, würden dann nur viele andere Insektenarten sterben. "Es gibt momentan keine erfolgsversprechende Methode, wie man den Buchbaumzünsler in einer solchen Region in den Griff bekommen kann", sagt Dischinger deprimiert.“ Aber dann: „"Der Zünsler entzieht sich selbst seine Nahrungsgrundlage", so Dischinger. "Der Bestand wird im Frühjahr kollabieren. Da der Buchs eine sehr widerstandsfähige Pflanze sei, könne man hoffen, dass er sich im nächsten Frühjahr erholt und wieder treibt. "Man kann nur hoffen, dass er dann schneller ist, als die noch existierenden Zünsler", sagt der Revierförster. Die Zünsler stehen nun kurz vor der Verpuppung. Die bis zu fünf Zentimeter langen Tiere hängen mittlerweile überall an Gespinstfäden herab. "Auf ein paar Kilometern Weg hat man das Gefühl, dass überall Raupen schweben", sagt Dischinger. Eine Erfahrung, die auch Helmut Bauckner gemacht hat. "Ich konnte nicht mehr weitergehen und habe die Route für die BZ-Wanderung geändert", sagt er. Revierförster Dischinger hat Infotafeln vorbereitet, die auf dem Westweg aufgestellt werden sollen. "Es gibt darauf ein paar Sätze über den Buchswald selbst und eine Erklärung, warum er im Moment so schäbig aussieht. Dazu ein Bild von der Raupe und dem Falter, damit alle wissen, wer dafür verantwortlich ist." Christoph Huber, Fachkraft der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Lörrach nimmt ebenfalls an, dass sich das Bild des Buchswaldes dauerhaft wandeln wird. Vielleicht werde sich der Buchs an einzelnen Standorten halten. Eine Bekämpfung des Zünslers und auch des Pilzbefalls, der im vergangenen Jahr für den Buchswald als bedrohlicher als der Zünsler angesehen wurde, hält auch Huber nicht für möglich. "Dies stünde in keinem Verhältnis." Man müsse auf die Selbstheilungskräfte der Natur hoffen. Das sei zum momentanen Stand das einzige, was man machen könne. Für das FFH-Gebiet allerdings würde der Kahlfraß zunächst keine Rolle spielen. Die Wälder in Wyhlen genannten Gebiete würden sicher weiter unter Naturschutz stehen. Dafür ist das Regierungspräsidium zuständig, dessen Fachkraft momentan in Urlaub ist. Bürgermeister Jörg Lutz sieht den Buchswald im "fortgeschrittenen Stadium der Agonie" (Todeskampf). "Grenzach und Wyhlen sind dabei, diese Einzigartigkeit Buchswald zumindest vorübergehend zu verlieren", sagte er. Es handele sich um eine dramatische Situation. Man müsse damit rechnen, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis der gesamte Buchsbestand vollends kahlgefressen sei. "Den Buchswald wie wir ihn noch vor drei Jahren kannten, werden wir wohl auf absehbare Zeit nicht mehr haben."“ Eine Besichtigung der Spuren in diesem Wald war im Schweizerischen Fernsehen zu sehen, verbunden mit einer Situationsbeschreibung in der Schweiz [Schweiz Aktuell vom 25. August 2010, 18:59 Uhr].

Eine eigene Besichtigung dieses Gebiets durch den Autor (E. Rennwald) am 19. August bestätigte die Angaben von Förster Dischinger: Mitte August - mit der maximalen Anzahl verpuppungsreifer Raupen - war ein großer Teil der bis zu 10 m hohen Buchsbüsche komplett kahlgefressen, einschließlich der einst grünen Rinde der Zweige. Am 19. August waren – neben einigen Puppen – nur noch sehr wenige Raupen zu finden, die meisten verpuppungsreif, einige davon allerdings auch noch klein. Neben den völlig dürr wirkenden Büschen gab es allerdings auch noch solche, die größere grüne Partien aufwiesen. Zumindest diese Büsche sollten sich in den nächsten Wochen wieder erholen – für die anderen ist eine Prognose schwierig. Der Buchswald sieht im Moment schon etwas gespenstisch aus, aber er ist nicht am Absterben; der Wald ist nach wie vor grün, aber mit dem Dürrwerden vieler Buchsbaumbüsche ändert sich natürlich das Bild des Waldes. Ich gehe davon aus, dass der Buchs hier nicht ganz verschwindet da – anders als in vielen Gärten – befallene Buchsbäume nicht gleich komplett entfernt werden. Es erscheint im Moment aber durchaus möglich, dass sich der Charakter des Buchswaldes mittelfristig deutlich ändert. Vergessen wir nicht, dass das Problem nicht der Buchsbaumzünsler ist, sondern der Mensch, der ihn nach Europa gebracht hat. Bei einer 2. Besichtigung am Abend des 3. September 2010 waren immer noch einzelne, sich abseilende Raupen zu finden, daneben (wenige) Puppen und ca. 50 Falter (aus Gebüschen aufgescheucht). Bemerkenswert erscheint, dass hier etliche Einzelflügel des Zünslers herumlagen - ob die Tiere Opfer von Vögeln oder Fledermäusen wurden, blieb unklar; fest steht aber, dass der Falter hier durchaus Freßfeinde hat.

Für den 9. September 2010 [M.Hazenkamp, Beitrag Lepiforum 10. September 2010] teilt M.Hazenkamp einen Situationsbericht für Grenzach mit: "Am Do 9.9.2010 und auch noch am 10.9. 2010 traf ich am morgen auf dem Gelände der Chemiefabrik BASF in Grenzach BW, eine sehr grosse Anzahl weiss-braune Schmetterlinge an, die ich jetzt mit Hilfe dieser Internetseite als Buchsbaumzünsler bestimmen konnte. Die Schmetterlinge befanden sich vor allem auf den Mauern und Fenstern der Gebäude. Ich schätze die Anzahl am Donnerstag 9.9. auf dem Gelände auf sicher mehrere Tausend."

Für den 10. September 2010 gibt B. Edinger [B. Edinger, Beitrag Lepiforum 14. September 2010]] einen aktuellen Einblick in den Grenzacher Buchswald um Umgebung: "ich war am Freitagnachmittag 10.09.2010 in Grenzach Schulzentrum unterhalb der Felsen/ Buchswald und heute wieder. Am Freitag ist mir noch nicht aufgefallen, aber heute sind Hunderte von Faltern in der Luft, an den Scheiben der Gebäude, Autos und tote Falter auf den Parkflächen und Gehwegen... Sie fliegen völlig richtungslos hin und her und breiten sich nach „überall“ hin aus. In Wyhlen / Ort habe ich nicht so viele Falter gesehen und auch am Straßenrand Rührbergstraße / durch den Buchswald über den Rührberg nahmen die Falter mit steigender Höhe ab."

Für 2011 erreichte uns eine Faltermeldung aus dem Kerngebiet (Nollingen bei Rheinfelden, 30. Mai 2011) [Lepiforumsbeitrag H. Gehlert, 9. Juni 2011]

Waren im Grenzacher Buchswald im April 2011 zunächst noch viele überwinterte Raupen aktiv, die die Reste der nochmals austreibenden Buchs-Gerippe wieder kahl fraßen, blieben die Puppen rar und die Falter danach fast aus. Die allermeisten der hohen Buchs-Gerippe trieben erneut schwach aus, teilweise nur unten an den Stämmen, teilweise auch weiter oben an Starkästen - der Buchs erwies sich doch als "immergrün" [mehrere eigene Beobachtungen, E. Rennwald]. Warum die Falter-Population hier derart drastisch zusammenbrach, ist völlig unklar. Auch sonst hatte der Buchsbaumzünsler gerade in den einst am stärksten befallenen Gebieten rund um den Oberrhein 2011 ein eher "schlechtes" Jahr; aber eine Erklärung dafür, warum es auch in den noch immer nur schwach befressenen Randbereichen des Grenzacher Buchswaldes im Spätsommer 2011 so gut wie gar keine Raupen mehr gab, kann das nicht sein.

Am 17. August 2011 berichtet schließlich auch die Badische Zeitung, belegt durch ein Foto von frisch austreibendem Buchs: "Der Buchswald hat den Buchsbaumzünsler überlebt" [Badische Zeitung, 17. August 2011]. 3 Wochen später wird wieder der angebliche Tod festgestellt [Badische Zeitung, 8. September 2011]: „Buchsbaumzünsler. Raupen und Pilze setzen dem Buchswald zu. Von dem unter Naturschutz stehenden Buchsbaumwald bei Grenzach-Wyhlen sind nur noch tote Äste zu sehen: Raupen und Pilze ließen ihm keine Überlebenschance.“ Doch das Bild mit den Buchsgerippen zeigt an den entsprechenden Stellen auch frischgrüne Bereiche. Totgesagte leben länger – das gilt wohl auch für den Grenzacher Buchswald.

„Jöerg Heinig“ meldet am 17. Mai 2010 im Gärtner-Blog [Gärtner-Blog]: „Der Zünsler ist auch bei uns angekommen, (Schwörstadt) liegt zwischen Rheinfelden und Bad-Säckingen Unser Buchs ist stark befallen, sodaß hier nur noch die radikalkur hilft. Kommplett entfernen und verbrennen. Schade, jahrelange Pflege vernichtet.“

In der Badischen Zeitung [Badische Zeitung vom 11. Mai 2013] „In Bad Säckingen waren im vergangenen Jahr 70 Prozent des Buchsbaumbestandes der Stadt vom Zünsler befallen.“

Bei einem Besuch des Autors (Erwin Rennwald) im August 2015 im Grenzacher Buchswald zeigte sich, dass der Buchs sich dort - wie erwartet - tatsächlich wieder etwas erholt hat und nur wenige Pflanzen ganz abgestorben sind. Natürlich sehen die großen Gerippe mit nur wenigen grünen Stellen etwas gewöhnungsbedürftig aus, aber es bleibt festzuhalten: Der Buchswald hat überlebt! 2015 gab es dort einen nur sehr schwachen Besatz durch den Buchsbaumzünsler.

D-BW-2: Ortenaukreis [OG, KEL, LR, WOL] (2007: Kehl (sicher schon 2006); bis 2011: Lichtenau, Memprechtshofen, Achern, Rheinau, Kehl (diverse Stadtteile), Willstätt, Weier, Bohlsbach, Offenburg, Neuried, Friesenheim, Diersburg, Zunsweier, Oberschopfheim, Gengenbach, Ettenheim-Münchweier, Durbach, Staufenberg, Ortenberg, Griesheim; nach 2011 in den bisher noch fehlenden Orten bis einschließlich Biberach-Prinzbach) [seit 2007 (sicher schon 2006)]

In Kehl-Sundheim wurde ein Gartenbaubetrieb wegen massiven Raupenbefalls an Buchs schon im Sommer 2006 zur Bekämpfung angefragt, die dann auch erfolgte. Bestimmt wurden die Raupen nicht, nach heutiger Erkenntnis muss es sich aber um diese damals aus Europa noch unbekannte Art gehandelt haben. 2007 gab es im Raum Kehl weitere Nachweise in Kehl-Sundheim, Kehl-Marlen und Kehl-Bodersweier. Die Buchslieferungen der Gartenbaubetriebe erfolgen hier alle per LKW von Holland aus (Quelle: Rita Rennwald). Ob die Art erst 2006 — oder vielleicht noch früher — hier eingeschleppt wurde, bleibt unklar. 2007 gab es jedenfalls diverse Bekämpfungsaktionen, und eine Stichprobe im Herbst 2007 von Klaus und Rita Rennwald zeigte, dass praktisch alle auffindbaren Buchsbäume in diesen Orten auch Spuren des Zünslers aufwiesen. Bilder hierzu siehe http://www.klaus-rennwald.de/neubuerger/index.html . Eine Überprüfung der Vorkommen am 1. März 2008 zeigte, dass die Raupen schon wieder aktiv waren: http://www.klaus-rennwald.de/neubuerger/index2.html . Anfang Mai waren die Raupen hier fast durchweg ausgewachsen. Neuere Fundstellen waren Kehl-Bodersweier und Kehl-Odelshofen [Lepiforumsbeitrag E. Rennwald]. Presseangaben über Vorkommen „in verschiedenen Ortsteilen von Willstätt“ konnten durch E. Rennwald am 11. Juli 2008 für Eckartsweier (massiver Raupenbefall) und Willstätt (wenige Raupen) bestätigt werden. Nach K. Rennwald (Angaben von Ende April 2008) waren viele Buchsbäume auf dem Kehler Friedhof längst entfernt, alle anderen stärker befallen. 2008 liefen Versuche mit Pheromonen und zwangsläufig auch mit Pflanzenschutzmitteln, die aber allesamt nicht den gewünschten Erfolg brachten.

Am 20. Mai 2008 erschien in "Baden online" ein Artikel, der die Situation in Kehl schilderte: [Baden-Online 20. Mai 2008]. Via Lokalpresse und Lokalradio gab es im Juni und Juli 2008 zahlreiche Hinweise auf das Auftreten der Raupen und eine mögliche Bekämpfung. Die Stadt Kehl informierte ihre Bürger außerdem über ein bebildertes Faltblatt (pdf-Version im Internet nicht mehr verfügbar).

Im August 2008 nahm das Thema Buchsbaumzünsler wieder breiten Raum in der lokalen Presse ein. In den bisher befallenen Orten hat sich die Art offensichtlich - und trotz alle Bekämpfungsmaßnahmen - gut gehalten, Schutterwald wurde vermutlich neu besiedelt, ebenso Weier und Bohlsbach im NW bzw. N von Offenburg und sicher auch Offenburg selbst, wo es im Frühjahr 2009 zu massiven Bekämpfungsmaßnahmen im öffentlichen Grün kam.

Die Badische Zeitung vom 18. August 2009 [Badische Zeitung 18. August 2009] meldet unter der Überschrift „Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch die Ortenau“: „Buchsbaumzünsler erobert die Ortenau. Vor zwei Jahren sind die Insekten erstmals in Deutschland aufgetreten, unter anderem im Kehler Raum, wie Matthias Bernhart, Pflanzenschutzberater im Landratsamt Ortenaukreis, bestätigte. Im Herbst 2008 sind die Raupen auch in Weier und in Bohlsbach gesichtet worden. In diesem Jahr treten die Buchsbaumzünsler auch in der Offenburger Innenstadt auf. Und das nicht zu knapp. "Der Buchsbaumzünsler hat die Vorbergzone erreicht", so Bernhart. "Vorher gab es ihn nur in der flachen Ebene." Bernhart war am Montag bei einem Vor-Ort-Termin auf dem Alten Friedhof an der Zeller Straße in Offenburg. Dort haben Mitarbeiter der Technischen Betriebe Offenburg (TBO) bereits vor zwei Wochen begonnen, Gift gegen die Raupen zu spritzen. Das habe man mittlerweile wieder eingestellt. "Ich habe heute eine Raupe und noch einige Puppen in Buchs auf dem Friedhof gesehen", so Bernhart. "Mehr nicht. Am besten ist es, die jungen Raupen zu bekämpfen, die großen sind schon zu robust."“

Baden-online meldet am 19. Mai 2009 [Baden-Online 19. Mai 2009]: „»Der Buchsbaumzünsler breitet sich immer weiter aus«, sagt Pflanzenschutzberater Hubertus Gernoth vom Landratsamt Habe sich der Befall des 2006 nach Kehl eingeschleppten Tieres zunächst auf die Grenzstadt konzentriert, seien nun auch andere Gebiete im Kreis befallen: »Wir haben Meldungen von Rheinau und Achern im Norden bis nach Neuried im Süden«, erläutert Gernoth. Auch die Offenburger Nordweststadt sei bereits betroffen, ebenso einige Gebiete östlich der B 3. »Das Ausbreitungsmuster deutet darauf hin, dass sich die Tiere vom Kehler Raum aus in alle Richtungen ausbreiten«, so Gernoth. Aufgrund der Großflächigkeit und des raschen Voranschreitens des Befalls gibt er eine recht düstere Prognose ab: »Die Art hat sich bei uns inzwischen etabliert, man wird sie wohl kaum mehr stoppen können«, befürchtet der Experte. Eine von vielen frustrierten Gartenfans ist Anita Acker aus dem Rheinauer Stadtteil Honau: »Innerhalb von drei Tagen war mein kleiner Buchs abgefressen«, klagt die Sekretärin. So etwas habe sie noch nie erlebt. Das rasante Tempo ist indes typisch für den gefürchteten Schmetterling: Seine jungen Räupchen sind zunächst nur wenige Millimeter groß und leben versteckt im Innern der Bäumchen. »Erste Befallszeichen sind Kotkrümel und helle Gespinstfäden«, erläutert Fachmann Gernoth. Es sei daher ratsam, die Buchshecken regelmäßig auf solche Spuren zu untersuchen - insbesondere im Strauchinnern. Zur Bekämpfung empfiehlt Gernoth das Öl des afrikanischen Neem-Baumes, das im Fachhandel unter dem Namen »Neemazal« zu erhalten ist. Dieses biologische Insektizid wirke allerdings nur gegen die jungen Raupenstadien, weshalb es zeitgleich mit deren Erscheinen eingesetzt werden müsse: »Gegen ältere Raupen und Puppen, wie wir sie momentan bereits antreffen, hilft es nicht mehr«, betont der Pflanzenschutzberater. Allerdings könnten sich betroffene Gartenbesitzer zusammentun und einen Gärtner mit der Bekämpfung beauftragen: »Dieser darf als Fachmann dann stärkere Mittel einsetzen, die auch gegen größere Raupen wirken«, erläutert Gernoth. Bald jedoch dürften die Falter der nächsten Generation erneut ihre Eier ablegen, aus denen kurz abermals Jungraupen schlüpfen würden, die man wieder mit dem biologischen Präparat bekämpfen könne.“

Als Südgrenze dieser Population musste für Ende 2008 Neuried-Ichenheim gelten (Raupenfunde Klaus Rennwald im Frühjahr 2009). So etwa blieben eigene Kontrollen im südlich an das Befallsgebiet angrenzenden Neuried-Meißenheim — wo es innerorts reichlich Buchs gibt — sowie im nördlich angrenzenden Lichtenau und Schwarzach auch im Frühjahr 2009 ergebnislos. Die natürliche Ausbreitungstendenz scheint also eher schwach zu sein und bei etwa 5-10 km pro Jahr zu liegen. Ob die Ausbreitung nach Rheinau, Achern, Neuried, Weier, Bohlsbach und Offenburg von Kehl aus natürlich erfolgt ist oder durch Verschleppung kann letzten Endes nicht beantwortet werden. Letzteres dürfte aber die zentrale Rolle spielen.

Insgesamt war die Art im Raum Kehl bis Offenburg auch 2009 stark vertreten, eine Besiedlung weiterer Orte war durchaus zu beobachten, allerdings wieder im Bereich von 5-10 km um das bisherige Befallsgebiet.

Stichprobenartige Suche entlang der Orte an der B 36 nach Süden am 11. Oktober 2009 zeigte, dass zwischen Kehl-Bohlsbach und Lichtenau-Ulm alle Orte befallen sind: Linx, Hohbühn, Rheinbischofsheim, Freistett, Memprechtshofen (stark), Scherzheim (noch eher schwach), Lichtenau und Lichtenau-Ulm (jeweils schwach). In Stollhofen und Hügelsheim wurden auch diesmal keine Raupen gefunden (alles E. Rennwald). Dieses Einzugsgebiet entspricht auch den Erfahrungen mit Kunden eines Kehler Gartenbaubetriebes. Als (bisher) südlichste, wohl abgesicherte, Meldung einer Kundin wurde dort Friesenheim (südlich Lahr) genannt (mündl. Mitteilung R. Rennwald).

Der Buchsbaumzünsler hat bis Ende 2009 ein Gebiet von ca. 20 km nördlich und südlich von Kehl eingenommen, auch die Ost-Ausdehnung erreichte ca. 20 km bis an den Schwarzwaldrand heran. Ausgehend von einer massiven Besiedlung Ende 2006 in Kehl bedeutet das weiterhin eine flächige Ausdehnung von 5-10 km pro Jahr. Auch wenn die natürliche Ausbreitungstendenz der Art damit auffallend gering ist, bleibt gerade im Umkreis um die befallenen Orte größte Vorsicht angebracht. Die Art hat im Sommer 2008 bei Kehl auch den Sprung über den Rhein geschafft und sich auch in Straßburg angesiedelt (siehe: Frankreich).

Im Ettenheimer Stadtanzeiger [Ettenheimer Stadtanzeiger, 20. Mai 2010] war unter Ettenheim-Münchweier zu lesen: "Liebe Bürgerinnen und Bürger, unsere Jahrhunderte alte Kulturpflanze, der Buchsbaum, ist durch den Schädling Buchsbaumzünsler sehr bedroht. Hier in Münchweier ist ein massiver Befall zu beobachten. Es ergeht daher die Bitte an Sie alle, Ihre Bestände zu kontrollieren und gegebenenfalls sofort zu reagieren. Die Raupe muss auf jeden Fall bekämpft werden. Nehmen Sie daher Kontakt mit Ihrem Gärtner oder Ihrer Baumschule auf, um sich über die Möglichkeiten der Spritzungen zu informieren. Bedenken Sie auch Pflanzungen auf dem Friedhof oder außerhalb Ihrer Gärten. Es hilft nur, wenn alle, die betroffen sind, tätig werden. Es wäre sehr schade, wenn wir den Buchsbaum in unseren Gärten verlieren würden."

Frühlingsraupen oder deren Spuren - also die Ergebnisse einer Besiedlung spätestens Ende 2009 - konnte E. Rennwald 2010 auch aus Diersburg, Zunsweier, Oberschopfheim und Gengenbach erbringen. In Gengenbach im Kinzigtal wurden am 8. August 2010 nur an einer Topfpflanze vor einem Restaurant 2 sichere Raupenspuren gefunden - der viele alte Buchs in der historischen Altstadt war ansonsten noch zünslerfrei.

Baden Online zitiert aus dem Offenburger Tageblatt vom 14. August 2010 [Baden Online, 14. August 2010]: "14.08.2010 - Offenburg. Bei Hubertus Gernoth, übergebietlicher Pflanzenschutzberater beim Landratsamt Ortenau, glühen derzeit die Telefondrähte – täglich. »Allein am Dienstag hatte ich 40 telefonische Anfragen rund um die Bekämpfung des Buchsbaumzünslers« »Diaphania perspectalis« wird der gefräßige Schädling von den Fachleuten genannt. Die erste Generation des Zünslers befindet sich derzeit im gefräßigen Raupenstadium. Es gibt mittlerweile fast keine Gemeinde im Ortenaukreis, in welcher der Vielfraß nicht sein Unwesen treibt. Einzige Ausnahme ist laut Gernoth das hintere Renchtal. Bereits im April und Mai wurden die überwinternden Raupen bekämpft. »Durch die Witterung hat sich die Entwicklung der ersten Generation erheblich verzögert«, erklärt Gernoth. Ursache dafür war die nasskalte Witterung im Mai und Juni. Seit vergangener Woche aber frisst sich die erste Generation kräftig durch die Landschaft. »Bekämpfen kann man die Raupen nur, wenn sie nicht größer als drei Zentimeter sind«, erläutert der Experte. Aber nicht nur Spritzmittel setzen den Schädlingen zu. Auch Singvögel, insbesondere Meisen, haben die neue Raupenart als Futterquelle entdeckt. Dennoch scheint der Buchsbaumzünsler kaum aufzuhalten zu sein: Ob Vorgarten in der Hornisgrindestraße in Griesheim oder auf Schloss Staufenberg – die Schäden sind offensichtlich. Auch auf dem Bühlwegfriedhof in Ortenberg und auf dem Gottesacker in Durbach sind größere Schäden bemerkbar. Während die Schäden auf dem Alten Friedhof in Offenburg geringer sind als bei der ersten Generation noch erwartet, bezeichnet Gärtnermeister Thomas Bauknecht die Situation auf dem Weingartenfriedhof als katastrophal

Aus Kehl gab es bis 2010 Erfahrungen mit der chemischen Bekämpfung der Raupen: Dort, wo von Fachleuten fünfmal im Jahr gespritzt wurde, haben sich die Buchsbäume relativ gut gehalten - trotzdem haben manche Kunden genug davon und wollen ihren Buchs jetzt lieber entfernen als die Bekämpfung fortführen lassen (Mitt. Rita Rennwald). Aber es gibt auch die Erfahrung mit einem schon 2007 stark befallenen alten Buchsbaum in Kehl-Marlen, bei dem keinerlei systematische Bekämpfung erfolgt ist: Nachdem er im Herbst 2008 und 2009 jeweils jämmerlich aussah, hatte er sich bis zum Frühjahr (23. April 2010) trotz vieler Raupen wieder gut erholt; im Mai gab es hier dann erstaunlich wenige ausgewachsene Raupen und der Buchs wirkte von weitem schon fast wieder gesund; wieder waren das ganze Jahr über Haussperlinge und Skorpionsfliegen in dieser Hecke aktiv (Mitteilung Rita Rennwald), und wieder sieht dieser Buchs nach dem sommerlichen Raupenangriff vom weitem direkt gesund aus; am 4. September 2010 konnte ein einzelner Falter aus der Hecke aufgescheucht werden. 2011 wurden in diesem Strauch wiederum nur sehr wenige Raupen gefunden – der Strauch hat sich – ganz ohne Chemie – prächtig erholt. Auch sonst blieben Katastrophenmeldungen vom August 2010 in Kehl und Umgebung 2010 und 2011 weitgehend aus - z.T. schlichtweg deswegen, weil es hier kaum mehr Buchs gibt. G. Koppe [G. Koppe, Lepiforumsbeitrag 16. Juli 2012] zeigte einen Falter aus „Deutschland, Baden, Ettenheim, Campingplatz, am 21.6.2012 abends am Zelt“. Bis September 2013 ist der Buchsbaumzünsler im Kreis deutlich seltener geworden – einfach deshalb, weil die meisten Buchsbäume entfernt wurden. Der Raupenbesatz war ansonsten durchgehend vorhanden, insgesamt aber wenig auffällig. Kinzigtal-aufwärts waren Raupen der Art bis mindestens Biberach-Prinzbach zu finden (starker Raupenbesatz Anfang August 2013, E. Rennwald). Der alte, seit spätestens 2007 raupenbesetzte Buchs in besagtem Garten in Kehl-Marlen sah 2012, 2013 und 2014 von Weitem relativ gesund aus – von Nahem war der Raupenbesatz zu erkennen, aber der Buchs hielt sich hier auch ohne Absammeln von Raupen ganz gut. Das Experiment wurde 2015 durch die Rodung des Bereichs (Bauplatz) beendet.

D-BW-3: Landkreis Rastatt [RA, BH] (bis 2011: Bischweier, Ottersweier, Rastatt-Förch; nach 2011 auch Bühl, Gaggenau, Gernsbach und diverse weitere Orte) [seit 2009]

Am 8. August 2009 erschien eine Pressemitteilung des Landkreises Rastatt [Pressemitteilung Landkreis Rastatt 9. August 2009], in der es hieß: „Seit ein paar Tagen liegen nun auch Meldungen im Landkreis Rastatt vor.“ Der Hinweis fand auch Eingang in die Rastatter Senioren-Zeitung [Rastatter Seniorenzeitung]. Nähere Angaben wurden leider nicht gemacht.

Möglicherweise beruht die Angabe auf einer Pressemitteilung des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg vom 14. August 2009 [Pressemitteilung LTZ Augustenberg 14. August 2009]: „Gefräßige Schmetterlingsraupe befällt immer mehr Buchsbäume im Rheintal. Bekämpfung des Buchsbaumzünslers auch im Haus- und Kleingarten unerlässlich. Über Importpflanzen hat der ursprünglich aus Asien und Japan stammende Buchsbaumzünsler den Weg nach Baden-Württemberg gefunden. Vor zwei Jahren trat er erstmals im Landkreis Lörrach auf, hat sich aber mittlerweile entlang des Rheins bis kurz vor die Tore von Baden-Baden verbreitet und stark vermehrt. Es ist zu befürchten, dass er weiter in Richtung Norden seinen Weg sucht.“ Genauere Angaben werden leider auch hier nicht gemacht.

Hier im Lepiforum meldete U. Maurer dann "einige" Raupen aus seinem Garten in Bischweier, aus denen sich am 8. Juni 2010 der erste Falter ergab [Beitrag Lepiforum U. Maurer]. Das Vorkommen im Kreis Rastatt ist also abgesichert; in den meisten Orten den Kreises scheint die Art aber noch zu fehlen. (Wenige) Raupenfunde von K. Rennwald Ende Mai 2010 und E. Rennwald im Oktober 2010 in Ottersweier zeigen, dass die Besiedlung im südlichen Kreisgebiet wohl doch schon Ende 2009 erfolgt ist.

2010 wurden Raupen dieser Art auch im Bereich von Schloss Favorite bei Rastatt-Förch gefunden (mündl. Mitt. G. Raab).

W. Dresel berichtet über einen etwas ungewöhnlichen Raupenfund [W. Dresel, Lepiforumsbeitrag 7. April 2012]: „Bühl-Baden, 4. April 2012. In der Küche des I.O.G., 135m m.“

2012 und 2013 war die Art auch in Gaggenau und Gernsbach zu finden sowie diversen weiteren Ortschaften, vor allem der Rheinebene (Au am Rhein, Elchesheim-Illingen, Steinmauern, u.a.) (E. Rennwald).

Die Art ist weiterhin vorhanden, trat 2014 und 2015 aber nicht sonderlich stark in Erscheinung.

D-BW-4: Landkreis Ludwigsburg [LB, VAI] (Kornwestheim, Pflugfelden, Steinheim a.d. Murr, Bietigheim-Bissingen, Ingersheim, Ludwigsburg) [seit 2009]

Einer Information des Landwirtschaftlichen Informationszentrums Augustenberg [Info LTZ Augustenberg 2009] ist zu entnehmen: „Im Kreis Ludwigsburg beschränkt sich der Befall bisher noch auf das Stadtgebiet von Kornwestheim.“ In seinem Beitrag "Globalisierungsgewinner unter den Schädlingen" wiederholt R. Albert diesen Befund und ergänzt: "Im Kreis Ludwigsburg beschränkt sich der Befall bisher noch auf das Stadtgebiet von Kornwestheim. Die Herkunft der Falter auf Buchsbäumen aus den Niederlanden konnte hier in einer Gärtnerei eindeutig nachgewiesen werden." [Vortrag R. Albert 2009]

Am 2. Juni 2010 ist im Lokalteil der Stuttgarter Zeitung [Stuttgarter Zeitung, Lokalteil 2. Juni 2010]: "Im Sommer droht der Kahlfraß. Artikel aus der Kornwestheimer Zeitung vom 02.06.2010. Kornwestheim. Zum ersten Mal im Landkreis ist der Buchsbaumzünsler in einem privaten Garten nachgewiesen worden. In Kornwestheim ... Einmal ist er schon registriert worden in Kornwestheim: der Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis). Im Jahr 2008 hatte eine Gärtnerei Buchs aus den Niederlanden gekauft und mit den Pflanzen kam der Schädling in die Stadt. Nun ist der Falter, beziehungsweise aktuell dessen Raupe, wiederum auf der Gemarkung unterwegs. Helga Braun aus München hat den Schädling entdeckt, als sie sich die Tage um den Garten ihrer Eltern in Kornwestheim kümmerte. Sie hat sich über kahl gefressene Stellen an den schönen Buchsbäumen, die teils schon seit Jahrzehnten in ihrem Garten stehen, gewundert. Blätter waren bis auf den Stiel weggeputzt. Hässliche braune Löcher taten sich im Grün auf. Ein weißes Gespinst zog sich durch den Buchs. Sie schaute noch genauer hin und da war der Übeltäter: dick, grün, schwarz, weiß, gefräßig saßen Raupen zwischen den Blättern und taten sich gütlich an dem dunklen Buchsgrün ... Seit Samstag wird gesammelt. Akribisch durchforstet die Münchnerin die riesigen Buchse. 70, 80 Raupen habe sie schon gefunden, erzählt sie. Befallene Stellen entfernt sie mitsamt dem Gespinst. Nach ihrer Entdeckung hat sie sich gleich an das Landratsamt gewandt. Günter Plonka, der dort für den Obst- und Gartenbau zuständig ist, hat sich auf den Weg nach Kornwestheim gemacht und bestätigt ohne Zweifel: "Es ist der Buchsbaumzünsler." Im Kleingärtnerbereich habe er bisher im Kreis keine derartige Meldung gehabt, führt er aus. Aber es gebe auch keine Meldepflicht. Wahrscheinlich wird der Schädling auch schon anderswo gehaust haben, nur "wir wissen es nicht, wenn uns keiner berichtet". Plonka rät allen, die Buchsbäume haben, diese mal genau zu inspizieren. Wer die Raupen entdeckt, sollte sie einsammeln und vernichten. Insektizide wären momentan nicht sinnvoll, da die Raupen schon groß und fett und damit unempfindlich seien. Demnächst würden sie sich verpuppen, und dann käme man ohnehin nicht mehr an sie heran. In den letzten zwei Juniwochen, tippt Plonka aber, wären Jungraupen unterwegs, und die reagierten noch stärker auf Gift. Wer jetzt schon Schäden an seinen Pflanzen hat, sollte dann auf der Hut sein. Die Sommergeneration, warnt der Fachmann vom Landratsamt, sei viel gefährlicher als die Frühlingspopulation. Dann droht der Kahlfraß. Ruben Tengler, der Chef der Stadtgärtnerei, macht sich dennoch nicht allzu viele Sorgen. Man werde ein Auge auf die Buchsbäume haben, allerdings gibt es laut Tengler gar nicht allzu viele auf städtischem Grund. Zumeist bilden Liguster, Hartriegel und Hainbuchen in der Stadt die Hecken."

Am 10. August heißt es dann in den Stuttgarter Nachrichten [Stuttgarter Nachrichten, 10. August 2010]: "Buchs-Fresser bringt Bürger auf die Palme. Kornwestheim. Im ganzen Stadtgebiet hat der Buchsbaumzünsler Pflanzen befallen. Auf dem Friedhof ist es besonders schwierig, dem Schädling den Garaus zu machen. Der Buchsbaumzünsler hält derzeit Bewohner ganzer Stadtviertel auf Trab. Die Schädlinge haben sich in Vorgärten und auf dem Friedhof eingenistet, haben Hecken und Zierpflanzen an- und zum Teil vollständig abgenagt. Experten sind sich einig: Jetzt hilft nur noch die Chemiekeule ... Im ganzen Stadtgebiet habe sich der Schädling inzwischen ausgebreitet, bestätigt Ruben Tengler, Leiter der Kornwestheimer Stadtgärtnerei. Für viele Bürger hatte das zur Folge, dass sie sich am Wochenende das Beine hochlegen abschminken konnten und ihre Freizeit statt dessen in den Vorgärten verbrachten: beim Abpflücken von Raupen, beim Ausschneiden von Gespinsten aus Hecken und Bäumchen und schließlich beim Spritzen von Insektenvertilgern. Die haben derzeit Hochkonjunktur, berichtet Gabriela Hegemann. Gleich dutzendweise gehen in ihrem Gartenmarkt in diesen Tagen die Pflanzenschutzmittel über den Ladentisch. Tipps zur richtigen Anwendung gibt"s von der Expertin obendrauf: Mit hohem Druck muss das Mittel versprüht werden, und zwar nicht nur oberflächlich, sondern im Inneren der Pflanze. Wer mit den chemischen Insektenvertilgern hantiert, sollte laut Gabriela Hegemann sicherheitshalber einen Mundschutz, Handschuhe und lange Kleidung tragen und auch darauf achten, dass Kinder und Haustiere in der Wohnung bleiben. "Wichtig ist, dass dann alle Buchspflanzen gespitzt werden, nicht nur die befallenen", erklärt Hegemann. In Reihenhaussiedlungen sei es zudem sinnvoll, dass nicht nur in einem, sondern in allen Gärten gespritzt werde. Denn sonst verlässt der Zünsler den Garten, in dem ihm der Buchs wegen des Giftcocktails nicht mehr schmeckt, und schlägt sich nebenan den Bauch voll. Dass flächendeckend gespritzt werden sollte, weiß auch Stefan Müller. Der Gärtner pflegt viele Gräber auf dem Kornwestheimer Friedhof, die mit Buchs bepflanzt oder eingefasst sind. "Die Raupe ist auf dem Friedhof schon recht verbreitet", hat Müller festgestellt und flugs die Friedhofsverwaltung informiert. Zudem bemüht er sich um eine Ausnahmegenehmigung, um die Pflanzen auf den Gräbern, die er im Auftrag von Angehörigen pflegt, mit Schutzmitteln behandeln zu dürfen. Doch das Problem ist nicht aus der Welt, wenn alleine Stefan Müller die Raupen bekämpft. Denn so blieben viele Gräber unbehandelt und für den Buchsbaumzünsler genug Möglichkeiten, auf andere Pflanzen auszuweichen. "Am besten wäre es, auf dem gesamten Friedhof zu spritzen", spielt Müller der Stadt den Ball zu. Er selbst werde schlicht keinen Buchs mehr pflanzen ..."

Auch das Vorkommen bei Ludwigsburg konnte nicht ausgerottet werden. So meldet die Ludwigsburger Kreiszeitung am 9. August 2010: "Chinesische Raupe frisst sich in Pflugfelden satt. Klein, aber oho – die Raupen des Buchsbaumzünslers, einem asiatischen Schmetterling, machten es sich auf dem Friedhof in Pflugfelden gemütlich. Jetzt sind alle Buchshecken kahl ... Doch nicht nur ihre Buchspflanzen sind betroffen, sondern alle auf dem Friedhof. Bei genauerem Hinsehen entdeckte sie in jeder Buchspflanze sechs bis acht grüne Raupen. „Das wird wohl der Buchsbaumzünsler sein“, sagt Volker Kugel, Direktor des Blühenden Barocks. Der Gartenbaubetrieb Taraborrelli in Remseck, der auf Buchs spezialisiert ist, sieht das genauso."

B. Baitinger [B. Baitinger, Beitrag Lepiforum 17. August 2010] meldet dazu: "In Ludwigsburg (bei Stuttgart), im Teilort Pflugfelden haben die Raupen des Buchsbaumzünslers alle Buchsbäume und Hecken auf dem Friedhof kahlgefressen. Ein trostloses Bild. Pflugfelden grenzt an Kornwestheim, das in der Verbreitungskarte (BW-5) aufgeführt ist Auch in unserem Garten mit alten grossen Buchsbeständen habe ich Schäden entdeckt, aber auch beobachtet, dass Meisen und andere Vögel eine Raupe nach der anderen aus den Hecken geholt und gefressen haben. Im Ort sind alle Buchshecken, die ich bis jetzt gesehen habe, befallen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Schaffen es die Vögel (von denen es hier zum Glück jede Menge gibt) den Befall einzudämmen, dass auf chemische Mittel verzichtet werden kann?"

Neu hinzu kam am 3. August 2010 ein Eintrag auf der Seite der Stadt Steinheim a.d. Murr [Stadt Steinheim a.d. Murr - 3. August 2010] : 03.08.2010 Der Buchsbaumzünsler ist in Steinheim angekommen. In Steinheim wurden dieses Jahr in mehreren Hausgärten Fraßschäden an Buchsbäumen festgestellt. Verursacher waren die Raupen des Buchsbaumzünslers. Dieser Kleinschmetterling stammt aus Ostasien (Japan, China, Korea) und erreichte Europa vermutlich mit dem weltweiten Warentransport. Im Kreis Ludwigsburg beschränkt sich der Befall im vorigen Jahr noch auf das Stadtgebiet von Kornwestheim. Mittlerweile ist der Schädling kreisweit aktiv. In den letzten Wochen wurde er auch an mehreren Stellen im Stadtgebiet von Steinheim gefunden."

Nach der Verbreitungskarte von Albert & Lehneis [Albert & Lehneis, Landinfo 3/2010] gibt es für 2009 auch einen Nachweis von Bietigheim-Bissingen. Details zu dieser Angabe fehlen bisher. Die Art war bis 2013 wohl in fast allen Orten des Kreises zu finden.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Zwei Meldungen betreffen den Kreis Ludwigsburg: "Eva schrieb am 25.05.2014, 17.05 Uhr: Am 11.4.14 in 74379 Ingersheim, Nähe Ludwigsburg, erste Raupe entdeckt. Gleich alle Buchsbäume und Hecken behandelt. Seit 2011 Probleme mit Zünsler, dieses Jahr sehen die Bäume und Hecken aber viel besser aus!" und: "B.Hiller schrieb am 18.07.2014, 07.37 Uhr: 17.7.14 im zweiten Jahr Zünsler im Buchs auf Balkon in Ludwigsburg".

D-BW-5-6: Landkreis Karlsruhe und Stadtkreis Karlsruhe [KA] (Karlsruhe, Rheinstetten, Pfinztal, Kronau, Eggenstein, Stutensee, Karlsbad-Langensteinbach, Bruchsal, Waghäusel, Bretten, Weingarten, Ettlingen, Ettlingenweier, Linkenheim-Hochstetten, Malsch und diverse weitere Orte) [seit 2009]

Nach der Verbreitungskarte von Albert & Lehneis [Albert & Lehneis, Landinfo 3/2010] gibt es für 2009 auch einen Nachweis von Karlsruhe. Diverse eigene Suchen 2009 und 2010 brachten hierfür bis Ende August 2010 keine Bestätigung. A. Steiner [A. Steiner, Beitrag Lepiforum 3. September 2010] meldet dann: "Hier eine Ergänzung für die Verbreitungskarte. Heute abend hatte ich den Buchsbaumzünsler zum ersten Mal bei mir auf dem Balkon am Licht. Deutschland, Baden-Württemberg, Kraichgau, Pfinztal-Wöschbach, Alter Berg, 220 m. MTB 6917 C, 49° 0' 9" N, 8° 34' 11" E. 2.9.2010. 1 frisches Weibchen. Muß mir wohl mal die Buchsbaumbüsche auf dem hiesigen Friedhof anschauen."

2011 kam es zu ersten lokalen Funden in Rheinstetten-Neuburgweier, wo die meisten Gärten aber noch buchsbaumzünslerfrei waren. 2012 änderte sich das: In Rheinstetten-Neuburgweier, -Forchheim und –Mörsch trat die Art 2012 mäßig stark in Erscheinung; hier haben die Raupen – und noch mehr die Buchsbaumzünslerbekämpfer – im Frühjahr 2013 dann vielfach stärkere Spuren hinterlassen. „Carola“ berichtet am 24. September 2012 [gaertnerblog.de]: „Hi, bin aus Stutensee bei Karlsruhe hier sind sie auch !!!! Aber wo kommen die Biester her ??? Bei mir sind alle 6 Buchsbäumchen befallen.“ Funde gab es 2012 endlich auch in der Karlsruher Innenstadt (u.a. E. Rennwald). S. Gehrlein [S. Gehrlein Lepiforumsbeitrag 20. August 2012] berichtet: „Hallo liebe Nachtfalterexperten, seit ein paar Tagen besuchen uns nachts immer diese Schönheiten ... Karlsruhe-Durlach/18.-20.08.2012“. Ein Jahr später ergänzt er [S. Gehrlein Lepiforumsbeitrag 3. September 2013]: „Inzwischen sind die 3 Buchsbüsche bei uns im Garten fast restlos abgefressen und gestern tummelten sich bei uns in der Wohnung bis zu 4 Falter. Vor 3 Wochen etwa habe ich 25 Raupen an einem Busch gezählt ...“ Weitere konkrete Meldungen gibt es aus Karlsruhe-Waldstadt [C. Lehmann, Lepiforumsbeitrag 30. August 2013] und Karlsruhe-Mühlburg [M. Schlemm, Lepiforumsbeitrag 31. August 2013]. Auch im Norden des Landkreises gab es erste Meldungen: „auch ich habe mich gefreut dieses Jahr am 13. August Cydalima perspectalis an meinem Wohnzimmerfenster in 2 Tieren gefunden zu haben und auch den Entwicklungsort an einem kleinen eingetopften Buchs gefunden. Ich habe mich gefreut zumal der Buchs auch nicht mein Lieblingsgewächs ist. Deutschland, Baden-Württemberg, Nordbaden, Kronau“ [R. Mörtter, Lepiforumsbeitrag 31. August 2012]. Auch der Kraichgaurand blieb nicht verschont: „Am Kraichgaurand in Karlsbad-Langensteinbach hatte ich 2011 noch vergeblich nach Spuren und Raupen gesucht - jetzt (gestern) ist dort nahezu jeder Busch befallen, viele sehr deutlich. Und einen am Tag herumflatternden Falter gab es auch zu sehen.“ [E. Rennwald, Lepiforumsbeitrag 17. September 2012] M. Rösler (per email vom 17. September 2012 an E. Rennwald) teilt mit: „Bei uns im Garten ist ein 30cm Buchsbaum komplett zerfressen und unser ca 1m Durchmesser befallen. Ich habe seit Samstag mehr als 150 Raupen abgepflückt. Noch hat er grüne Blätter und ich denke er wird überleben, aber täglich kann man ca 50 neue Raupen ernten … 76344 Eggenstein.“

2013 kamen viele neue Fundorte hinzu und so dürfte es in den tieferen Lagen des Kreises keinen Ort mehr ohne Buchsbaumzünsler gegeben haben. 2014 verdichteten sich die Fundstellen.

D-BW-7: Landkreis Böblingen [BB, LEO] (Leonberg) [seit 2009]

Nach der Verbreitungskarte von Albert & Lehneis [Albert & Lehneis, Landinfo 3/2010] gibt es für 2009 auch einen Nachweis aus Böblingen. Details zu dieser Angabe fehlten.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Angabe betrifft den Kreis Böblingen: "Thomas D schrieb am 20.04.2014, 22.55 Uhr: Leonberg: Habe an fast jedem Trieb Gespinste entdeckt, die Raupen sitzen bestimmt auch irgendwo. Jetzt ist also auch der Raum Stuttgart dran."

D-BW-8: Landkreis Tübingen [TÜ] (Tübingen) [seit 2009]

Nach der Verbreitungskarte von Albert & Lehneis [Albert & Lehneis, Landinfo 3/2010] gibt es für 2009 auch einen Nachweis aus Tübingen. Details zu dieser Angabe fehlen bisher. Und überraschenderweise lagen uns bis 2014 keine weiteren konkreten Angaben zu Vorkommen in diesem Kreis vor. Volker Dorka meldet am 20. August 2015 [Lepiforums-Beitrag]: "Falter innert der letzten Woche 3x (heute 20.08.15 letzmals) im Bereich eines Buchsstrauches vor dem bergwärtigen Hangbereich der Simon-Hayum-Str. 40 am Südrand des steilen Österberghanges. Geschätzt 30% des Strauchblattwerkes sind befressen und abgestorben sowie mit Gespinstresten überzogen. Raupen sind nicht mehr zu finden. Ein Strauch auf dem Balkon zur Talseite hin zeigt noch keine Zünslerspuren. Bei dem Buchs handelt es sich um eine üblicherweise vom Gartenhandel gelieferte Art und Sorte, die ich selber nicht näher bestimmt habe. Der Buchs steht aber schon seit mindestens 15 Jahren vom Zünsler unbehelligt am jetzigen Standort. Die Besiedlung ist erst in diesem Jahr aufgefallen. Wobei im letzten Jahr ein erster Verdacht wegen Gespinsten am Buchs sich als von Spinnennetzen herrührend, erwies."

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Die einzige Angabe für Tübingen ist reichlich vage: "Marianne Rudolf schrieb am 02.06.2014, 20.08 Uhr: Tübingen: nachdem im vergangenen Jahr der Buchsbaumzünsler hier in Tübingen auftrat, scheint er sich in diesem Jahr zurückgezogen zu haben. Bisher habe ich noch keinen gesehen. Vielleicht weil ich die Buchse im Herbst mit Kalk versorgt habe (Buchse wollen kalkhaltigen Boden)?"

Herbert Fuchs (Naturschutzbüro Zollernalb) leitete mir eine email von D. Steinmetz bzw. weiter, in der - mit Bildbeleg - über den Fund eines Falters dieser Art am 20. August 2015 an einem Küchenlicht im Südteil der Stadt Tübingen berichtet wird. Außerdem berichtete er über einen Falterfund von B. Lupp vom 14. August 2015 ebenfalls aus dem Süden der Stadt und ebenfalls am Zimmerlicht. Die beiden Fundstellen liegen ca. 1,2 km auseinander.

D-BW-9: Landkreis Esslingen [ES, NT] (Esslingen-Sirnau, Ostfildern, Nürtingen, Kohlberg, Bempflingen, Kirchheim unter Teck, Jesingen, Wendlingen am Neckar) [seit 2009]

Nach der Verbreitungskarte von Albert & Lehneis [Albert & Lehneis, Landinfo 3/2010] gibt es für 2009 auch einen Nachweis aus Esslingen. Details zu dieser Angabe fehlten zunächst.

Eine konkrete Faltermeldung für den 20. August 2011 erreichte uns aus 73730 Esslingen-Sirnau [Lepiforumsbeitrag H. Lahm, 21. August 2011].

Eine Anfrage zu einem Foto eines Falters der dunklen Form betraf Ostfildern [R. Frank, Lepiforumsbeitrag 17. September 2012]: „Filder, Ostfildern, ca. 320 m ü. NN, 8. Sept. 2012. Der Falter flog in der Nacht ins Bad, ließ sich fotografieren und flog dann irgendwann wieder hinaus.“

2012 und 2013 war die Art noch immer nicht in allen, aber doch in vielen Orten des Kreises zu finden. So etwa meldet das Mitteilungsblatt Kohlberg [Mitteilungsblatt Kohlberg, 30. August 2013]: "Der Buchsbaumzünsler frisst Buchsbäume kahl. Wie auch in der Nürtinger Zeitung vom Dienstag, 27. August 2013 zu lesen war, breitet sich der Buchsbaumzünsler bei uns stark aus ... Die Raupe wurde auch auf dem Friedhof gesichtet."

Die Gemeinde Bempfingen teilt kurz und knapp mit [Gemeinde Bempflingen, 4. September 2013]: "Wie uns bekannt wurde, ist der Buchsbaumzünsler nun auch in Bempflingen angekommen."

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Immerhin 4 Meldungen betreffen den Kreis Esslingen: Kirchheim unter Teck (27. April 2014: "73230 Kirchheim; starker Befall in der ganzen Nachbarschaft"), Kirchheim unter Teck-Jesingen (8. Mai 2014: "Der Feind in meinem Garten ist da 73230 Kirchheim/ Teck - Ortsteil Jesingen ich mach ihm den Garaus!!!!") und Wendlingen am Neckar (2. Mai 2014: "73240 wendlingen massiver Befall an mehreren Buchsbäumen" und 23. Juli 2014: "Raupen und Eier in Hecke und Solitär. Falter fliegen Hecke an.").

Anhand von Raupenspuren an Buchs konnte ich die Art für Ostfildern-Ruit für August 2015 bestätigen - der Besatz war hier aber sehr gering.

Noch immer gibt es im Kreis Friedhöfe, auf denen man keinen Buchsbaumzünsler findet.

D-BW-10: Neckar-Odenwald-Kreis [MOS, BCH] (bis 2011: Obrigheim, Neckarzimmern, Diedesheim, Haßmersheim, Elztal-Neckarburken) [seit 2010 (sicher schon 2009)]

Der Befall im Neckar-Odenwald-Kreis wurde erst im August 2010 bemerkt, er dürfte allerdings spätestens im Sommer 2009 erfolgt sein. Die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet [Rhein-Neckar-Zeitung, 13. August 2010]: "Zu Dauerpatienten werden derzeit die Buchsbäume in vielen Gärten: Der Buchsbaumzünsler breitet sich im Neckar-Odenwald-Kreis immer weiter aus (wir berichteten). Hauptsächlich betroffen seien derzeit Obrigheim, Neckarzimmern, Teile Diedesheims und nun wohl auch massiv Haßmersheim, teilt Meike Wendt von der Stadt Mosbach mit."

Zur Situation in Diedesheim [Stadt Mosbach, 13. August 2010] war zu lesen: "Der Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis) hat sich in den letzten Wochen nach Hinweisen aus der Bevölkerung rasant verbreitet. Meldungen kamen insbesondere aus Mosbach-Diedesheim."

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Meldung stammt aus dem Kreis: "Kirsten schrieb am 27.04.2014, 15.47 Uhr: 74834 Elztal-Neckarburken Buchsbäume seit 2 Jahren immer wieder Befall".

D-BW-11: Landkreis Emmendingen [EM] (bis 2011: Vörstetten, Riegel, Emmendingen, Teningen-Bottingen; danach in Freiamt und vielen weiteren Orten) [seit 2010]

Der Kreis Emmendingen [Kreis Emmendingen, 10. Juni 2010] informierte seine Mitbürger über Beobachtungen im Nachbarkreis und im Norden des Kreisgebiets: "... Seitdem hat sich der Falter rasant ausgebreitet. Er trat dieses Jahr bereits in Freiburg, Pfaffenweiler und Vörstetten auf." Erst 14 Monate später erschien im Amtsblatt der Gemeinde Vörstetten ein ziemlich hilfloser Aufruf an die Bevölkerung [Amtsblatt der Gemeinde Vörstetten vom 28. Juli 2011]: „Es wurden sämtliche Gräber auf dem Friedhof überprüft und festgestellt, dass bereits über 50 Gräber von dem Schädling mehr oder weniger stark befallen sind. Eine Auflistung der Gräber befindet sich auf dem Rathaus. Wir empfehlen dringend, die Buchsbäume zurückzuschneiden, Schnittgut z.B. in einem luftdichten Behälter fachgerecht zu entsorgen und schnellstmöglich mit geeigneten Mitteln zu bekämpfen. Im Übrigen tritt der Schädlingsbefall bereits im ganzen Ort auf.“

J. Hensle [Jürgen Hensle, Lepiforums-Beitrag 28.12.2011] berichtet über weitere Funde im Landkreis im Jahr 2011: "23.8.11: Je ein Falter in Riegel und in der Stadtmitte von Emmendingen. 5.9.11: Ein Falter in meinem Garten in Teningen-Bottingen. Zudem mehrere verlassene kleine Raupengespinste in einem anderen Garten, 200 m weiter im Ort. 2012 und 2013 kam es zu einer Fundstellenverdichtung und zur Besiedlung diverser weiterer Ortschaften. Die Gemeinde Freiamt erschreckt ihre Bürger [Gemeinde Freiamt, 22. August 2013]: „Auf den Friedhöfen der Gemeinde Freiamt sorgt der Buchsbaumzünsler für Probleme. Buchsbäume auf Gräbern sind teilweise sehr befallen und werden weder behandelt noch entsorgt. Wir weisen daraufhin, dass befallene Buchsbäume auf den Friedhöfen entweder regelmäßig gegen den Buchsbaumzünsler behandelt oder entsorgt werden müssen. Für die Entsorgung der befallenen Planzen“.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Zwei Angaben über Raupenfunde im April 2014 aus Rheinhausen (Breisgau) und Waldkirch betreffen den Kreis Emmendingen.

D-BW-12-13: Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald [FR] und Stadtkreis Freiburg [FR] (bis 2011: Freiburg, Pfaffenweiler, Auggen, Schallstadt-Wolfenweiler, Ihringen, Bötzingen, danach in weiteren Orten) [seit 2010]

Der Kreis Emmendingen [Kreis Emmendingen, 10. Juni 2010] informierte seine Mitbürger auch über Beobachtungen im Nachbarkreis: "... Seitdem hat sich der Falter rasant ausgebreitet. Er trat dieses Jahr bereits in Freiburg, Pfaffenweiler und Vörstetten auf."

Hinzu kommt ein Raupenfoto von Ebringen am Schönberg im Rebland-Kurier [Rebland-Kurier, 25. August 2010] zu dem es heißt: "Am Rande der Ebringer Weintage entdeckt: eine Larve des Glyphodes perspectalis."

Die Gemeinde Auggen informierte ihre Bürger [Amtsblatt der Gemeinde Auggen, 7. Mai 2010]: "Zwar haben wir an unseren zahlreichen Buchspflanzen in diesem Frühjahr die Raupen des Buchsbaumzünslers noch nicht entdeckt, doch wird diese Gefahr mit der warmen Witterung mit Sicherheit auftreten und den Buchs in unseren Gärten schädigen. Im vergangenen Sommer war der Buchsbaumzünsler auch in Auggen angekommen und hätte wohl viele Buchspflanzen kahlgefressen, wenn er nicht mit geeigneten Maßnahmen flächendeckend bekämpft worden wäre." Auggen liegt ganz im Südwesten des Kreisgebiets, also nur wenige Kilometer vom Befallsgebiet Bad Bellingen (Kreis Lörrach). Per Fund zweier Raupen wurde die Art in Auggen auch 2011 bestätigt [Lepiforumsbeitrag "Waltraud" vom 21. Juli 2011]

Am 21. August 2011 wurde der Falter auch in Schallstadt-Wolfenweiler fotografiert [Lepiforumsbeitrag H. Kaiser, 23. August 2011]

In einem Beitrag der Badischen Zeitung ist von ersten Raupenfunden im September 2010 im Stadtpark in Freiburg zu erfahren, außerdem über Raupenfunde im April 2011 in 2 Gärten in Freiburg-Wiehre [Badische Zeitung 21. April 2011].

Gabi Krumm meldet einen Raupenfund aus Bötzingen im Kaiserstuhl [Gabi Krumm, Lepiforums-Beitrag 27. November 2011], nach K. Rennwald (mündl. Mitt. Dezember 2011) sind die Raupen mittlerweile auch in Ihringen im Kaiserstuhl verbreitet. H. Kaiser [H. Kaiser, Lepiforumsbeitrag 28. August 2012] teilt mit: „ich habe meinen ersten dunklen Falter vor ein paar Tagen gefunden und zwar im Mooswald bei Freiburg, Ba-Wü. Dort fand ich (am Licht) bisher nur immer die "normale" Form.“ G. Paulus berichtet [G. Paulus, Lepiforumsbeitrag 29. April 2013]: „Im Garten in Freiburg sind die Raupen jetzt im zweiten Jahr aktiv“.

D-BW-14: Stadtkreis Stuttgart [S] (Stuttgart, Stuttgart-Weilimdorf und diverse weitere Stadtteile) [seit 2010]

N. Baasner [Beitrag Lepiforum N. Baasner, 14. September 2010] meldet für den 14. September 2010 den ersten Falterfund in Stuttgart-Weilimdorf, unterhalb des Solitude-Schlosses. E. Rennwald hatte kurz zuvor die größeren Buchsbestände in der Wilhelma und im Rosenstein-Park vergeblich nach Raupenspuren abgesucht, dort waren auch im August 2011 keine Raupen oder Befallsspuren zu finden. N. Baasner ergänzt [N. Baasner, Lepiforumsbeitrag 6. Juli 2012]: „Hallo Buchsbaumzünsler-"Freunde", dies ist mein zweiter Cydalima perspectalis ... Baden Württemberg, Stuttgart-Weilimdorf, 400 m, Lichtfang am Netz von gestern Nacht (05.07)“.

„elchfan“ meldet am 9. Mai 2012 [gaertnerblog.de]: „Habe gestern abend, 08.05.12, in Stuttgart-Hofen an zwei Buchsbüschen direkt bei uns an der Haustüre (im Vorgarten) diese ekligen Raupenviecher entdeckt, die schon viel Zerstörung angerichtet haben.“

E. Rennwald notierte 2013 starke Fraßschäden an Buchs in Stuttgart-Killesberg.

2014 gab es wieder vermehrt Angaben aus Stuttgart-Killesberg, Stutgart-Stammheim.

D-BW-15: Schwarzwald-Baar-Kreis [VS] (Blumberg) [seit 2010]

H.-P.Deuring [H.-P. Deuring, Beitrag Lepiforum, 15. September 2010] meldete für den 14. September 2010, 22 Uhr, den Nachweis von 2 "taufrischen" Faltern in Blumberg, 720 m.ü.M, Anflug gegen 22:00 Uhr. Die Fundstelle liegt mehr als 50 km von den schon länger bekannten Fundorten entfernt, beruht also sicher auf aktiver Verschleppung.

D-BW-16: Stadtkreis Mannheim [MA] (Mannheim, Mannheim-Schönau, Mannheim-Neckarau, Mannheim-Friedrichsfeld) [seit 2010]

„Leonie“ meldet am 25. Mai 2010 im Gärtner-Blog [Gärtner-Blog]: „Auch in meiner Buchsbaumhecke – wir wohnen in Mannheim – ist der Zünstler angekommen. Habe gestern ein paar dürre Spitzen entdeckt und heute war schon die ganze Hecke von ca. 2 m befallen. Wir werden wohl die gesamte Hecke samt Wurzeln entfernen.“ „Elke“ meldet am 4. August 2010 im gleichen Gärtner-Blog [Gärtner-Blog]: „hallo, wohne in mannheim schönau und habe gestern durch zufall an einigen meiner kleinen buchsbäumchen unmengen dieser raupen entdeckt. inzwischen habe ich den befall mit diesen schädlingen auch in meiner 8m langen buchsbaumhecke und in meinen schon über 20 jährigen buchskugeln gefunden. seit gestern sind wir alle damit beschäftigt raupen zu sammeln, teilweise 100 stück an den kleineren, bei den goßen bäumen und der hecke haben wir das zählen schon aufgegeben.“

Auf wildlife-mannheim [wildlife-mannheim 10. Oktober 2011] ist ein Falterbild von C. perspectalis zu finden mit der Unterschrift: „Neckarau August 2011 von Harald Bott“.

„Marcel“ meldet am 19. Mai 2012 [gartnerblog.de]: „Hier in Mannheim-Friedrichsfeld/ Baden-Württemberg ist der blöde Zünsler wohl auch angekommen. War gerade bei der Gartenarbeit als ich am BB die weißen Gespinste und jede Menge Kotkügelchen entdeckt habe, habe allerdings noch keine Raupen oder Kokons gefunden, da muss ich aber erst nocheinmal genauer hinsehen. Ich habe allerdings beobachtet, dass sich zur Zeit ungewöhnlich viele Meisen in dem betroffenen BB niederlassen, dort nach etwas picken und kurz danach wieder wegfliegen, dann erneut wieder kommen. Möglicherweise fressen die Meisen die Zünsler(raupen)?! Das könnte auch der Grund sein warum ich noch keine Raupen gefunden habe … Muss mich jetzt korrigieren: Habe jetzt unsere 4 BB genauer untersucht und tatsächlich mehrere Raupen (bis zu 5 cm groß!!!) und sogar einen Kokon gefunden. Na toll… Habe diese Mistviecher gleich gekillt, die sollen gefälligst meinen BB in Frieden lassen.“

D-BW-17: Landkreis Waldshut [WT] (Waldshut) [seit 2011]

Der Nachweis im Kreis Waldshut ließ überraschend lange auf sich warten. Ch. Bausch meldet [Christoph Bausch, Lepiforumsbeitrag 4. September 2011]: "Hatte kürzlich Cydalima perspectalis am Licht. Funddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, Waldshut, Schmitzinger Tal (Wohngebiet Dorfhalde), am Licht. Funddatum: 25.08.2011 frisches Exemplar.(2. Generation?). Denke, der Zünsler ist aus der Region schon seit längerem bekannt. Vielleicht hilft die Meldung ja trotzdem."

Im Gemeindeblatt von Lauchringen [Gemeindeblatt Lauchringen vom 7. Juni 2013] ist zu lesen: „Bitte beachten Sie, dass auch die beiden Friedhöfe in Oberlauchringen und Unterlauchringen vom Buchsbaumzünsler befallen sind.“

D-BW-18-19: Enzkreis und Stadtkreis Pforzheim (PF) (bis 2011 Königsbach-Stein, danach Mühlacker, Illingen, Pforzheim und viele andere Orte) [seit 2011]

Der erste Nachweis im Kreis erfolgte in Königsbach-Stein, von wo uns eine Faltermeldung vom 18. August 2011 erreichte (W. Kögler), siehe auch [Lepiforumsbeitrag vom 18. August 2011].

Am 14. Mai 2012 war dann in den Muehlacker News [MuehlackerNews] zu lesen: „Der Buchsbaumzünsler, der vor etwa fünf Jahren erstmals in Baden-Württemberg auftrat, hat inzwischen besonders stark auch Königsbach-Stein erobert. In einem nun auf Intervention der Gemeinde vom Enzkreis aufgestellten Container auf dem Häckselplatz in Stein sollen die befallenen Sträucher – in Plastiksäcke verpackt – entsorgt werden.“ Und: „Rund 80 Prozent der Buchsbäume auf den Friedhöfen und in privaten Gärten sind bereits vom Buchsbaumzünsler befallen.“

Das Mühlacker Tagblatt berichtet am 15. August 2013 [Mülacker Tagblatt]: „Der Buchsbaumzünsler ist weiter im Kommen. Der Höhepunkt im Enzkreis könnte noch bevorstehen. Aus Vaihingen, Illingen und anderen Kommunen der Region häufen sich die Klagen über den Buchsbaumzünsler. Welche Gegenden sind aktuell besonders stark betroffen? Der Buchsbaumzünsler ist derzeit im Begriff, den Enzkreis zu besiedeln. 2012 waren vor allem Remchingen und Königsbach betroffen, nun geht es weiter über Keltern, Kämpfelbach und Ispringen. Der Zuflug über das Enztal scheint erst seit 2013 in Illingen zu einer Kalamität zu führen.“ Tatsächlich gelangen auch E. Rennwald erst 2013 die ersten Raupenfunde und ein Falternachweis in Illingen – an Stellen, an denen schon im Herbst 2012 gesucht wurde.

Am 16. August 2013 meldete dann die Pforzheimer Zeitung [Pforzheimer Zeitung]: „Der Buchsbaumzünsler, ein Falter mit weißen Flügeln mit schwarzem Flügelrand, hat sich aufgrund der warmen Witterung in den letzten Wochen im Enzkreis und im Gebiet der Stadt Pforzheim enorm ausgebreitet.“

Eine konkrete Meldung mit Falterfoto erfolgte auch im Lepiforum [A. Reichel, Lepiforumsbeitrag 4. September 2012]: „Deutschland, Baden-Württemberg, Mühlacker OT Dürrmenz, Hauswand Terassenlicht,ca 280-300 m, 4. September 2012, Uhrzeit 23:00“.

Die Pforzheimer Zeitung [PZ-News.de, 26. August 2016] meldet massive Schäden auf den Pforzheimer Hauptfriedhof.

D-BW-20: Rems-Murr-Kreis (WN, BK) (Fellbach, Winnenden, Nellmersheim, Hanweiler, Waiblingen, Schwaikheim, Schorndorf-Schornbach, Plüderhausen und weitere Orte) [seit 2011]

„Torsten“ zeigt ein Falterbild auf insektenfotos.de [Beitrag Insektenfotos.de vom 5. September 2011] und fragt an: „diesen Falter fand ich gestern Nacht in der Nähe von Winnenden (BW) zwischen Waldrand und Streuobstwiese fliegend und sitzend. Die Spannweite betrug ca. 3,5 cm.“ Eine Stunde später bekam er die Antwort: „das ist ein Buchsbaumzünsler, schlag ihn tot!!!“ Es handelte sich um einen offensichtlich frischen Falter von Cydalima perspectalis.

D. Jerusalem berichtet [D. Jerusalem, Forumsbeitrag 1. August 2012]: „für die Verbreitung evtl. interessant hier die Meldung, dass in meiner Nachbarschaft einige Buchsbäumchen deutlich befallen sind: BaWü, Backnang, Ortslage am Südöstlichen Rand. Ein betroffener Baum in direkter Nachbarschaft wurde vor Jahren aus NRW eingeführt und stand dort schon im Garten. Hier kommt der Befall also definitiv nicht _direkt_ aus dem Gartencenter!“

Am 28. März 2013 forderte die Südwestpresse im Lokalteil für Murrhardt ihre Bürger zur Suche nach Raupen an Buchs im Garten auf und begründete: „Im letzten Jahr wurde der Buchsbaumzünsler zum ersten Mal in den Gemeinden Fellbach, Waiblingen und Schwaikheim beobachtet. Schon damals war klar: Es ist durchaus möglich, dass sich der Befall auf weitere Gebiete ausdehnen wird.“ In Waldenburg wurde die Art auch 2013 noch nicht gefunden (E. Rennwald) Die Gemeinde Urbach informiert ihre Bürger am 14. August 2013 [Gemeinde Urbach]: „Der Buchsbaumzünsler ist nun auch in Urbach angekommen. Gartenbesitzer aus den nördlichen Ortsteilen haben den Befall von Buchsbaum-Sträuchern gemeldet und mussten diese teilweise komplett roden.“ Dasselbe wird von der Gmünder Tagespost vom 3. September 2013 wörtlich wiederholt [Gmünder Tagespost]. Auf http://buchsbaumzuensler.com/region/baden-wurttemberg-deutschland/ gibt es eine Raupen-Meldung vom 24. August 2013 aus Schorndorf-Schornbach.

H. Schlüter teilt mit (per email vom 14. Dezember 2012 an E. Rennwald): „falls die weitere Ausbreitung beim Buchsbaumzünsler interessiert, da denke ich lohnt auch ein Blick in den Naturgucker, unter Arten kannst Du ja den Buchsbaumzünsler eingeben und dann zeigt ng die Beobachtungen, die in den letzten Jahren gemacht wurden. Bei mir in Winnenden kamen nachts bis zu 10 Falter auf den Küchenbalkon ans Licht, auch in Nellmersbach konnte Axel Prehl ihn regelmäßig beobachten und in Hanweiler war er auch durch Torsten wieder gefunden worden.“

Im Rems-Murr-Kreis hat man resigniert. Im September 2013 wird mitgeteilt [Rems-Murr-Kreis, September 2013]: "Momentan häufen sich bei der AWG die Nachfragen zur Entsorgung von Buchsbäumen, die von den Raupen des Buchsbaumzünslers befallen sind. Die AWG weist darauf hin, dass beim Rückschnitt oder der Rodung von Buchsbäumen keine besonderen Vorkehrungen bei der Entsorgung getroffen werden müssen. Kleinere Mengen können bedenkenlos in der Biotonne, größere Mengen an den Grüngutannahmestellen im Rems-Murr-Kreis bzw. auf einer der vier Deponien entsorgt werden. Da der Buchsbaumzünsler mittlerweile beinahe flächendeckend anzutreffen ist, kann die weitere Verbreitung auch durch eine aufwendige Entsorgung nicht aufgehalten werden."

Maik Henrich [Forumsbeitrag 3. Juli 2017} zeigt uns das Foto eines Falters vom 27. Juni 2017: "Helmstadt, Hardt, 177 m". D-BW-21-22: Rhein-Neckar-Kreis [HD] und Stadtkreis Heidelberg [HD] (erst nach 2011?: Walldorf, Wiesloch, Sandhausen, Heidelberg-Rohrbach, Eppelheim, Schriesheim, Schwetzingen, Bammental, Oftersheim, Edingen-Neckarhausen, Sinsheim, Heidelberg-Ziegelhausen, Eberbach, Helmstadt-Bargen und weitere Orte) [seit 2012]

J. Bastian meldet per email an E. Rennwald: „Mich erreichte vor einigen Tagen eine Meldung von einer Arbeitskollegin meines Mannes aus Walldorf. Dort soll seit einigen Monaten (April/Mai 2012) der Buchsbaumzünsler wüten und "alle Buchsbäume im Garten" sowie in der gesamten Nachbarschaft befallen haben. Es wurde gegiftet, man konnte mir aber das Mittel nicht (mehr) benennen. Fotos liegen vor (mir nicht, ich habe darum gebeten, dass man sie dir übers Lepiforum zustellt). Eine Bestätigung des Befalls findest du hier: http://www.wiesloch.de/servlet/PB/menu/2918616_l1/index.html (Homepage der Stadt Wiesloch = Nachbarort von Walldorf)“.

J. Bastian stellt zusammen [J. Bastian, Lepiforumsbeitrag 30. August 2012]: „nach meiner privaten Fundmeldung an dich Ende Juli 2012 im Heidelberger Raum (Ende Juli in SANDHAUSEN), kann ich nun auch für weitere Gebiete Cydalima perspectalis melden: eine Bekannte erzählte mir vor 5 Tagen von großen Schäden im HEIDELBERGER Stadtteil Rohrbach in den Hausgärten durch perspectalis (bisher unbestätigt, ich habe nichts darüber gelesen und keine eigenen Falter/Raupen gesehen - aber es ist anzunehmen, dass auch hier der Befall stark ist, wenn außen rum große Schäden auftreten) ich selbst habe am gleichen Tag (SO, den 26. August 2012) in EPPELHEIM bei einer Salsaparty auf einem Tisch sowie am erleuchteten Fenster jeweils einen frischtoten Falter gefunden. Meine ersten dieser Art! … Artikel in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 23. August 2012: SCHWETZINGER Schlosspark: http://www.rnz.de/MetropolSchwetzingen/00_20120823074431_102617775_Buchsbaumzuensler_treibt_sein_Unwesen_.php SCHRIESHEIM 24. August 2012, Fundzitat im Internet: http://iursaar.de/index.php5?id=wiki&id2=Diskussion:Buchsbaumz%C3%BCnsler“. J. Bastian ergänzt wenige Tage später [J. Bastian, Lepiforumsbeitrag 4. September 2012]: „Zum ersten Mal in meinem Leben empfinde ich keine allzu große Freude mit einem Neunachweis in unserem Bammentaler Duft- und Heilkräutergarten: heute habe ich mindestens 4 Exemplare des Buchsbaumzünslers dort gefunden. Nachdem ich zwei Stunden zuvor erstmals Freiland-Falter in Aktion in einem Lehrgarten der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg entdeckt hatte. Er ist also schwer auf dem Vormarsch. Funddaten Buchsbaumzünsler: Deutschland, Baden-Württemberg, Bammental im nördl. Kraichgau/ Elsenztal, 140 m, Kräutergarten in xerothermophiler Waldrandlage (Laubmischwald) oberhalb der Flussaue, 4. September 2012“.

Im Schwetzinger Schlosspark hatte ich selbst 2010 und 2011 recht intensiv nach Raupen gesucht, ohne fündig zu werden, 2012 waren die Schäden dann lokal massiv, 2013 wurde professionell gespritzt, so dass die Fraßschäden hier überschaubar blieben – anders als im Rest der Stadt, wo dann auch zahlreiche Falter zu sehen waren [E. Rennwald]. Der viele Buchs um die Terrassen des Golfplatz Oftersheim war im Frühjahr 2013 ganz von Raupen des Buchsbaumzünslers zerfressen [E. Rennwald]

K. Opitz [Lepiforumsbeitrag K. Opitz vom 8. September 2013] teilt mit: „Ich möchte weitere Funde des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) melden. Habe diese Seite zufällig bei der Bestimmungssuche genau dieses Schmetterlings gefunden.1. Fund am 20. Juni [2013] an der Hauswand in Schriesheim (Rhein-Neckarkreis). Bei folgendem Krankenhausaufenthalt (Heidelberg, Stadt) mehrere Exemplare jede Nacht eingeflogen.“

2014 kamen weitere Fundorte hinzu, vor allem im östlichen Teil des Landkreises.

D-BW-23-24: Landkreis Heilbronn [HN] und Stadtkreis Heilbronn [HN] (Gundelsheim, Heilbronn, Neckarsulm, Beilstein, Weinsberg, Erlenbach, Pfaffenhofen, Talheim, Ilsfeld, Lauffen am Neckar, Brackenheim, Heilbronn-Böckingen, Oedheim) [seit 2012]

Die Art ist im Stadt- und Landkreis Heilbronn schon weiter verbreitet, konkrete Meldungen sind aber selten. Eine solche gibt es z.B. von der Stadt Gundelsheim vom 24. Mai 2012 [Stadt Gundelsheim]: „Auch der Friedhof Gundelsheim ist betroffen. Von Seiten der Stadt werden Maßnahmen getroffen.“

M. Schmidt meldet am 3. Mai 2012 [M. Schmidt, 3. Mai 2012 auf gaertnerblog/de]: „Auch in Beilstein/Baden-Württemberg ist der Buchsbaumzünsler angekommen.Gestern hatte mich eine Nachbarin darauf aufmerksam gemacht, dass einige Nachbargärten befallen seien. Und tatsächlich auch in meinem Garten sind die Viecher. Habe 22 schöne BB zum Teil richtig große ältere Exemplare.“

J. Bastian [J. Bastian, Lepiforumsbeitrag 4. September 2012] weist auf einen (jetzt nicht mehr online zugänglichen) Artikel der Rhein-Neckar-Zeitung vom 21. Mai 2012 hin, in dem die Art aus Bad Rappenau gemeldet wird. „Gartenfan“ notiert am 12. August 2013 [gaertnerblog.de]: „Nun hat der Buchsbaumzünsler leider auch Weinsberg erreicht. Sammle die Biester fleißig ab“.

Die Heilbronner Stimme meldet am 21. August 2013 [Heilbronner Stimme, 21. August 2013]: „Auch das Heilbronner Stadtgebiet ist in diesem Jahr erstmals massiv vom Buchsbaumzünsler betroffen.“ Am Folgetag war in der gleichen Zeitung zu lesen [Heilbronner Stimme, 22. August 2013]: "Der Buchsbaumzünsler hat auf den Heilbronner Friedhöfen nahezu flächendeckend für erhebliche Schäden am Buchs gesorgt. Die Larven des invasiv auftretenden Schmetterlings haben binnen kürzester Zeit ganze Buchsbaumbestände abgefressen ... Weniger betroffen ist der Buchs in öffentlichen Parkanlagen in Heilbronn. Hier wurden die Schädlinge in den vergangenen Tagen mit Spritzmitteln bekämpft."

In der Rhein-Neckar-Zeitung heißt es am 23. August 2013 [rnz]: „Im benachbarten Neckarsulm dagegen ist das Problem zumindest für die Stadt keines. "Wir haben nur wenig Buchs. Der ist in Kübeln gepflanzt und bisher nicht betroffen. Buchshecken hat die Stadt nicht", berichtet Bauhofsleiter Martin Schmitzer. Privat hat er allerdings auch schon seine Erfahrungen mit dem Buchsbaumzünsler gesammelt. Sechs eigen Pflanzen musste er behandeln.“

2014 kamen weitere Fundorte hinzu, so dass der Kreis mittlerweile fast flächig besiedelt ist.

Die [Heilbronner Stimme] meldet am 19. Mai 2017 unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler weiter auf dem Vormarsch. In der Region macht der Buchsbaumzünsler da weiter, wo er vergangenes Jahr aufgehört hat: Er frisst Buchsbäume kahl. Massiv. Seine Bekämpfung kann aber durchaus Erfolg zeigen" u.a. starken Raupenbesatz in Oedheim.

D-BW-25: Stadtkreis Baden-Baden [BAD] (Baden-Baden) [seit 2012]

Überraschenderweise fehlen hier konkrete Angaben nahezu ganz. E. Rennwald fand bei einer Stichprobe im September 2012 Raupen an Buchs im westlichen Stadtgebiet.

D-BW-26: Landkreis Göppingen [GP] (Göppingen-Faurndau, Süßen, Eislingen) [seit 2012]

Die Neue Württembergische Zeitung, Göppinger Kreisnachrichten berichtet [NWZ, 25. August 2012]: "Johannes-Martin Jeutter ist alarmiert. Am vergangenen Sonntag hat er ungebetene Gäste in den Buchsbaumständen seiner Gärtnerei in Faurndau entdeckt. Zwischen den Blättern hat der Gärtnermeister mehrere, ein bis zwei Wochen alte Raupen des Buchsbaumzünslers ausfindig gemacht ... Auch bei einem Kunden hat Jeutter schon befallene Buchsbäume festgestellt. Ein anderer Kunde sei sogar mit einem ganzen Glas voller Zünslerraupen in den Gartenbaubetrieb gekommen, berichtet Jeutter." Wie man da zur gegebenen Überschrift kommen kann, bleibt schleierhaft: "Gärtner schlägt Alarm. Noch blieb der Landkreis von ihm verschont. Doch an anderen Orten in Deutschland sorgt der Buchsbaumzünsler für Aufruhr."

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Meldung betrifft den Kreis Göppingen: "Monika Weber schrieb am 04.08.2014, 11.32 Uhr: In Göppingen habe ich im letzten Jahr (2013) zum ersten mal den Buchsbaumzünsler in meinem Garten gehabt (und die stark befallene, erst vor drei Jahren gepflanzte Hecke gleich wieder entfernt ...). Dieses Jahr (2014) sind meine Buchsbaumkugeln befallen, und auch in mehreren Gärten der näheren Umgebung habe ich schon Buchsbäume mit Raupenbesatz gesichtet. Ich versuche mit regelmäßiger Kontrolle und absammeln der Raupen, die Schäden an meinen Buchsbaumkugeln in Grenzen zu halten. Mal sehen ob das ausreicht."

Die Neue Württembergische Zeitung, Göppinger Kreisnachrichten meldet weiterhin [NWZ, 15. August 2012]: "Buchsbaumzünsler in Ebersbach aufgetaucht. Der Buchsbaumzünsler hat sich nun auch in Ebersbacher Gärten eingenistet."

2015/ 2016 scheint die Art gut vorangekommen zu sein. So melden die Göppinger Kreisnachrichten [] unter der Überschrift "Buchsbaum durch Schädling akut gefährdet": "Eine kleine Raupe - der Buchsbaumzünsler - macht dem Buchsbaum schwer zu schaffen. Der Schädling breitet sich im Kreis rasant aus, der Buchsbestand ist akut gefährdet.". Ferner: "„Er wandert talaufwärts“, berichtet Kreisgärtnermeister Alfred Pfeffer. „Er ist jetzt schon in Süßen.“ In Eislingen ist er auch."

Weil es so schön grauslich ist, zitiere ich aus den Göppinger Kreisnachrichten vom 1. September 2016 [swp.de/goeppingen]: "Regelmäßig den Buchsbaum kontrollieren, alle Raupen gnadenlos zerschneiden und wenige Wochen später allen geschlüpften Schmetterlingen mit der Fliegenklatsche auflauern. Dies sind die Maßnahmen, mit denen eine Garten- und Buchsbaumbesitzerin aus Göppingen derzeit versucht, der Plage des Buchsbaumzünslers Herr zu werden. Seit ein paar Tagen sitzt sie allabendlich mit einem „Muggabätscher“ bewaffnet auf der Terrasse und wartet darauf, dass die Buchsbaumzünsler nach Einbruch der Dunkelheit, angezogen von den Lampen, sich auf der Hausmauer niederlassen. Dann allerdings entkommt ihr keiner der an sich schönen weißen und schwarz umrandeten Falter mehr. Bereits im Frühjahr hatte sie versucht, das Problem zu lösen und tagelang alle Raupen in ihrem Buchsbäumchen getötet, „50 waren es bestimmt.“ Und zwar in einem vergleichsweise kleinen Bäumchen. So hatte sie gehofft, vom weiteren Zerstörungswerk des eingeschleppten Schädlings verschont zu bleiben. Und ist jetzt entsprechend enttäuscht. „Ich kann nicht glauben, dass wir schon wieder fast 50 Buchsbaumzünsler erschlagen haben.“

D-BW-27: Hohenlohekreis [KÜN, ÖHR] (Öhringen, Öhringen-Cappel, Neuenstein, Friedrichsruhe, Künzelsau, Pfedelbach) [seit 2013]

2011 suchte E. Rennwald in Öhringen und Öhringen-Cappel noch vergeblich nach der Art – sie dürfte sich hier im Folgejahr etabliert haben. Die Heilbronner Stimme meldet am 15. August 2013 in ihrem Lokalteil [Heilbronner Stimme]: „Hohenlohe - Braune Blättchen, Gespinste, die wie Spinnenweben aussehen und grüne Krümel: Das sind die Zeichen, dass die Raupe des Buchsbaumzünslers zugeschlagen hat. Sie frisst die Blätter des Buchses im schlimmsten Fall komplett ab. Im Hofgarten in Öhringen, auf fast allen Gräbern im Friedhof in Neuenstein und in Gärten in Friedrichsruhe, Öhringen-Cappel und Künzelsau ist der Schädling bereits gefunden worden. Die Liste könnte weitergehen fast im kompletten Hohenlohekreis sind Buchspflanzen befallen. Die Nachbarkreise Heilbronn und Schwäbisch Hall sind ebenfalls betroffen.“

Die [Heilbronner Stimme] meldet am 19. Mai 2017 unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler weiter auf dem Vormarsch. In der Region macht der Buchsbaumzünsler da weiter, wo er vergangenes Jahr aufgehört hat: Er frisst Buchsbäume kahl. Massiv. Seine Bekämpfung kann aber durchaus Erfolg zeigen" u.a. starken Raupenbesatz in Pfedelbach.

D-BW-28: Landkreis Schwäbisch-Hall [SH, CR] (Fichtenberg)[seit 2013?]

Die Heilbronner Stimme meldet am 15. August 2013 in ihrem Lokalteil [Heilbronner Stimme]: „“… Die Liste könnte weitergehen fast im kompletten Hohenlohekreis sind Buchspflanzen befallen. Die Nachbarkreise Heilbronn und Schwäbisch Hall sind ebenfalls betroffen.“ Konkreter wird hier das Hohenloher Tagblatt vom 12. September 2013 [Hohenloher Tagblatt vom 12. September 2013] unter der Überschrift: "Der Buchsbaumzünsler hat die Schanz überquert. Gartenbesitzern macht ein neuer Zuwanderer zu schaffen. Der Buchbaumzünsler hat das Limpurger Land erreicht": "2011 sei der Buchsbaumzünsler in Hegnach aufgetaucht und nun, zwei Jahre später, hat er offenbar auch die "Schanz" überwunden. Denn bisher wurde der Buchsbaumzünsler vor allem aus Fichtenberg gemeldet - dort regnet es Raupen, wenn man an den befallenen Pflanzen rüttelt. Bis nach Gaildorf ist der Schädling offenbar noch nicht gekommen - zumindest hat Wilhelm Möller, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, noch nichts Gegenteiliges gehört."

D-BW-29: Landkreis Konstanz [KN, BÜS] (Konstanz, Hilzingen, Singen) [seit 2013?]

Einem Informationsplatz des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg vom April 2013 [Informationsblatt LTZ, April 2013] ist zu entnehmen: „In den Regionen Heilbronn, Biberach, Sigmaringen, Konstanz und Mosbach treten die Raupen des Buchsbaumzünslers ebenfalls schädigend auf.“ Detailangaben zu Biberach, Sigmaringen und Konstanz sind uns bisher nicht bekannt. Zu Konstanz war im Südkurier am 9. April 2013 aber zu lesen [Südkurier 9. April 2013]: “ Kreis Konstanz - Die Bodenseeregion hat im vergangenen Jahr massiv unter dem Buchsbaumzünsler gelitten. Experten befürchten auch in den kommenden Wochen wieder erhebliche Schäden durch den Schmetterling und raten deshalb zu einer verstärkten Kontrolle.“ Raupenfundort war wohl hauptsächlich das Stadtgebiet von Konstanz selbst.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Meldung mit 2 Fundorten betrifft den Kreis Konstanz: "F. Vala schrieb am 06.08.2014, 16.53 Uhr: Etliche Raupen, teils kahlgefressene Buchsbaeumzweige in der Region Hilzingen und Singen. Hatte letztes Jahr schon befallene Pflanzen. Habe nun erneut den Kampf angesagt."

Der Buchsbaumzünsler blieb dem Kreis erhalten. Die [Ortsverwaltung Konstanz-Litzelstetten 9. Juni 2016] gibt daher eine "Empfehlung zum Umgang mit dem Buchsbaumzünsler": Vielerorts werden derzeit größere Schäden durch Larvenfraß des Buchsbaumzünslers festgestellt. Vielerorts werden derzeit größere Schäden durch Larvenfraß des Buchsbaumzünslers festgestellt. Diese Larven haben sich mittlerweile zu Schmetterlingen entwickelt und die weiblichen Falter legen ihre Eier wieder auf die Blattunterseite der Buchspflanzen ab. Aus diesen Eiern entwickelt sich ab Mitte Juni die zweite Raupengeneration. Sie verursacht durch ihren Fraß den Hauptschaden an den Buchspflanzen. Der Befall kann durch Absammeln der Raupen oder Rückschnitt der Buchsbäume reduziert werden. Zur direkten Bekämpfung der bis zu 3 Zentimeter großen Raupen des Buchsbaumzünslers eignet sich ein biologisches Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff „Bacillus thuringiensis“."

D-BW-30: Landkreis Ravensburg [RV] (Schlier-Hintermoos, Baienfurt, Weingarten, Amtzell, Achberg, Wangen-Herfatz) [seit 2013]

J. Döring berichtet mit Falterfoto aus Oberschwaben [J. Döring, Lepiforumsbeitrag 28. Juli 2013]: „Cydalima perspectalis (1 Exemplar) ist jetzt auch bei mir angekommen. Im südöstlichen Baden-Württemberg habe ich bisher keine Fundmeldungen entdecken können. Funddaten: Deutschland, Baden-Württemberg, 88281 Schlier-Hintermoos, Kiesgrube, ca. 680 m, 27. Juli 2013“.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Meldung betrifft den Kreis Ravensburg: "M.K. schrieb am 05.05.2014, 20.54 Uhr: 88255 Baienfurt, "nur" eine Raupe, aber genug weiterer "Nachwuchs" zu sehen. Stark zurückgeschnitten, mit Calypso behandelt. Nachbarschaft (auch im Frühstadium befallen) gewarnt."

Im Amtsblatt der Gemeinde Achberg vom 20. August 2015 ist zu lesen: "In den letzten Wochen sind vermehrt Buchsbaumpflanzen vom Schädling Buchsbaumzünsler befallen worden."

Ernst Wiker [Lepiforumsbeitrag 15. September 2016] zeigt ein Foto mit 2 Faltern (helle und dunkle Form) mit Legende: "88250 Weingarten, Ortsrand, 14. September 2012, nach 23 Uhr Balkonleuchte".

[schwäbische.de] lässt am 9. August 2016 wissen: "Etwa 90 Sträucher sind dem Buchsbaumzünsler in Achberg schon zum Opfer gefallen."

In den [Gemeindenachrichten von amtzell.de vom 16. August 2017] ist unter der Überschrift "Vom Buchsbaumzünsler befallene Buchsbäume auf dem Friedhof entfernen" eine in vielfacher Hinsicht fragliche Empfehlung zu finden: "Bei einem Rundgang durch die Gräber auf unserem Friedhof wurde festgestellt, dass auf vielen Gräbern Buchsbäume stehen, die vom Buchsbaumzünsler befallen sind. Damit der Zünsler sich nicht immer noch weiter ausbreiten kann, müssen diese befallenen Buchsbäume dringend sofort von den Gräbern entfernt werden."

Die [schwaebische.de] lässt am 9. August 2017 wissen: "jetzt ist die gefräßige Raupe auch massiv in Gärten in Herfatz aufgetaucht."

D-BW-31: Landkreis Biberach [BC] [noch keine Detailinformationen [seit 2013]]

Einem Informationsplatz des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg vom April 2013 [Informationsblatt LTZ, April 2013] ist zu entnehmen: „In den Regionen Heilbronn, Biberach, Sigmaringen, Konstanz und Mosbach treten die Raupen des Buchsbaumzünslers ebenfalls schädigend auf.“ Detailangaben zu Biberach waren uns zunächst nicht bekannt. Schwäbische.de meldet am 28. Mai 2014 [Schwäbishce.de, 28. Mai 2014]: "Buchsbaumzünsler schlägt zu. Der Schädling, der ausschließlich Buchs befällt, ist in Riedlingen und Grüningen angekommen".

D-BW-32: Kreis Sigmaringen [SIG] [noch keine Detailinformationen [seit 2013?]]

Einem Informationsplatz des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg vom April 2013 [Informationsblatt LTZ, April 2013] ist zu entnehmen: „In den Regionen Heilbronn, Biberach, Sigmaringen, Konstanz und Mosbach treten die Raupen des Buchsbaumzünslers ebenfalls schädigend auf.“ Detailangaben zu Sigmaringen sind uns bisher nicht bekannt.

D-BW-33: Bodenseekreis [FN] (Salem, Friedrichshafen, Markdorf, Meckenbeuren, Stockach) (seit 2013)

Auf Walter Schöns Seite von schmetterling-raupe.de [1] findet sich das Bild eines Falters mit dem Kommentar: "D, BW, Bodenseegebiet, Salem, 20.9.2013 Dieter Auer. Die Art breitet sich rapide aus - hat z.B. auch den Bodensee erreicht".

Der Südkurier [suedkurier.de, 24. April 2014] meldet am 24. April 2014: "Der Schädling treibt mittlerweile auch im Bodenseekreis sein Unwesen. „Gerade im Raum Friedrichshafen habe ich einige Formgärten gesehen, die total kaputt waren“, sagt Gärtner Peter Sauter aus Owingen. Die Raupen des kleinen Schmetterlings kriechen derzeit aus ihren Wintergespinsten und fressen nach einiger Zeit die Buchsbäume regelrecht kahl."

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Die Angabe für den Kreis: "Koenen schrieb am 24.07.2014, 20.29 Uhr: Markdorf, Bodenseekreis 8 Raupen entdeckt und aus einer Buchspyramide abgesammelt!"

Herbert Fuchs leitete mir eine email-Meldung mit Bildanhang von B. Schürenberg weiter: "der berüchtigte Buchsbaumzünsler ist jetzt auch in Immenstaad angekommen. Am 21.08.2015 fand ich dieses Ind an einer Hauswand, 2 Häuser von einer prächtigen Buchsbaumhecke entfernt ...".

Herbert Leger [Lepiforums-Beitrag 29. August 2016] meldet für den 27. August 2016 erneut einen Falterfund aus Salem, diesmal Salem-Mittelstenweiler, 450 m.

Im [Südkurier, 23. Mai 2016] wurde angekündigt: "Stadt Friedrichshafen bekämpft Buchsbaumzünsler mit Pflanzenschutzmittel". Konkret war zu lesen: "Die Buchspflanzen im Uferpark und am Friedhof Fischbach sind mit Raupen des Buchsbaumzünslers befallen. Die Stadt will am Mittwoch, 25. Mai, Gegenmaßnahmen ergreifen und die Tiere mit einem biologisch wirksamen Pflanzenschutzmittel bekämpfen." Und konkreter: "An vielen Stellen im Stadtgebiet von Friedrichshafen, in den Stadtteilen und auch an der Häfler Uferpromenade breitet sich der Buchsbaumzünsler, ein importierter Schmetterling und Schädling, immer weiter aus. Deshalb wird die Stadt Friedrichshafen am Mittwoch, 25. Mai, Gegenmaßnahmen ergreifen und die Raupen in den Buchseinfassungen um die Blumenbeete und um den Kriegerdenkmalbrunnen im Bereich des Uferparks mit einem biologisch wirksamen Pflanzenschutzmittel spritzen. Anders, so die Stadt in einer Pressemitteilung, sei dem Insekt nicht beizukommen. Der Schädling habe sich bereits im gesamten Stadtgebiet verbreitet. Deshalb müssen die hohen Buchshecken beim Friedhof Fischbach gänzlich abgeschnitten werden. Der Befall sei dort sehr dicht, so soll eine weitere Verbreitung verhindert werden."

Dem [Südkurier, 23. August 2016] ist zu entnehmen: "Auch im Bodenseekreis ist der Befall deutlich spürbar. Weil die Bedingungen für die Vermehrung und Ausbreitung des Insekts im vergangenen Herbst besonders günstig waren, tritt der Buchsbaumzünsler nach Angaben des Landratsamts in diesem Jahr besonders stark auf. So zum Beispiel auch im Garten von Familie Rist aus Meckenbeuren. Seit etwa vier Wochen sind dort bereits alle Buchsbäume betroffen. "Wir hatten das zuvor noch nie. Jetzt kann man sie alle rausreißen", sagt Heidi Rist." Ganz besonders erwähnenswert - weil wohltuend anders, ist die Diskussion bezüglich mancher Bekämpfungsmaßnahmen: "Wichtig sei, dass der Gartenbesitzer eine Beratung eines Pflanzenschutzfachmanns erhält. Viele Hobby-Gärtner würden denken, man müsse die Buchsbäume bei starkem Befall ausreißen. Das ist nicht notwendig, sie sind regenerationsfähig. Der harte Strahl eines Druckstrahlers zerstört die Schutzschicht der Blätter und der Buchspilz kann loslegen. Jeder Schnitt würde die Pflanzen in dieser Situation noch zusätzlich schädigen", betont der Experte. Im Gartencenter und Samenhaus Fleischer in Grünkraut wird derzeit getestet, unter welchen Umständen die Bäume befallen werden, und unter welchen nicht. "Wir züchten unter einem Moskito-Zelt, beobachten und machen Dünge-Versuche. Sind die Blätter beispielsweise hart genug, dann knabbert der Zünsler ein bisschen unten dran und lässt es dann sein", berichtet Fleischer über seine Erkenntnisse."

Und noch einmal der Südkurier 2 Tage später [Buchsbaumzünsler ist ein zäher Gegner für viele Pflanzen rund um Stockach http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/stockach/Buchsbaumzuensler-ist-ein-zaeher-Gegner-fuer-viele-Pflanzen-rund-um-Stockach;art372461,8871134 Südkurier, 25. August 2016], diesmal unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler ist ein zäher Gegner für viele Pflanzen rund um Stockach": "In Stockach und Umgebung sind viele Pflanzen von Buchsbaumzünslern betroffen. [...] Eine knappe Woche hat es gedauert, dann war der erste Busch komplett kahl gefressen. Lieselotte und Hans-Ullrich Jacob aus Wahlwies konnten kaum glauben, was sie sahen. Auch über die übrigen Buchsbäume in ihrem Garten haben sich Buchsbaumzünsler hergemacht. Nachbar Pirmin Schoch sah vor ein paar Tagen bei ihnen auf Anhieb einige der gelblich oder dunkelgrünen, bis zu fünf Zentimeter langen Raupen. Sein Blick ist geübt, denn auch in seinem Garten wüteten die Tiere. [...] Zu Beginn des Befalls habe sie über zwei Stunden lang die Hecke abgesucht und immerhin 40 Zünsler gefunden und vernichtet, berichtet Gianna Schoch."

Im[Amtsblatt Überlingen, Nr. 44, 3. November 2016] heißt es: "Ein kleiner nachtaktiver Falter mit dem Namen Buchsbaumzünsler (Diaphania perspectalis) ist auf dem besten Wege, unsere zahlreichen Buchsbäume in den öffentlichen Grünanlagen auszurotten. In der zweiten Sommerhälfte dieses Jahres hat die Schadensausbreitung dramatisch zugenommen. Nicht nur in Überlingen stehen wir vor einer ausweglosen Situation, sondern das ganze Land hat dem Siegeszug der gefräßigen Raupen nicht wirklich viel entgegen zu setzen."

D-BW-34: Reutlingen [RT] (Betzingen, Rommelsbach, Riederich, Bad Urach) (seit 2013?)

Zu Reutlingen gab es lange kaum Informationen. Dem Reutlinger Generalanzeiger vom 3. September 2015 war zu entnehmen: "Der Buchsbaumzünsler erweitert sukzessive sein Territorium. »Die Population schaukelt sich kontinuierlich auf«, beobachtet Ulrich Schroefel, Grünflächenberater am Landratsamt Reutlingen seit zwei bis drei Jahren. Auch, dass der Fraßschädling, der schon ganze Hecken und Rabatten zerstört hat, mit der Zeit an Höhenlagen gewinnt. Auf der Schwäbischen Alb trete er bislang noch verhalten in Erscheinung. Das sei aber eine Frage der Zeit, betont der Experte. Die bevorzugten Gebiete des Einwanderers sind bislang die wärmeren Regionen des Landkreises Reutlingen, vor allem die Nordgemeinden Betzingen und Rommelsbach und das wärmere Neckartal in Richtung Tübingen."

Auf der Seite der Gemeinde Riederich [Amtsblatt, Anfang September 2016] war Anfang September 2016 unter der Überschrift "Anlieferung von Pflanzen mit Buchsbaumzünslerbefall" zu lesen: "Vom Buchsbaumzünsler befallene Pflanzen und Pflanzenteile können auf dem kommunalen Häckselplatz "Auf der Heide" angeliefert werden. [...]". Es muss also ein Vorkommen der Art auf der Gemarkung geben ...

Der Albbote [Ausgabe 24. September 2016] meldet "Der Buchsbaumzünsler ist in der Region angekommen" und führt an: "Wie Leser berichten und die Fotos aus Bad Urach beweisen ist er inzwischen auch in unserer Region angekommen."

D-BW-35: Main-Tauber-Kreis [TBB, MGH] (Weikersheim) (seit 2014)

Im Bericht "Buchsbaumzünsler sucht Schwetzinger Schlossgarten heim" [rnz.de/nachrichten/ 3. Oktober 2014] war nicht nur über die Probleme im Schwetzinger Schloss zu lesen, sondern auch über den Schlossgarten in Weikersheim; zu diesem hieß es ganz pauschal: "In Weikersheim mussten bereits alle Buchsbäume entfernt werden - dort schlug nicht nur der Zünsler zu, sondern auch der Pilz Cylindrocladium buxicola." 2012 war hie nur vom Pilz und dem von ihm verursachten Schäden die Rede, der Buchsbaumzünsler noch unbekannt.

Am 13. August 2017 war in der [Mainpost] bzw. schon vorab am 21. August 2017 auf [issuu.com/main-tauber-aktuell] zu lesen: "Main-Tauber-Kreis. Buchsbaumzünsler breitet sich schnell im Taubertal aus. Nachdem der Buchsbaumzünsler im vergangenen Jahr im Taubertal noch kaum zu sehen war, treibt er heuer bereits in etlichen Vorgärten im mittleren Taubertal sein Unwesen. Vom Main- und Jagsttal her hat der Pflanzenschädling nun überraschend schnell das Taubertal besiedelt. Die kühleren Höhenlagen sind bisher nicht befallen. Darauf weist die Pflanzenschutzberatung im Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis hin."

D-BW-36: Ostalbkreis [AA, GD] (Schwäbisch Gmünd, Lorch/ Württ.) (seit 2014)

In der [Remszeitung, 8. August 2016] war unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler macht Hobbygärtnern zu schaffen" zu erfahren: "Berthold Lachmann ist Hobbygärtner. Derzeit jedoch mehr als ihm lieb ist. Die eigentlich pflegeleichte und widerstandsfähige Buchshecke im Garten macht ihm in diesem Jahr nämlich mehr zu schaffen als sonst. Grund hierfür sind die Raupen des Buchsbaumzünslers. In Gmünd tauchte der Schädling erstmals vor zwei Jahren auf."

In der [Gmünder Tagespost, 25. August 2016] war zu lesen: "Eine Raupe sorgt für Kahlschlag. Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch Grabbepflanzung des Lorcher Friedhofes. Er ist klein, grün und gefräßig. Der Buchsbaumzünsler, eine Raupenart aus Ostasien, bereitet Friedhofswart Johannes Mangold Kopfzerbrechen. Zu tausenden fressen sich die Raupen durch den Buchsbaumbestand auf dem Lorcher Friedhof."

D-BW-37: Zollernalbkreis [BL, HCH] (Haigerloch-Stetten, Bitz, Haigerloch-Weildorf) (seit 2016)

Herbert Fuchs [Lepiforumsbeitrag, 30. August 2016] teilt mit: "ein weißer Fleck auf der Verbreitungskarte von Baden-Württemberg kann jetzt auch eingefärbt werden: Heute Nacht kam dieses Männchen ans Licht. Das ist der erste uns seither bekannt gewordene Nachweis aus dem Zollernalbkreis. [...] Haigerloch-Stetten, Hausgarten am Ortsrand, 480 m, Lichtfang, 29. August 2016 (Studiofoto: Herbert Fuchs)". Das Naturschutzbüro Zollernalb e.V. [naturschutzbuero-zollernalb.de, Pressemitteilung vom 31. August 2016] nahm das zum Anlass, auf den Fund hinzuweisen, aber gleichzeitig vor Panikmache zu warnen: "Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit, bis er auch hier auftaucht, denn ringsum ist er z.T. schon seit Jahren nachgewiesen. Jetzt konnte jedoch zum ersten Mal der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) sicher im Kreisgebiet nachgewiesen werden: Bei Herbert Fuchs von der AG Schmetterlinge kam in den letzten Tagen ein männlicher Falter nachts ans Licht geflogen." Und: "Herbert Fuchs von der AG Schmetterlinge meint: "Natürlich sehen die abgefressenen Pflanzen nicht gerade schön aus und es spricht auch gar nichts dagegen, wenn man sich wehrt und die Raupen tötet. Doch Panik ist nicht angebracht. Warten Sie geduldig bis zum nächsten Austrieb und sammeln dann erneut die Raupen ab, wenn doch wieder welche auftauchen.""

Herbert Fuchs [Lepiforumsbeitrag, 17. September 2016] kann ergänzen: "jetzt ist auch bei Friedemann Treuz in Bitz, also in praktisch der entgegengesetzten Ecke des Zollernalbkreises, einer angeflogen - jetzt sind es also zwei Nachweise von hier." Funddatum dieses Exemplars in der dunklen Form war der 13. September 2016.

Wie zu erwarten war das nicht der letzte Fund. Herbert Fuchs berichtet im [Forumsbeitrag vom 29. August 2017]: "Nun war ein Jahr lang Ruhe, bevor vorgestern, am 26. August, erneut ein Falter im Lichtfang-Sack saß und sich durch eine Flucht mit Turbo-Zündung der "Verhaftung" entzog. Eine Nacht später saß erneut ein Falter drin. Immerhin konnte noch eine Belegaufnahme gemacht werden, bevor auch dieser Falter das Weite suchte. Am gestrigen 28. August führten Dirk Mezger und ich am Weildorfer Muschelkalk-Steinbruch einen Lichtfang durch und bei der Gelegenheit flogen gleich 4 Falter an. Damit ist jetzt klar: Der BBZ ist im Zollernalbkreis angekommen. Mal sehen wie die Bevölkerung reagiert - panisch oder besonnen. Deshalb gab's auch gleich ein Update zum 2016er-Bericht auf der Website des Naturschutzbüros: http://www.naturschutzbuero-zollernalb.de/berichte/bbz/perspectalis.htm."

D-BW-38: Stadtkreis Ulm [UL] (Stadtgebiet West) (seit 2016)

Thomas J Müller meldet im [Beitrag Lepiforum, 27. Februar 2017] mit Raupenfoto: "Ulm Stadtgebiet Weststadt, 500m, 18.08.2016, Raupenfund an Buchs im Hausgarten (Foto: Reber, det. Müller)".

D-BW-39: Alb-Donaukreis [UL] (Erbach) (seit 2016)

Thomas J Müller meldet im [Beitrag Lepiforum, 27. Februar 2017] auch die ersten Falterfunde für den Alb-Donaukreis: "89155 Erbach (bei Ulm), Ortsrandlage im Garten, 510m, 21.09.2016, Lichtfang (Thomas Müller) frischer Falter, für mich persönlich die Erstbeobachtung des Falters im Alb-Donau Kreis, einige weitere Falter folgten in den nächsten Tagen".

(Autor: Erwin Rennwald)


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Letzte Änderung am Oktober 20, 2017 8:02 von Erwin Rennwald
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