Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cydalima Perspectalis Verbreitung D BY

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Cydalima perspectalis (WALKER, 1859) - Buchsbaum-Zünsler: Detail-Verbreitung in Deutschland - Teil 7: Bayern

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Kurzübersicht über die bisher besiedelten Bundesländer und Kreise (Deutschland) ( D) - Teil 7: Bayern

(Stand 25. September 2016)


Details zu den Vorkommen in Deutschland (D) - Teil 7: Bayern

(Stand 25. September 2016; Reihenfolge wie in Kurzübersicht)

D-BY: Bayern [seit 2008]

Der Buchsbaumzünsler ist uns aus Bayern von mittlerweile 23 Kreisen bekannt, die nur teilweise in Nachbarschaft liegen. Insgesamt bleiben die Meldungen hier auffällig spärlich. Ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet gibt es am Main von der Grenze zu Hassen bis Großheubach (oder schon bis Würzburg?) und seit 2016 wohl auch fast komplett entlang der Donau mit den Unterläufen ihrer Nebenflüsse (Salzach, Inn, etc.).

D-BY-1: Landkreis Erding [ED] (Wartenberg) [seit 2008]

3 Tage nach dem Falter-Nachweis in Sachsen gab es auch eine Meldung aus Bayern [Bericht Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft. Institut für Pflanzenschutz. Jahresbericht 2008]: "Im bisher befallsfreien Bayern fielen am 10. September 2008 in Wartenberg, Landkreis Erding, der Eigentümerin einer Buchsbaumhecke Schadsymptome, Gespinste sowie eigentümlich gefärbte Falter auf. Diese flogen bei Beunruhigung auf, kehrten aber wieder in die Hecke zurück. Raupen wurden nicht mehr gefunden. Die ausgewachsenen Falter des Buchsbaumzünslers haben allgemein nur eine kurze Lebenszeit von etwa acht Tagen, die zur Kopulation und Eiablage genutzt werden müssen. Der Befallsherd wurde früh erkannt und blieb entsprechend klein. Der Fall wurde an das JKI gemeldet und die Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege des zuständigen Landratsamtes wurden informiert. Es ist nicht bekannt, ob überwinternde L3-/L4-Larven, versteckt in Kokons, der Kontrolle entkamen. Im Jahr 2009 wird die Umgebung des Fundortes weiter beobachtet werden." W. WOLF in ARBEITSGEMEINSCHAFT MICROLEPIDOPTERA IN BAYERN (2010) wiederholt die Funddaten und ergänzt: "2009 konnten allerdings am genannten Fundplatz keine Nachweise mehr getätigt werden (BENKER, mündl. Mitt.). Damit bleibt die Herkunft dieser Tiere weiterhin rätselhaft."

D-BY-2: Kreisfreie Stadt Nürnberg [N] (Nürnberg, Nürnberg-Eibach) [seit 2010]

Der Wikipedia war Ende August 2010 zu entnehmen: "Der erste nachgewiesene Fund für die Fauna Bayerns ist ein Falter in Nürnberg, Stadtteil Gebersdorf, am 4. Juli 2010, leg.et in coll. W.Köstler." und "Publikation zum Erstfund Bayern erfolgt in galathea 3/2010 (Kreis Nürnberger Entomologen e.V.; http://www.galathea-nuernberg.de/" [PDF auf zobodat.at]. Weitere Angaben aus Nürnberg lagen anscheinend lange nicht vor.

[nordbayern.de, 1. Juni 2016] berichtet unter der Überschrift: "Raupen-Invasion in Eibach: Anwohner sind hilflos": "Buchsbaumzünsler – so heißt die Raupe, die den Eibachern seit einigen Wochen gehörig auf den Geist geht. Eine Plage, die den gesamten Ort und auch die Region betrifft." Und weiter: "Eibach wurde von einer Ungezieferplage durch den ostasiatischen Buchsbaumzünsler heimgesucht. Die Raupen lassen sich, wie ihr Name schon sagt, ausschließlich in den Zierbäumen nieder. Und von diesen wimmelt es nicht nur in Riedls Garten - sondern in der ganzen Ortschaft.", und auch: "Der Befall durch die Raupen ist schon lang kein Einzelfall mehr. Seine Ausbreitung erstreckt sich mittlerweile über die ganze Region. In Eibach ließ sich die Invasion durch das mühsame Aufsammeln der Raupen vorübergehend stoppen."

D-BY-3: Landkreis Altötting [AÖ] (Mehring, Burgkirchen-Gendorf, Haiming)

G. Karl [G. Karl, Beitrag Lepiforum, 29. September 2010] meldete "vielleicht interessiert es Euch, daß Cydalima perspectalis, der Buchsbaumzünsler, jetzt auch in SO-Bayern Einzug gehalten hat. Funddaten: 27.09.2010, Mehring, Krs. Altötting, SO-Bayern, an Schwarzlicht im Garten." Wie sich wenige Tage später herausstellen sollte, war dies nicht der einzige und auch nicht der erste Nachweis für den Kreis Altötting: Per email vom 4. Oktober 2010 teilte mir T. Huber aus Burgkirchen mit: "aus der Zeitschrift "Mein schöner Garten" haben wir den Artikel über den Buchsbaumzünsler gelesen und auch die damit erwähnte Internetadresse Lepiforum. Wir hatten in diesem Sommer ein großes Problem (erstmals) mit dem Buchsbaumzünsler. Dieser tritt im Ortsbereich von Burgkirchen a.d. Alz - genauer gesagt im Gemeindegebiet Gendorf stark auf. Ich habe mich bereits von zwei Buchsbäumen getrennt. Vor ca. zwei Wochen haben wir dies auch unserem Landratsamt Altötting gemeldet. Somit kommt wieder ein "Punkt" in Ihrer Karte hinzu. Anbei noch ein Bild, das ich im April 2010 gemacht habe. Das zweite - mit Schnecke - stammt aus dem Mai 2010." Die beiden mitgesandten Bilder zeigen eindeutig Raupen von Cydalima perspectalis - Raupenfunde im April lassen nur den Schluss zu, dass die Besiedlung hier bereits 2009 erfolgt sein muss. Dies wurde dann im Artikel von SAGE & KARL (2010) ausdrücklich bestätigt, da eine Kollegin über Raupenbekämpfung in Gendorf bereits im Herbst 2009 berichten konnte und im Ortsteil Burgkirchen-Holzen bereits im Frühjahr 2009 Raupen gefunden wurden. Als weiterer Fundort wurde dort zudem Haiming genannt. Alle Funde werden in einer Karte dargestellt. Burgkirchen-Holzen und Burgkirchen-Gendorf waren demnach schon 2009 besiedelt, was auf eine Einschleppung Ende 2008 hindeutet. Mehring liegt Luftlinie gut 5 km davon entfernt, Haiming liegt nochmals 10 km weiter östlich, insgesamt 13 km von Burgkirchen entfernt. Das besiedelte Gebiet war hier also schon Ende 2010 alles andere als klein. Das nächste bekannte Vorkommen (Wartenberg) lag 2010 mehr als 70 km entfernt - wieder einmal ist also von Einschleppung durch den Menschen auszugehen. Und auch für die Ausbreitung im Landkreis hatten die Autoren eine plausible Erklärung: "Besonders vor Allerheiligen werden in den Gartencentern Buchsbäume regelmäßig als Sonderangebote angeboten und vor allem zur Grabgestaltung stark nachgefragt. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Ausbreitung des Buchsbaumzünslers an beiden Fundorten an den Friedhöfen seinen Anfang nahm. Überhaupt ist die rasante Ausbreitung des Buchsbaumzünslers quer durch Europa zu nahezu hundert Prozent wohl den Gartencentern und ähnlichen Einrichtungen zuzuschreiben. Da sich die Falter offensichtlich schwer tun, größere (buchsbaumfreie) Distanzen zu überwinden, wird sich die weitere Ausbreitung ohne erneute Einschleppung nur vergleichsweise langsam vollziehen."

D-BY-4: Landkreis Fürth [FÜ] (Oberasbach) [seit 2010]

"KK" teilt am 7. August 2010 im Forum von "Mein schöner Garten [Forum Mein schöner Garten] mit: "auch bei uns in Oberasbach (Gemeinde zwischen Nürnberg und Fürth) tritt der Buchsbaumzünsler in großen Mengen auf. Habe heute bei uns im Garten 4 Buchsbäume die befallen waren gefunden. Wer hatte Erfolge im Kampf gegen die Plagegeister???"

Im Landkreismagazin vom November 2013 [issuu.com/stadtzeitung_fuerth 11.2013] war zu lesen: "Landkreis Fürth - ... Der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler hat bei uns zusehends Fuß gefasst und sorgt in Teilen des Landkreises für gravierende Schäden". Details zu den Funden werden leider nicht genannt.

D-BY-5: Landkreis Aschaffenburg [AB] (Aschaffenburg mit Stadtteilen, Alzenau, Kahl am Main) [seit 2010]

"Topper" schreibt am 9. August 2010 im Forum von "Mein schöner Garten [Forum Mein schöner Garten]: "Mit einen Hochdruckreiniger und ein bisschen schütteln sowie Gift hab ich heute die Biester bekämpft und es funktionierte ganz gut PS Landkreis Aschaffenburg". Ein genauer Fundort wird leider nicht genannt. Da Aschaffenburg an der Grenze zum ebenfalls besiedelten Main-Kinzig-Kreis liegt, überrascht dieser Nachweis ganz im NW Bayerns nicht.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Immerhin 6 Meldungen davon stammen aus dem Kreis Aschaffenburg, und zwar aus Aschaffenburg (dort schon 2013 entdeckt, im April 2014 stärkerer Befall), Aschaffenburg-Strietwald ("Hery schrieb am 28.04.2014, 20.05 Uhr: in 63741 Aschaffenburg (Strietwald) habe ich in allen umliegenden Gärten stark befallene Büsche entdeckt. In meinem Garten bisher nur 2 Raupen entdeckt. Allerdings habe ich schon 2x gegen Buchsbaumzünsler gespritzt."), Aschaffenburg-Obernau (S. Kullmann schrieb am 25.07.2014, 15.04 Uhr: Heute, 25.7.14 in 63743 Aschaffenburg/ Obernau. Buchsbaum steht auf dem Balkon als Topfpflanze. Habe mittlerweile ca. 40 Raupen in allen möglichen Größen abgesammelt und ertränkt... Werde später nochmal sammeln gehen, habe sicherlich ein paar Exemplare übersehen."), Alzenau ("Farmer schrieb am 16.04.2014, 09.40 Uhr: Find ich gut, das mit der Karte! Auch wenn's 'ne Initiative des WDR ist - hier eine Meldung vom Main (Franken/ Hessen) - bzw. gleich drei Meldungen: Hanau, Alzenau (63755), Aschaffenburg (6374x). sämtliches schon letztes Jahr entdeckt") und Kahl am Main ("Seidel schrieb am 27.04.2014, 15.50 Uhr: Hallo In Kahl am Main ist ein Befall von dem Zünsler in der Buchsbaumhecke vor dem Haus entdeckt worden.").

Zu Kahl am Main erhielten wir auch 2016 wieder ein Foto: [Lepiforumsbeitrag Peter Holzberger 26. Juni 2016].

D-BY-6: Landkreis München [M] (Perlacher Forst bei München) [seit 2012]

A. von Scholley-Pfab zeigt einen Falter und erläutert [von Scholley-Pfab, Lepiforumsbeitrag 27. September 2012]: „ich weiß, der Falter ist nichts so besonderes mehr. Aber es ist mein erster Fund in Deutschland, und ich weiß noch von keinem in der Münchner Gegend. In den letzten Jahren habe ich lange und vergeblich Buchsbaumhecken angeschaut. Heute vormittag habe ich Lampen entlang eines Waldwegs, der zu einer Klinik führt, nach Nachtfaltern abgesucht ... Genau betrachtet ist der Fund 50 m jenseits der Stadtgrenze, also im Ldk. München. Die nächsten Gärten sind aber im Stadtgebiet, ca. 100m entfernt. Wenn ich mal wieder Zeit habe, werde ich dort nach Buchs schauen. Deutschland, Bayern, Perlacher Forst bei München, 550 m, 27.September 2012.“

D-BY-7: Landkreis Lindau [LI] (Lindau, Bodolz, Wasserburg, Sigmarszell, Weißensberg, Hergensweiler) [seit 2013 (sicher schon 2012)]

Am 20. Mai 2013 war in der Schwäbischen Zeitung [Schwäbische Zeitung 20. Mai 2013] zu lesen: „Der Buchsbäumzünsler ist da, teilt das Landratsamt Lindau mit. In den vergangenen Jahren habe sich der Buchsbaumzünsler ausgebreitet.“ Nach dem, was in dem Artikel steht, ist davon auszugehen, dass die Raupen hier schon im Herbst 2012 in größerem Stil aktiv waren - konkret gesagt wird aber nichts über einen Fund in 2012.

Der Schwäbischen Zeitung vom 22. August 2013 [Schwäbische Zeitung, 22. August 2013] ist zu entnehmen: „Eines steht fest: Der Buchsbaumzünsler ist in Lindau angekommen. Nicht nur in den Parks, den Friedhöfen und Gartenanlagen der Stadt treibt der gefräßige Schädling aus China sein Unwesen. Auch in den zahlreichen Hausgärten der Lindauer frisst sich die grüne Raupe durch den allseits beliebten Buchsbaum und lässt allenfalls noch die kahlen Gerippe stehen. Und jeder, der in seinem Garten oder auf seiner Terrasse jenen immergrünen Strauch, der schon seit Jahrhunderten von Gartenliebhabern geschätzt wird, gepflanzt hat, ihn jahrelang gehegt und gepflegt hat, muss bangen. Denn der Buchsbaumzünsler ist überall – und bisher ist weder ein Kraut gegen ihn gewachsen, noch gibt es ein wirklich wirksames Mittelchen. Zumindest keines, das überall angewandt werden darf ... “.

Schwäbische.de [Schwäbische.de, 22. August 2013] vom gleichen Tag ergänzt: "Auch für Brunner ist das Absammeln der Raupe zwar eine Sisyphusarbeit, dennoch sei es das effektivste Mittel. Denn von dem im Internet empfohlenen, und in Gärtnereien und der BayWa erhältlichen Spritzmittel Calypso hält der Fachmann wenig. „Das bringt nur langfristige Erfolge, wenn man regelmäßig spritzt. Dann stirbt aber nicht nur der Zünsler, man spritzt auch den Garten tot – und das ist nicht ohne.“ In die Zukunft gesehen rät Brunner den Gartenbesitzern, sich auf den neuen Schädling einzustellen und eventuell über Ersatzpflanzungen nachzudenken. Denn dass der Schädling, der über Liechtenstein und Vorarlberg im vergangenen Jahr nach Lindau, Bodolz und Wasserburg gekommen ist, heuer schon in Sigmarszell, Weißensberg und Hergensweiler angekommen ist und im kommenden auch den oberen Landkreis erreicht haben wird, von selbst verschwindet, glaubt der Kreisfachberater nicht."

Den amtlichen Nachrichten des Kreises war am 28. März 2014 zu entnehmen [Landkreis Lindau, 28. März 2014]: "Lindau (Bodensee) – Bereits letzte Woche haben die beiden Gartenexperten Bernd Brunner und Martin Lein über den Buchsbaumzünsler und erste geeignete Maßnahmen informiert. Einem dort gestarteten Aufruf, sich mit einer Rückmeldung über Stand und Verbreitung an die beiden zu wenden, sind zahlreiche Gartenbesitzer gefolgt. Dabei haben sich erhebliche Unterschiede im Entwicklungszustand der Zünslerraupen gezeigt. Dies hat zur Folge, dass eine zeitlich einheitliche Bekämpfungsempfehlung für den gesamten Landkreis nicht möglich ist. Die Vorgehensweise und die zur Verfügung stehenden Maßnahmen aber sind überall die gleichen. In den seenahen, geschützten Lagen fand Martin Lein von der Stadtgärtnerei Lindau bereits aus dem Wintergespinst gewanderte, frei fressende Raupen. In Einzelfällen konnte sogar schon eine erneute Gespinstbildung beobachtet werden. Anderenorts hingegen haben die überwinterten Raupen das Wintergespinst noch nicht verlassen." Leider wurden die gemeldeten Fundorte nicht detailliert mitgeteilt.

D-BY-8: Landkreis Passau [PA] (Sandbach-Eben, Vilshofen an der Donau) [seit 2013]

Von M. Hinterheller (email am 21. Juli 2013 an E. Rennwald) erhielten wir den Hinweis: „ich teile Ihnen mit, dass ich am 28.06.2013 erstmals einen Buchsbaum-Zünsler Cydalima perspectalis am Licht gesichtet habe. Fundstelle: 94474 Vilshofen an der Donau. Sandbach, Ortsteil Eben.“

Auf http://buchsbaumzuensler.com gibt es eine Meldung vom 3. September 2013 von Vilshofen an der Donau: „Der Buchsbaumzünsler hat in den warmen Sommerwochen unsere Buchsbaumhecke (6 Buchsbäume, 1,50 m hoch, 1 m Durchmesser) innerhalb kurzer Zeit fast komplett kahlgefressen. Ich habe zunächst mit allerlei Hausmitteln aus dem Internet versucht, der Plage Herr zu werden (Insektizide wollten wir keine benutzen, da wir kleine Kinder haben und die immer im Garten spielen). Leider hatten die Mittelchen (Steinmehl aufstreuen, Essig-Öl-Wasser-Mischung aufsprühen, etc. ) auf die Raupen keinerlei Wirkung. Als wir sahen, dass bereits Schmetterlinge abflogen, machten wir eine Radikalkur. Wir schnitten die Buchsbäume über Boden ab und verbrannten sie. Leider sind aber auch bei den Nachbarn bereits weitere Bäume befallen.“

D-BY-9: Landkreis Berchtesgadener Land [BGL] (Laufen/ Salzach, Ainring, Freilassing) [seit 2013]

Nach den Nachweisen 2010 im Landkreis Altötting war zu erwarten, dass es auch in den Nachbarkreisen bald Meldungen geben würde. Es sollte dauern. OVB-Online meldet dann aber am 13. Juni 2013: [OVB-online vom 13. Juni 2013]: "Natürliche Feinde hat der Schädling nicht, so Georg Unterhauser, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein ... Auch in Oberbayern ist der Schädling angekommen. Im Friedhof in Laufen haben die gefräßigen Raupen bereits zahlreiche Buchsbaumkugeln und Buchseinfassungen vernichtet." Ich interpretiere den Fundort als Laufen/ Salzach. Unklar bleibt dabei, ob die Besiedlung hier vom 35 km entfernten Burgkirchen ausging oder vom noch näheren Vorkommen rund um Salzburg.

Der Berchtesgadener Anzeiger [berchtesgadener-anzeiger.de, 6. August 2016] weiß zu berichten: "Der Buchsbaumzünsler plagt die heimischen Gartenbesitzer: Die Raupen des aus dem asiatischen Raum eingeschleppten Kleinschmetterlings können einen Buchsbaum in nur wenigen Tagen abfressen. Und sie tauchen heuer fast überall auf. Die Schäden seien darum gravierend, wie Markus Putzhammer aus Petting, Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege im Berchtesgadener Land, ausführt. »Ich befürchte, dass wir den Buchs als Gestaltungselement in den heimischen Gärten verlieren werden«, sagt er." Und weiter: "Vor drei, vier Jahren trat der Buchsbaumzünsler erstmals im Berchtesgadener Land auf, damals allerdings nur vereinzelt. Inzwischen sind die Raupen in praktisch allen Landkreisgemeinden aufgetaucht. Verstärkt ist der Schädling entlang von Saalach und Salzach zu beobachten; im vergangenen Jahr waren vor allem Ainring, Freilassing und Laufen betroffen. Und von dort aus breitet er sich aktuell gerade massiv in den Gemeinden Kirchanschöring und Fridolfing und damit auch im Kreis Traunstein aus. »Der Befall ist heuer wirklich schlimm«, weiß Putzhammer; er geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Buchsbaumzünsler im ganzen Landkreis wütet."

Die Passauer Neue Presse [pnp.de, 12. August 2016] berichtet: "Von Deggendorf bis Kelheim und runter bis ins Berchtesgadener Land klagen Stadtpfleger und Hobbygartler über die neue Raupe Nimmersatt, die die sonst so robusten Buchsbäume regelrecht kahl knabbert."

D-BY-10: Landkreis Miltenberg [MIL] (Niedernberg, Wörth am Main, Großheubach) [seit 2013]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Demnach hat sich die Art offenbar von Aschaffenburg aus den Main aufwärts ausgebreitet. Fundorte sind Niedernberg ("Jan schrieb am 27.04.2014, 18.13 Uhr: 63843 Niedernberg. Befall 2014", Wörth am Main ("J. Prockner schrieb am 27.07.2014, 20.25 Uhr: Inversives Auftreten des Buchsbaumzünsler in Wörth-West. 15. Juli 2014 In unserer Buchshecke auf 1/2 Quadratmeter über 100 Raupen gesammelt. Befall wurde erst entdeckt, weil von einem Tag auf den anderen plötzlich großflächig Blätter fehlten. Auch in der direkten Nachbarschaft wurde der Befall festgestellt. Haben alle Buchsbäume geschnitten und mit dem Hochdruckreiniger abgesprüht.") und Großheubach ("Wolfgang schrieb am 30.04.2014, 18.48 Uhr: heute auf dem Friedhof in 63920 Großheubach Frass-Schäden und Gespinste, aber keine Raupen entdeckt. An drei benachbarten Gräbern nachgesehen, der mittlere war der kleinste Bux, der hatte auch noch keine Gespinste und auch keine Frass-Schäden. Am heimischen Garten kontrolliert, alles ok bisher. Da war der Zünsler im vergangenen Jahr an 2 von 5 Bux vertreten.")

D-BY-11: Kreisfreie Stadt Fürth [FÜ] (Fürth) [seit 2014 (sicher schon 2013)]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Angabe betrifft die Stadt Fürth ("Anonym schrieb am 06.05.2014, 21.06 Uhr: Dieser Buchsbaum Zünsler ist ist nun auch in Fürth / Bayern angekommen und ist dabei meine Hecke zu zerstören. Wie ich den Kommentaren entnehme ist die Chemische Keule wohl das beste '??"). Nach der Beobachtung 2010 im Landkreis Fürth (Oberasbach) wundert der neuerliche Nachweis sicher nicht.

D-BY-12: Landkreis Freising [FS] (Neufahrn bei Freising) [seit 2014 (sicher schon 2013)]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Angabe betrifft Neufahrn bei Freising: "Christiane Wüst schrieb am 29.04.2014, 15.13 Uhr: Ich habe heute in Neufahrn bei Freising zwei Raupen an einem 20jährigen Buchs gefunden. Sie sehen aus wie die abgebildeten. Wir schneiden wohl erstmal zurück."

D-BY-13: Große Kreisstadt Neu-Ulm [NU, ILL] (Neu-Ulm) [seit 2014 (sicher schon 2013)]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Angabe betrifft Neu-Ulm: "Marie Ernst schrieb am 06.05.2014, 12.54 Uhr: Leider hat auch bei uns der Zünsler Einzug gehalten (Neu-Ulm, Bayern). Fast alle Pflanzen sind befallen von unseren 13 Stück. Der Schaden hält sich noch in Maßen. Die Tage werden wir spritzen, nach sorgfältiger Sammelaktion. Mit was, weiß ich noch nicht. Es wird ein Gärtner kommen, der uns helfen wird. Wir haben Raupen in allen Stadien von klein bis groß. Die Großen sehen dann wie Äste aus und sind braun. Diese sind schwer zu finden und hocken auch nicht in den Gespinsten sondern hängen lose im Geäst."

D-BY-14: Kreisfreie Stadt Erlangen [ER] (Erlangen-Eltersdorf, Erlangen) [seit 2014]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Eine Angabe betrifft Erlangen-Eltersdorf: "weber schrieb am 29.07.2014, 10.26 Uhr: Erlangen-Eltersdorf 91058. Schwacher Befall am 26.7.2014 entdeckt."

Aus Erlangen ging eine weitere Meldung bei mir ein (Lukas Sobotta per email am 13. September 2016): "08.09.2016 in meiner Wohnung in 91054 Erlangen / Bayern."

D-BY-15: Kreisfreie Stadt Würzburg [WÜ] (Würzburg) [seit 2014]

Klaus Wenger [Beitrag Lepiforum K. Wenger vom 28. September 2014] zeigt einen am 27. September 2014 in der Händelstraße in Würzburg gefundenen frischen Falter - sonst erreichten uns bisher noch keine Nachweise aus dieser Stadt.

D-BY-16: Landkreis Bamberg [BA] (Pettstadt) [seit 2014]

Frau Corinna Lieberth meldet am 21. Oktober 2014 per email an E. Rennwald den Erstnachweis der Art für den Landkreis Bamberg. Der am Abend des 20. September 2014 in ein Zimmer in Pettstadt verflogene Falter war nach den mitgeschickten Bildern erst leicht abgeflogen: "Dies ist der Erstnachweis für Pettstadt (Postleitzahl: 96175) im Landkreis Bamberg". Anscheinend gibt es aus dem Kreis Bamberg bisher noch keine Raupenfunde (?).

D-BY-17: Kreisfreie Stadt München [M] (München-Obermenzing, München-Solln, München) [seit 2012]

A. von Scholley-Pfab stellt die ihr bekannten Daten aus München zusammen [ Lepiforums-Beitrag 23. Oktober 2014]: "München-Obermenzing, 27.September 2012 + 6.Oktober 2012, [Buchsbaum, U. & Segerer, A., Nachrichtenblatt der Bayerischen Entomologen, 62(1/2), 2013, 27-34]; München-Solln, 1.Oktober 2012 [Christine Neumann, schriftl. Mitteilung]; München, 21.Oktober 2014 [Gisela Heinz, mündl. Mitteilung]".

Auch 2016 ging wieder eine Meldung ein: Markus Frowein [Lepifoumsbeitrag 25. September 2016] meldet einen Falter am 24. September 2016 vom Bahnhof München-Pasing.

D-BY-18: Kreisfreie Stadt Ingolstadt [IN] (Ingolstadt-Unterhaunstadt) [seit 2012]

Steffen Schmidt [Lepiforumsbeitrag 30. August 2015] meldet den vermutlichen Erstnachweis aus dem Kreis: 1 Falter am Licht am 29. August 2015 in Ingolstadt-Unterhaunstadt. Er betont: "Für mich war es der erste Fund dieser Art in Ingolstadt." Im Folgejahr ergänzt er [ Lepiforumsbeitrag Steffen Schmidt, 3. Juli 2016]: "Der Buchsbaumzünsler besuchte mich nach einem ersten Einzelexemplar in 2015 nun erneut in Ingolstadt. Raupennachweise sind mir (noch) keine gelungen." Das Foto eines ganz frischen Falters trägt die Daten "Ingolstadt, Unterhaunstadt, am Licht, 1. Juli 2016".

D-BY-19: Landkreis Mühldorf am Inn [MÜ] (Mühldorf) [seit 2016 (sicher schon 2015)]

[ovb-online.de, 11. August 2016] berichtet unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler wütet" zum Kreis Mühldorf am Inn: "Der Buchsbaumzünsler macht sich im Landkreis breit." und "Auch Weiß kann sich nicht erinnern, dass der aus Ostasien eingeschleppte Schädling jemals so gewütet hätte wie in diesem Jahr. „Wir haben 2016 schon die zweite Welle nach dem Frühjahr“."

D-BY-20: Landkreis Deggendorf [DEG] (Osterhofen) [seit 2016]

Die Passauer Neue Presse [pnp.de, 12. August 2016] berichtet: ""Vor drei Tagen war der noch komplett grün", sagt Michael Pokoj und streicht über die verdorrten Äste eines braunen, über einen Meter hohen Buchsbaumstrauchs. Pokoj ist Stadtgärtner in Osterhofen (Lkr. Deggendorf) und damit auch für die Pflege des Friedhofs zuständig. Dort, wie an vielen anderen privaten und öffentlichen Grünanlagen im Stadtgebiet, haben sich liebevoll zurechtgeschnittene Buchsbaum-Arrangements in trostloses Gestrüpp verwandelt. Schuld ist der Buchsbaumzünsler. Von Deggendorf bis Kelheim und runter bis ins Berchtesgadener Land klagen Stadtpfleger und Hobbygartler über die neue Raupe Nimmersatt, die die sonst so robusten Buchsbäume regelrecht kahl knabbert."

D-BY-21: Landkreis Kehlheim [KEH] (Kehlheim) [seit 2016]

Die Passauer Neue Presse [pnp.de, 12. August 2016] berichtet: "Von Deggendorf bis Kelheim und runter bis ins Berchtesgadener Land klagen Stadtpfleger und Hobbygartler über die neue Raupe Nimmersatt, die die sonst so robusten Buchsbäume regelrecht kahl knabbert."

D-BY-22: Landkreis Straubing-Bogen [SR] (Bogen) [seit 2016]

Die Passauer Neue Presse [pnp.de, 12. August 2016] berichtet: "Von Deggendorf bis Kelheim und runter bis ins Berchtesgadener Land klagen Stadtpfleger und Hobbygartler über die neue Raupe Nimmersatt, die die sonst so robusten Buchsbäume regelrecht kahl knabbert."

Konkret zur Stadt Bogen war auf [idowa.de, 12. August 2016] am selben Tag zu lesen: "Die Bogener Gartenbesitzer sind geschockt: In diesem Jahr setzen Raupen ihren Buchsbäumen massiv zu. Unzählige grün-schwarze Raupen pro Pflanze – bis zu fünf Zentimeter werden sie groß. Der Buchsbaumzünsler hat es sich in den Buchsbäumen vor allem in der Stadt Bogen gemütlich gemacht."

D-BY-23: Landkreis Traunstein [TN] (Kirchanschöring, Fridolfing) [seit 2016]

Der Berchtesgadener Anzeiger [berchtesgadener-anzeiger.de, 6. August 2016] berichtet: "Vor drei, vier Jahren trat der Buchsbaumzünsler erstmals im Berchtesgadener Land auf, damals allerdings nur vereinzelt. Inzwischen sind die Raupen in praktisch allen Landkreisgemeinden aufgetaucht. Verstärkt ist der Schädling entlang von Saalach und Salzach zu beobachten; im vergangenen Jahr waren vor allem Ainring, Freilassing und Laufen betroffen. Und von dort aus breitet er sich aktuell gerade massiv in den Gemeinden Kirchanschöring und Fridolfing und damit auch im Kreis Traunstein aus."

(Autor: Erwin Rennwald)


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Letzte Änderung am September 25, 2016 20:35 von Erwin Rennwald
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