Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cydalima Perspectalis Verbreitung D HE

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Cydalima perspectalis (WALKER, 1859) - Buchsbaum-Zünsler: Detail-Verbreitung in Deutschland - Teil 3: Hessen

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Kurzübersicht über die bisher besiedelten Bundesländer und Kreise (Deutschland) ( D) - Teil 3: Hessen

(Stand 7. Oktober 2017)

D-HE: Hessen [seit 2008 (wahrscheinlich seit 2007)]

Aktuell sind uns aus Hessen Angaben aus 4 (von 5) kreisfreien Städten und 11 (von 21) Landkreisen bekannt, beinahe allesamt aus Südhessen (Regierungsbezirk Darmstadt), das mittlerweile nahezu flächendeckend besiedelt sein dürfte. Leider machen hier viele Quellen nach wie vor nur sehr diffuse Angaben ohne Nennung von Vorkommensorten. Die bisher einzige Fundmeldung für den Bereich des RP Gießen stammt aus Limburg und beruht auf einer Falterbeobachtung am 9. September 2016.

Es ist davon auszugehen, dass die Art mittlerweile auch Teile von Mittel- und Nordhessen besiedelt, doch kenne ich dazu bislang nur diffus gehaltene Angaben ohne konkrete Quelle.

A. Herz referierte auf der Entomologentagung der DGaaE vom 21-24. März 2011 in Berlin [Abstract Entomologentagung 21-24. März 2011] zum Thema „Der Buchsbaumzünsler, Cydalima perspectalis (Walker 1859) (Lepidoptera, Pyralidae) in Südhessen – Vorkommen, Ausbreitung und Aussichten für eine biologische Regulierung mit Nützlingen“: „Der Buchsbaumzünsler, Cydalima perspectalis (Walker 1859), ist ein Schädling an Pflanzen der Gattung Buxus und wurde vor einigen Jahren wahrscheinlich mit Pflanzenimporten aus China nach Europa eingeschleppt. Seit 2007 ist die Art in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern auf dem Vormarsch. Im Frühjahr und Sommer 2010 wurden Massenvermehrungen von Raupen im Rhein-Neckar-Gebiet beobachtet. Ausgehend von diesen Verbreitungszentren wurde das Vorkommen der Art punktuell entlang des Rheins und der Bergstraße nach Norden bis zum Raum Darmstadt durch Sichtbeobachtungen an Buchspflanzungen in Friedhöfen und Parkanlagen erhoben. Danach gelang es dem Buchsbaumzünsler auch eher isolierte Lokalitäten zu erobern, wobei neben einer selbstständigen Ausbreitung eine Verschleppung mit bereits befallenen Pflanzen aus Gärtnereibetrieben oder Gartencentern nicht ausgeschlossen werden kann.“ Tatsächlich dürfte die Verschleppung der Eier und Raupen auch hier den wesentlichen Beitrag zur rasanten Ausbreitung der Art geleistet haben.

Wenig hilfreich sind auch hier Angaben von Pflanzenschutzberatern, wie z.B. ein Beitrag im Echo [Echo, 24. Juni 2013]: „Der aus Asien eingeschleppte Buchsbaumzünsler ist weiter auf dem Vormarsch. „Der Extrem-Schädling muss dieses Jahr sehr heftig sein“, sagt der Pflanzenschutzberater beim Landesbetrieb Landwirtschaft in Griesheim, Helmut Müller (55), der Nachrichtenagentur dpa. „Das schließen wir aus den Meldungen, die wir hier reinbekommen.“ Seit 2010 trete der kleine Schmetterling mit seinen gefräßigen Raupen massiv in Südhessen auf, er wandere weiter. „Er hat die Mainlinie anscheinend geknackt und ist in Richtung Taunus aufgetreten.“

D-HE-1 Südhessen, Main-Kinzig-Kreis mit Hanau [MKK, GN, SLÜ, HU] (Hanau, Gelnhausen-Hailer, Großkrotzenburg, Langenselbold, Biebergemünd, Schlüchtern-Breitenbach, Gelnhausen, Altenmittlau, Freigericht, Rodenbach) [seit 2008, wahrscheinlich seit 2007]

Details zum ersten Auftreten in Südhessen wurden uns bisher nicht bekannt. Gemeldet wurde 2007 Raupenbefall an Buchsbaum, der sehr wahrscheinlich auf diese Art zurückgehen dürfte. Näheres zum Fundort wurde nicht bekannt. Eine zweite Meldung über Raupen im Herbst 2007 in einem Park in Hanau ist plausibel. Bei einem Besuch des Hauptfriedhofs der Stadt Hanau am 24. Juni 2008 konnte E. Rennwald nach langer Suche einige wenige eindeutige Altraupen-Spuren finden. Der Befall schien hier (noch) sehr schwach zu sein.

Leider ohne nähere Angaben zum Fundort (war damit evtl. Hanau gemeint?) bleibt ein Eintrag von „Christa“ vom 19. August 2010 im Gärtner-Blog [Gärtner-Blog]: „Ich wohne in der Nähe von Frankfurt/Main. Habe heute Abend in meinen 6 Buchs den Zünsler entdeckt, allerdings nicht mehr als Raupe, sondern bereits verpuppt. Bin stinksauer! Ich habe ingesamt 10 Kugelbuchs verschiedenen Alters und hatte noch nie Schädlinge.“ V. Wagner [V. Wagner, Lepiforumsbeitrag 24. Mai 2013] zeigt eine Raupe und erläutert: „Liebe Forianer, nachdem ca 20km von mir schon vor zwei-drei Jahren der Buchsbaumzünsler in Hanau nachgewiesen worden war, habe ich seither meine Buchsbüsche regelmäßig kontrolliert. Heute habe ich in einem Busch zwei Raupen gefunden. Eine Neubepflanzung mit gekauften Sträuchern hat nicht stattgefunden. Der Falter muss zugeflogen sein. Daten: D/ HE/ Gelnhausen-Hailer 135 m/ 24.05.2013/ Hausgarten“. Die Raupe hatte in der Zucht noch 3 Tage gefressen, der Falter schlüpfte dann am 10. Juni [Lepiforumsbeitrag V. Wagner, 10. Juni 2013]

Rolf Weyh führte in einem Vortrag über "Schmetterlinge erobern den Siedlungsbereich" im Januar 2013 beim "Apollo" Funde von 2012 von Hanau-Nord, Langenselbold und Großkrotzenburg an (nach Hinweis W. Nässig).

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Wieder gibt es mehrere Meldungen über Raupenbesatz an Buchs in Hanau. Hinzu kommen je eine Meldung aus Maintal (Raupen an Buchs Mitte April 2014), Bruchköbel (2. Mai 2014), Schöneck (Raupen an Buchs am 27. Juli 2014), Niederdorfelden (30 Raupen an Buchs am 2. August 2014)und Nidderau-Heldenbergen (Juli 2014). Die Art ist hier demnach in Ausbreitung begriffen.

Im Gelnhäuser Tagblatt [Gelnhäuser Tagblatt, 23. Augusat 2016] wird darauf hingewiesen, dass die Art mittlerweile auch in Biebergemünd angekommen ist.

Auch 2016 flog die Art noch immer nicht "überall" im Kreisgebiet. So meldet Wolfgang A. Nässig [Lepiforums-Beitrag, 26. September 2016]: "nachdem ich in den letzten Jahren auf den Buchsbäumen in der Stadt Schlüchtern (Deutschland, Hessen, Main-Kinzig-Kreis) noch keine Raupen gefunden habe, stolperte ich am Samstag (24. September 2016) im Garten unseres Hauses in Schlüchtern-Breitenbach (ein eingemeindetes Dorf, knapp 5 km von der Stadt entfernt und ca. 100 m höher gelegen) über einen Falter [...] Dort in SLÜ-Breitenbach stehen zwar nach meiner Kenntnis nirgendwo Buchsbäume, aber im Frankfurter Stadtwald (sowohl an der Vogelschutzwarte im Stadtteil Fechenheim nordmainisch wie am „Stadwaldhaus“ im südlichen Stadtwald kurz vor Neu-Isenburg) taucht der Falter seit etlichen Jahren auch immer bei unseren (Zub und Nässig) Demo-Lichtfängen anläßlich der Frankfurter „Batnight“ in Stückzahlen bis 10 auf, obwohl auch dort keine Büxe im Wald stehen. Er ist wohl wirklich ein guter, wandertauglicher Flieger ... Auch weiter unten im Kinzigtal/ Hessischer Nordspessart (Raum Gelnhausen, Altenmittlau, Freigericht und so weiter, Beobachter Rolf E. Weyh) wird die Art seit Jahren schon immer wieder und an diversen Stellen gefunden."

Die Gemeinde Rodenbach meldet am 15. Mai 2017 auf ihrer Seite [rodenbach.de] unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler auf den Friedhöfen sehr aktiv. Bitte entfernen Sie alle befallenen Pflanzen, um die weitere Verbreitung einzudämmen !": "Auch auf unseren Friedhöfen ist das zerstörerische Wirken des Buchsbaumzünslers deutlich zu erkennen. Massiv geschädigte Pflanzen befinden sich auf vielen Grabstätten und sorgen dafür, dass sich dieser Schädling weiter ausbreitet." Die Angaben betreffen die Friedhöfe in Nieder- und Oberrodenbach.

D-HE-2 Südhessen, Landkreis Bergstraße [HP] (Lampertheim, Bürstadt, Lorsch, Bensheim, Viernheim, Groß-Rohrheim, Heppenheim) [seit 2009 (sicher schon 2008)]

C. Effenberger meldete am 28. April 2009 erstmals den Befall in Lampertheim, Südhessen [Lepiforumsbeitrag C. Effenberger]: „Habe dieses Jahr das erste Mal diese Raupen an meinem Buchsbaumbestand und schon enorme Schäden festgestellt. Neige dazu alle Buchsbäume zu entsorgen, da ich die Prognosen zur Bekämpfung nicht wirklich begeisternd finde. Wohne in Südhessen (Stadt Lampertheim) und habe ca.7 befallene Buchs.“ Da es sich hier ja um überwinterte Raupen handelte, muss der Befall spätestens im Herbst 2008 erfolgt sein. Am 9. August kam eine weitere Befallsmeldung aus Lampertheim [Lepiforumsbeitrag "sl"]; der Buchsbaumzünsler scheint hier demnach etabliert zu sein. Dazu passend fing H. Falkenhahn [Lepiforumsbeitrag H. Falkenhahn] am 19. August 2009 einen Falter am Licht in der "Lampertheimer Heide (junge Quercus-Kulturen und trockene Waldwege)“. Am exakt gleichen Tag wurde auch ein Falter in einem Garten mit Buchs in Bürstadt, also ca. 5 km nördlich von Lampertheim, fotografiert [Lepiforumsbeitrag K. Engert]. Im Forum Nafoku zeigte S. Hodges einen frischen Falter von Lampertheim-Hüttenfeld und fragte [Beitrag Nafoku, S. Hodges, 7.9.2009]: „neben den vielen Nesselzünslern fand ich heute diesen einzelnen, schönen Falter bei uns auf der Brachwiese mit dem blühenden Luzern. Ich finde ihn wunderschön. Kennt ihn jemand?“

A. Herz [Lepiforumsbeitrag A. Herz 3. August 2010] meldet anhand von Raupenfunden zwei weitere Vorkommen in Südhessen: Lorsch, Kräutergarten am Kloster, 23.07.10 und Bensheim, Waldfriedhof, 01.08.10. "Bensheim" wurde auch für einen Falter vom 16. Juni 2011 als Fundort genannt [Lepiforumsbeitrag H. Gugg, 17. Juni 2011]. Die Art scheint sich in der Region also etabliert zu haben.

Der Bergsträßer Anzeiger vom 23. August 2010 aktualisiert [Morgenweb Bergsträßer Anzeiger 23. August 2010] : "In Bürstadt hinterließen die Raupen des Buchsbaumzünslers erstmals im Jahre 2009 ihre Spuren. Richtig einordnen konnte sie aber niemand. Schließlich waren die Tierchen weitgehend unbekannt. Sie sind "zugezogen", stammen ursprünglich aus Asien. Seit 2007 arbeitet sich der Buchsbaumzünsler, ein kleiner Schmetterling, vom Süden Deutschlands nach Richtung Norden vor. Mittlerweile scheint er im Ried angekommen zu sein. Das bestätigt Christoph Hoyer vom Pflanzenschutzdienst Hessen mit Sitz in Gießen. "Besonders im Raum Bürstadt und Lampertheim ist der Buchsbaumzünsler in Erscheinung getreten", sagt er. Ein Befall in Mittelhessen sei zwar vermutet, aber nicht sicher. Und Nordhessen ist nach Hoyers Angaben noch schädlingsfrei. Micha Jost, Umweltbeauftragter der Stadt Bürstadt, nennt den Falter spaßig einen "Freund der Globalisierung", der sich jetzt bei uns ausbreiten will. Auf manchen Anlagen habe es schon "leichte Probleme" mit den gefräßigen Raupen gegeben, so Jost. Aber nicht nur dort, sondern auch in heimischen Gärten. Schon im Mai kamen die ersten Kunden in den Agrarmarkt von Rüdiger Engert in Bürstadt. Sie suchten Hilfe. Jetzt, im August, beobachtet Engert eine zweite Welle der Raupe Nimmersatt."

R. Rath meldet am 15. September 2010 [R. Rath, Beitrag Lepiforum 15. September 2010]: "hatte gestern 15.9.2010 [gemeint war der 14. September] ein männliches Exemplar auf der Terrasse im Norden von Viernheim (Hessen) sitzen."

Der amtlichen Seite des Rathauses Bürstadt war im Frühjahr 2011 zu entnehmen [Rathaus Bürstadt, 27. April 2011]: „Rund um Bürstadt sind dieses Frühjahr die Buchsbäume von einem Schädling besonders stark bedroht, dem die Biologen den Namen Cydalima perspectalis gegeben haben.“

Im Echo [Echo vom 28. Februar 2012] ist zu lesen: „Ein Kataster von Annette Herz belegt, dass sich der Schädling bereits vor zwei Jahren beispielsweise am Kloster Lorsch, auf dem Alsbacher Schloss, dem Friedhof in Seeheim angesiedelt haben. Auch in Bürstadt, Bensheim oder Groß-Rohrheim wurde Nester entdeckt.

K. Henn meldet am 13. Mai 2012 [Gaertnerblog.de]: „Die Raupe habe ich jetzt auch in Heppenheim (Hessen) entdeckt. Ich dachte erst irgend welche Spinnen hätten das Bäumchen befallen aber bei genauerem Hinsehen habe ich die Raupen entdeckt. Weitere 3 Bäumchen sind befallen und jetzt fast kahl. Ca. 300 Raupen habe ich abgesammelt.“

Das Vorkommen in Groß-Rohrheim wurde durch Raupenfunde am 14. April 2014 bestätigt.

D-HE-3 Südhessen, Kreisfreie Stadt Darmstadt [DA] (Darmstadt) [seit 2009]

H. Falkenhahn schließlich [Lepiforumsbeitrag H. Falkenhahn] meldet für den 20. August 2009 den Fang eines Falters bei „Darmstadt: Waldgebiet unmittelbar südl. Waldfriedhof“.

Lampertheim / Bürstadt, Darmstadt und Hanau liegen jeweils mindestens 40 km auseinander. Das heißt, dass diese Vorkommen nicht direkt zusammenhängen, sondern auf 3 unabhängige, jeweils auf Verschleppung zurückzuführende Besiedlungen zurückzuführen sind. Von Lampertheim bis zum Norden des Vorkommensgebietes um Kehl/Rastatt existierte 2009 noch immer eine fast unbesiedelte Lücke von knapp 100 km.

D-HE-4 Südhessen, Landkreis Darmstadt-Dieburg [DA, DI] (Alsbach, Seeheim, Groß-Zimmern, Münster, Griesheim, Fischbachtal, Weiterstadt) [seit 2009]

Im Echo [Echo vom 28. Februar 2012] ist zu lesen: „Ein Kataster von Annette Herz belegt, dass sich der Schädling bereits vor zwei Jahren beispielsweise am Kloster Lorsch, auf dem Alsbacher Schloss, dem Friedhof in Seeheim angesiedelt haben. Auch in Bürstadt, Bensheim oder Groß-Rohrheim wurden Nester entdeckt. Inzwischen steht „der Buchsbaumzünsler vor Darmstadt“, sagt die Wissenschaftlerin. ECHO-Stichproben aus dieser Woche zeigen, dass er inzwischen auch auf den Friedhöfen von Alsbach Bickenbach und sogar von Eberstadt angekommen ist. Auf den ersten Blick scheinen der Alte Friedhof sowie der Bessunger Friedhof in Darmstadt nicht befallen zu sein – noch nicht. Betroffen ist aber die Bergstraße. Das bemerkt auch Johanna Skoberne vom Blumenhaus in Alsbach. „In den letzten zehn Tagen haben mindestens 15 Kunden bei uns nachgefragt, was mit ihrem Buchsbaum ist. Manche bringen sogar angefressene Zweige mit“, berichtet sie.“

Auf der amtlichen Seite von Groß-Zimmern [Groß-Zimmern, aktualisiert 11. September 2013] ist zu lesen: „In den Friedhöfen als auch sämtlichen anderen Grünanlagen der Gemeinde findet man derzeit abgefressene Buchsbäume. Hier ist der seit ca. 2006 aus Ostasien eingeschleppte Neozooe Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) am fressen. Zur Bekämpfung haben wir stellenweise die parasitäre Nematode (Fadenwurm) Steinernema carpocapsa, gebunden in einem feuchtigkeitspendenden Gelzusatzstoff, in den Buchsbaumbeständen der Park-, Garten- und Straßenanlagen versprüht. Diese Methode ist sehr verträglich und umweltschonend.“

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Hinzu kommen jetzt mehrere Meldungen aus Griesheim (2013 und 2014, z.T. sehr starker Raupenbesatz) und je eine Meldung aus Münster (bei Dieburg) (Raupen schon 2013, 2014 an weiteren Büschen), Fischbachtal (Raupenschäden schon im Sommer 2013, erneut April 2014) und Weiterstadt (am 5. Mai 2014 35 Raupen von 3 kleinen Buchskugeln abgesammelt). Die Art ist hier demnach in Ausbreitung begriffen.

D-HE-5-6 Südhessen, Landkreis Offenbach am Main [OF] und Kreisfreie Stadt Offenbach am Main [OF] (Mainhausen, Mühlheim am Main, Offenbach am Main, Rodgau, Obertshausen, Seligenstadt, Mühlheim am Main, Heusenstamm, Offenbach-Rumpenheim, Egelsbach, Rödermark) [seit 2010]

"Gartenservice Kuhn" berichtet am 8. August 2010 im Forum von "Mein schöner Garten [Forum Mein schöner Garten]: "Von 100 untersuchten Bäumen in Mainhausen Mainflingen sind 65 befallen". Das Vorkommen setzt sich offensichtlich auch bereits jenseits des Mains im bayerischen Landkreis Aschaffenburg fort.

Rolf Weyh führte in einem Vortrag über "Schmetterlinge erobern den Siedlungsbereich" im Januar 2013 beim "Apollo" Funde von 2012 von Offenbach-Süd, Offenbach-Rosenhöhe und Offenbach-Bieber, also von der kreisfreien Stadt Offenbach an, daneben einen weiteren aus dem Landkreis (im Westen von Mühlheim am Main) (nach Hinweis W. Nässig).

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Gesammelt wurden hier Raupenmeldungen aus Rodgau (im April 2014 Raupen in zahlreichen Gärten), Obertshausen (2013 und im April 2014 starker Raupenbesatz), Offenbach (erneut Raupen im April 2014), Offenbach-Rumpenheim (am 6. Mai 2014 30 Raupen an einem kleinen Buchs), Seligenstadt (am 27. April 2014 "alle Buchsbäume befallen"), Mühlheim am Main (2013 und am 2. Mai 2014 Raupenfunde), Heusenstamm (mehrere Raupenmeldungen vom April und Mai 2014), Egelsbach (schon 2013 starker Raupenbesatz, 2014 erneut) und Rödermark (2014 "Starker Befall von sämtlichen Buchsbäumen"). Auch hier deuten die Meldungen auf eine weitere Ausbreitung und Etablierung der Art.

Rainer Roth [Lepiforumsbeitrag 12. September 2016] berichtet: Am Wochenende war ich in Dreieichenhain. Hier habe ich zwar keinen Falter sehen können, aber einen massiv und mehrere leicht geschädigte Buchspflanzen in Kübel in der Fußgängerzone sehen können."

D-HE-7 Südhessen, Kreisfreie Stadt Wiesbaden [WI] (Wiesbaden, Wiesbaden-Schierstein, Wiesbaden-Dotzheim, Wiesbaden-Biebrich) [seit 2012]

E. Barnickel meldet [E. Barnickel, Lepiforumsbeitrag 21. August 2012]: „aufgrund der Bitte um Meldungen des Buchsbaum-Zünslers hier ein Fund aus Wiesbaden: Deutschland, Hessen, Wiesbaden-Schierstein, Straße in Wohngebiet, 93 m, 21.08.2012, Tagfund (Überfahrene männliche Imago). Da es meine erste Begegnung mit dem Falter und der dazugehörigen Problematik ist, fand bislang keine Raupensuche in der näheren Umgebung statt.“ Schierstein konnte für den Buchsbaumzünsler auch für 2013 bestätigt werden: "ein Tagfund (an Hauswand sitzend) in: Deutschland, Hessen, 65201 Wiesbaden-Schierstein (Nähe Rheinufer), ca. 85 m" [U. Eisenberg, Lepiforumsbeitrag 18. September 2013].

E. Rennwald berichtet über Raupen- und Falterfunde beider Generationen 2013 auf einem Golfplatz bei Wiesbaden-Dotzheim [Lepiforumsbeitrag 31. August 2013]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Aus Wiesbaden und den Stadtteilen Schierstein und Biebrich gingen für Anfang 2014 etliche Meldungen über Raupenbesatz ein.

[Radio ffh-news, 12. September 2016] meldet: "Ein Gespenst geht um in den Wiesbadenern Gärten: Der Buchsbaumzünsler und seine Brut fallen über die beliebten Ziersträucher her und fressen sie ratzekahl. Schon seit einigen Jahren treiben die Schmetterlinge ihr Unwesen, in diesem Jahr hat er sich durch die günstigen Wetterbedingungen besonders stark vermehrt"

D-HE-8 Südhessen, Landkreis Groß-Gerau [GG] (Rüsselsheim, Bischofsheim, Trebur, Riedstadt, Mörfelden, Kelsterbach) [seit 2012]

Die früheste Beobachtung im Landkreis scheint die von Vaclav Masek zu sein, der am 31. August 2012 einen Falter am Licht im Stadtgebiet von Rüsselsheim fand [Lepiforumsbeitrag 29. September 2015].

Auf http://www.buchsbaumzuensler.com findet sich die mit Falterfoto belegte Meldung: „Heute, 28.08.2013 fünf Falter morgens im Bad entdeckt. Auf dem Grundstück haben wir wenige kleine Buchsbäume, die noch sehr gut aussehen. Wir werden diese nun auf Befall prüfen. Deutschland 65474 Bischofsheim”.

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Hier wird der Fundort Bischofsheim erneut durch Raupenfunde im April 2014 bestätigt. Hinzu kommen Raupenmeldungen aus Trebur (schon 2013 erfolglos bekämpft, 2014 erneut), Trebur-Geinsheim (Raupen im April 2014), Riedstadt (April 2014), Riedstadt-Leeheim (reichlich Raupen im April 2014), Mörfelden und Mörfelden-Walldorf (mehrere Raupenfundmeldungen vom April 2014), Rüsselsheim (im April 2014 zahlreiche Raupen, an anderer Stelle Raupen am 23. Juli 2014), Kelsterbach (Buchsbäumchen am 29. April 2014 kahl gefressen) und Ginsheim (Ende Mai 2014 starke Fraßschäden an Buchs auf dem Friedhof). Die Art scheint hier in starker Ausbreitung begriffen zu sein.

D-HE-9 Südhessen, Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main [F] (Frankfurt) [seit 2012]

W. Nässig [W. Nässig, Lepiforumsbeitrag 3. Juni 2013] berichtet: „Nachdem schon letztes oder vorletztes Jahr die Art aus dem Norden der Stadt aus dem Garten der Kita eines Kindes eines Kollegen gemeldet wurde (und eine andere Frankfurt-Meldung schon vor längerer Zeit), hatte ich immer wieder auch die alte, aber sehr kleine (unter 1 Meter hoch, immer stark beschnitten) Buchshecke rund um Senckenberg kontrolliert, bisher aber nichts gefunden. Nun hat heuer im Mai mein TA auf der Hecke (in die in den letzten Jahren keine neuen Pflanzen eingepflanzt wurden) eine Fraßstelle mit einer übriggebliebenen Raupe (andere gefressen oder verpuppt?) gefunden. Der Falter schlüpfte kürzlich. Offensichtlich kann die Art auch in der Stadt ihr Areal selbsttätig erweitern.“

Bei dem erwähnten früheren Nachweis handelte es sich um eine Angabe von 2012 von Frankfurt-Hausen, die Rolf Weyh in einem Vortrag über "Schmetterlinge erobern den Siedlungsbereich" im Januar 2013 beim "Apollo" machte (Hinweis W. Nässig).

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Für April und Anfang Mai und dann wieder für Ende Juli und August 2014 werden hier zahlreiche Meldungen aus fast allen Stadtteilen zusammengetragen (u.a. Seckbach, Nied, Goldstein, Bornheim, Westhausen).

D-HE-10 Südhessen, Rheingau-Taunus-Kreis [RÜD, SWA] (Walluf, Oestrich-Winkel, Eltville am Rhein) [seit 2013]

Uwe Eisenberg [U. Eisenberg, Lepiforumsbeitrag 15. August 2013] berichtet: „An alle Freunde und Feinde des Buchsbaumzünslers! Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) hat den Rheingau erreicht. Gestern Abend vor dem schlafen gehen habe ich mir noch kurz die Füße vertreten und ein paar Häuser weiter in einem Vorgarten saß er unter einer Laterne in einer Nachtkerzen-Blüte und grinste mich frech an (wohl weil ich logischerweise nichts zum fotografieren bei mir hatte). Deutschland, Hessen, Rheingau, Walluf, OT Oberwalluf, 130 m, 14. August 2013“. U. Eisenberg ergänzt [U. Eisenberg, Lepiforumsbeitrag 17. September 2013]: "Nachtrag zum Rheingau-Taunus-Kreis: Seit meinem Beitrag vom 15. August drei weitere Exemplare in 65396 Walluf: Auf dem Auto, auf der Fensterbank und im Wohnzimmer. Ich habe übrigens keinen Buchsbaum, aber in der Umgebung gibt es schon einige."

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Wieder werden von 3 verschiedenen Personen Raupen vom April 2014 aus Walluf gemeldet, hinzu kommen je eine Meldung aus Oestrich-Winkel (24. Mai 2014) und Eltville am Rhein (5. August 2014).

D-HE-11 Südhessen, Main-Taunus-Kreis [MTK] (Hofheim am Taunus, Schwalbach am Taunus, Sulzbach (Taunus), Flörsheim am Main, Hattersheim-Okriftel, Eschborn, Kelkheim) [seit 2013]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. Gemeldet werden Nachweise aus Hofheim im Taunus ("Stefanie Stahl schrieb am 10.04.2014, 08.59 Uhr: In diesem Jahr habe ich die kleinen Raupen gestern geschlüpft gefunden. Fast alle Buchsbäume sind (eine Rabatte von 20 Stück) ist befallen. Das erstem Mal fand ich den Buchsbaumzünsler im letzten Jahr in den Pflanzen. Wir wohnen in Hofheim, im Main-Taunus-Kreis in Hessen." und wieder von einer anderen Meldungen zahlreiche Raupen am 23. Juli 2014), Flörsheim am Main (2 verschiedene Raupenmeldungen von Ende April und Anfang Mai 2014), Schwalbach am Taunus (Raupen am 26. April 2014 in verschiedenen Gärten des Ortes), Hattersheim-Okriftel (starker Raupenbesatz an Buchs am 27. April 2014), Eschborn (2 Meldungen über stärkeren Raupenbesatz im April und Mai 2014) und Sulzbach (Taunus) (Raupenfunde Ende Juli 2014 auf dem Friedhof). Die Art scheint sich hier also in rascher, aber leider schlecht dokumentierter Ausbreitung zu befinden.

Auf der Amtsseite von Schwalbach im Taunus [Schwalbach im Taunus, Juni 2016] war im Juni 2016 ein Artikel mit der Überschrift "Buchsbaumzünsler: Befallene Buchsbaumteile in die Biotonne – nicht zum Bauhof!" zu finden - der Falter scheint sich hier also gut etabliert zu haben.

Der Seite [docplayer.org/44810222-Entsorgung-von-buchsbaeumen-die-mit-dem-buchsbaumzuensler-befallen-sind] war zu entnehmen, dass am 16. August 2016 bei Kelkheim Container zur Entsorgung von Buchsbaumzünsler-Buchsbäumen aufgestellt waren.

D-HE-12 Südhessen, Wetteraukreis [FB, BÜD] (Bad Vilbel, Bad Vilbel-Dortelweil, Limeshain, Bad Nauheim-Wisselsheim, Nieder-Mörlen, Friedberg, Karben) [seit 2014 (sicher schon 2013)]

Der Westdeutsche Rundfunk sammelte 2014 unter dem Stichwort "Frühwarnsystem Buchsbaumzünsler" Daten zur Art [WDR.de/fernsehen/Ratgeber Buchsbaumzünsler, abgefragt 11. September 2014]. In Bad Vilbel wurden erste Raupen am 25. April 2014 gefunden, am 6. August 2014 gab es dann starken Besatz. Zu Bad Vilbel-Dortelweil hieß es am 22. Juli 2014: "Wir haben die Plage in der ganzen Strasse an den Buchsbäumen!" Und zu Limeshain war am 28. Juli 2014 zu erfahren: "heute die erste Raupe an einer kleinen Buchsbaumkugel entdeckt. Die anderen Kugeln sehen noch gut aus. Ich werde jetzt alle Buchsbäume mit Neemöl behandeln. Mal sehen was passiert."
Stefan Stübing meldete mir per email 2 frische Falter vom 8. September 2016 mit dem Kommentar: "Nun wollte ich [...] kurz mitteilen, dass die Art inzwischen auch Bad Nauheim erreicht hat. Wir wohnen seit 2012 im Ortsteil Wisselsheim und vor wenigen Tagen waren erstmals zwei Tiere hier an der Terassenbeleuchtung."

Die Stadt Karben gibt am 12. September 2016 eine Pressemitteilung auf [ karben.de] heraus: "Entsorgung von mit dem Buchsbaumzünsler befallenen Buchsbäumen. Nachdem wir bereits vor einigen Tagen auf die Verfahrensweise mit vom Buchsbaumzünsler befallenen Sträucher aufmerksam gemacht haben, möchten wir ergänzend mitteilen, dass die befallenen Buchsbäume beim Abholen des Astabschnitts nicht mitabgefahren werden. Kleine Mengen können über die Biotonne entsorgt, große Mengen müssen direkt beim Humus- und Erdenwerk („Kompostierungsanlage“) in Niddatal-Ilbenstadt angeliefert werden. Es wird jedoch gebeten, dort die Mitarbeiter auf den Befall mit Buchsbaumzünsler hinzuweisen, damit dieser Grünschnitt separat behandelt werden kann. Eine Annahme von mit Buchsbaumzünslern befallenen Buchsbäumen am Recyclinghof in Karben ist wie bereits mitgeteilt leider nicht möglich."

Die [Wetterauer Zeitung] meldet am 25. Mai 2017: "Der Buchsbaumzünsler wird auch im Wetteraukreis immer mehr zur Plage. Dr. Jürgen Roth, Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Wetterau, rät daher, befallene Pflanzen direkt zum Humus- und Erdenwerk nach Ilbenstadt zu bringen – insbesondere, wenn große Mengen anfallen."

Die [Giessener Allgemeine] berichtet am 28. August 2017 unter der Überschrift: "Buchsbaumzünsler. Der fast aussichtslose Kampf gegen die Raupe": "Einige Hobbygärtner versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Andere haben den Kampf gegen den Buchsbaumzünsler aufgegeben. Der Schädling hat sich in der Wetterau zur Plage entwickelt. In warmen Regionen Süddeutschlands treibt die Raupe des Buchsbaumzünslers schon seit Jahren ihr Unwesen. Jetzt hat sich der schwarz-weiß Falter bis in die Wetterau vorgearbeitet. »In dieser Dimension ist dieser Schädling erst 2017 aufgetreten«, sagt Hans-Martin Herrmann, Fachdienstleiter aus dem Bad Nauheimer Grünamt. Beispiel Hochwald-Viertel: Dort sind fast alle Grundstücke betroffen, in denen Buchsbäume stehen. [...] Viele haben den zeitaufwendigen Kampf gegen die Raupe bereits aufgegeben, weil er aussichtslos erscheint. Ähnlich ist die Lage offenbar in der ganzen Wetterau, auch in Friedberg. [...] Die beiden Nachbarstädte gehen unterschiedliche Wege, was die eigenen Buchsbäume angeht. Laut Fachdienstleiter Herrmann werden die geringen Bestände in Bad Nauheim, die auf den Friedhöfen in der Kernstadt und in Schwalheim, am Sauerbrunnen Schwalheim sowie auf Verkehrskreiseln zu finden sind, regelmäßig kontrolliert und mit dem biologischen Bacillus gespritzt. »Das hilft, wenn das Raupenstadium rechtzeitig erkannt wird.« [...] Auch »Privatmann« Herrmann nicht: »Beruflich gebe ich anderen Leuten gute Ratschläge, aber in meinem eigenen Garten in Nieder-Mörlen ist eine Buchsbaumkugel kahl«, sagt er lachend."

D-HE-13 Südhessen, Hochtaunuskreis [HG, USI] (Bad Homburg v. d. Höhe) [seit 2014]

In einem Zeitungsbericht [Taunus-Zeitung, 13. August 2016] wird von einem "Buchsbaum-Massaker" berichtet; anscheinend massiv betroffen sind hier Schlossgarten, Friedhof und Privatgärten.

Die Frankfurter Allgemeine Rhein-Main-Zeitung [FAZ.net 4. September 2016] nennt in ihrem Artikel "Der aussichtslose Kampf gegen eine Raupe" Steinbach (Taunus) als Fundort und blickt zurück "Vor zwei Jahren hatte der Wahnsinn begonnen: In einem Steinbacher Reihenhausgarten wies eine seit mehr als 15 Jahren gepäppelte stattliche Buchsbaumkugel plötzlich kahle Stellen auf. Ortswechsel von der Sonne in den Schatten, mehr oder weniger gießen, düngen - nichts half. Der geliebte Buxus fand sein Ende im Grünabfall auf dem Bauhof der Stadt. Im Jahr darauf offenbarte der Frühsommer mehr. Die Hobbygärtnerin fand erste grüne Raupen und weiteren Kahlfraß ... In diesem Frühjahr dann das Unheil: Sämtliche Buchshecken und -kugeln in den Vorgärten von fünf Häusern ähnelten innerhalb weniger warmer Tage kahlen Gestrüppen. Eine kurze Phase der Wiederbelebung folgte im Juni und im Juli, sattes Grün weckte Hoffnung. Dann abermals innerhalb von drei Tagen braune Dürre und Tristesse. Auf dem benachbarten Friedhof, auf dem Buchskugeln seit Jahrzehnten bewährter, weil durch nichts zu ruinierender Grabschmuck sind, der gleiche Anblick, nur irgendwie noch erschreckender. Jetzt differenzierten sich auch die verschiedenen Kampfstrategien in den Vorgärten aus: Drei Besitzer rodeten Hecken und Riesenkugeln schweren Herzens und pflanzten etwas hübsch Blühendes, um die angeschlagene Gärtnerseele irgendwie zu trösten."

D-HE-14 Mittelhessen (RP Gießen), Lahn-Dill-Kreis [WZ] (Wetzlar) [seit 2015]

Der [Gießener Allgemeinen Zeitung] vom 15. August 2017 ist u.a. zu entnehmen: "Wie Römer-Zeibig sagt, warnen die Pflanzenschutzdienste schon seit zehn Jahren vor dem Schädling. Vor drei bis vier Jahren sei er in Südhessen aufgetreten. »Und vor zwei Jahren hatte ein erster Kunde aus Wetzlar den Zünsler im Garten«, berichtet die Fachfrau. Sie selbst hat Glück: »In der Baumschule habe ich ihn nicht. Wir achten darauf, dass die Pflanzen, die wir beziehen, gesund sind.«"

D-HE-15 Südhessen, Odenwaldkreis [ERB] (Michelstadt, Breuberg) [seit 2016]

Die Brensbacher Nachrichten berichten am 3. Juni 2016 auf [brensbach.de] nur kurz: "Der Buchsbaumzünsler. Befallene Buchsbäume auch hier bei uns. Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie informieren, dass auch in unseren Gärten und Friedhöfen Buchsbäume vom Buchsbaumzünsler befallen sind." Die Brensbacher Nachrichten lassen dann am 2. September 2016 auf [brensbach.de] wissen: "Der Buchsbaumzünsler. Separater Container für befallenes Schnittgut bei der Gemeinde aufgestellt. Aus gegebenem Anlass möchten wir Sie informieren, dass auch in unseren Gärten und Friedhöfen Buchsbäume vom Buchsbaumzünsler befallen sind. [...] Die Gemeinde Brensbach hat bei ihrer Grünschnittannahmestelle einen separaten Container aufgestellt, in den das befallene Schnittgut eingeworfen werden kann."

Aus dem Odenwaldkreis gab es lange Zeit keine Fundmeldungen. Wann es die ersten Nachweise gab, ist mir unklar. Die Besiedlung dürfte sicher schon vor 2016 erfolgt sein, wenn die [Stadt Breuberg] am 12. August 2016 unter der Überschrift "Annahme von schädlingsbefallenen Buchsbaumpflanzen" mitteilt: "Der Bauhof der Stadt Breuberg hat seither die vom Buchsbaumzünsler befallenen Pflanzen angenommen und für deren Vernichtung gesorgt. Dies war eine freiwillige Leistung, um Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger der Stadt Breuberg, die kostenpflichtige Entsorgung zu ersparen. Leider ist jedoch festzustellen, dass mehr und mehr Ablieferer nicht nur die befallenen Pflanzen dem dafür bereitgestellten Container oder sonstigen Flächen im Bauhof zuführen, sondern nicht selten auch die Wurzelstöcke samt Erde und Pflanzkübel oder Plastiksack. Außerdem werden befallene Pflanzen ohne jegliche Rücksichtnahme außerhalb der Öffnungszeiten des Bauhofs vor oder über dessen Umzäunung geworfen. Dies hat dazu geführt, dass es dem Bauhof unmöglich gemacht wurde, diese angebotene freiwillige Leistung weiterhin anbieten zu können. Daher geben wir der Einwohnschaft zur Kenntnis, dass eine Abgabemöglichkeit von befallenen Buchsbaumpflanzen im Bauhof der Stadt Breuberg ab sofort nicht mehr besteht. Befallene Pflanzen dürfen nicht den Grünschnittcontainern im Bauhof oder auf den Friedhöfen der Stadt Breuberg zugeführt und auch nicht sonstiger Weise kompostiert werden, da diesenfalls die Schädlinge nicht wirksam zu bekämpfen sind. Die Zentralkompostierungsanlage des Müllabfuhrzweckverbandes (MZVO) nimmt befallene Pflanzen ebenfalls nicht an. [...] Ausdrücklich wird vor einer wilden Entsorgung in Wald oder Flur gewarnt, da dies den Tatbestand der illegalen Abfallentsorgung erfüllt, der mit der Einleitung entsprechender Ordnungswidrigkeitsverfahren und daraus resultierenden empfindlichen Bußgeldern zu ahnden sein wird."

Zu Michelstadt lässt die Stadt am 2. Juni 2017 auf [michelstadt.de] mitteilen: "Die Buchsbäume, die mit dem Buchsbaumzünsler befallen sind, können bei der Grünschnittannahme, bei der RESO in der Relystraße 6, in einem separaten Container abgegeben werden können."

D-HE-16 Mittelhessen (RP Gießen), Landkreis Limburg-Weilburg [LM, WEL] (Limburg an der Lahn) [seit 2016]

Am 27. September 2016 erreichte uns eine email von Ralf Mäser mit einem Falterfoto des Buchsbaumzünslers und den Daten: "Kreis Limburg/Weilburg, Schafsberg, Höhe 120m, 09 September 2016, (nähe Friedhof)". Der Schafsberg liegt auf dem Gebiet der Stadt Limburg an der Lahn. Weitere Meldungen aus dem Kreis sind uns bisher nicht bekannt. Während aus Südhessen (RP Darmstadt) mittlerweile von fast allen Kreisen Meldungen zur Art vorliegen, ist dies der erste Nachweis für den Bereich des RP Gießen.

D-HE-17 Mittelhessen (RP Gießen), Landkreis Gießen [GI] (Lich) [seit 2017]

Die [Gießener Allgemeine Zeitung] vom 15. August 2017 berichtet unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler. Achtung, bedrohliche Raupe jetzt auch im Landkreis": "Rund um Gießen war man bislang von der Plage ziemlich verschont geblieben. »Der Zünsler verbreitet sich langsam. Aber er kommt«, sagt Angela Römer-Zeibig, die Geschäftsführerin der Baumschule Rinn aus Heuchelheim. In diesem Sommer scheint er ein gutes Stück Wegs geschafft zu haben. Beim Gartencenter Pastau in Lich jedenfalls ist die Nachfrage nach Mitteln gegen den Zünsler gerade in der vergangenen Woche sprunghaft gestiegen."

(Autor: Erwin Rennwald)


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Letzte Änderung am Oktober 7, 2017 14:19 von Erwin Rennwald
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