Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cydalima Perspectalis Verbreitung D NI

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Cydalima perspectalis (WALKER, 1859) - Buchsbaum-Zünsler: Detail-Verbreitung in Deutschland - Teil 5: Niedersachsen

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Kurzübersicht über die bisher besiedelten Bundesländer und Kreise (Deutschland) ( D) - Teil 5: Niedersachsen

(Stand 4. Oktober 2017)


Details zu den Vorkommen in Deutschland (D) - Teil 5: Niedersachsen

(Stand 4. Oktober 2017; Reihenfolge wie in Kurzübersicht)

D-NI: Niedersachsen [seit 2007]

Der Buchsbaumzünsler wurde 2007 in Salzbergen im Emsland und 2008 auch in Hemmingen-Westerfeld im Kreis Hannover nachgewiesen. Mittlerweile liegen Daten aus 5 kreisfreien Städten und 3 Landkreisen vor. Neue Meldungen fehlen waren zwischen 2009 und 2016 selten, 2017 kam es zu mehreren neuen Befallsgebieten. Massenvorkommen wurden aber aus Niedersachsen auch dieses Jahr nicht gemeldet.

Das agrar-presseportal [agrar-presseportal.de] meldet am 26. Mai 2011: „Der ursprünglich aus Asien stammende Schmetterling, dessen Raupen sich ausschließlich von Buchsbaum ernähren, wurde in der Vergangenheit nur im südlichen Emsland, in Hannover und in Apen (Ammerland) gesichtet. Alle weiteren Hinweise auf das Insekt erwiesen sich nach Informationen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Verwechselungen mit anderen Schmetterlingsraupen. In diesem Jahr wurde bisher kein Befall gemeldet.“

Niedersachsen hat als einziges Bundesland die Art frühzeitig systematisch untersucht und bekämpft – anscheinend mit Erfolg. Die punktuellen Vorkommen im Emsland und im Kreis Hannover scheinen erloschen zu sein. Mit Zuwanderung aus Nordrhein-Westfalen und Verschleppung aus anderen Bundesländern oder den Niederlanden ist aber dauerhaft zu rechnen. 2013 gab es zwei Nachweisbereiche in Apen und Oldenburg. Für 2014 liegen uns gar keine Angaben vor. 2017 wurde erstmals wieder ein Falter aus der Region Hannover (Laatzen-Grasdorf) gemeldet.

In Niedersachsen wurde am 22. August 2017 eine Anfrage von 3 Abgeordneten an den Landtag eingereicht, Thema: "Ausbreitung des Buchsbaumzünslers in Niedersachsen". Die Antwort vom 30. August 2017 [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657] deckt sich weitestgehend mit den im Lepiforum zusammengestellten Daten. Neu für uns waren der Landkreis Cloppenburg und die Städte Osnabrück und Delmenhorst. Zu den neuesten Meldungen heißt es: "Im Jahr 2017 wurde aus mehreren Regionen Niedersachsens neuer Befall bekannt:
- Stadt Hannover (Herrenhäuser Gärten, denkmalgeschützter Park)
- LK Ammerland, Gemeinden Rastede und Bad Zwischenahn
- Städte Osnabrück, Emden und Delmenhorst
Es wurde betont: "Es handelt sich jeweils um lokales Auftreten, flächendeckendes Massenauftreten ist bisher nicht zu verzeichnen. Es gibt keine Erkenntnisse zur tatsächlichen Abundanz der Art in den genannten Landkreisen oder darüber hinaus."

D-NI-1: Landkreis Emsland [EL] (Salzbergen, Spelle, Freren) [seit 2007, auch 2015]

Das Vorkommen in Niedersachsen wurde im August 2007 (stärkerer Raupenbesatz in Salzbergen im Emsland) beobachtet, überregional aber erst ein Jahr später durch eine erneute Meldung im Lepiforum bekannt [Lepiforumsbeitrag H. Schmit, 5. August 2008]. Die Art wurde hier 2007 in diversen Gärten und mit verschiedenen Mitteln bekämpft, was aber nicht dazu geführt hat, dass sie ausgerottet worden wäre [Lepiforumsbeitrag H. Schmit (Ergänzung 6. August 2010)]. Ende August 2008 erschien hier ein amtlicher Hinweis mit Informationen zur Art: [LWK Niedersachsen August 2008]

Zum Vorkommen in Salzbergen war in einem blog-Eintrag vom 9. August 2009 von Wolfgang Kremer (http://gaertnerblog.de/blog/2008/buchsbaumzuensler-schaedling/ ) zu erfahren: „Hallo, ich kann berichten, das wir den Buchsbaumzünsler im Jahr 2008 wenn nicht auch in 2007 hier in Salzbergen (südliches Emsland) haben. Dieses Jahr haben wir und viele Nachbarn in Massen den Zünsler. Wir haben bisher folgen Mittel gegen Raupen benutzt: 1:Raupenfrei vom Aldi in der Sprühflasche: keine Wirkung. 2:Raupenfrei von Beyer: keine Wirkung. 3:Raupenfrei,xentari von Neudorff: Habe dieses Mittel erst heute morgen gespritzt, aber die Raupen sind jetzt schon bewegungslos und fressen nicht mehr (Abends). Laut Beschreibung sollen diese Raupen in 3-5 Tagen sterben. Dieses Mittel wurde im Gartencenter empfohlen und wird auch von unseren Nachbarn benutzt. Mal abwarten!“ Nach den bisherigen Erfahrungen war davon auszugehen, dass die Art hier auch 2010 nicht fehlen würde ... was sich bestätigt hat.

Anscheinend handelte es sich hier zunächst tatsächlich noch um ein lokales Phänomen. Vom Vorkommen bei Salzbergen waren es 2008 aber nur etwa 20 km bis zum Vorkommen im nördlichen Nordrhein-Westfalen bei Ochtrup. Wenn die beiden Bereiche nicht von vornherein zusammengehörten, sind sie doch spätestens 2010 mit Funden bei Spelle, Rheine und Dreierwalde zusammengewachsen. So berichten die Westfälischen Nachrichten [Westfälische Nachrichten. Lokales: Rheine, 6. August 2010]: "2008 wurde der Buchsbaumzünsler erstmals in Nordrhein-Westfalen entdeckt. Mittlerweile ist er auch in Rheine, Dreierwalde und Spelle angekommen, bestätigte Marktleiter Manfred Huch vom Gartencenter Münsterland. „Ich stelle seit einigen Wochen eine Liste der Betroffenen zusammen“, berichtete Huch. „Wenn wir einen Raupenbefall haben, dann heftig“, beschrieb er die momentane Situation. Jeden Tag kämen über 20 Betroffene ins Gartencenter und suchen dringend Rat." Der Fundort Spelle wurde für 2015 erneut durch einen Falter am 11. September 2015 in der Ortschaft bestätigt [J. Thiemann in Lepiforums-Beitrag Reiner Rebling, 28. Februar 2015].

Reiner Rebling [Lepiforums-Beitrag 19. September 2016] kann 2 Falter aus Freren melden: "heute hatte ich 2 Ex. von Cydalima perspectalis in den Lichtfallen. Daten: Deutschland, Niedersachsen, Freren, Buschwall 36m Lichtfalle".

D-NI-2: Region Hannover [H] (Hemmingen-Westerfeld, Laatzen-Grasdorf, Hannover-Herrenhausen) [seit 2008]

T. Brand ergänzt: "Außerdem gibt es einen weiteren Standort in Niedersachsen: In einem Privatgarten in Hemmingen-Westerfeld (südlich Hannover) wurde Befall zweifelsfrei festgestellt" [Lepiforumsbeitrag T. Brand, 26. August 2008]. Was aus diesem Vorkommen geworden ist, ist uns unklar, es ist aber grundsätzlich mit weiteren Vorkommen in Niedersachsen zu rechnen. Die beiden bekannten Vorkommen von 2008 bei Salzbergen und Hemmingen-Westerfeld liegen fast 200 km voneinander entfernt.

Proplanta meldet: "Der ursprünglich aus Asien stammende Schmetterling, dessen Raupen sich ausschließlich von Buchsbaum ernähren, wurde in der Vergangenheit nur im südlichen Emsland, in Hannover und in Apen (Ammerland) gesichtet. Alle weiteren Hinweise auf das Insekt erwiesen sich nach Informationen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen als Verwechselungen mit anderen Schmetterlingsraupen. In diesem Jahr wurde bisher kein Befall gemeldet." [Proplanta 28. Mai 2011] Auch nach T. Brand (email 16. September 2013) gab es seither keine weitere Angaben mehr aus dem Gebiet – die Art scheint sich hier bisher nicht etabliert zu haben.

Nach längerem Fehlen von Meldungen erhielt ich per email (4. September 2017) das Foto eines frischen Falters der dunklen Form, aufgenommen am 1. September 2017 von Jürgen Körber in Laatzen-Grasdorf, verbunden mit dem Hinweis, dass die Buchsbäume im Garten gesund aussehen.

Aus [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657 vom 30. August 2017] ist zu entnehmen, dass es 2017 in der Stadt Hannover (Herrenhäuser Gärten, denkmalgeschützter Park) zu Neubefall kam.

D-NI-3: Landkreis Ammerland [WST] (Apen, Rastede, Bad Zwischenahn) [2013 (schon früher?)]

T. Brand von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen teilt mit (16. September 2013 per email an E. Rennwald): „Aus Niedersachsen wurde an zwei Orten im August/September 2013 der Befall sicher nachgewiesen: Apen, westliches Ammerland, Baumschule und Dienstleister, der Buchsbaumhecken schneidet und den Schnitt als Steckling verwendet. Oldenburg, Stadtgebiet, Botanischer Garten Zwischen diesen beiden Orten liegt eines der größten Baumschulgebiete Europas, in dem auch Buchsbaum produziert wird. Aus Betrieben liegen mir keine weiteren Meldungen vor. Ebenso fehlen entsprechende Beobachtungen von mir und meinen Kollegen.“

Aus [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657 vom 30. August 2017] ist zu entnehmen, dass es 2017 in den Gemeinden Rastede und Bad Zwischenahn zu Neubefall kam.

D-NI-4: Kreisfreie Stadt Oldenburg [OL] (Oldenburg) [2013]

T. Brand von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen teilt mit (16. September 2013 per email an E. Rennwald) meldet: „Oldenburg, Stadtgebiet, Botanischer Garten“. Näheres s.o. zum Kreis Ammerland.

D-NI-5: Kreisfreie Stadt Emden [EMD] (Emden) [2016]

Nach jahrelangem Ausbleiben erhielten wir 2016 wieder eine Meldung aus Niedersachsen, diesmal aus Emden: "Das Foto wurde am 17 Juli 2016 nahe der Innenstadt gemacht" [Lepiforumsbeitrag Stefan R., 19. Juli 2016].

Aus [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657 vom 30. August 2017] ist zu entnehmen, dass es 2017 in den Städten Osnabrück, Emden und Delmenhorst zu Neubefall kam.

D-NI-6: Landkreis Cloppenburg [CLP] (ohne Details) [2017]

In Niedersachsen wurde am 22. August 2017 eine Anfrage von 3 Abgeordneten an den Landtag eingereicht, Thema: "Ausbreitung des Buchsbaumzünslers in Niedersachsen". Die Antwort vom 30. August 2017 [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657] deckt sich weitestgehend mit den im Lepiforum zusammengestellten Daten. Neu für uns war der Kreis Cloppenburg. Dazu heißt es pauschal: "LK Cloppenburg: Im nördlichen Teil ist Befall bekannt". Details wurden leider nicht mitgeteilt.

D-NI-7: Kreisfreie Stadt Osnabrück [OS] (Osnabrück) [2017]

Aus [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657 vom 30. August 2017] ist zu entnehmen, dass es 2017 in den Städten Osnabrück, Emden und Delmenhorst zu Neubefall kam. Details wurden leider nicht mitgeteilt.

D-NI-8: Kreisfreie Stadt Delmenhorst [DEL] (Delmenhorst) [2017]

Aus [kleineanfragen.de/niedersachsen/17/8657 vom 30. August 2017] ist zu entnehmen, dass es 2017 in den Städten Osnabrück, Emden und Delmenhorst zu Neubefall kam. Details wurden leider nicht mitgeteilt.

D-NI-9: Landkreis Gifhorn [GF] (Seershausen) [2017]

Werner Szramka [Lepiforumsbeitrag 3. Oktober 2017] zeigt einen Falter der dunklen Form, der am 2. Oktober 2017 in Seershausen ans Licht flog. Es handelte sich um das erste (und bisher einzige) hier beobachtete Tier dieser Art und zugleich um den ersten sicheren Fund im Landkreis Gifhorn. Wolfgang Rozicki [Lepiforums-Beitrag 4. Oktober 2017] kommentiert den Fund: "sehr interessanter Nachweis für uns hier in Ostniedersachsen - soweit ich weiß, sogar der erste Verlässliche für den LK Gifhorn! Bisher gab es nur vonseiten einiger Gartenbaubetriebe und Friedhofsämter, die ich mal abgeklappert habe, Verdachtsfälle. Unter anderem in Hattorf bei Wolfsburg. All diese Leute waren zwar informiert, dass etwas auf sie zukommt, aber ihre angeblichen Funde konnte noch keiner beweisen. Ich achte schon sehr lange darauf, aber bis jetzt war noch kein Exemplar dabei."

(Autor: Erwin Rennwald)


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Letzte Änderung am Oktober 4, 2017 22:44 von Erwin Rennwald
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