Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cydalima Perspectalis Verbreitung II

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Cydalima perspectalis (WALKER, 1859) - Buchsbaum-Zünsler: Details zur Verbreitung in der Schweiz, Österreich und Liechtenstein

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Kurzübersicht über die bisher besiedelten Bundesländer und Kreise bzw. Kantone in der Schweiz, Österreich und Liechtenstein) (CH-A-LI)

(Stand 14. September 2016)

Schweiz [seit 2007]

Eine Karte mit den Kantons-Nachweisen der Schweiz (noch ohne Neuenburg) ist hier zu finden: [Nachweiskarte Kantone Schweiz, Stand 18.9.2013]

Österreich [seit 2009]

Eine Karte mit den Bundesland-Nachweisen in Österreich ist hier zu finden: [Nachweiskarte Bundesländer Österreich, Stand 18.9.2013]

Liechtenstein



Details zu den Vorkommen in CH-A-LI

(Stand 14. September 2016)

CH: Schweiz [seit 2007]

Zuerst sei hier auf eine (derzeit leider nicht mehr zugängliche) Seite der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mit Angaben zur Situation in der Schweiz hingewiesen: [WSL Schweiz Buchsbaumzünsler, Stand Herbst 2009]. Sie enthält auch eine aktuelle Fundpunktkarte zur Schweiz [WSL Schweiz Verbreitungskarte Buchsbaumzünsler Stand Herbst 2009] Herr Beat Forster von der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) wies mich per email darauf hin, dass diese Karte nur auf mehr oder weniger zufälligen Meldungen beruht, also nicht das Ergebnis einer gezielten Umfrage oder gar einer systematischen Erhebung darstellt. Es war und ist also davon auszugehen, dass es auch in der Schweiz noch weitere, bisher unentdeckte oder zumindest nichtgemeldete Vorkommen gibt. So wurde uns prompt ein Nachweis aus der Westschweiz genannt (s.u.). 2010 wurde das erste Vorkommen im Tessin gemeldet, das aber wahrscheinlich auch schon 2008 begründet wurde. Um Mitteilung wird weiterhin gebeten.

Bis zum 24. September 2013 (und unverändert bis 2. April 2015) lagen uns Hinweise aus 23 (von 26) Kantonen der Schweiz vor, zuletzt aus Neuenburg (NE). Meldungen aus Freiburg (FR), Obwalden (OW) und Appenzell-Ausserrhoden (AR) fehlen noch. Das dürften im wesentlichen Melde- oder Beobachtungsdefizite sein - Hinweise werden erbeten.

CH-1-2: Kantone Basel-Stadt (BS) und Basel-Landschaft (BL) [seit 2007] (Riehen, Basel, Binningen, Birsfelden, Muttenz, Reinach, Rheinfelden)

E. O. Krüger stellte am 17. August 2007 die bekannten Funde zusammen [Lepiforumsbeitrag E. O. Krüger], darunter auch: "… aus schweizer Orten: Basel (Tierpark Lange Erlen), Riehen …“

Aus der Schweiz erreichten uns 2008 nur erstaunlich wenige Meldungen. Zu den schon 2007 erwähnten Funden Tierpark Lange Erlen in Basel und Riehen, ergänzte H. Ziegler Beobachtungen eines Besuchs am 11. Mai 2008 in Basel: In Riehen im Wenckenpark, also rechtsrheinisch, war die Raupe häufig, wenige weitere Raupen gab es auch in der Clarastrasse (beim Messeplatz). Aber auch linksrheinisch konnten Raupen an wenigstens 2 Stellen in Basel gefunden werden, nämlich in der Elisabethenanlage (nähe Bahnhof SBB) sowie in Basel-West (Michelbacherstrasse) [Lepiforumsbeitrag H. Ziegler].

Insgesamt war die Art von Weil am Rhein und dem direkt angrenzenden Riehen her in diesem Raum 2008 anscheinend in langsamer, aber steter Ausbreitung. J. Gschwind notiert 20 Raupen und viele Spuren aus Birsfelden [Lepiforumsbeitrag J Gschwind]. Bis Oktober 2008 gab es aus dem Raum Riehen und Basel einige weitere Schadmeldungen.

Im April und der ersten Maihälfte 2009 folgten Raupenmeldungen wieder aus Riehen [Lepiforumsbeitrag "Beatrice"], Basel Neubadquartier (24. April und 9. Mai), Basel Lehenmattquartier (15. Mai 2009), Basel In der Breite Eptinger Strasse (19. Mai 2009, massiver Befall) und Basel Grellingerstrasse [Lepiforumsbeitrag S. Speich] (2. Mai 2009), dann auch´von Muttenz [[Mitteilungen Muttenz 18. Mai 2009].

Einer Pressemitteilung von baumpflege.woodtli.ch [Baumpflege News 20. April 2009] vom 20. April 2009 war u. a. zu entnehmen: „In Muttenz (BL) kämpft Hobby-Gärtnerin Silvia Hüsser gegen den Schädling. «Ich habe nur kleine Buchsbäume», sagt sie, «aber die hat es dieses Jahr jetzt schon viel schlimmer erwischt als im ganzen letzten Jahr§. In der Fricktaler Zeitung vom 31. Juli 2009 wird berichtet [Fricktaler Zeitung 31. Juli 2009]: „Im Raum Rheinfelden sind derzeit viele Buchsbäume vom so genannten Buchsbaumzünsler befallen. Der Schädling stammt ursprünglich aus Asien. Rheinfelden. «Die Buchsbäume sind stark befallen. Das Problem ist im Raum Rheinfelden akut», erklärt der Rheinfelder Landschaftsgärtner Tobias Wunderlin. In den letzten Wochen musste er vermehrt ausrücken, um befallene Buchsbäume mit einem Pflanzenschutzmittel zu behandeln. In Rheinfelden ist der so genannte Buchsbaumzünsler bisher zum Beispiel auf dem Kapuzinerberg und im Weiherfeld aufgetreten, aber auch im Städtchen sind Buchsbäume betroffen. «Einige Buchsbäume haben fast keine Blätter mehr. Die Pflanzen sterben deswegen teilweise ab», führt Tobias Wunderlin aus. Er wurde in diesem Frühling zum ersten Mal auf den Schädling aufmerksam. In Baden- Württemberg und im Raum Basel kennt man das Problem schon seit längerem. «Im Fricktal taucht er meines Wissens in diesem Jahr aber zum ersten Mal auf», so Tobias Wunderlin. Auch bei der Rheinfelder Stadtgärtnerei ist der Buchsbaumzünsler ein Thema: «Fast alle Buchsbäume in den öffentlichen Anlagen sind befallen», erklärt Erwin Siffert, stellvertretender Leiter der Rheinfelder Stadtgärtnerei. «Im letzten Jahr gab es den Schädling bei uns noch nicht, jetzt hat der Befall massiv begonnen. Teilweise werden die Pflanzen ratzekahl gefressen. Der Schaden ist gross», führt er weiter aus. Die Stadtgärtner sind derzeit damit beschäftigt, die betroffenen Pflanzen zu spritzen. Wie Siffert erzählt, hat eine Familie in einem privaten Garten an einem einzigen Buchsbaum rund tausend Raupen entfernt. «Am nächsten Tag war er wieder befallen», schildert er.“

Die Basler Zeitung meldet in einem Artikel vom 27. August 2009 [Basler Zeitung 27. August 2009]: „Uni Basel studiert Buchsbaumzünsler. Seit Juli führt die Universität Basel eine Studie zur Verbreitung des Buchsbaumzünslers durch. Die Raupen des Kleinschmetterlings sorgten in den vergangenen Wochen wiederholt für Schlagzeilen, weil sie sich an Buchsbäumen in Basler Parks verköstigten.“ Die Studie wird durch das Institut für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz durchgeführt: „Mit Hilfe von Lockstofffallen wird seit Mitte Juli das zeitliche Erscheinen der erwachsenen Falter auf dem Friedhof Hörnli und im Merian Park Brüglingen erfasst.“ Der Bildunterschrift ist u. a. zu entnehmen: „Mittlerweile sind schon Funde im Baselbiet und im Fricktal bekannt.“ Die Aufforderung zur Mitarbeit (mit Kontaktadresse) findet sich unter http://www.conservation.unibas.ch/news/buchsbaum/Buchsbaum.pdf . Und wer direkt den entsprechenden Fragebogen ausfüllen möchte, kann das hier tun: http://www.conservation.unibas.ch/news/buchsbaum/FragebogenBuchsbaum.doc . Kontakt siehe auch: http://www.conservation.unibas.ch/news/buchsbaum/ .

http://www.blumensenn.ch/index_buchsbaumzuensler.php meldet: „Buchsbaumzünsler - Glyphodes perspectalis. Nun ist er auch in Binningen und Umgebung eingetroffen.“ Nähere Angaben werden leider nicht gemacht.

T. Wyss meldet am 13. August 2009 ( http://predigerholz.ch/2009/08/13/ums-haus-der-buchsbaumzunsler/ ) aus Reinach-Predigerholz: „Leider ist der Buchsbaumzünsler jetzt auch bei uns aufgetreten. Ich habe bereits über 70 Raupen in unserer Hecke abgelesen. Daher sah ich mich (leider) veranlasst unsere Hecke mit einen Raupen-Spritzmittel zu behandeln.“

Aus dem besonders betroffenen Riehen gibt es sogar eine Interpellation: [Interpellation]

CH-3: Kanton Zürich (ZH) (Erlenbach, Herrliberg, Brüttisellen, Zürich, Dietlikon, Männedorf, Dietikon, Bülach, Hüntwangen, Winterthur) [seit 2009]

In der Schweiz wurde 2009 mit dem Kanton Zürich ein zweites Befallsgebiet festgestellt. Im „Tagesanzeiger [Tagesanzeiger, aktualisiert am 26.08.2009] war hierzu zu lesen: „Der Buchsbaumzünsler frisst die Bäume leer. Im Bezirk Meilen macht ein neuer Schädling von sich reden: der Buchsbaumzünsler. Er macht sich über die beliebte Pflanze her. Besonders schlimm betroffen sind Erlenbach und Herrliberg.“ Konkreter ist im Text zu lesen: „Praktisch alle Anlagen in Erlenbach und Herrliberg sind betroffen – private und öffentliche», sagt Thomas Hering von der Spalinger Gartenpflege in Erlenbach. Ende Mai hatte ihn eine Hausbesitzerin angerufen. Vor Ort angekommen, entdeckte Hering die Raupen des Buchsbaumzünslers und deren Gespinste. «Danach kontrollierten wir alle anderen Gärten, die wir betreuen — und tatsächlich. Der Schädling verbreitet sich sehr schnell.» Raupen Ende Mai bedeuten, dass der Befall auch hier spätestens im Herbst 2008 erfolgt sein muss, angesichts der Häufigkeit und lokalen Verbreitung wahrscheinlich schon wesentlich früher.

In dem Artikel ist weiter zu lesen: „«Wir spritzen ein starkes chemisches Insektizid. Nur so können sich die Bäume wieder erholen», sagt Gärtnermeister Hering. Die verwendeten Mittel — Spintor, Pyrethrum FS und Karate Zeon — erforderten allerdings, dass man gewisse Massnahmen beachte: «Unsere Mitarbeiter tragen Masken, zum Teil sogar Schutzanzüge.» Weil die Mittel so stark seien, setze er sie nur ungern ein – und gezielt. Vorbeugend nützten sie nichts, und auch nützlingsschonende Produkte hätten keine Wirkung gezeigt. In Basel, wo der Schädling bereits das dritte Jahr sein Unwesen treibt, wurde eine Sprühaktion mit einem vierten Insektizid – Marshal 25 CS – Mitte August abgebrochen: Das Mittel ist in der Schweiz auf den Schädling nicht bewilligt.“ «Das Problem ist, dass der Buchsbaumzünsler hierzulande keine natürlichen Feinde hat», sagt Hering. Er werde sich wohl schweizweit weiterverbreiten und sei nicht mehr einzudämmen. «Wir müssen mit dem Schädling leben», sagt auch Pflanzenschutz-Experte Feichtinger. Mittlerweile sei im Kanton Zürich auch die Region Brüttisellen betroffen, und er habe Meldungen aus weiteren Kantonen.“

Weitaus weniger aufgeregt ist ein von P. Feichtinger (Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Zürich) am 6. August 2009, also direkt nach der Entdeckung der Raupen in Erlenbach, herausgegebener Aufruf: [Fachstelle Pflanzenschutz Zürich 6. August 2009]. Dort wird auch über Erfahrungen mit verschiedenen Spritzmitteln berichtet.

D. Vollenweider meldet uns per email vom 4. September 2009: „hier in der schweiz, nahe zürich, sprich rechtes zürichseeufer haben wir eine grosse plage. nicht nur in meinem garten. unser gärtner hatte mir gesagt, dass es der zünsler wäre und mittlerweile habe ich den falter auch erkennen können, wie er auf ihrer seite abgebildet ist.“

Beat Forster erläutert am 1. Dezember 2009 im Lepiforum [Lepiforums-Beitrag Beat Forster 1. Dezember 2009]: "Kanton Zürich: diverse Funde am rechten Zürichseeufer und in Zürich, Diagnosen durch die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, die Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Zürich und anschliessend durch verschiedene Gartenbaubetriebe."

Die Ausbreitung lief 2010 weiter: So berichtet der Landbote [Landbote, 10. August 2010] : "Der Buchsbaumzünsler ist da. In den Zürcher Stadtquartieren Witikon und im Seefeld sind die ersten Buchsbaumzünsler entdeckt worden. Die Raupen des Kleinschmetterlings kommen aus Asien und fressen Buchsbäume kahl. In verschiedenen Gemeinden am linken Zürichseeufer hat sich der Buchsbaumzünsler in diesem Jahr bereits stark ausgebreitet. Jetzt entdeckten Mitarbeitende von Grün Stadt Zürich erste Fälle auf Stadtgebiet. Durch die schnelle Verbreitung der Schädlinge sind nicht nur Buchsbäume in öffentlichen Anlagen, sondern auch in Privatgärten in Gefahr ... Stadt Zürich setzt in den öffentlichen Anlagen auf biologische Mittel zur Schädlings-bekämpfung und rät Privatpersonen ebenfalls dazu."

Am gleichen Tag informiert die Gemeinde Männedorf über den ersten Nachweis im eigenen Gebiet [Männedorf.ch, 10. August 2010] : "In Männedorf sind erste Buchsbäume mit dem Zünsler befallen. Die entsprechende Meldung an das WSL, Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft ist erfolgt." Weiter heißt es: "Im letzten Sommer war im Oberland nur Brüttisellen betroffen, jetzt sind sind es auch Volketswil, Dübendorf, Gossau und Illnau-Effretikon, wie Beat Forster von der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mitteilt."

Die Gemeinde Dietlikon informiert ihre Bürger [Gemeinde Dietlikon, August 2010] : "Der Buchsbaumzünsler fühlt sich auch in Dietlikon wohl, weshalb der Unterhaltsdienst der Gemeinde Dietlikon seit rund zwei Wochen mit der Bekämpfung des Schädlings auf dem öffentlichen Grund beschäftigt ist."

V. Scheiwiller [V. Scheiwiller, Beitrag Lepiforum 14. September 2010] meldet: "Am Sonntag, 12.09.2010, habe ich 2 dieser Falter in verschiedenen Quartieren von CH- 8953 Dietikon ZH entdeckt." 3 Wochen später kam dann auch ein Falter der dunklen Form dazu [Lepiforums-Beitrag Verena Scheiwiller 2. Oktober 2010] . T. Kissling [T. Kissling, Beitrag Lepiforum vom 5. Oktober 2010] berichtet über seine ersten 3 Falter am 4. Oktober 2010 in Bülach - dort, in Zürich (Wehrenbachtobel) und in Winterthur (Hardholz) konnte er die Art auch 2011 bestätigen (email 6. März 2012 an E. Rennwald).

H. Ziegler [H. Ziegler, Beitrag Lepiforum 5. Oktober 2010] ergänzt: "Anflug von 1 Männchen am Licht; CH- 8194 Hüntwangen ZH (rechtsrheinisch bei Eglisau), 2.10.2010, Kiesgrube abseits des Siedlungsgebiets, kein erkennbarer Buchsbaum in der Nähe. Lichtfang Daniel Bolt, Thomas Kissling, Heiner Ziegler". D. Bolt [D. Bolt, Beitrag Lepiforum 5. Oktober 2010] korrigiert geringfügig: "Präzisierung: der Fund liegt nicht in Hüntwangen, sondern in der Gemeinde Eglisau ZH, Gentner. Alle drei Türme standen auf Gemeindegebiet Eglisau, die Grenze zu Hüntwangen liegt jedoch sehr nahe."

Auch 2012 gab es den Falter bei Zürich [K. Kunze, Lepiforumsbeitrag 23. Juni 2012]: „Eine Freundin schickte mir das Foto, ich kenne den Falter leider nicht. Fundort gestern, Kleinalbis, Schweiz“.

T. Kissling berichtet [T. Kissling, Lepiforumsbeitrag 28. August 2012] „bei mir waren es heute innerhalb von 2 Stunden 60 Falter, davon 2 Dunkle. Schweiz, Bülach ZH“.

R. Leemann meldet [R. Leemann, Lepiforumsbeitrag 24. August 2012]: „Schweiz, Zürich, Stadt Zürich (Zürichberg), 500 m, 24. Aug. 2012, Tag/Nachtfund: Wir haben häufig 1-4 davon in unserer Wohnung (aber dort keinen Buchsbaum).“

„Alexandra“ fragt eine Raupe aus einer Weihnachtsdekoration an [„Alexandra“, Lepiforumsbeitrag 30. Dezember 2012]: „Der Buchs kommt aus Dielsdorf (im Zürcher Unterland)“.

Am 4. Mai 2012 war aus Geroldswil zu erfahren: "In unserer Siedlung sind alle Buchspflanzen befallen: Schweiz 8954 Geroldswil" [Meldung auf buchsbaumzuensler.com].

CH-4: Kanton Graubünden (GR) (Chur) [seit 2009]

Hier war nach dem Fund eines einzelnen frischen Falters am 1. September 2009 auf 580 mm ü. NN in Chur [Lepiforumsbeitrag H. Ziegler] noch unklar, ob sich die Art auch bereits etabliert hatte. 2010 konnte/musste die Frage mit Ja beantwortet werden. 6 Falter am Licht am 4. Oktober 2010 sind ein klarer Beweis dafür, siehe Beitrag H. Ziegler [Lepiforums-Beitrag H. Ziegler, 5. Oktober 2010].

Von Chur aus nur knapp 10 km das Rheintal abwärts, in Zizers (zwischen Chur und Landquart), fotografierte Manfred Walter am 14. September 2013 einen Falter, den er zur Bestimmung ins Pilzeforum stellte [Beitrag auf pilzepilze.de vom 26. März 2015].(Die zugehörigen Funddaten wurden per email an Thomas Fähnrich übermittelt.)

CH-5: Kanton Jura (Buix südlich Boncourt) [seit 2009]

L. Reser meldet [Lepiforumsbeitrag L. Reser] : Am 9.9.2009 habe ich ein Falter am Licht gefangen, und zwar am folgenden Ort am Nordrand des Kantons Jura, nahe der schweiz-französischen Grenze: Boncourt, Buix, Sous les Cantons, 415 m ü. M. Es handelt sich um einen gemischten Rotbuchenwald mit viel Buxus sempervirens im Unterholz ...". Wo, wenn nicht in Buix - so der französische Name des Buchs - sollte sich der Buchsbaumzünsler wohl fühlen?

Nachdem dies zunächst die einzige Meldung aus dem Kanton blieb, berichtet L. Reser [Lepiforumsbeitrag L. Reser 25. Oktober 2010] über einen weiteren Fund an anderer Stelle im Doubs-Tal: "Ocourt JU, La Motte, Sur le Chaufour, 9.IX.2010, 1 Imago am Licht".

CH-6: Kanton Solothurn (SO) [seit 2009]

Die Basler Zeitung vom 15. Oktober 2009 meldet unter der interessanten Überschrift´"Menschen verbreiten Buchsbaumzünsler" [Basler Zeitung 15. Oktober 2009]: "Der ursprünglich aus Ostasien stammende Kleinschmetterling wurde 2007 erstmals in Weil a. R. nördlich von Basel beobachtet. Bereits ein Jahr danach wurden beträchtliche Schäden an Buchsbäumen in privaten Gärten und Parkanlagen in Riehen und Basel festgestellt. Der neue Schädling breitet sich seither ungebremst aus. In der Schweiz liegt das Zentrum der Verbreitung in Basel und im unteren Baselbiet. Einzelne Kolonien wurden aber auch im Kanton Jura und südlich der Jurakette in den Kantonen Solothurn, Aargau, Zürich und am Bodensee gefunden."

Zu Solothurn lagen uns zunächst keine direkten Angaben vor. Nach der aktuellen Verbreitungskarte der WSL Schweiz [WSL Schweiz Herbst 2009] dürfte der Punkt im Kanton Solothurn in der Umgebung von Olten liegen. Da uns hierzu keine Originalmeldung vorliegt, kann hier nichts über die Sicherheit jener Bestimmung ausgesagt werden.

Beat Forster vom WSL macht am 1. Dezember 2009 im Lepiforum Angaben zur Datenbasis: [Lepiforums-Beitrag Beat Forster 1. Dezember 2009]:

"- Kanton Solothurn: Balsthal, Meldung der Basler Zeitung vom 20.10.09, Quelle der Meldung und Diagnose unbekannt."

Dass die Meldung von Olten / Balsthal durchaus plausibel war, zeigte sich am 3. September 2010, als in einer Hecke in 4613 Rickenbach (knapp 5 km westlich von Olten bzw. 15 km nordöstlich von Balsthal) an einem Buchsbaum-Zaun mäßig starker Raupenbefall (Fraßspuren) festgestellt werden konnte (E. Rennwald).

In der Solothurner Zeitung war später zu lesen [Solothurner Zeitung, 21. Mai 2013]: "Die Solothurner Stadtgärtnerei kämpft gegen das Buchssterben ... «Wir wussten von Schadensmeldungen im Raum Basel. Dann stellten wir bei uns plötzlich grössere Frassschäden im Friedhof St. Katharinen fest.» Von da an war der Stadtgärtner gefordert. «Dort, wo wir den Buchs sofort wegen festgestellter Zünslinge behandelt haben, konnten wir die Bestände gut halten. So auch im Friedhof hinten.» In der Badi habe man wohl zu spät reagiert, deshalb seien jetzt im Frühling die Schäden massiv gewesen."

CH-7: Kanton Aargau (AG) [seit 2009]

Die Basler Zeitung vom 15. Oktober 2009 meldet unter der interessanten Überschrift´"Menschen verbreiten Buchsbaumzünsler" [Basler Zeitung 15. Oktober 2009]: "... Einzelne Kolonien wurden aber auch im Kanton Jura und südlich der Jurakette in den Kantonen Solothurn, Aargau, Zürich und am Bodensee gefunden."

Zum Aargau lagen uns zunächst keine direkten Angaben vor. Nach der aktuellen Verbreitungskarte der WSL Schweiz [WSL Schweiz Herbst 2009] liegt der Punkt im Aargau in oder um Oberkulm.

Beat Forster vom WSL macht am 1. Dezember 2009 im Lepiforum Angaben zur Datenbasis: [Lepiforums-Beitrag Beat Forster 1. Dezember 2009]:

"- Kanton Aargau: Befall einer Buchshecke in einem Garten in Schlossrued AG. Diagnose mit Unterstützung der Fachstelle für Pflanzenschutz des Kantons Zürich, die den Befall aus dem Kanton Zürich kennt."

Dass die Art sich hier längst fest etabliert hat, der a-z.ch [a-z.ch, 30. Juli 2010] : "Als Barbara Killmann am Montag in ihrem Garten auf dem Friedlisberg verdächtig serbelnden Buchs entdeckt, reagiert sie goldrichtig. Sie packt ein paar Zweige in einen Plastiksack und bringt sie zur Untersuchung zu Gärtnermeister Peter Baumann. Dieser erkennt unter dem Mikroskop den Schädling sofort: Eigelege, Puppen und Raupen des Buchsbaumzünslers (Diaphania perspectalis). Jetzt geht es schnell. Denn auch der Pflanzenschutzdienst des Kantons Aargau auf der Liebegg ist vorbereitet. Geri Busslinger hatte schon im Mai ein informatives Merkblatt drucken lassen, das er sofort auf den Mutschellen schickt und ausserdem intensive Beratung zur Verfügung stellt. Ganz Friedlisberg abgespritzt. Auch Pedro Baumann, Spezialist und Züchter von Buchs («Ich habe für Zehntausende Franken Buchsbaum in meinem Zuchtgarten»), reagiert blitzschnell. Schon am Dienstag fährt eine Equipe mit dem richtigen Spritzmittel durch die Gärten und spritzt, selbstverständlich mit dem Einverständnis der durchwegs dankbaren Anwohner, die vielen Buchsbäume auf dem Friedlisberg ein erstes Mal. Und schon am Mittwoch sind die Pheromon-Geschlechter-Duftstofffallen bereit, mit denen wie beim Borkenkäfer die liebestollen Buchsbaumzünsler-Schmetterlinge für die Zählung eingefangen werden. Baumann lässt in den Friedlisberger Gärten die befallenen Buchsbäume flächendeckend mit dem Pflanzenschutzmittel Delfin abspritzen. Er betont aber, dass es für jeden Raupentyp ein eigenes Gegenmittel gebe. «Delfin» gegen Buchsbaumzünsler. Das «Delfin» sei immerhin bienenfreundlich, was dem Naturfreund ebenso wichtig ist wie dessen Wirkung. Zwei, drei Spritzungen seien schon nötig, sagt Baumann, und Nachkontrollen, besonders im Inneren der Buchsbäume, weil dort der erste Frassangriff meist unbemerkt stattfinde. Gemeinde übernimmt die Kosten. Übrigens hat auch die Gemeinde Rudolfstetten-Friedlisberg, deren öffentliche Anlagen, vor allem der Friedhof, stark befallen sind, schnell und unbürokratisch reagiert. Gemeindeammann Josef Brem, selber auf dem Friedlisberg wohnhaft, stellt in Aussicht, dass die Gemeinde die Kosten der Spritzaktion übernehme. Sonst müsste Pedro Baumann jedem Gartenbesitzer für die jeweilige Spritzung – je Garten zwei Minuten à drei Franken, dazu die Mann-Minuten – eine individuelle Rechnung ins Haus schicken." Diese konzertierte Spritzaktion über ein ganzes Dorf hinweg ist interessant - ich wage die Prognose, dass der Befall dennoch zu spät entdeckt wurde und nicht mehr vollständig einzudämmen ist.

Schweizer Radio DRS [Schweizer Radio DRS, 28. Juli 2010] teilt mit: "Buchsbaumzünsler bereits im Ostaargau angekommen. Der Buchsbaumzünsler beschränkt sich nicht mehr nur auf die Bezirke Rheinfelden und Laufenburg, mittlerweile sind auch im Ostaargau die ersten Fälle aufgetreten: auf dem Mutschellen und im ganzen Reusstal bis Bremgarten."

Die Gemeinde Mellingen AG notierte dazu in ihren Gemeindenachrichten [Mellingen, Gemeindenachrichten vom 23. August 2010]: "Wie in Nachbarsgemeinden ist nun auch in Mellingen erstmals der Buchsbaumzünsler entdeckt worden."

Ein erfreulich wenig aufgeregtes und informatives Merkblatt wurde vom Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg herausgegeben [Merkblatt Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg vom 19. Mai 2010].

Aus dem Bezirk Rheinfelden ging 2011 auch ein Foto eines stark verdunkelten Falters aus Kaiseraugst ein [5. September 2011, Meldung von Urs Wullschleger, Lepiforumsbeitrag R. Roth vom 5. September 2011].

CH-8: Kanton Zug? (ZG) [seit 2009]

Nach der Verbreitungskarte der WSL Schweiz [WSL Schweiz Herbst 2009] gibt es einen Fundpunkt bei Zug am Nordrand des Zugsees - also im Kanton Zug.

Beat Forster vom WSL macht am 1. Dezember 2009 im Lepiforum Angaben zur Datenbasis: [Lepiforums-Beitrag Beat Forster 1. Dezember 2009]:

"- Kanton Zug: Zugersee, Meldung der Basler Zeitung vom 20.10.09, Quelle der Meldung und Diagnose unbekannt."

CH-9: Kanton Thurgau (TG) (Bodensee) [seit 2009]

Die Basler Zeitung vom 15. Oktober 2009 meldet unter der interessanten Überschrift´"Menschen verbreiten Buchsbaumzünsler" [Basler Zeitung 15. Oktober 2009]: "... Einzelne Kolonien wurden aber auch im Kanton Jura und südlich der Jurakette in den Kantonen Solothurn, Aargau, Zürich und am Bodensee gefunden."

Zum Thurgau (Bodensee) lagen uns zunächst keine direkten Angaben vor. Nach der aktuellen Verbreitungskarte der WSL Schweiz [WSL Schweiz Herbst 2009] dürfte der Punkt am Bodensee unmittelbar nahe der Grenze zu Konstanz, also in oder um Kreuzlingen liegen.

Beat Forster vom WSL macht am 1. Dezember 2009 im Lepiforum Angaben zur Datenbasis: [Lepiforums-Beitrag Beat Forster 1. Dezember 2009]:

"- Kanton Thurgau (Bodensee): Befall an Buchspflanzen in einem Privatgarten in Bottighofen bei Kreuzlingen. Diagnose durch einen Gartenbaubetrieb welcher auch befallene Gärten am Zürichsee betreut." Die Gemeinde [Gemeinde Bottighofen, 10. Juni 2010] bestätigt: "In Bottighofen wurde in den letzten Tagen ein starker Befall von Buchsbaumzünslern registriert."

Zum Kanton Thurgau gibt es weitere Angaben aus dem Jahr 2010. So meldet die Thurgauer Zeitung [Thurgauer Zeitung, 5. Juni 2010] : Schlechte Nachrichten für Gartenbesitzer. Von Christof Widmer. Aktualisiert am 05.06.2010. Thurgauer Gartenbesitzer müssen sich auf einen gefrässigen Schädling gefasst machen: Der Buchsbaumzünsler hat den Kanton erreicht und bedroht die beliebten Buchse ... Eine böse Überraschung erlebte Thomas Schibli, als er in den letzten Wochen in Hausgärten nach dem Rechten sah. Der Mitarbeiter der Bottighofer Gartenbaufirma Erni stiess in zahlreichen Privatgärten auf den Buchsbaumzünsler. Einzelne Exemplare habe er schon im Spätherbst entdeckt. Jetzt hat sich die Befürchtung bestätigt, dass sich der Schädling auch im Thurgau ausbreitet ... Auf den Buchsbaumzünsler ist der Thurgau so gut wie nicht vorbereitet. Eine zentrale Überwachungsstelle gibt es nicht. Das Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, das in ähnlichen Fällen die Führung übernimmt, ist nicht aktiv. Der Pflanzenschutzdienst müsse sich aus Kapazitätsgründen auf Schädlinge konzentrieren, die Nutzpflanzen befallen oder aber für den Menschen gesundheitsschädlich sind, sagt dessen Leiter Hermann Brenner. Beim Buchsbaumzünsler ist beides nicht gegeben. Wo der Schädling im Kanton überall auftritt, ist nirgends erfasst. Eine Umfrage der TZ hat ergeben, dass er vor allem in den Seegemeinden entdeckt wurde. Grösserer Befall wird etwa aus Steckborn und Bottighofen gemeldet. Auch in Kreuzlinger Gärten ist er gesehen worden, ebenso in Weinfelden." Im August kam die Fortsetzung: [Thurgauer Zeitung, 17. August 2010] : Buchsbaumzünsler breitet sich weiter aus. Schlechte Nachrichten für die Thurgauer Gartenbesitzer: Der gefrässige Buchsbaumzünsler tritt inzwischen fast überall im Kanton auf. Frauenfeld – Die Befürchtungen haben sich bestätigt. Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch den Kanton. Im Frühling war vor allem aus einzelnen Seegemeinden wie Steckborn und Bottighofen grösserer Befall gemeldet worden (die TZ berichtete). Mittlerweile wurde der Schädling auch in den meisten anderen Regionen gesichtet. Die Raupe macht sich über Buchsbäume her und kann die beliebten und teuren Gartenpflanzen im Extremfall kahlfressen. Frisch entdeckt worden ist der Schädling in den letzten Tagen in mehreren Gemeinden der Region Frauenfeld und im Hinterthurgau. Diverse angefragte Gartenbauunternehmen sind dort gerade dabei, den Buchsbaumzünsler mit Insektiziden zu bekämpfen. Betroffen sind Gärten zumindest in Eschlikon, Münchwilen, Lommis und Stettfurt. Gleich in einem Dutzend Gärten bekämpft worden ist der Buchsbaumzünsler in Matzingen. Festgesetzt hat sich der Zünsler auch in Frauenfeld, wo der TZ ebenfalls Meldungen vorliegen. Bekannt sind zudem Fälle im Thurtal. Vor Zuständen wie in Basel Über kurz oder lang werde der ganze Kanton betroffen sein, sagt Hermann Brenner, Leiter des Pflanzenschutzdienstes am Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg. Verhältnisse wie in Basel schliesst Brenner darum nicht mehr aus. Dort war der Zünsler vor drei Jahren zum ersten Mal aufgetreten. Ganze Buchsbestände sind ihm zum Opfer gefallen. Die Basler Stadtgärtnerei hat den Kampf gegen die Raupe aufgegeben. Nur noch historisch wertvolle Pflanzungen versucht sie zu schützen. Da der Buchsbaum keine Nutzpflanze ist, bekämpft der Pflanzenschutzdienst im Thurgau den Schädling nicht aktiv. Das bleibt der Initiative der Gartenbesitzer überlassen. Sind kleinere Pflanzen befallen, empfiehlt Brenner, die Raupen abzulesen. Bei grösserem Befall rät er, einen Fachmann zuzuziehen, der die Pflanzen mit Insektiziden behandelt. Zwar seien Spritzmittel gegen den Zünsler auch im Handel erhältlich. Gerade bei grösseren Buchspflanzen sei es aber anspruchsvoll, die Pflanze sachgerecht zu behandeln. Wie rasch sich der Buchsbaumzünsler flächendeckend etabliert, kann Brenner nicht abschätzen ... Bisher verschont geblieben scheint der Oberthurgau. Der Arboner Stadtgärtner Hans Zellweger kontrolliert seine Buchsbestände regelmässig, hat den Zünsler aber noch nicht gesichtet. Der Amriswiler Friedhofsgärtner Jörg Schweizer hat ebenfalls keine Hinweise auf den Schädling. Der Zünsler käme in seiner Anlage aber zu spät, sagt Schweizer. Seine Buchse sind mehrheitlich schon einem Pilz zum Opfer gefallen."

CH-10: Kanton Waadt (VD) (Nyon) [seit 2009]

R. Bryner meldet: "Der Buchsbaumzünsler hat auch die Westschweiz erreicht: Waadt, Nyon, 15. Juni 2009, 3 Falter am Licht und ebenda 25. August 2009, 1 Falter am Licht. Die Meldungen stammen von Max Hächler, Station fédérale de recherches agronomiques de Changins." [Lepiforumsbeitrag R. Bryner 23.11.2009] Von der nächsten Fundstelle bei Olten (Solothurn) sind es knapp 200 km Luftlinie. 3 Falter im Juni deuten an, dass es hier im Frühjahr schon stärkeren Raupenbesatz gegeben haben muss. Vermutlich wurden Eier oder Jungräupchen also schon 2008 hierher verschleppt.

CH-11: Kanton Tessin (TI) (Pura und Grancia, Lugano, Collina d'oro, Malcantone, Orselina, Dangio-Torre) [seit 2010]

Die erste Meldung aus der Südschweiz ging am 24. Juli 2010 im Lepiforum ein [Beitrag Lepiforum M.Engler 24.7.2010]. In ihm wurde bereits konkret ein möglicher Infektionsweg aufgezeigt: "Im Juni 2007 zügelten wir von Belgien ins Tessin. Mehrere, kerngesunde Buchsbäume, auch in Tierform oder Hochstamm, wurden mitgebracht. 2008 kauften wir im lokalen Jumbo-Markt in Grancia einige junge Pflanzen dazu und setzten diese in den Boden, um eine Hecke zu bilden. Vermutlich wurde so der Buchsbaumzünsler bei uns eingeschleppt. Jetzt, seit Frühling 2010, sind praktisch alle Buchsbäume oder Hecken befallen und z.T. bereits am Absterben. Mühselig lesen wir z.Zt.Hunderte von Raupen von Hand ab." Einen Tag später [Beitrag Lepiforum M.Engler 25.7.2010]. wurde ergänzt: "Wir wohnen in Pura (ca. 15 km nördlich von Grancia - oberhalb Caslano) und in der Nachbarschaft sind uns keine anderen Fälle bekannt. Allerdings ist die Bauweise hier so, dass sich die Gärten meist in abgeschotteten Innenhöfen (wie bei uns) oder hinter hohen Mauern befinden. In offenen Gärten, ausserhalb des Dorfkernes, sind kaum Buchsbäume (dafür Palmen, Bananen, Kamelien,Rhododendren, Hortensien etc !) zu finden. Im Herbst 2008 wurden die in Grancia gekauften Jungpflanzen als Hecke eingesetzt und entwickelten sich gut im Jahr 2009 - wo uns auch keine Schäden auffielen. Wir waren ja auch nicht sensibilisiert. Erst ab diesem Frühjahr, 2010, wurden Frasschäden sichtbar und entdeckten wir die Raupen überall." Der Infektionsweg war zunächst nicht bewiesen, aber doch wahrscheinlich. Um hier eine weitere Klärung herbeizuführen, fuhr M. Engler erneut nach Grancia. E. Engler (email 6. August 2010 an E. Rennwald) berichtet dazu: "Vor einigen Tagen hat meine Frau im Jumbo Markt Grancia, bei Lugano, im Gartencenter nochmals die jetzt dort angebotenen Buchbäumchen unter die Lupe genommen und Zünsler-Raupen festgestellt ! Also sind wir so gut wie sicher, dass der Befall nicht von Belgien (im Juni 2007) eingeschleppt wurde sondern von den Ende 2008 im Tessin gekauften Bäumchen stammt. Wir haben Jumbo darauf aufmerksam gemacht und ein Mitarbeiter des Gartencenter hat eine Untersuchung bei allen Verkaufsstellen in der Schweiz eingeleitet und wird uns nächste Woche bei uns zuhause besuchen, um die Schäden zu besichtigen. Über die Herkunft des Buchs im Jumbo-Markt in Grancia wurde uns nichts bekannt.

"Pontos" meldet am 19. November 2010 in einem italienischen Gartenforum [Forumsbeitrag Pontos Compagnia del Giardinaggio] mit Bildern von kahlem Buchs an einem Grab starken Raupenbesatz in Lugano und warnt vor einem Übergreifen der Art auf Italien: "Ecco che per una volta il pericolo viene da nord. Il Glyphodes perspectalis è arrivato quest'anno per la prima volta nel Canton Ticino in varie zone della regione (a pochissimi chilometri dall'Italia). Si stanno facendo dei controlli e dei monitoraggi per capire quanto possa espandersi questo nuovo lepidottero. Posto delle fotografie scattate nella zona di Lugano. Le foto mostrano esemplari di bosso che prima di venir attaccati dalla larva di Pirale erano perfettamente sani. Nelle vicinanze sono stati colpiti molti altri esemplari più grandi."

Die erste Angaben über Raupenfunde bei Collina d’oro erfolgte am 17. Mai 2010, d.h., die Raupen wurden entweder frisch eingeschleppt, oder die Besiedlung erfolgte schon im Jahr davor. Der kantonale Pflanzenschutzdienst warnt [Servizio fitosanitario cantonale, Bollettino fitosanitario n: 18 Bellinzona: 17 maggio 2010]: "Il Servizio fitosanitario ha istituito un monitoraggio per rilevare l’effettiva presenza di G. perspectalis sul territorio cantonale, che per ora sembrerebbe confinata alla regione luganese della Collina d’oro. Chi avesse segnalazioni in merito è pregato di contattarci."

Sicherlich auch hier weiterhin weitgehend ineffektiv wird gewarnt [Servizio fitosanitario cantonale, Bollettino fitosanitario n: 15 Bellinzona: 18 aprile 2011]: "Glyphodes perspectalis syn. Diaphania perspectalis, il lepidottero la cui larva defoglia vistosamente le piante di bosso (Buxus sempervirens) è nuovamente all’opera. Le segnalazioni di presenza delle larve già in attività ci è pervenuta da diverse zone del Cantone e in particolare dal comune della Collina d’oro e dal Malcantone, regioni peraltro già repertoriate come infestate. Si invita per tanto a mantenere le proprie piante controllate e solo in caso di manifestata presenza (non fare trattamenti insetticidi preventivi!) intervenire con i seguenti prodotti: Delfin*(Andermatt Biocontro AG), Sanoplant Bio*(Syngenta), Karate Zeon (Syngenta), Deril (Syngenta) o Kendo (Syngenta) *=ammesso in agricoltura biologica. Le ultime segnalazioni di presenza riguardano il Locarnese, per cui è importante annunciare al Servizio Fitosanitario (...) i nuovi ritrovamenti, fuori dalle zone citate. Grazie per la collaborazione."

A. Mégroz [A. Mégroz, Lepiforumsbeitrag 19. September 2013] zeigt einen verdunkelten Falter mit Daten "CH, TI, Orselina, 450 m, 9.9.2013."

Jürgen Hensle aktualisiert [Lepiforumsbeitrag 13. September 2016]: "Am 15. Juni 2016 weitgehender Kahlfraß an Buchs in Dangio-Torre, Bezirk Blenio auf ca. 770 m. Die Flugzeit der 2. Gen. muss damals schon begonnen haben, denn gefunden habe ich nur noch eine Puppe."

CH-12: Kanton Schwyz (SZ) (Freienbach, Wollerau, Wangen) [seit 2010]

Der March-Anzeiger [March-Anzeiger, 10. August 2010] informiert seine Leser: "Diesen Sommer wird der Befall auch in unserer Region festgestellt: Gärten in Freienbach, Wollerau und Wangen sind betroffen. Konrad Gmünder vom Amt für Landwirtschaft in Pfäffikon empfiehlt den Besitzern von Buchsbäumen die genaue Beobachtung der Pflanzen ab dem Frühjahr und bei Bedarf die Anwendung des biologischen Mittels Delfin. Es ist das zurzeit einzige in der Schweiz zugelassene Bekämpfungsmittel gegen den unerwünschten Einwanderer." Zwei konkrete Meldungen über Falter an einer Hauswand in Wollerau am 30. September und 14. Oktober 2010 - letztere mit Bild - erhielt E. Rennwald am 14. Oktober 2010 per email von R. Mosimann.

CH-13: Kanton Genf (GE) [seit 2010]

Im "Volume 4 – 1 July 2010 A newsletter for the Pyraloidea fans" schreibt Bernard Landry [newsletter for the Pyraloidea fans, 4, 1. Juli 2010]: "... It has since been found in France and Switzerland, and one unpublished country record is know to me. Last year in June moths were collected near Geneva, in adjacent Vaud Canton, and just a few weeks ago (on May 23) I found caterpillars among leaves of a box tree (Buxus sp.) in Canton Geneva (see Figs 5–7), which means that moths were present in the canton at least since last year."

CH-14: Kanton Sankt Gallen (SG) [seit 2010]

U. Aistleitner teilt mit (email 24. September 2010 an E. Rennwald): "die Art (Raupenfunde) habe ich Mitte August nun auch im Fürstentum Liechtenstein festgestellt (Ruggell, Ortszentrum) sowie auf der schweizerischen Alpenrheintalseite in Gams (Kanton St. Gallen) ..."

CH-15: Kanton Schaffhausen (SH) [seit 2012]

H.P. Matter berichtet [H.P. Matter, Lepiforumsbeitrag 30. Juli 2012]: „Ein Bekannter wurde von einer Nachbarin auf die Anwesenheit dieser Art an deren Buchsbaumbüschen in der Gartenanlage aufmerksam gemacht. Er überprüfte seine eigene Bestände und fand Raupen, die er eingesammelt hat. Fundangaben: VII.2012; Nordschweiz, Kanton Schaffhausen, Gemeinde Dörflingen (zwischen der Exklave Büsingen und der BW-Gemeinde Gailingen gelegen), Wohngegend, rund 2 km vom Ufer des Rheins entfernt, 460 m.“

In der Neuen Zürcher Zeitung [Neue Zürcher Zeitung, 3. August 2012] war zu lesen: „Der Buchsbaumzünsler breitet sich auch in der Stadt Schaffhausen aus. Der in der Schweiz erstmals 2007 entdeckte Schädling vermehre sich rasend schnell, teilte die Stadtgärtnerei am Freitag mit. Bis vor kurzem seien die Buchsbäume in den privaten Gärten und den öffentlichen Grünanlagen der Stadt Schaffhausen vom Schädling verschont geblieben, heisst es in der Mitteilung. Nun sei aber an vielen Stellen in der Munotstadt ein Befall festgestellt worden. Verschiedene Gartenbesitzer hätten gemeldet, dass die derzeit gut sichtbaren Raupen an den Buchsbaumblättern fressen.“

CH-16: Kanton Bern (BE) (Biel, Emmental, Thun, Unterseen) [seit 2012]

M. Albrecht [Lepiforumsbeitrag Martin Albrecht, 26. Juli 2012] weist auf einen Tagesschau-Artikel vom Vortag hin, in dem berichtet wurde, dass der Buchsbauzünsler auch Bern erreicht hat. U. Beutler ließ sich dadurch zum Lichtfang motivieren und schrieb [U. Beutler, Lepiforumsbeitrag 31. Juli 2012]: "Guten Tag miteinander, ich habe gestern wieder einmal die Lampe brennen lassen - der Buchsbaumzünsler ist ja in Bern angekommen." Sie selbst musste dann aber noch gut 2 Jahre (bis zum 10. September 2014) auf ihren ersten eigenen Buchsbaumzünsler in Emmental, Arni, am Waldrand, 860 m, warten [Lepiforumsbeitrag Ursula Beutler, 10. September 2014].

R. Bryner [R. Bryner, Lepiforumsbeitrag 26. August 2012] lässt wissen: „Die Häufigkeit der dunklen Form ist offensichtlich recht verschieden. In "meiner Gartenpopulation" ist gegenwärtig ein knappes Viertel der beobachteten Falter dunkel (4 dunkle von bisher 17 beobachteten Faltern seit dem 18. August 2012). Allerdings ist die Datenlage zugegebenermassen noch zu bescheiden um eine verlässliche Hochrechnung zu machen. Im Bild ein heute geschlüpftes Weibchen (Schweiz, Biel, 520 m, 18. August 2012, Puppe an Buxus sempervirens, e.p. 26. August 2012).“

Am 19. August 2014 war in der Berner Zeitung zu lesen [Berner Zeitung 19. August 2014]: "Letzte Woche wurden Raupen des Buchsbaumzünslers in einem Unterseener Garten gefunden. Gärtnermeister Beat Ryffel ruft zu Wachsamkeit auf ... In den letzten Jahren wurde der Falter, dessen Raupen auf Buchsbaumblätter spezialisiert sind und bei starkem Befall ganze Sträucher kahl fressen können, auch in Thun gefunden. «Auf dem Bödeli hatten wir bisher Ruhe, weil der Thunersee eine weitere Ausbreitung gebremst hat», sagt der Unterseener Gärtnermeister Beat Ryffel. «Doch nun haben wir den Buchsbaumzünsler in einem Garten in Unterseen gefunden.»"

CH-17: Kanton Luzern (LU) (Luzern) [seit 2012]

Auf sf.tv war unter der Überschrift "Buchsbaumzünsler-Befall in Luzern" zu erfahren: "Montag, 30. Juli 2012, 15:36 Uhr Der Buchsbaumzünsler hat sich auf dem Friedhof Friedental in Luzern ausgebreitet. Um den Schädling zu bekämpfen, wird die Stadtgärtnerei diese Woche sämtliche Buchspflanzen auf dem Friedhof mit einem biologischen Insektizid besprühen." [tagesschau.sf.tv, 30. Juli 2012].

CH-18: Kanton Wallis (VS) (Leuk) [seit 2012]

S. Hänni [S. Hänni, Lepiforumsbeitrag 7. Oktober 2012] zeigt einen frischen Falter im Lepiforum und schreibt dazu: "Das Wallis ist eine der wenigen Regionen der Schweiz, welche bisher von dieser Art verschont wurden. Jedenfalls sind mir keine anders lautenden Infos bekannt. Aber das hat sich anscheinend auch geändert. Mal abwarten wie lange es dauert, bis er zum Abschuss frei gegeben wird... (man möge mir diesen Seitenhieb gegen die -mir sonst äusserst sympathischen- Walliser verzeihen!). Schweiz, Wallis, Leuk, 630 m, 06. Oktober 2012 (Foto: Simon Hänni)".

Weitere Angaben aus diesem Kanton liegen bisher nicht vor - konnte der Falter dort nicht Fuss fassen?

CH-19: Kanton Nidwalden (NW) (Hergiswil) [seit 2013]

J. Rose (3. Juni 2013 per email an E. Rennwald) teilt mit: "Fund im Mai 2013 direkt an der Straße in Hergiswil (Kanton Nidwalden); Buchshecke von einigen Larven gerade aktiv angefressen."

CH-20: Kanton Uri (UR) [seit 2013]

Die Appenzeller Zeitung berichtet [Appenzeller Zeitung, 24. Mai 2013]: „Buchsbaumzünsler breitet sich im Urner Unterland aus. Die gefrässigen Raupen des Buchsbaumzünslers richten auch im Kanton Uri vermehrt Schäden an Buchsbäumen an. Der Schmetterling, der ursprünglich aus Ostasien stammt, verbreitet sich in der Schweiz momentan rasant.“

CH-21: Kanton Appenzell-Innerrhoden (AI) [seit 2013]

Appenzell24.ch meldet: [Appenzell24.ch, 11. September 2013]: „Eine Woche nachdem der ostasiatische Buchsbaumzünsler erstmals in der Stadt St.Gallen nachgewiesen worden ist, taucht er nun auch in Appenzell auf.“ Als Fundort der Raupe wird „„Ronis“ in Appenzell“ genannt, also die Alterssiedlung.

Redaktionell.ch [Meldung vom 12. Mai 2014] meldet unter der Überschrift: "Buchsbaumzünsler im Kapf, Bezirk Oberegg, aufgetaucht": "Nachdem der ostasiatische Buchsbaumzünsler im September 2013 erstmals in Innerrhoden nachgewiesen worden ist, wurde am 24. April 2014 erneut ein Befall festgestellt. Die Schäden in der Schweiz sind gross, die Bekämpfung sehr aufwändig, deren Erfolg ungewiss."

CH-22: Kanton Glarus (GL) [seit 2013]

Suedostschweiz.ch wählte die Überschrift: "Buchsbaumzünsler ist im Glarnerland eingefallen" [Suedostschweiz.ch, 23. August 2013] und schrieb dazu: Glarus. Der Buchsbaumzünsler ist im Glarnerland angekommen und frisst sich vielerorts unersättlich und in windeseile durch die Buchsbaumbestände. Die Gärtnereien haben alle Hände voll zu tun, die gefrässigen Raupen zu bekämpfen."

CH-23: Kanton Neuenburg (NE) [seit 2013]

Meldungen für diesen Kanton blieben erstaunlich lange aus. R. Bryner [R. Bryner, Lepiforumsbeitrag 23. September 2013] teilt dann aber mit: "Cydalima perspectalis, Meldung für den Kanton Neuenburg: 20. August 2013 starker Befall an wild wachsenden Buchsbäumen bei Cressier, Vieille Thielle, 430 m." Es wäre sehr überraschend, wenn das der einzige besiedelte Ort im Kanton wäre.


Österreich [seit 2009]

Der Erstnachweis für Österreich erfolgte erst 2009, dann aber gleich in mehreren, einander nicht berührenden Bundesländern, was zeigt, dass hier mehrfache Einschleppung erfolgte. Die quasi flächige Besiedlung Österreichs erfolgte innerhalb 3-4 Jahre - so jedenfalls lässt sich das einem Artikel vom 30. Mai 2013 in der Wiener Zeitung entnehmen [P. Tempfer in Wiener Zeitung 30. Mai 2013]: "Bis auf Tirol hat der Buchsbaumzünsler bereits alle Bundesländer Österreichs erreicht - erst in der Vorwoche wurde er erstmals in Oberösterreich entdeckt." Tatsächlich gab es im Lepiforum schon 2011 und 2012 Angaben aus Oberösterreich. Aus Tirol lagen uns lange Zeit gar keine Angaben vor - das änderte sich erst am 22. September 2016 mit dem Nachweis aus Hall in Tirol.

A-1: Vorarlberg (Mäder, Rankweil, Zwischenwasser-Muntlix, Thüringen, Sulz, Bludesch, Feldkirch, Nenzing, Kummenberg, Bludenz, Wolfurt) [seit 2009]

Die erste, wenn auch nicht älteste Meldung für Österreich stammt anscheinend nicht von einem regelmäßiger Lepiforumsbesucher, sondern von einem Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Vorarlberg. In der „Obst- und Gartenkultur Vorarlberg“ vom 27. August 2009 [Obst- und Gartenkultur Vorarlberg 27. August 2009] war dann zu lesen: „Letzte Woche konnten in Mäder starke Fraßschäden an Buxus (Buchsbaum) festgestellt werden. Beim Lokalaugenschein wurden Schmetterlingsraupen und -Puppen gefunden, wobei es sich bei den gefundenen Schmetterlingen um den Asiatischen Buchsbaunzünsler handelte. Dieser sehr gefräßige Schmetterling wurde erstmals in Österreich entdeckt. Am Zürichsee, in Basel und in Baden-Württemberg wurden in den vergangenen Jahre einzelne Befallsstellen gemeldet.“ Mäder liegt ganz im Westen des Landes, ca. 20 km südlich vom Bodensee, gut 100 km entfernt vom Vorkommen am Zürichsee.

Dieses Vorkommen in Österreich beruht mit Sicherheit auf Verschleppung. Wie aus dem Merkblatt der Landwirtschaftskammer Vorarlberg [LWK Vorarlberg 27. August 2009] hervorgeht, schien es noch ganz lokal zu sein. Man durfte also gespannt sein, ob hier die (vorübergehende) Ausrottung noch gelänge.

Konkretere Angaben zu den Anfängen der Art in Vorarlberg finden sich bei AISTLEITNER (2010), die hier vollständig zitiert seien: „In Vorarlberg fiel er Ende August 2009 Gartenbesitzern im Rheintal (Mäder, Rankweil) negativ auf, da die Raupen entsprechende Frassschäden an Buxus-Hecken verursacht hatten (H. Rammel pers. Mitt.). Noch in Unkenntnis dieser Vorkommnisse fing ich am 8.9.2009 das erste Exemplar an meinem Hauslicht in Rankweil … Durch entsprechende Nachsuche an 2 unterschiedlichen Fundstellen in Rankweil wurden am 9.9.09 ca. 20 Puppen – die meisten bereits geschlüpft – gefunden (leg. K. Vonbrül & UA). Mehrfach konnte in beiden Geschlechtern die bereits bei KRÜGER (2008: 82, Abb. 4) abgebildete braune Farbvariante festgestellt werden. Nachweise: Rheintal: Rankweil, 470m, 8.9.- 9.10.2009 LF (gesamt über 50 Expl.); Zwischenwasser-Muntlix, IX. 2009 (mehrfach Falter abends am Hauslicht bzw. durch gekippte Fenster im Zimmer), vid. K. Vonbrül; Walgau: Thüringen, 550m, am 10.9.2009 ein leeres Raupengespinst an Buxus, vid. UA (Belege in coll. J. Schmid/Ilanz, T. Mayr/Feldkirch und Naturkundliche Sammlung des Tiroler Landesmuseums/Innsbruck). Nach Manuskriptabschluss gelangen im Mai 2010 auch noch Raupen-Nachweise vom Buchsbaum-Zünsler (G. perspectalis) in Feldkirch-Altenstadt und Feldkirch-Tosters (vid. UA); mittlerweile sind in Rankweil stellenweise mehrere Meter lange Buchs-Hecken massiv durch Raupenfrass betroffen. So zählte K. Vonbrül anfangs Mai an einem einzigen Strauch über 50 Raupen! Mehrfach wurde beobachtet, wie Haussperlinge (Passer domesticus) gezielt Zünsler-Raupen aus Buchsbüschen herauspickten.“

Die Meldung vom 25. Mai 2010 von M. Hammerle [Beitrag Lepiforum M. Hammerle] aus dem 10 km weiter südlich gelegenen 6832 Sulz/ Vorarlberg zeigte, dass die erste Einschätzung des Landwirtschaftsamtes für Vorarlberg hier zu optimistisch war, weil man das Befallsgebiet eben erst zum Teil kannte: "in der ganzen Gemeinde sind die Raupen zahlreich auf allen Buchsbäumen."

Dazu passend kommt die Meldung aus dem zwischen Mäder und Sulz liegenden Koblach von P. Wittwer [Lepiforumsbeitrag P. Wittwer 11. August 2010]: "Wir haben ihn leider auch schon, auf Buxus sempervirens im Garten ... A-6842 Koblach."

Die Gemeinde Bludesch [Gemeinde Bludesch, 19. August 2010] teilt mit: "Fraßschäden an Buchsbäumen in Bludesch - BUCHSBAUMZÜNSLER".

Vorarlberg News [Vorarlberg News, 24. August 2010] meldet: "Die Verbreitung hat heuer über ganz Vorarlberg hinweg stark zugenommen. Am stärksten betroffen ist der Großraum Feldkirch, so Rammel." und bei Vorarlberg.orf [Vorarlberg.orf, 25. August 2010] heißt es: "Im Moment frisst sich die hellgrüne Raupe mit schwarz-weißen Tarnflecken durch Gärten und Friedhöfe von Nenzing bis zum Kummenberg."

U. Aistleitner (email 24. September 2010 an E. Rennwald) ergänzt: "In Vorarlberg ist der Zünsler bereits in Bludenz angekommen (3 Expl. am Licht am 19.7.)." und kommentiert: "Mittlerweile werden die Leute schon vernünftig und reissen die kahlgefressenen Büsche lieber aus als teure Spritzmittel zu kaufen für die es hier im lokalen Gartencenter - wg der großen Nachfrage - Lieferschwierigkeiten und Wartezeiten gibt!"

J. Merz zeigt zwei Falter von Wolfurt bei Bregenz am Bodensee: ein normal gefärbtes Tier vom 10. September 2010 [J. Merz, 1. Lepiforumsbeitrag, 25. September 2011] und ein Tier der verdunkelten Form vom 25. September 2011 [J. Merz, 1. Lepiforumsbeitrag, 25. September 2011]

A-2: Steiermark [seit 2009]

Wenige Tage nach der ersten Meldung für Österreich erreichte uns der Beitrag von S. Abidi aus Graz-Puntigam [Lepiforumsbeitrag S. Abidi] . Sie berichtet dort (mit Bildbeleg), dass sie den Falter seit Juni 2009 bereits mehrfach um ihr Haus beobachten konnte, vor allem aber, dass sie schon im Frühjahr 2009 etliche Raupen an ihrem Buchsbäumchen beobachtet hatte. Hier handelt es sich also klar um den ältesten Nachweis aus Österreich. Angesichts der Raupenfunde im Frühjahr an einem seit Jahren dort stehenden Bäumchen ist sicher, dass die Eiablage hier bereits im Spätsommer / Herbst 2008 erfolgt sein muss. Puntigam liegt ganz im Süden von Graz. Dass der Buchsbaumzünsler hier bereits etabliert ist, zeigt eine Meldung (Falterfund am 24. August 2009) ganz aus dem Osten der Stadt im Übergang von Graz-Ragnitz zu Hart, also rund 10 km von Puntigam entfernt [Lepiforumsbeitrag I. Windisch vom 22. Januar 2010] .

Die Kleine Zeitung Steiermark [Kleine Zeitung, 4. Juni 2010] berichtet: "Konnten besorgte Kleine Zeitung-Leser und Experten das unheilvolle Wirken des neuen Schädlings zunächst lediglich in Graz feststellen (wir berichteten), so breitet sich der Falter nun offensichtlich auch in anderen Teilen der Steiermark rasant aus. "Die zahlreichen Buchsbäume des Friedhofs in Burgau wurden von den Raupen innerhalb weniger Tage entlaubt. Es ist ein trauriges Bild", berichtet der Oststeirer Dominik Reiner. Aufs Skelett leer gefressen. Währenddessen hat der Buchsbaumzünsler in Graz bereits weitere Spuren der Verwüstung hinterlassen. Walter Köstenbauer, selbst Betroffener der Fressattacken der Falter-Raupen, weiß von zahlreichen Gärten und Friedhöfen in mehreren Grazer Bezirken, wo Buchsbäume bis auf das Skelett leer gefressen wurden. Seit Wochen kämpfe er gegen die "Invasion in seinem Garten" und ärgert sich, dass von den öffentlichen Stellen bisher nicht auf den neuen Schädling reagiert wird."

L. Kuzmits stellte zum Jahresende 2010 seine Beobachtungsergebnisse für 2010 zusammen [Lepiforums-Beitrag L. Kuzmits 29. Dezember 2010]: "2010 habe ich in Graz gezielt begonnen nach Cydalima perspectalis zu suchen. Am 8.5. Habe ich auf den Friedhöfen St. Peter und St. Leonhard 40 Raupen gefunden. Um zu sehen wieviele Generationen diese Art im Jahr hervorbringt habe ich ein Dutzend Tiere für die Zucht mitgenommen. Anfang Juni schlüpften bereits die ersten Tiere. Die Zucht war unproblematisch und ohne Komplikationen. Anfang August besuchte ich noch ein Mal die beiden Friedhöfe in Graz und konnte wieder L3-L4 Raupen aufsammeln. L4 Raupen der dritten Generation fand ich dann am 25.9.2010 ebenfalls am St. Leonhard Friedhof. Ein Falterfund von Ing. Heinz Habeler am Licht seinen Hauses (3.10.) beendet die Beobachtungen für dieses Jahr." Neben den Friedhöfen von St. Peter und St. Leonhard führt er Raupenfunde von Graz-Geidorf, Hauenstein Graz-Maria Trost, Leibnitz, Kalsdorf, Graz-Ragnitz und den Falterfund von Graz-Geidorf an.

"Herbert" berichtet am 01.10.2010 im Forum von "Mein schöner Garten [Forum Mein schöner Garten]: "Mein Nachbar hat mir im Sommer von diesen Viechern berichtet, und vor kurzem waren auch meine beiden kleinen Buchs völlig abgenagt,. Raupen gefunden und mir dann das Mittel von Celaflor gekauft. Wo? Graz, Südosten von Österreich."

Vom Grazer Zentralfriedhof gibt es ein Befallsbild vom 25. Mai 2010 [Lepiforumsbeitrag I. Windisch, 13. April 2011]

G. Ringstein fotografierte am 6. Juni2011 und 11. August 2011 je einen Falter in Haselsdorf 10 km westlich Graz [Lepiforumsbeitrag G. Ringstein 8. Juni 2011] und [Lepiforumsbeitrag G. Ringstein 13. August 2011]

Die Art war in und um Graz also sicher spätestens 2010 fest etabliert.

2011 wurde weiter ergänzt: "Steiermark, Bezirk Leibnitz, Glanz/Weinstraße (Günter Pucher)" [Lepiforumsbeitrag W. Reitmeier, 25. August 2011]

Eine Meldung von "Johannes" vom 19. August 2015 [Lepiforumsbeitrag] zeigt, dass die Art in der Südsteiermark ihre Spuren hinterlassen hat und immer noch da ist: "In der Südsteiermark seit Jahren (leider nicht genau notiert) vertreten. Die meisten Buchs Bestände in unserer Nachbarschaft sind vernichtet. Heuer am 15.08. ein Exemplar am Sommerflieder - St. Marein bei Graz. Vor zwei Jahren konnte ich in Graz beobachten, wie eine Spatzen Bande von einer geschnittenen Buchshecke etliche größere Raupen abgeklaubt haben."

A-3-4: Niederösterreich (Umgebung Wien) und Wien [seit 2010]

"Hobbygärtner" [Beitrag Lepiforum] schickte uns am 22. April 2010 ein Foto mit mehreren bereits großen Raupen und dem knappen Kommentar: "48° 6' 7.77'' N 16° 17' 6.62'' O nähe Wien."

Der Fundort bei Brunn am Gebirge liegt rund 170 km in nordnordöstlicher Richtung von der zuvor östlichsten Fundstelle in Europa bei Graz entfernt.

AGES [AGES 29. Juni 2010] nennt als weitere Fundorte Krems und Maria Enzersdorf.

Weitere Funde folgten bald: So meldet W. Stark [Beitrag Lepiforum 5. August 2010]: "Am 1.8. wurden mir Raupen (ca. 10) auf Buchsbaum gemeldet, die ziemlich sicher dem Buchsbaumzünsler zuzurechnen sind!! Fundort: Hausleiten, ca. 35km NW von Wien." W. Reitmeier [Beitrag Lepiforum 5. August 2010] antwortete: "Auch mein Chef berichtete mir von einem Befall in seinem Garten (mitten in Tulln, auch so ca. 35 km WNW Wiens) nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub ('...Buchs total voll mit Gespinsten und kahlgefressen, keine Raupen mehr gesehen...'), kann ich daher nicht verifizieren!" W. Stark ergänzt [W. Stark, Beitrag Lepiforum, 20. August 2010] : "C. perspectalis ist im Tullner Feld mittlerweile verbreitet. Zu den "Hausleitner" Raupen gibt es jetzt Falterbelege. Die Raupen stammen von einem alten Buxbaum. In der näheren Umgebung (100m) wurde KEIN neuer Buxbaum gepflanzt. Die Falter sind also von etwas weiter eingeflogen. Im 10km entfernten Tulln ist mir ein weiterer befallener Busch in Privatgarten bekannt (Zufallsmeldung, habe nicht gesucht). Dazu kommt die Meldung von Werner (Reitmeier). Während also aus dem Vorjahr in dieser Gegend keine Meldung vorliegt, scheint jetzt schon ein Großteil der Büsche befallen zu sein - die Ausbreitungsgeschwindig ist rasend....".

Von G. Hofbauer erhielt die Redaktion am 15. September 2010 ein email mit der Angabe: "Fundmeldung von Cydalima perspectalis in 3001 Mauerbach bei Wien. 14.9.2010, Garten, Lichtfalle. Mfg. Mag. Gerhard Hofbauer". Als Anhang war ein Bild des Falters beigelegt. Mauerbach liegt zwischen Tulln und Wien im NW der Hauptstadt.

P. Jertschin [P. Jertschin, Lepiforumsbeitrag 20. August 2010] weiß zu berichten: "Gestern zwei Falter am Licht in Zwölfaxing bei Schwechat, südlich von Wien".

Angaben gibt es vom August 2010 auch aus Mödling [Mödling, August 2010], rund 15 km im Süden von Wien. M. Auer [Beitrag Lepiforum 21. September 2010] ergänzt: "Weiters wurde er am Eichkogel gesichtet, wo er jetzt zahlreich am Abend ans Licht fliegt. A, Niederösterreich, Eichkogel bei Mödling, 367 m, 15.9.10. , Photo Hermann Kusel ... Koordinaten 48,4 N 16,18 0"

M. Auer [Beitrag Lepiforum 21. September 2010] berichtet außerdem: "Habe den Buchsbaum jetzt auch hier im Garten gesichtet. A, Niederösterreich, Garten bei Stockerau, 170 m, 2.9.2010 Photo Margarita Auer, Koordinaten 48,23 N 15,13 0. Schäden an den Sträuchern nicht dramatisch, alle Buchse wachsen schon lange hier."

Die Art hatte sich bis Ende 2010 also sowohl im NW als auch im Süden von Wien festgesetzt. Angesichts der schlagartigen Größe des Befallsgebietes muss es hier wohl eine massive Anlieferung von ei- oder raupenbesetzten Buchsbaumpflanzen im Jahr 2009 gegeben haben.

Aus einem Forumsbeitrag in Garten-pur.de ist zu erfahren: "Gestern gab es einen TV-Bericht im ORF-NÖ, in der Stadt Tulln in NÖ sind 80% der Buchsbäume mit dem Zünzler befallen. Es wurden alle Buchsbäume auf den öffentlichen Grünanlagen und dem Friedhof entfernt." [Forumsbeitrag garten-pur.de von "ninabeth", 20. Mai 2011] - so kann man das "natürlich" auch lösen ... Und später meldet die gleiche Person: "Heute wurde im Ö-TV berichtet das es in den Gartenanlagen Schloss Belvedere massive Probleme mit dem Buchsbaumzünsler gibt. Die haben auch einige hundert Buchspflanzen dort." [Forumsbeitrag garten-pur.de von "ninabeth", 1. August 2011]

W. Reitmeier ergänzt für den 24. August 2011: "und nun auch bei mir, gestern am (Küchenfenster-)licht: Niederösterreich, Bez. Wien-Umgebung, Gablitz" [Lepiforumsbeitrag W. Reitmeier, 25. August 2011].

2011 kam für den Folgetag (25. August 2011) auch noch eine Faltermeldung aus dem südwestlichen Stadtrand von Wien (PLZ 1130) hinzu: [Lepiforumsbeitrag A. Rebmann, 26. August 2011]

J. Biegelmeier meldet [J. Biegelmeier, Lepiforumsbeitrag 10. Januar 2012]: „Österreich, Niederösterreich, Klosterneuburg,190 m, 9. September 2011“.

G. Hager fragte an: „http://www.lepiforum.de/1_forum.pl?page=1;md=read;id=12929 G. Hager, Lepiforumsbeitrag 23. August 2012]: „Der schöne Kerl hat mich in meinem Haus besucht, nämlich in Österreich, Kierling, 212 m, 23.8.2012 (Innenfoto, Gerhard Hager). Wer ist er(sie)?“ Er ergänzt zum Falter [G. Hager, Lepiforumsbeitrag 23. August 2012]: „Vielen Dank, habe schon gehört, dass unsere Buchsbäume gefährdet sind, aber bisher noch keinen gesehen!“

Jasmin M. berichtet [Jasmin M., Lepiforumsbeitrag 14. Mai 2012]: „habe soeben auf einem kleinen, fast leergefressenen buchs im garten mehr als ein dutzend raupen (eindeutig buchsbaumzünsler) entdeckt, die sich ihrer größe nach zu urteilen wohl recht bald verpuppen werden. (interessanterweise ist der buchs, der etwa 2 meter daneben steht, raupenfrei. jede pflanze steht in einem eigenen topf.) fundort: niederösterreich, stockerau (176m.s.m.), hausgarten, relativ geschützter, schattiger platz.“

„Christoph“ berichtet [„Christoph“, Lepiforumsbeitrag 28. Mai 2012]: „auch am Satzberg Wien 1140 gibt es bereits verbreitet Befall in mehreren Gärten. ich habe am 29.6.2011 zwei (mir damals unbekannte) Falter des Zünslers am Licht gefangen und aufbewahrt, jedoch erst jetzt (Mai 2012) erwachsene Raupen an 3 von ca 10 Buchspflanzen festgestellt und zwar an denen, die dem (ebenfalls befallenen) Nachbargarten am nächsten sind.“

„Enzo“ [„Enzo“, Lepiforumsbeitrag 9. Juni 2012] antwortet: „Korneuburg bei Wien; Alle Buchsbesitzer (auch wir) kämpfen, viele haben Ihren Buchs bereits entsorgt; Mitte März 2012: kleine Räupchen.. Bekämpfung 3x i Abstand . 1 Woche. 1.Mai 2012: große Raupen (4cm) Bekämpfung 1x Fraßschäden sind sichtbar aber nach genauer Inspektion nicht schlimm. Die Hecke ist sehr dicht (Formschnitt). Dann Rückgang "sichtbarer" Raupen wohl auch durch Verpuppung seit 2 Wochen keine Raupen mehr, aber wenige Puppen. Seit 6.6.2012 habe ich 4 typische Falter gesehen und (3 helle 1 dunkler, 3 davon mit der Hand gefangen (und getötet).“

Dass sich die Art in Gablitz gehalten hat, wird aus einer Meldung von Eva Nowotny [Lepiforumsbeitrag 15. August 2015] über Falterfunde am 12., 13. und 14. August 2015 klar.

[meinbezirk.at] berichtet am 7. Juni 2017: "BEZIRK SCHEIBBS. Anfang Juni sind die ersten Falter der Frühjahrsgeneration des Buchsbaumzünslers (Cydalima perspectalis) im Mostviertel geschlüpft und haben mit der Ablage ihrer Eier begonnen."

A-5: Burgenland (Eisenstadt, Trausdorf) [seit 2011]

"Manu im Garten" meldet aus Eisenstadt (Burgenland): "Vom Buchsbaumzünsler habe ich bisher nur in Gartenzeitungen gelesen. Heute habe ich sie an einem kleinen Buchsbaum im Kiesbeet entdeckt! Lt. Wiki wurde er 2009 in Vorarlberg gesichtet, 2010 in Niederösterreich - 2011 hat er nun das Leithagebirge überwunden. Ich habe versucht, die Raupen abzusammeln, aber 100% schafft man nie." [Forumsbeitrag auf Garten-pur.de vom 16. April 2011]. Nähere Angaben fehlen leider. Nach den vielen Raupenfunden (siehe Folgebeiträge) dürfte sich die Art hier aber schon im Vorjahr massiv etabliert haben.

2 konkrete Meldungen über Raupenfunde an Buchs gibt es aus Trausdorf, Burgenland (Foreneinträge auf "Mein schöner Garten" von "Anna" (28. April 2011) und "Jasmina" (24. Mai 2011) [Foreneinträge Mein schöner garten]

"Mischa" [Lepiforums-Beitrag 13. September 2011] meldet mit Fotobeleg und unter dem Betreff, aber leider ohne genauen Fundort: "Falter sitzt grad auf meiner Markiese: Glyphodes perspectalis": "Der Buchsbaum....dings sitzt jetzt, 13.8.2011, im Nordburgenland."

A-6: Oberösterreich [seit 2011]

Die erste Meldung lautete: "Ich fing am 28.06.2011 zwei Exemplare von C. perspectalis im Garten. Beide Belege sind vorhanden. Garsten/ Saaß liegt ungefähr 3km südlich von Steyr. Fundort: Österreich, Oberösterreich, Steyr, Garsten, Saaß, 330 m, 28.06.2011, leg. Andreas Prameshuber" [Lepiforumsbeitrag A. Prameshuber, 30. Juni 2011]. Vom gleichen Ort, aber ein Jahr später, stammt die Meldung: "Hallo Zusammen, meine Freundin hat mir am 2.7.2012 ein Foto weitergeleitet, welches sie von einem Cydalima perspectalis machte, welcher sich in das Landeskrankenhaus Steyr verirrt hat. Funddaten: Österreich, Oberösterreich, Steyr, 330 m, 2. Juli 2012 (Foto: MB)" [Maria Felbauer, Lepiforumsbeitrag 30. Juli 2012].

Eine weitere Meldung stammt aus „Österreich, OÖ, Wels, Garten, 316 m, 29.07.2012 Tagfund“ [Spiesberger, Lepiforumsbeitrag 29. Juli 2012].

Luftenberg an der Donau gab den Kampf im Mai 2014 verloren [Meldung vom Mai 2014 auf meinbezirk.at/luftenberg-an-der-donau]: "Aufgrund des massiven Befalles von Buchsbäumen durch den gleichnamigen Buchsbaumzünsler wird von der Marktgemeinde Luftenberg a.d. Donau in enger Zusammenarbeit mit den Siedlervereinen eine einmalige Entsorgungs-Aktion gestartet. Sollte Ihr Buchsbaum durch Schädlinge weitgehend kahl gefressen bzw. bereits abgestorben sein besteht die Möglichkeit, den Buchsbaum an folgenden Tagen zu entsorgen: Freitag, 16.05.2014 – 13:00 bis 19:00 Uhr Samstag, 17.05.2014 – 08:00 bis 12:00 Uhr".

[eidenberg.info/aktuell] berichtet am 31. August 2017: "Auf dem Friedhof hat sich der Buchsbaumzünsler massiv ausgebreitet. Es ist nicht notwendig, die Pflanzen zu entfernen. Was gut hilft, ist Spritzen mit XENTARI. Das gibt es zum Beispiel im Lagerhaus in Lichtenberg. Wir bitten alle Grabbesitzer Nachschau zu halten und aktiv zu werden."

A-7: Salzburg [seit 2011]

W. Speidel meldet per email vom 16. April 2012 an E. Rennwald: „Den Buchsbaumzünsler habe ich im vorigen Jahr sehr häufig in Graz (Stadtgebiet) gefunden, wo er um fast jede Straßenlaterne flog, und auch an den Fenstern des Studentenwohnheims häufig war. Ca. 80% meiner kleinen Lichtfallenausbeute von Graz bestand aus dieser einen Art.“ T. Rupp meldet aus Salzburg [T. Rupp, Lepiforumsbeitrag 23. Juni 2012]: „ich habe am 20. Juni 2012, also vor 3 Tagen, einen Falter von Cydalima perspectalis in Salzburg gefunden. Der Falter wurde vom Licht in der Küche angelockt, saß aber von außen auf einem Fenster, das sich nicht öffnen lässt, deshalb habe ich nur ein Unterseitenfoto, denke aber, dass er auch so nicht zu verwechseln ist. Beleg ist leider deshalb keiner vorhanden. Gibt es schon Funde aus dem Bundesland Salzburg? … Funddaten: Österreich, Stadt Salzburg, Salzburg-Süd, am Rande eines Auwaldes am Licht“.

Helmut Pilz informiert [Helmut Pilz, Lepiforumsbeitrag 9. September 2013]: „Mir sind heute im Laufe des Tages mindestens 15 Buchsbaumzünsler-Falter in Salzburg untergekommen. Der Artikel auf der Lepiforum-Homepage ist ja schon einige Jahre alt. Sind Fundmeldungen nach wie vor ausdrücklich erwünscht, um die Verbreitung der Art weiter zu verfolgen?“ Er zeigt dann Fotos von Fraßschäden und einem Falter. [Helmut Pilz, Lepiforumsbeitrag 12. September 2013]

T. Rupp bemerkt [T. Rupp, Lepiforumsbeitrag 16. September 2013]: "Ich kenne die Art aus der Stadt Salzburg. 2012 hatte ich erstmals 1 Falter am Licht, 2013 schon mehrere, mit einem besonders zahlreichen Fund: Am 07.September fand ich im Stadtteil Aigen an mehreren Straßenlaternen gezählte 37 Falter."

Jochen Blanken [Forumsbeitrag 18. August 2017] zeigt zwei Falter vom 20. Juni und 18. August 2017 - also von zwei verschiedenen Generationen - in der Nonntaler Hauptstraße in Salzburg. Die Art ist hier demnach etabliert.

A-8: Kärnten [seit 2012 (wahrscheinlich schon 2011)]

G. Schrott-Moser von der Landwirtschaftskammer Kärnten berichtet am 16. August 2012 [LK-Kärnten, 16. August 2012]: "Raupen vernichten die Buchsbäume. Vor kurzem wurden auch in Kärnten die ersten Buchsbaumzünsler (lateinisch Diaphania perspectalis) gesichtet. Schadbild, Vorbeugung und Bekämpfung. Starker Befall von Buchsbaumzünslerraupen kann bis zum Kahlfraß führen. Aus zahlreichen Privatgärten, aber auch von öffentlichen Anlagen (Friedhöfe) im Völkermarkter Raum und in Klagenfurt wurden massive Schäden durch die Raupe des Buchsbaumzünslers gemeldet." Also wieder ein Beispiel, wo der Kampf erst angesagt wurde, als es viel zu spät war.

Kaernten.orf.at [kaernten.orf.at, 12. Mai 2013] wartet am 12. Mai 2013 mit einer Schreckensmeldung auf: "Buchsbaumzünsler-Plage in Kärnten. Der Buchsbaumzünsler frisst kärntenweit die Buchsbaumhecken kahl und kann sich ungestört ausbreiten. Natürliche Feinde fehlen". Als konkreter Raupenfundort wird Krumpendorf genannt, außerdem wird auf eine geplante große Buchsvernichtungsaktion in Klagenfurt hingewiesen.

Die Kleine Zeitung wartet am 14. Mai 2013 mit einem Artikel auf [Kleine Zeitung 30. Mai 2013]: "Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch Kärntens Gärten". Konkrete Orte werden nicht genannt, außer indirekt Klagenfurt, wo die "Abteilung Entsorgung" der Stadt eine "fachgerechte Vernichtung der befallenen Buchsbäume" anbietet. Im Artikel wird vermutet, dass Kärnten bereits 2011 vom Buchsbaumzünsler besiedelt wurde, konkrete Beobachtungen dazu scheinen aber zu fehlen.

M. Finkel teilt mit [M. Finkel, Lepiforumsbeitrag vom 18. September 2013] Christoph Bausch und ich hatten am 26. Juli 2013 in Obernarrach bei Sittersdorf in Kärnten ein Exemplar am Licht. Wir haben dort in den 10 Tagen fast jede Nacht geleuchtet, doch nur an diesem Abend kam ein Buchsbaumzünsler!"

Ch. Zeller [Ch. Zeller , Lepiforumsbeitrag 19. September 2013] weiß zu berichten: "Kärnten, Völkermarkt, 14.-15.9.2013, 3 Exemplare (am Licht und am Tag)".

A-9: Tirol [seit 2016]

Tirol blieb anscheinend lange vom Buchsbaumzünsler verschont. Die erste - und bis dahin damit auch einzige - Meldung erhielten wir von Werner Spiess [Lepiforumsbeitrag 22. September 2016]: "Am 22. September 2016 im Garten auf einem Buchsbaum entdeckt. Österreich, Nordtirol, Hall in Tirol". Hall in Tirol liegt am Inn, ca. 10 km östlich von Innsbruck im Bezirk Innsbruck-Land, also in Nordtirol.

Eva Benedikt [ Forumsbeitrag 22. August 2017] teilt mit: "Der Buchsbaumzünsler hat nun auch Osttirol erreicht - war letzte Woche in den Medien (Osttiroler Bote) - einige Nachweise in Privatgärten im Lienzer Talboden." Näheres hierzu ist im Bericht von [nago-osttirol.at, 6. September 2017] zu finden.

Liechtenstein

LI-1: Liechtenstein (Ruggell)

Konkrete Angaben lagen uns hier zunächst nicht vor. Das "Volksblatt. Nachrichten aus Liechtenstein" [Volksblatt, 18. August 2010] meldete aber: "Buchsbaumzünsler im Land". Ein Zusammenhang mit dem Vorkommen in Vorarlberg ist zu vermuten.

Die erste konkrete Meldung ging durch U. Aistleitner ein (email 24. September 2010 an E. Rennwald): "die Art (Raupenfunde) habe ich Mitte August nun auch im Fürstentum Liechtenstein festgestellt (Ruggell, Ortszentrum) ..."

(Autor: Erwin Rennwald)


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Letzte Änderung am Oktober 6, 2017 11:01 von Erwin Rennwald
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