Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Cydia Interscindana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 05130 Cydia interscindana (MÖSCHLER, 1866)

1-3: Frankreich, Provence, Les Alpilles, ca. 200 m, am Licht, 24. August 2016 (leg., det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
4, Erstnachweis für Österreich: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, 10. Juli 2016, am Licht (Foto: Horst Pichler), det. Jürgen Quack & Friedmar Graf [Forum]
5-7, ♀: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, 31. August 2017, am Licht (det. & Foto: Horst Pichler) [Forum] [GU-Versuch] [Determination durch Barcoding abgesichert]
8, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 10. Juni 2018 (det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]



Diagnose

1: Spanien, Pyrenäen, Umg. Ger, ca. 1200 m, 5. August 2009, LF (leg., det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Genitalien

1, ♂: Österreich, Steiermark, Graz, St. Peter, ca. 380 m, Garten, Mischwaldrand, am Licht, 10. Juni 2018 (det. & fot.: Horst Pichler) [Forum]


Erstbeschreibung

MÖSCHLER (1866: 141-142) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Faunistik

Die Art wurde aus Andalusien beschrieben. In der Fauna Europaea [version 2.6 - 29 April 2013] werden für die Art Vorkommen in den Ländern Portugal, Spanien, Frankreich, (Festland-)Italien, Belgien und die Schweiz gemeldet. Abgesehen von den beiden letztgenannten Ländern deckt sich das gut mit der Verbreitung der einzigen in der Literatur genannten Nahrungspflanze der Raupe, dem Stech-Wacholder (Juniperus oxycedrus).

Die Angabe aus Belgien geht nach DE PRINS (2016) auf COENEN (1981) zurück - neuere Angaben fehlen dort ganz.

Nach SAUTER & WHITEBREAD (2005) war die Art neu in die Schweizer Lepidopterenfauna aufzunehmen. Das SWISSLEPTEAM (2010) führt die Art dort ausgerechnet für das Mittelland an, verzichtet aber auf jeglichen Kommentar. Es liegt kein GU-überprüfter Beleg vor.

Am 18. Februar 2017 wurde von Horst Pichler [Lepiforums-Beitrag] ein Wickler angefragt, der von Jürgen Quack und Friedmar Graf rasch als Cydia interscindana bestimmt wurde - damit handelte es sich bei dem Tier aus einem waldrandnahen Garten in Graz (Steiermark) um den vermutlichen Erstnachweis der Art für Österreich, was durch P. Huemer (E-Mail 28. Februar 2017 an E. Rennwald) dann auch bestätigt wurde. Dies war zugleich der nordöstlichste Nachweis der Art. Zunächst war unklar, ob es sich hier um ein verdriftetes oder verschlepptes Einzelexemplar handelte oder eben doch um den Fund eines Exemplars bei bereits etabliertem Vorkommen. Nach dem Fund eines weiteren Exemplars an gleicher Stelle ein Jahr später (s.o.), dessen Determination durch Barcoding abgesichert wurde, ist zumindest von einer Tendenz zur Etablierung (sicher nicht nur in diesem Garten) auszugehen. [Forum] [Absicherung]

Auf [nahuby.sk] wird allerdings noch ein Falter gezeigt, der von Ladislav Gembeš ("Laco, G") am 16. Oktober 2016 in den Kleinen Karpaten (Malé Karpaty) im Westen der Slowakei aufgenommen wurde, also nochmals rund 300 km weiter östlich.

Im Bereich der Funde in Belgien, der Schweiz, Österreich und der Slowakei gibt es keinerlei natürliche oder verwilderte Vorkommen des Stech-Wacholders; die Funde scheinen sich alle auf Gärten zu beziehen, so dass jetzt zu fragen ist, ob sich die Art mit Pflanzungen dieses oder anderer Wacholder-Arten ausbreiten kann. Auf Details ist hier unbedingt weiter zu achten. Aus Graz gibt es Nachweise von 2 aufeinander folgenden Jahren - das deutet auf eine zumindest lokale Etablierungstendenz hin. Noch ist aber unklar, ob sich die Art in Mittel- und Nordwest-Europa auch tatsächlich im Freiland fortpflanzt und über längere Jahre weg halten kann. Für die Schweiz und Österreich wird hier daher vorerst weiterhin das Einzelnachweis-Fähnchen verwendet.

Ganz aus dem Rahmen fällt ein Fund aus dem kleinen europäischen Teil der Türkei, der zwar nicht durch GU oder Barcoding abgesichert ist, aber der nach Foto und heutigem Kenntnisstand eindeutig sein sollte: [Forum 7. August 2016] bzw. [Foto und Verortung auf dogalhayat.org]. Auch dieser Fund stammte nicht von einem naturnahen Standort, sondern aus dem Stadtbereich von Istanbul (Esenyurt).

(Autor: Erwin Rennwald, 28. Februar 2017, ergänzt 27. Februar 2018)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Juli 10, 2018 16:45 von Michel Kettner
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