Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Depressaria Villosae

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Elachistidae (Unterfamilie Flachleibmotten)
EU 01786a Depressaria villosae CORLEY & BUCHNER, 2018



Diagnose

1, ♂: Portugal, Tras os Montes, Vilarinho, Holotypus, leg. Raupe an Pimpinella villosa (zunächst fehlinterpretiert als "Seseli tortuosum") Mai 2007, e.p. 20. Juni 2007, leg. & cult. Martin Corley, Belegfoto P. Buchner


Genitalien

1, ♂: Griechenland, Peloponnes, Kalavrita, 1200 m, Paratypus, leg. 1. Oktober 1994 Günter Baisch, Präparation & Mikrofoto P. Buchner



Biologie

Nahrung der Raupe

Der Raupenfund in Portugal erfolgte an Pimpinella villosa (zunächst fehlbestimmt als Seseli tortuosum) und der Holotypus wurde mit dieser Pflanze erfolgreich weitergezüchtet. Da diese Pflanze von Griechenland nicht bekannt ist, muss man dort mit einer anderen Nahrungspflanze rechnen.



Weitere Informationen

Etymologie (Namenserklärung)

Benannt nach der bekannten Nahrungspflanze: "The epithet villosae, a noun in genitive case, derives from the known host-plant Pimpinella villosa."


Taxonomie

Die neue Art ähnelt äußerlich und in den Genitalien vor allem Depressaria libanotidella. Beim Barcoding ergab sich ein Abstand der beiden Arten von 2 %, also gerade so viel, wie man statistisch als übliche Untergrenze für getrennte Arten findet. Die Raupen der beiden Taxa unterscheiden sich u.a. in ihrer Grundfärbung (graugrün statt grau) - Unterschiede zu Raupen von Depressaria pimpinellae wurden allerdings nicht gefunden und mit jener Art gibt es eine vollständige Barcode-Identität: "The holotype has been barcoded using the CO1 gene of the mitochondrial DNA at Canadian Centre for DNA Barcoding (Guelph, Canada). This was 100% similar to a specimen of D. pimpinellae from Austria." Die Autoren fragten sich daher, ob es sich bei ihren Tieren um Hybriden zwischen D. libanotidella und D. pimpinellae handeln könnte. Die Konstanz der Genitalien spricht hier klar dagegen. Bei nahe verwandten Arten - wie D. libanotidella und D. pimpinellae - könnte es im Laufe der Evolution zu einer Introgression gekommen sein, oder aber die Gene für die Ausbildung der Genitalien etc. haben einfach schneller mutiert als der entsprechende Barcode-Genabschnitt in den Mitochondrien. Barcode-Sharing zwischen nahe verwandten Arten darf es geben und gibt es daher auch. Die Autoren erwähnen als Beispiele vollständiger Übereinstimmung beim Barcoding die Paare Agonopterix paraselini / Agonopterix angelicella und Epirrhoe galiata / Epirrhoe timozzaria.


Faunistik

Zum Zeitpunkt der Neubeschreibung liegen Nachweise aus Portugal (locus typicus ist Vilarinho östlich von Paramino), Spanien (Toledo) und Griechenland (Peloponnes) vor.

(Autoren: Peter Buchner & Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Elachistidae (Unterfamilie Flachleibmotten)
EU 01786a Depressaria villosae CORLEY & BUCHNER, 2018 diagnosebild-eu


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Letzte Änderung am April 13, 2018 17:13 von Erwin Rennwald
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