Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Elachista Dispunctella

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Elachistidae (Grasminiermotten)
EU M-EU 01906 Elachista dispunctella (DUPONCHEL, [1843])

1-3, ♂ (Spannweite des Belegs 7,9 mm), 2. Generation: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Umgebung Steinthaleben, 4. August 2013, Tagfund (leg. & Fotos: Heidrun Melzer), det. durch Barcoding [Forum]
4-6, 1. Generation: Fundort wie Bild 1-3, 5. April 2014 (leg., det. & Fotos: Heidrun Melzer) [Forum]



Diagnose

Geschlecht nicht bestimmt

1: Österreich, Niederösterreich, Wr. Neustadt, Trockenrasen, Tagfund am 19. Mai 2006 (leg. & Belegfoto: Peter Buchner) det. durch barcoding Jukka Tabell


Genitalien

Männchen

1, Präparat eines nicht abgebildeten ♂: Österreich, Niederösterreich, Hundsheim-Hexenberg, 11. Juni 2012, leg. Wolfgang Stark, det., präp. & Mikrofoto Peter Buchner, conf. durch Barcoding


Erstbeschreibung

DUPONCHEL ([1843]: 333, pl. LXVIII fig. 1) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Habitat

1, warmer Kalk-Gips-Hang: Deutschland, Thüringen, Kyffhäuser, Steinthaleben, "Ochsenburg", 200-250 m, 8. Juni 2013 (Foto: Heidrun Melzer)



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Taxonomie

Der Elachista dispunctella-Komplex galt schon immer als schwierig. In der Arbeit von TRAUGOTT-OLSEN (1992) mit dem Titel "The Elachista dispunctella (DUPONCHEL, 1843) complex, with descriptions of new taxa" werden gleich 44 neue Arten beschrieben und so die Artenzahl mehr als verdreifacht; der Autor war zum Schluss gekommen, dass auch winzige Unterschiede im Flügelgeäder diagnostischen Wert haben und als Basis von Artbeschreibungen dienen könnten. In der Folge war er quasi der Einzige, der noch Arten dieser Gruppe bestimmen konnte. Sonderlich befriedigend war das nicht. Seit Jahren wurde hier an einer Revision gearbeitet; klar war, dass dabei als weiteres Hilfsmittel für die Gliederung der Taxa COI-Barcoding einbezogen werden muss. Für dieses verwendet man normalerweise möglichst frische Exemplare - hier war aber zwingend erforderlich, dass auch die Holotypen der benannten Taxa mit in die Untersuchung einbezogen werden müssen. Es war also klar, dass auch mit nur fragmentarischen Gensequenzen gearbeitet werden musste. MUTANEN et al. (2015) stellten sich dieser Mammutaufgabe. Sie bildeten erst einmal neue Verwandtschaftseinheiten, die sie "operational taxonomic units" ("OTUs") nannten. KAILA (2015) zog daraus die taxonomischen Konsequenzen: Von den insgesamt 64 im Elachista dispunctella-Komplex auf Artrang beschriebenen Taxa blieben noch 19 übrig, alle anderen wurden synonymisiert. Die meisten dieser 19 Arten bilden jetzt sowohl nach genetischen als auch genitalmorphologischen Merkmalen klar definierte Einheiten.

Anmerkungen zu einzelnen der synonymisierten Taxa:

1) "Elachista cahorsensis": Die Fauna Europaea (Fauna Europaea Web Service. Last update 22 December 2009. Version 2.1. Available online at http://fauna.naturkundemuseum-berlin.de) verzeichnet Vorkommen in Irland, Großbritannien, auf den Kanalinseln, in Frankreich und Belgien sowie auch in Deutschland. Da keine konkreten Neuangaben zur Art vorlagen, dürften die Meldungen zu Elachista cahorsensis TRAUGOTT-OLSEN, 1992, sich auf die Angaben der Originalbeschreibung beziehen. KOLBECK & PRÖSE (1997) diskutieren die Nachweise der Elachista dispunctella-Gruppe in Bayern und kommen zum Schluss: "Von dieser schwierigen Artengruppe, über deren Taxonomie derzeit noch nichts Endgültiges gesagt werden kann, liegt neues Material aus dem Unterfränkischen Muschelkalk vor. Ältere Daten stammen aus dem Raum Regensburg/Kelheim ("cahorsensis TRAUGOTT-OLSEN, 1992"), wo inzwischen auch Neufunde gemacht wurden. Die Fundplätze liegen alle auf xerothermen Magerrasen. Obwohl teilweise das ältere Material als auch neues Material von einem der Typenfundorte der E. cahorsensis TRAUGOTT-OLSEN, 1992 (Kehlheim, auf der Brand) stammt, kann eine definitive Zuordnung zu diesem Taxon oder zu einer der zehn Arten, die aus Niederösterreich/Burgenland beschrieben wurden, nicht gegeben werden."

2) "Elachista povolnyi": Bei KARSHOLT & RAZOWSKI (1996) wurde die Art (u.a.) für Deutschland, die Schweiz und Österreich angeführt. In der Fauna Europaea (last update 27 January 2011) steht die Art ohne Synonym und ohne Vorkommen in irgendeinem Land Europas. Für Deutschland, die Schweiz und Österreich ist "absent" eingetragen. Bei GAEDIKE & HEINICKE (1999 und Nachträge) ist weder der Name noch die Nr. 02001 zu finden. Nach SWISSLEPTEAM (2010) bisher: "Fälschlicherweise als Schweizer Art aufgeführt".

3) "Elachista imbi", "Elachista karsholti", "Elachista mannella", "Elachista multipunctella", "Elachista pocopunctella", "Elachista povolnyi", "Elachista punctella", "Elachista hallini", "Elachista intrigella" und "Elachista nielspederi" wurden aus Österreich beschrieben.

(Autor: Erwin Rennwald)


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

WOODWARD (1922: 380) [Digitalisat auf biodiversitylibrary.org] teilt die Publikationsjahre des Bandes mit: 1-112 (mit ?) und pl. 51-56 1842, 113-480 (mit ?) und pl. 57-72 1843, 481-[555] (mit ?) und pl. 73-80 1844, pl. 81-90 1845.

(Autor: Jürgen Rodeland)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am November 12, 2019 17:22 von Jürgen Rodeland
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