Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Elachista Pomerana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Elachistidae (Grasminiermotten)
EU M-EU 02000 Elachista pomerana FREY, 1870

1: Deutschland, Niedersachsen, Landkreis Lüneburg, Amt Neuhaus, Stapeler Hinterland, 18 m, Flatterulmen- und Erlenmischwald mit hohem Totholzanteil, Hartholzaue, 21. Mai 2019, am Licht (leg. & Foto: Frank Stühmer, det. durch Barcoding: Thorsten Stühmer) [Forum]



Diagnose

Männchen

1, ♂: Österreich, Wien, Lobau, 28. August 2005, leg. & det. Oliver Rist, conf. durch GU Peter Buchner & Helmut Kolbeck [Forum]


Genitalien

Männchen

1: Präparat des unter Belegfoto 1 abgebildeten ♂, Präparation & Mikrofoto: Peter Buchner [Forum]


Erstbeschreibung

FREY (1870: 282-283) [nach Copyright-freien Scans auf www.biodiversitylibrary.org]



Biologie

Nahrung der Raupe

Der Erstbeschreibung der Art durch FREY (1870) ist zu entnehmen: "Herr Dr. Schleich, der unermüdliche Beobachter pommerscher Kleinschmetterlinge, [...] erzog aus Poa fluitans eine Elachista, die er als ihm unbekannt, mir in 3 schönen Exemplaren (worunter 1 Männchen) überschickte. Nur diese Pflanze erscheint mir wirklich gesichert.

SCHÜTZE (1931) fasste den damaligen Kenntnisstand zusammen: "Die mattgelbe Raupe hauptsächlich in Poa pratensis, selten an Phalaris. Die Mine ist durchaus Spitzenmine, meist an der äußersten Blattspitze beginnend, seltener ein Stück derselben stehen lassend, dehnt sie sich anfangs über die ganze Spitzenbreite aus; bei größer werdender Breite miniert sie dann dem Blattrand entlang, oder in der Mitte desselben etwa 3 bis höchstens 6 cm lange, 2–3 mm breite Gänge. Der Kot, anfangs gekörnt und über die ganze Mine verstreut, wird später in einer zusammenhängenden Linie abgesetzt; er ist alt intensiv schwarz, frischer dunkel grün schwärzlich. Die Farbe der Mine ist hellgelb, der älteste Teil bräunlich. Die Raupe ist breit und robust. Verpuppung in einem dichten Gespinst, das die Puppen eben noch durchscheinen lässt (Hering). Raupe polyphag, miniert besonders Calamagrostis epigeios und Glyceria fluitans (Büttner)." Was davon sich tatsächlich auf die hier besprochene Art bezieht, bleibt unklar.

TRAUGOTT-OLSEN & SCHMIDT NIELSEN (1977) stellen ebenfalls Literaturangaben zusammen und melden so als Nahrungspflanzen diverse Süßgräser meist feuchter bis nasser Standorte, in deren Blättern die Raupe minieren soll, so Wiesen-Rispengras, Rohrglanzgras, Reitgras, Flutender Schwaden und "Avena". Angesichts der fielen Fehlbestimmungen in der Falter-Gattung bleiben alle älteren Angaben mehr oder weniger unsicher - und neuere gibt es nicht.

RIST (2014) beschreibt seine Fundstelle bei Wien näher: "Der Fundort von Elachista pomerana befindet sich in einem breiten, austrocknenden Flussbett eines abgedämmten Donau-Armes mit Schilf- und Großseggen-Sümpfen (Phragmiti-Magnocaricitea) und säumenden, blütenreichen Feuchtwiesen. Eine Besonderheit dieser Wiesen sind großflächige Bestände von Carex flava und Epipactis palustris, in denen auch Dactylorhiza incarnata vereinzelt zu finden ist. Diese Pflanzen sind Kennarten der Kleinseggengesellschaften basenreicher Niedermoore (Caricetalia davallianae), welche in Österreich selten und stark gefährdet sind."



Weitere Informationen

Faunistik

GAEDIKE & HEINICKE (1999) melden die Art für Deutschland aus den nordostdeutschen Bundesländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg und (nur vor 1980) aus Mecklenburg-Vorpommern.

Nach SWISSLEPTEAM (2010) bisher: "Fälschlicherweise als Schweizer Art aufgeführt".

In Österreich kommt die Art nach HUEMER (2013) vor: "Die Art wurde von RIST (in litt.) als Neufund für Österreich entdeckt (Wien, Lobau, 28.8.2005, leg. & det. Oliver Rist, conf. durch GU Peter Buchner & Helmut Kolbeck) (siehe auch www.lepiforum.de)." Es handelt sich also um den oben gezeigten Falter. RIST (2014) meldet Details zu diesem Fund und berichtet über den Nachweis eines weiteren Exemplars am 30. August 2012 an gleicher Stelle - trotz Suche an anderen Orten blieben dies die einzigen Nachweise in Österreich. Bei Betrachtung der weiteren Angaben aus Europa kommt er zum Schluss: "Demnach liegt der Fundort Wien an der südwestlichen Grenze des boreokontinentalen Verbreitungsgebietes von Elachista pomerana."

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Elachistidae (Grasminiermotten)
EU M-EU 02000 Elachista pomerana FREY, 1870 art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am April 4, 2020 10:02 von Jürgen Rodeland
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