Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Epinotia Cinereana

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04878a Epinotia cinereana (HAWORTH, [1811])
Unterscheidung von Epinotia nisella und E. cinereana sicher nur mit GU oder Barcode!

1-3 & 4: Deutschland, Sachsen, Trebendorf, Umg. altes Schleifer Teichgelände, Espengehölz, 131 m, 6. Juli 2013 (leg., gen. det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
5-6: Deutschland, Sachsen, Trebendorf, Umg. altes Schleifer Teichgelände, Espengehölz, 131 m, 6. Juli 2013 (leg., gen. det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
7-8: Deutschland, Sachsen, Trebendorf, Umg. altes Schleifer Teichgelände, Espengehölz, 131 m, 6. Juli 2013 (leg., gen. det. & Fotos: Friedmar Graf) [Forum]
9-10, ♀: Deutschland, Niedersachsen, Region Hannover, Stadt Burgdorf, Waldrand nordöstlich des Oldhorster Moores, 60 m, 2. August 2015, tags perfekt getarnt am Stamm einer Espe sitzend (leg. & Studiofotos: Tina Schulz), det. durch GU Peter Buchner (s. Genitalpräparat 4)

Achtung: Artzuordnung der folgenden 5 Lebendbilder unter großem Vorbehalt! Diese Falter wurden nicht genitalüberprüft. Jürg Schmid hält sie "eher für cinereana"; die Bestimmung bleibt ohne GU oder DNA-Barcode grundsätzlich unsicher!

11-12: Österreich, Niederösterreich, 1 km NW Urschendorf, Feuchtwiesen, Eschen-Weiden-Wäldchen, Schilf, 6. August 2003 [Determination ohne GU und daher unsicher]
13: gleicher Fundort, 23. August 2003 (Fotos 1-3: Peter Buchner), det. Peter Buchner [Determination ohne GU und daher unsicher]
14: Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Zonser Grind bei Neuss, in einem Pappelhain, 2. August 2011 (Freilandfoto: Michael Becker), det. Helmut Deutsch [Forum] [Determination ohne GU und daher unsicher]
15: Deutschland, Thüringen, Weimar, Südhang Ettersberg, ca. 300 m, 6. August 2011, am Licht (Studiofoto: Hartmuth Strutzberg), det. (cf.) Helmut Kolbeck [Forum] [Bestimmungskorrektur] [Determination ohne GU und daher unsicher]



Diagnose

1, ♂: Österreich, Osttirol, St. Johann i. W., 900 m, 24. Juli 2012 (leg., gen. det., coll. & fot.: Helmut Deutsch) [Forum]
2, ♀: Österreich, Osttirol, St. Johann i. W., 900 m, 20. August 2012 (leg., gen. det., coll. & fot.: Helmut Deutsch) [Forum]
3, ♀: Deutschland, Sachsen, Scheibeberg bei Zittau, Espenaufwuchs, ca. 320 m, leg. Anfang Mai 2005 von Espe, e.l. 9. Juni 2005 (leg., cult., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
4, ♀: Deutschland, Sachsen, Kleinsaubernitz, 157 m, 30. Juni 2003, Lichtfang (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
5, ♀: Deutschland, Sachsen, Umg. Königsbrück, ca. 180 m, 16. Juni 2000, Lichtfang (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]

Heinz Schumacher (email 1. Dezember 2015 an E. Rennwald) macht noch einmal deutlich: "Im Lepiforum nicht überprüfte Falter unter E. cinereana einzustellen, halte ich für sehr gewagt. Ich habe gestern 4 kontrastarme, graue Falter überprüft, die genauso aussehen wie die unter den Diagnosefotos steckenden präparierten Falter 1 und 2. Bei 3 Faltern handelte es sich um E. nisella und nur ein Falter war E. cinereana. Wie gesagt: Alle 4 Falter sahen gleich aus und waren äußerlich nicht zu unterscheiden."


Genitalien

1, Genitalpräparat eines nicht abgebildeten ♂: Schweiz, Waadt, Cudrefin, 430 m, Auenwald, 26. Juni 1993, Lichtfang (leg., gen.det. [GP 2013-008] & Foto: Rudolf Bryner) [Forum]
2, ♀: Daten siehe Diagnosebild 3 (leg., cult., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
3, ♀: Daten siehe Diagnosebild 4 (leg., cult., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]
4, Präparat des unter Lebendfalter 9-10 abgebildeten ♀: Deutschland, Niedersachsen, Region Hannover, Stadt Burgdorf, Waldrand nordöstlich des Oldhorster Moores, 60 m, 2. August 2015 (leg. & Foto: Tina Schulz, det. durch GU, Präparation & Mikrofoto Peter Buchner)

Vergleich: Epinotia nisella & Epinotia cinereana

1, ♀ ♀: Daten (Epinotia cinereana) siehe Diagnosebild 5 (leg., gen. det. & Foto: Friedmar Graf) [Forum]


Erstbeschreibung

HAWORTH ([1811]: 451) (nach Digitalisat der Bibliothèque nationale de France):

„TORTRIX. (DORSANÆ.)
[...]
cinereana.
183.
T. (The mottled Grey) alis cinereis, fusco marmoratis, ocello
postico obsoleto cæco subargenteo, iride fusca.
HABITAT in Nemoribus. Imago Truncis Lichenosis, f. Aug.
at infrequentissime.
EXPANSIO alarum 7 lin.
DESCRIPTIO. Præcedenti [rhombifasciana] certe maxime affinis, sed vix varie-
tas. Alæ anticæ costâ cinereo fuscâ, valde obliquè strigatâ,
apice ipso puncto rotundo fusco. Posticæ fuscæ.
OBS. Strongly dissimilar, and possessed, as they are, of the
differing characters above laid down; I, till recently,
esteemed the above six articles [rhombifasciana, stictana, cuspidana, boeberana, rubiana, marmorana] as varieties only of one
species, the Rubiana of Villars. But on more mature
consideration, they appear to be rather a family, than a
single species. This, however, time alone can determine
in a satisfactory manner. Whether the Rubiana really be-
longs to them, is itself extremely doubtful; for it may prove
merely a variety of T. Udmanniana; as the description in
Villars differs from that species only in immaterial respects.“



Biologie

Habitat

1: Deutschland, Sachsen, Trebendorf, Umg. altes Schleifer Teichgelände, Espengehölz, 131 m, 6. Juli 2013 (Foto: Friedmar Graf) [Forum]



Weitere Informationen

Andere Kombinationen

Synonyme


Taxonomie und Faunistik

Eigentlich war das früher alles schon einmal klar, und MUTANEN et al. (2012) können nur bestätigen dass die Genitalunterschiede, die PIERCE & METCALFE (1922) herausgearbeitet haben, weitgehend richtig sind. Die Unterschiede bei den Raupen sind zwar nicht auffällig (man muss da Borsten zählen und ihre Länge messen), aber eben doch konstant. Die Autoren der letzten 90 Jahre haben diese Unterschiede zwar nicht negiert, sie aber durchweg als Ergebnis der Variationsbreite innerhalb einer variablen Art interpretiert.

Beide Arten kommen in Europa (u.a. Deutschland: Bayern) und Nordamerika vor, und sie ließen sich auch beim Barcoding relativ klar trennen - allerdings scheint da auch die genetische Variationsbreite innerhalb der beiden Arten recht groß zu sein. (Gibt es da etwa noch weitere "cryptic species"?)

Nach der alten Literatur ist E. cinereana das Espen-/Pappel-Tier, während E. nisella als Raupe vor allem an Weiden lebt. MUTANEN et al. (2012) betonen aber, dass diese Grenze nicht absolut zu sehen ist, da echte E. nisella ebenfalls schon öfters aus Espenkätzchen gezogen wurden.

Zu den Faltern fasst Jürg Schmid kurz zusammen: „Beide Arten sind in beiden Geschlechtern relativ leicht durch GP unterscheidbar; Die Flügelzeichnung bleibt bei cinereana im Grau-Schwarzbereich; die ‚bunten‘ Tiere sind eher nisella. Von den in der BH abgebildeten Tiere halte ich Bild 1,2,3 und 13 [das sind die jetzt hierher verschobenen Bilder, Nummern geändert] eher für cinereana. Epinotia cinereana habe ich aufgrund zweier Tiere in meiner Sammlung aus Graubünden und damit für die Schweiz genitaliter belegt.“ [Lepiforumsbeitrag J. Schmid vom 16. Oktober 2012]

Wohin unser unter „Epinotia nisella“ abgelegtes, von Ingrid Altmann von Fagus sylvatica (Buche) gezüchtetes Tier gehört, bedarf noch der Klärung.

Aus Österreich erreichte uns am 21. Februar 2013 folgende Meldung von Gernot Embacher [Lepiforumsbeitrag Sabine Flechtmann]: „Aus Salzburg sind bisher 5 Nachweise von E. cinereana bekannt, zwei davon auch genitaliter untersucht:
- Muhr/Lungau, 1250 m, 18.8.2004, leg. Haslberger (Teisendof, Bayern), genit. det. Michael Kurz
- Salzburg-Gneis, 430 m, 27.7.1972, leg. Mairhuber, genit det. Michael Kurz - ein zweiter Nachweis vom selben Ort vom 29.7.1971
- Salzburg-Stadt, 425 m, 10.8.1966, leg. Mairhuber
- Salzburg-Kasern, 425 m, 14.7.1971, leg. Mairhuber

Unsere Tiere sind habituell recht gut von E. nisella zu unterscheiden: sie sind alle erkennbar größer als E. nisella, einfärbig grau mit typischer und von E. nisella unterscheidbarer Zeichnungsanlage. Sie entsprechen den Abbildungen in der Arbeit von Segerer et. al. Alle unsere E. nisella sind bunt gezeichnet, ein Tier ist zwar grau, aber durch Größe und Zeichnung von E. cinereana gut zu trennen.“

(Autor: Erwin Rennwald [21. Februar 2013])

HUEMER (2013) schreibt zu Österreich: „Das Vorkommen der von MUTANEN et al. (2012a) von E. nisella abgetrennten und u. a. im benachbarten Deutschland nachgewiesenen E. cinereana wird in Österreich durch genitaldeterminierte Funde aus Osttirol (Virgental, Prägraten-Bichl, N-Frößach, 1580 m, 20.8.1993, leg. Huemer) sowie Nordtirol (Ampass, 29.7.1969, leg. Hernegger) bestätigt (NEL & HUEMER, 2012). Es ist anzunehmen, dass diese Art im gesamten Bundesgebiet vorkommt, allerdings stehen umfassende Kontrollen von bisher als E. nisella bestimmten Belegen noch aus.“

Auch in den Niederlanden erwies sich E. cinereana nach einer gründlichen Untersuchung als weiter verbreitet und keineswegs sehr selten (HUISMAN 2015).

(Autor: Erwin Rennwald [3. Dezember 2015])


Publikationsjahr der Erstbeschreibung

Wir übernehmen hier die von HEPPNER (1982) angegebenen Publikationsjahre.


Literatur


Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Tortricidae (Wickler, Blattroller)
EU M-EU 04878a Epinotia cinereana (HAWORTH, [1811]) art-mitteleuropa

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Letzte Änderung am September 11, 2017 23:41 von Tina Schulz
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