Polyommatus coridon

Bestimmungshilfe für die in Europa nachgewiesenen Schmetterlingsarten

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Lycaena Japhetica

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Bestimmungshilfe / Schmetterlingsfamilien / Lycaenidae (Bläulinge)
EU 07044a Lycaena japhetica NEKRUTENKO & EFFENDI, 1983



Biologie

Nahrung der Raupe

TIKHONOV & TIKHONOVA (2014) studierten ein Vorkommen der Art in Aserbeidschan, wo die Falter eine starke Affinität zu Atraphaxis spinosa zeigten. In der Zucht gelang Eiablage und Eiüberwinterung an dieser Pflanze, nach der Überwinterung dann auch die Zucht der Raupe bis zum Falter. [Alle Präimaginalstadien werden auch im Farbfoto gezeigt.] Der Dornige Bocksweizen sollte also auch in der Natur die Raupennahrungspflanze dieses Falters sein.



Weitere Informationen

Andere Kombinationen


Taxonomie und Faunistik

Lycaena japhetica siedelt im Osten von Aserbaidschan und - je nach Definition der ssp. irghiza - auch in Nord- und Zentral-Kasachstan und in Usbekistan. In der Oblast Orenburg, dort in den Guberli-Bergen (Guberlya Mountains) gut 200 km ostsüdöstlich von Orenburg, erreicht sie in dieser ssp. irghiza NEKRUTENKO, 1985 Russland und damit (zumindest bei weiter Definition) Europa (GORBUNOV & KOSTERIN (2007), ANIKIN et al. (2017).

Das Taxon wird oft als Athamanthia japhetica bzw. Athamanthia japhetica ssp. irghiza geführt, bei einer weiten Fassung der Gattung Lycaena ist Athamanthia aber Untergattung von Lycaena.

LUKHTANOV & LUKHTANOV (1994) erwähnen Lycaena japhetica als Art überhaupt nicht, wohl aber die ssp. irghiza, die sie als "Athamanthia dimorpha irghiza (NEKRUTENKO, 1984)" führen, ohne dies als Neukombination zu kennzeichnen. Als Verbreitungsgebiet der Unterart nennen sie "Aktjubinsker Gebiet (Mugodshary, Irgiz)". Jahre später schrieb LUKHTANOV (2000) "Zur Systematik und Verbreitung der Taxa der Athamanthia dimorpha-Gruppe". Dort akzeptiert er Lycaena japhetica als Art und schreibt dazu: "2. Athamanthia japhetica (Nekrutenko & Effendi, 1983) [...] Typenfundort Disarvatschai Fluß (zwischen Kiljasi und Tasakend), Apscheron Bezirk, Aserbeidschan. Phänotypisch gut von allen anderen Arten abgetrennt. Sehr lokal und nur vom Typenfundort in Aserbeidschan bekannt." Das Taxon irghiza bleibt weiterhin - und wieder ohne Begründung - als Unterart "Athamanthia dimorpha irghiza (NEKRUTENKO, 1984)" bei Lycaena dimorphus.

Die meisten anderen russischen Autoren - konkret GORBUNOV & KOSTERIN (2007), TSIKOLOVETS (2011) ANIKIN et al. (2017) - führen das Taxon irghiza weiterhin als Unterart in der Kombination mit Lycaena japhetica (bzw. Athamanthia japhetica).

Ganz anders WIEMERS et al. (2018). Sie führen das Taxon unter "Lycaena dimorpha" und kommentieren: "According to Lvovsky and Morgun (2007) the species is present in Russia south of the Urals in the Orenburg region. The subspecies Lycaena dimorpha irghiza was originally described as a subspecies of L. japhetica (Nekrutenko 1985), but we follow the decision in the taxonomic review by Lukhtanov (2000)." Begründung: Wieder Fehlanzeige! Einzige mögliche Erklärung: V.A. LUKHTANOV ist Teil des Autorenteams.

Da es bis heute an einer Begründung für den Wechsel der ssp. irghiza von L. japhetica zu L. dimorphus fehlt, verwenden wir im Lepiforum die ursprüngliche Kombination. Lycaena dimorphus ist daher - bis zum Beweis des durchaus möglichen Gegenteils - außereuropäische Art, die Lycaena dimorphus-Gruppe im Südosten Europas durch Lycaena japhetica irghiza vertreten.

MORGUN (2019) meldet den Fund einer neuen Population im Kaukasus von Georgien, 425 km weiter westlich der Vorkommen in Aserbaidschan. Er erläutert: "New population of A. japhetica in Georgia. Until now, A. japhetica was treated as a species of Caspian area of Eastern Azerbaijan, known only by two recently found populations in this area. V. Tschikolovets [2011] wrote that the species range covered arid regions around western part of Caspian Sea in extreme NE Azerbaijan. The distribution in Daghestan (Russia) of the species [Gorbunov, Kosterin, 2007] has not been confirmed." Er fährt fort: "In 2017 the species was found in the other geographical part of the Great Caucasus the border of Kura basin depression and the southern slope of the Central Great Caucasus, following the Caucasus zonation by Y.P Nekrutenko [1990] who used the F.N. Milkov and N.A. Gvozdetsky’s approach [Milkov, Gvozdetsky, 1986]. This population is found at about 425 km to the west from the last found specimens in Eastern Azerbaijan. A. japhetica was found in the vicinities of Kaspi town in the historical Kartli province of Georgia. Therefore, A. japhetica is a new species and genus for Georgian butterfly fauna. The GPS coordinates of A. japhetica in its Georgian locality are N 41º57'17", E 044º25'16" and the distance between N 41º57'17", E 044º25'16" to N 41º57'32", E 044º24'46", where it occurs on the slope from 610 to 762 m a.s.l. However, the Caspian Azerbaijan populations are known from lower altitudes (100–450 m a.s.l). The species seems to be rare in this area and represents some small compact scattered colonies that localize near the associations of Atraphaxis, the probable larval host plant." Er findet auch genitaliter kaum Unterschiede gegenüber den Tieren aus Aserbaidschan, weshalb er für die georgischen Tiere keine Notwendigkeit zur Aufstellung einer neuen Unterart sieht. Er akzeptiert aber die Angaben zur Aert aus dem Südural: "The subspecies A. j. irghiza (Nekrutenko, 1985) occurs in the South Urals (Orenburg Region, Russia) [Gorbunov, Kosterin, 2007], NW and Central Kazakhstan [Tuzov et al., 2000] and is characterized by lighter grey-brown males and shorter tails on the hind wing than in nominal A. j. japhetica."

(Autor: Erwin Rennwald)


Literatur


Informationen auf anderen Websites (externe Links)


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Letzte Änderung am Dezember 6, 2019 20:27 von Erwin Rennwald
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